In einer Zeit, in der Schlagworte wie „Informationsgesellschaft“ oder „Netzwerkgesellschaft“ die Runde machen und nahezu „inflationär“ gebraucht werden, ist es für erfolgreiche Unternehmen unerlässlich, sich den dynamischen Veränderungen anzupassen und ihren – heutzutage schon obligatorischen – Online-Auftritt als „Visitenkarte“ zu betrachten. Insbesondere für Anbieter klassischer Print- und Rundfunkmedien bieten die digitalen Technologien die Möglichkeit, die Vorteile der Printmedien mit den Vorzügen der multimedialen Möglichkeiten, die das Internet bietet, zu kombinieren. Die ergonomische Gestaltung ist dabei enorm wichtig, da die Nutzung bzw. Orientierung auf der Website primär über Menüs oder Dialogfenster und grafische Interface-Elemente erfolgt.
Doch jeder, der im Internet unterwegs ist, kennt das Problem: Oft ärgert man sich über unverständliche Menüs, versteckte Basisinformationen und komplizierte Bestellvorgänge. Websites müssen daher auf jeden Fall benutzerfreundlich gestaltet werden, denn gute User-Interface-Designs sind unabdingbar, um die Applikationen optimal nutzen zu können.
Die übergeordneten Fragen der vorliegenden Seminararbeit lauten:
1. Wie muss ein erfolgreiches, effizientes Interface-Design für interaktive Systeme aussehen?
2. Inwieweit kann eine Website Interaktionsmöglichkeiten bieten?
Nach der Erläuterung der zentralen Begriffe, werde ich die Grundprinzipien des Interface-Designs sowie die typischen Elemente vorstellen. Abschließend soll anhand eines Fallbeispiels die Online-Präsenz des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hinsichtlich der „Usability“ sowie der Möglichkeiten der „Mensch-Computer-Interaktion“ untersucht und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Die Usability von Websites
2. Terminologie und Begriffsbestimmungen
2.1. Interface
2.2. Benutzerschnittstelle
2.3. Mensch-Computer-Interaktion
2.4. Usability
2.5. Usability engineering
2.6. Usability Testing
3. Interaktionsparadigmen von Benutzerschnittstellen
4. Konventionalisierung des Interface-Designs
5. Konfliktfeld: Design vs. Usability
6. „Style-Guide“ für Interface-Designs
6.1. Grundprinzipien
(a) Sichtbarkeit
(b) Qualität und Kohärenz des konzeptuellen Modells
(c) Sinnfälligkeit des Mappings
(d) Vollständigkeit und Permanenz des Feedbacks
6.2. Zielgruppen
6.3. Sprachliche Interface-Elemente
(a) Statik
(b) Dynamik
6.4. Formulare
6.5. Dynamische Websites
6.6. Datenbanken
7. Fallbeispiel: Spiegel-Online
7.1. Visual Design
7.1.1. Interface-Design
7.1.2. Sitedesign
7.2. Interaktion/Online-Dienste
7.2.1. Features
(a) Spiegel-online-Forum
(b) Newsletter
(c) RSS-Newsfeed
(d) SPIEGEL-online-Sidebar
(e) SPIEGEL-Mobil
7.3. Bewertung
8. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine nutzerfreundliche Gestaltung von Websites durch effektives Interface-Design erreicht werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit Web-Auftritte durch technologische Features und die Berücksichtigung von Usability-Prinzipien Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und System optimieren können.
- Grundlagen der Mensch-Computer-Interaktion und Usability
- Konfliktfeld zwischen ästhetischem Design und ergonomischer Usability
- Methoden des Usability-Testings und der Qualitätssicherung
- Strukturierung von Interface-Elementen und Navigationssystemen
- Praktische Anwendung anhand des Fallbeispiels „Spiegel-Online“
Auszug aus dem Buch
6.1. Grundprinzipien
Nach D. Norman (1989) sind die Grundprinzipien guten Designs:
(a) Sichtbarkeit
Dies bedeutet, dass die Interface-Elemente für den Anwender leicht wahrnehmbar sein müssen, insbesondere im Zusammenhang mit Typografie (z.B. Größe, Schnitt und Farbe von Schrifttypen). Jedoch kann zu viel Sichtbarkeit im Sinne von mit grafischen oder schriftlichen Elementen überladene Seiten auch „desorientierend und einschüchternd“ wirken.
(b) Qualität und Kohärenz des konzeptuellen Modells
Mentale Modelle der Benutzer spielen ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Interface-Elementen. Metaphern dienen dabei als „Brücken zwischen alltagsweltlichem und dem Umgang mit Computern notwendigen (Sprach-) Wissen“. So sind zum Beispiel grafische Darstellungen und strukturelle Hierarchien oftmals aus den Bereichen der Alltagserfahrung (zum Beispiel die berühmte „Desktop-Metapher“) entlehnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Usability von Websites: Die Einleitung definiert die Relevanz ergonomischer Webgestaltung im Kontext der Informationsgesellschaft und benennt die zentralen Forschungsfragen.
2. Terminologie und Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Interface, Benutzerschnittstelle, Mensch-Computer-Interaktion, Usability, Usability Engineering und Testing.
3. Interaktionsparadigmen von Benutzerschnittstellen: Hier wird der historische Wandel der Interaktionsstile von stapelverarbeitenden Systemen bis hin zur grafischen Benutzeroberfläche nachgezeichnet.
4. Konventionalisierung des Interface-Designs: Das Kapitel erläutert die Bedeutung von Konsistenz und Richtlinien wie ISO-Normen für die kognitive Entlastung der Nutzer.
5. Konfliktfeld: Design vs. Usability: Es wird die Diskrepanz zwischen kreativem Webdesign und funktionalen Usability-Anforderungen bei der Erstellung von Websites beleuchtet.
6. „Style-Guide“ für Interface-Designs: Dieses Kapitel stellt Gestaltungsprinzipien vor, darunter Sichtbarkeit, konzeptuelle Modelle, Sprachwahl, Feedback-Mechanismen, Zielgruppenorientierung und technische Grundlagen wie Datenbanken.
7. Fallbeispiel: Spiegel-Online: Eine detaillierte Untersuchung der Website „Spiegel-Online“ hinsichtlich Visual Design, Navigationsstruktur und interaktiver Features.
8. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die zentrale Rolle des benutzerfreundlichen Designs zusammen und betont die Notwendigkeit, Komplexität bei der Mensch-Computer-Interaktion zu beherrschen.
Schlüsselwörter
Usability, Mensch-Computer-Interaktion, Interface-Design, Website-Gestaltung, User-Experience, Benutzerfreundlichkeit, Informationsarchitektur, Navigation, Software-Ergonomie, Online-Auftritt, Feedback-Mechanismen, Usability Testing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Websites so gestaltet werden können, dass sie durch eine hohe Usability und effizientes Interface-Design eine optimale Interaktion zwischen Mensch und System ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Mensch-Computer-Interaktion, die Balance zwischen Design und Usability, die Bedeutung von Web-Konventionen sowie praktische Gestaltungsprinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein erfolgreiches, effizientes Interface-Design für interaktive Web-Systeme aussehen muss und welche Interaktionsmöglichkeiten eine Website bieten sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur Begriffsklärung und kombiniert diese mit einer qualitativen Analyse und Bewertung eines konkreten Fallbeispiels („Spiegel-Online“).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Usability, die Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Kunst und Technik im Design sowie die Vorstellung eines „Style-Guides“ mit praktischen Gestaltungsregeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Usability, Interface-Design, Mensch-Computer-Interaktion und Web-Ergonomie charakterisieren.
Warum ist das Fallbeispiel „Spiegel-Online“ für die Untersuchung relevant?
„Spiegel-Online“ dient als Vorzeige-Website, um die Anwendung theoretischer Usability-Prinzipien auf ein komplexes, nachrichtenbasiertes Web-Angebot mit vielfältigen interaktiven Diensten zu illustrieren.
Wie unterscheidet sich die „Buchmetapher“ von der „baumartigen Struktur“ einer Website?
Während Bücher sequentiell Seite für Seite gelesen werden, erlauben Websites eine nicht-lineare, hierarchische Navigation, bei der Nutzer über verschiedene Ebenen gezielt auf spezifische Informationen zugreifen können.
Welche Rolle spielen „RSS-Newsfeeds“ für die Interaktion auf Spiegel-Online?
RSS-Newsfeeds dienen als interaktive Werkzeuge, die den Nutzer durch visuelle oder akustische Signale in Echtzeit über aktuelle Nachrichten informieren und so den Interaktionsgrad erhöhen.
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- M.A. (Magistra Artium) Julia Brenner (Author), 2006, Die Usability von Websites, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82816