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Patientenorientierung und Pflegeprozess

Einbeziehung von Patienten in die Informationssammlung und die Durchführung von Pflegemaßnahmen

Title: Patientenorientierung und Pflegeprozess

Term Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mandy Lüders (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Jeder Mensch wird durch Werte beeinflusst. Sie werden stark durch seine Sozialisation geprägt und begleiten ihn ein ganzes Leben lang. Überall trifft er auf moralisch relevante Idealvorstellungen, die ihn auf die eine oder andere Weise leiten. Auch das Fachgebiet der Pflege ist nicht wertfrei. Pflegeleitbilder, -theorien, -klassifikationen, -ziele, -standards oder auch Pflegeprobleme sind durch sie beeinflusst oder entstehen gar auf ihrer Grundlage (vgl. Bobbert, in Wiesemann et al., 2003, S. 89).
Da aber nicht alle Menschen in gleichem Maße sozialisiert werden und immer auch Faktoren wie beispielsweise kulturelle, soziale oder religiöse Aspekte eine Rolle spielen, versteht sich von selbst, dass Werte nie für jeden gleich bedeutsam sein können.
Für die Pflege ergeben sich hier recht brisante Fragestellungen: Inwieweit können zum Beispiel unterschiedliche Ansätze zwischen Patient und Pflegenden berücksichtigt werden und ist das überhaupt Aufgabe der professionellen Pflege? Ist es legitim, dass Pflegende dem Patienten unter Umständen ihre Wertvorstellungen auferlegen (nach dem Motto: „Ich weiß besser, was für sie gut ist“)? Hat der Patient das Recht, sich aktiv in seine Behandlung einzubringen und nur Leistungen einzufordern, die mit seinen Werten konform sind?
Diesen und ähnlichen Fragen unter dem Aspekt professioneller Pflege nachzugehen und speziell in Verbindung mit dem Pflegeprozess zu betrachten, ist Inhalt dieser Hausarbeit. Dabei wird verstärkt die Informationssammlung sowie die konkrete Umsetzung geplanter pflegerischer Maßnahmen als Bestandteile des Pflegeprozesses beleuchtet. Zu Beginn wird dargestellt, was professionelle Pflege ausmacht und welche Bedeutung der Pflegeprozess dabei hat. Es werden verschiedene Prozessmodelle aus Sicht der Patientenorientierung miteinander verglichen und dabei eine geeignete Alternative herausgearbeitet. Anschließend wird darauf eingegangen, was Patientenorientierung, Autonomierecht und Privatheit des Pflegeempfängers beinhalten und versucht diese theoretischen Grundlagen auf konkrete praktische Bestandteile des Pflegeprozesses zu übertragen.
Ziel dieser Ausarbeitung ist darzustellen, wie Pflegende eine patientenorientierte Arbeitsweise im Rahmen der Informationssammlung und der Durchführung von Pflegemaßnahmen konkret umsetzen können und welche Grenzen der Patientenorientierung es gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Themenwahl und Begründung

Zielsetzung

Anmerkungen zur Literaturrecherche

1. Grundlagen der professionellen Pflege

1.1. Trägerleitbild

1.2. Pflegeleitbild

1.3. Pflegetheorie

2. Der Pflegeprozess als Teil der professionellen Pflege

2.1. Definition des Pflegeprozesses

2.2. Vor- und Nachteile des Pflegeprozesses

2.3. Pflegeprozessmodelle

2.4. Pflegediagnose als Teil des Pflegeprozesses

2.5. Pflegevisite und Pflegeprozess

3. Definition der Patientenorientierung

4. Das Autonomierecht und die Privatsphäre des Patienten

4.1. Das Autonomierecht nach Bobbert

4.2. Die Privatsphäre des Patienten

5. Informationssammlung und Patientenorientierung

5.1. Zeitpunkt

5.2. Rämlichkeiten

5.3. Kommunikationsregeln für ein gelungenes Gespräch

5.4. Informationsnahme durch Pflegende

5.5. Informationsgabe an den Patienten

5.6. Weitere Informationsquellen

5.7. Kommunikationsschwierigkeiten

6. Durchführung von pflegerischer Maßnahmen und Patientenorientierung

6.1. Zeitpunkt

6.2. Ort

6.3. Durchführung

6.4. Recht auf Festlegung des Eigenwohls

6.5. Entziehen der Zustimmung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Pflegepersonen eine patientenorientierte Arbeitsweise im Rahmen der Informationssammlung und der Durchführung pflegerischer Maßnahmen konkret umsetzen können, welche theoretischen Grundlagen dabei relevant sind und wo die Grenzen der Patientenorientierung in der Praxis liegen.

  • Bedeutung der Patientenorientierung und des Autonomierechts
  • Stellenwert des Pflegeprozesses als Beziehungsprozess
  • Praktische Gestaltung der Informationssammlung
  • Umsetzung von Pflegemaßnahmen im Kontext der Patientenautonomie
  • Herausforderungen in der Kommunikation und Beziehungsgestaltung

Auszug aus dem Buch

4.2. Die Privatsphäre des Patienten

Ein weiterer Aspekt, der den Patienten besonders wichtig ist, ist die Privatsphäre. Der Schutz der Privatsphäre ist im Grundgesetz verankert. Es handelt sich um ein Persönlichkeitsrecht, welches die freie und ungezwungene Bewegung und Entfaltung des Einzelnen in einem begrenzten räumlichen Umfeld, ohne Störungen und Kenntnis Dritter zusichert. Es beinhaltet z.B., dass keine personenbezogenen Daten ohne Einwilligung des Betreffenden weitergereicht werden dürfen. Es sichert aber auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Intimsphäre zu.

In der pflegerischen Praxis gehen diese Rechte der Patienten jedoch oft unter. Dies zeigt die Studie der Humboldt- Universität ebenfalls sehr deutlich.

„Ihre Privatheit fühlten die Teilnehmer in Ankleidesituationen (58%) oder bei der Verrichtung der Ausscheidungen im Beisein von anderen (37=n von 57=n) häufig nicht respektiert. (…) Je größer der Hilfsbedarf des Teilnehmers war, desto seltener wurde seine Privatheit respektiert“ ( Schopp et al., Pflege 2001, S. 34).

Wie diese für den Patienten so wichtige Kernelemente der Patientenorientierung -Autonomie, Privatheit und auch die Mitgestaltung der Pflege- nun konkret im Pflegeprozess berücksichtigt werden können, ist Gegenstand des folgenden Abschnittes. Zunächst wird das Augenmerk auf die Informationssammlung gelegt. Sie ist zentraler Ausgangspunkt und bildet die Grundlage für den gesamten Prozess. Alle folgenden Phasen und auch die Qualität der pflegerischen Tätigkeit hängen von einer korrekten und umfassenden Informationssammlung ab. Daher ist eine isolierte Betrachtung der ersten Prozessphase sinnvoll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen der professionellen Pflege: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Pflege hin zu einer eigenständigen Profession, die wissenschaftlich fundiert und transparent agiert, unter anderem durch Träger- und Pflegeleitbilder sowie Pflegetheorien.

2. Der Pflegeprozess als Teil der professionellen Pflege: Hier wird der Pflegeprozess als systematisches Instrument der Problemlösung und gleichzeitig als zwischenmenschlicher Beziehungsprozess dargestellt, wobei Vor- und Nachteile sowie verschiedene Prozessmodelle kritisch betrachtet werden.

3. Definition der Patientenorientierung: Dieses Kapitel beleuchtet das Kernelement der Patientenorientierung, welches eine strikte Ausrichtung an den Bedürfnissen, Ressourcen und der Autonomie des Patienten sowie eine entsprechende Grundhaltung der Pflegenden erfordert.

4. Das Autonomierecht und die Privatsphäre des Patienten: Im Fokus stehen hier die fünf Teilbereiche des Autonomierechts nach Bobbert sowie die grundgesetzlich verankerte Privatsphäre, deren Missachtung in der pflegerischen Praxis häufig auftritt.

5. Informationssammlung und Patientenorientierung: Diese Ausführungen widmen sich dem Anamnesegespräch als zentralem Instrument, wobei Faktoren wie Zeitpunkt, Umgebung, Kommunikationsregeln und die Bedeutung sowohl objektiver als auch subjektiver Daten betont werden.

6. Durchführung von pflegerischer Maßnahmen und Patientenorientierung: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand praktischer Beispiele, wie Patienten in die Durchführung von Maßnahmen einbezogen werden können, wie das Recht auf Eigenwohl gewahrt bleibt und unter welchen Voraussetzungen eine Zustimmung entzogen werden kann.

Schlüsselwörter

Patientenorientierung, Pflegeprozess, Patientenautonomie, Informationssammlung, professionelle Pflege, Privatsphäre, Kommunikation, Anamnesegespräch, Pflegeleitbild, Pflegeethik, Beziehungsgestaltung, Pflegediagnose, Eigenwohl, Selbstbestimmungsrecht, Pflegequalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht das Konzept der Patientenorientierung und dessen praktische Integration in den Pflegeprozess, insbesondere während der Informationssammlung und der Durchführung pflegerischer Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das Autonomierecht des Patienten, die Bedeutung der Privatsphäre, die Gestaltung einer vertrauensvollen pflegerischen Beziehung sowie die wissenschaftlichen Grundlagen der professionellen Pflege.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pflegepersonen eine patientenorientierte Arbeitsweise in die Praxis umsetzen können und welche Grenzen dieser Orientierung im pflegerischen Alltag bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei aktuelle Fachliteratur, ethische Leitfäden und wissenschaftliche Studien zum Pflegeprozess und zur Patientenorientierung herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Pflegeprozess, Definitionen), die rechtlichen Aspekte (Autonomie, Privatsphäre) sowie die konkrete Anwendung in den Phasen der Informationssammlung und der Durchführung pflegerischer Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Patientenorientierung, Pflegeprozess, Autonomie, Privatsphäre und professionelle Pflege charakterisiert.

Warum ist das Anamnesegespräch für die Patientenorientierung so bedeutend?

Es dient nicht nur der reinen Datenabfrage, sondern ist der erste intensive Beziehungskontakt, der Vertrauen aufbaut, Ängste reduziert und die Grundlage für eine partnerschaftliche Mitgestaltung der Pflege schafft.

Wie kann die Durchführung eines AP-Systemwechsels patientenorientiert gestaltet werden?

Durch vorherige Absprachen (Zeitpunkt/Ort), umfassende Aufklärung über das Vorgehen, Wahrung der Intimsphäre durch Sichtschutz oder Abdeckung sowie durch das Einbeziehen der Wünsche des Patienten bei der Auswahl der Materialien.

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Details

Title
Patientenorientierung und Pflegeprozess
Subtitle
Einbeziehung von Patienten in die Informationssammlung und die Durchführung von Pflegemaßnahmen
College
University of Applied Sciences Esslingen
Course
Neuere Entwicklungen zum Pflegeprozess und Fallverstehen
Grade
1,3
Author
Mandy Lüders (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V82822
ISBN (eBook)
9783638885980
Language
German
Tags
Patientenorientierung Pflegeprozess Neuere Entwicklungen Pflegeprozess Fallverstehen Autonomie informierte Zustimmung Kooperation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Lüders (Author), 2007, Patientenorientierung und Pflegeprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82822
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