De facto nehmen Straffälligkeit und Gewalttaten Jugendlicher zu, während die Häufigkeit und die Intensität der Gewaltdarstellung in den Medien steigt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage der Auswirkungen medialer Gewalt auf das Verhalten Jugendlicher auseinander. Um sich diesem Thema zu nähern, ist vorab eine Vertiefung des Gewaltbegriffes notwendig. Anschließend wende ich mich den Medien, deren Entwicklung und heutigem Stellenwert sowie Formen und Faktoren medialer Gewalt zu.
Um zu verstehen, ob und in welcher Art Gewaltdarstellung Einfluss auf Jugendliche hat, werde ich im vierten Kapitel die schwierige Entwicklungsphase der Adoleszenz mit ihren besonderen Problemen näher betrachten.
Außerdem halte ich es für beachtenswert, zu erläutern, was die besondere Faszination von Gewaltdarstellungen für Jugendliche ausmacht.
Im sechsten Kapitel arbeite ich heraus, wie Jugendliche mediale Ereignisse wahrnehmen, erleben und verarbeiten.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der Wirkung medialer Gewaltdarstellungen. Ich werde verschiedene Ansätze der Medienwirkungsforschung und einige gängige Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen diskutieren. Danach erfolgt ein Überblick der bedingenden Faktoren für Straffälligkeit und abschließend führe ich eine kritische Schlussbetrachtung durch.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gewalt
- Formen der Gewalt
- Personale Gewalt
- Strukturelle Gewalt
- Mediale Gewalt
- Formen der Gewalt
- Medien
- Definition
- Medienkonsum
- Entwicklung des Medienkonsums
- Alltagsfunktion der Medien für Jugendliche
- Formen medialer Gewalt
- Faktoren des Konsums medialer Gewalt
- Pubertät und Adoleszenz
- Motive für Faszination von Gewalt
- Angstlust
- Ohnmachtgefühl und Sexuelle Konfliktspannung
- Medien als Spiegel
- Abgrenzung von Erwachsenen
- Erleben und Verarbeiten
- Wirkung
- Medienwirkung
- Stimulus-Response-Modell
- Erweitertes Wirkungsmodell
- Lasswell-Formel
- Two-Step-Flow of Communication
- Knowledge-gap-Hypothese
- Agenda-Setting-Hypothese
- Uses-and-gratification-approach
- Schweigespirale
- Wirkung von medialer Gewalt
- Katharsishypothese
- Stimulationshypothese
- Habitualisierung
- Lerntheorie
- Suggestionsthese
- Wirkungslosigkeit
- Medienwirkung
- Bedingungen für Straffälligkeit
- Ungünstige Sozial- und Milieubedingungen
- Individuelle Faktoren
- Gesellschaftliche Hintergründe
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen medialer Gewalt auf das Verhalten Jugendlicher. Sie beleuchtet dabei verschiedene Aspekte des Gewaltbegriffs, analysiert die Entwicklung und Bedeutung von Medien in der Gesellschaft und untersucht insbesondere die Faszination von Gewaltdarstellungen für Jugendliche. Die Arbeit betrachtet zudem verschiedene Theorien der Medienwirkung und beleuchtet die bedingenden Faktoren für Straffälligkeit.
- Der Gewaltbegriff und seine verschiedenen Formen
- Medienkonsum und die Alltagsfunktion von Medien für Jugendliche
- Die Faszination von Gewaltdarstellungen für Jugendliche
- Theorien der Medienwirkung und ihre Anwendung auf mediale Gewaltdarstellungen
- Bedingende Faktoren für Straffälligkeit von Jugendlichen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor und beschreibt den Ausgangspunkt der Untersuchung anhand aktueller Beispiele.
- Gewalt: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff und unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Gewalt, insbesondere zwischen personaler, struktureller und medialer Gewalt.
- Medien: Das Kapitel beleuchtet den Medienbegriff, beschreibt die Entwicklung des Medienkonsums und untersucht die Alltagsfunktion von Medien für Jugendliche. Des Weiteren werden Formen und Faktoren medialer Gewalt erläutert.
- Pubertät und Adoleszenz: Dieses Kapitel befasst sich mit der besonderen Entwicklungsphase der Adoleszenz und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von Medieninhalten.
- Motive für Faszination von Gewalt: Dieses Kapitel untersucht die Gründe, warum Jugendliche von Gewaltdarstellungen fasziniert sind. Es werden verschiedene Motive wie Angstlust, Ohnmachtgefühl, Abgrenzung von Erwachsenen und die Funktion von Medien als Spiegel der Realität beleuchtet.
- Erleben und Verarbeiten: Das Kapitel beleuchtet die Prozesse, wie Jugendliche mediale Ereignisse wahrnehmen, erleben und verarbeiten.
- Wirkung: Dieses Kapitel stellt verschiedene Ansätze der Medienwirkungsforschung vor und diskutiert gängige Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen. Es werden u.a. das Stimulus-Response-Modell, das erweiterte Wirkungsmodell, die Lasswell-Formel, der Two-Step-Flow of Communication, die Knowledge-gap-Hypothese, die Agenda-Setting-Hypothese, der Uses-and-gratification-approach, die Schweigespirale, die Katharsishypothese, die Stimulationshypothese, die Habitualisierung, die Lerntheorie, die Suggestionsthese und die Wirkungslosigkeit von Gewaltdarstellungen beleuchtet.
- Bedingungen für Straffälligkeit: Dieses Kapitel untersucht die Faktoren, die die Straffälligkeit von Jugendlichen beeinflussen. Es werden ungünstige Sozial- und Milieubedingungen, individuelle Faktoren und gesellschaftliche Hintergründe betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse der Auswirkungen von medialer Gewalt auf das Verhalten Jugendlicher. Hierbei stehen der Gewaltbegriff, Medienkonsum, Adoleszenz, Faszination von Gewaltdarstellungen, Medienwirkungstheorien, Straffälligkeit und gesellschaftliche Bedingungen im Vordergrund.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Medienkonsum und Jugendgewalt?
Die Arbeit untersucht, ob die steigende Intensität von Gewaltdarstellungen in Medien die Straffälligkeit von Jugendlichen beeinflusst. Dabei werden verschiedene Wirkungsmodelle wie die Stimulationshypothese oder Habitualisierung (Gewöhnung) diskutiert.
Was fasziniert Jugendliche an Gewaltdarstellungen?
Motive sind unter anderem "Angstlust", das Verarbeiten von Ohnmachtsgefühlen, die Abgrenzung von der Erwachsenenwelt oder die Nutzung von Medien als Spiegel der eigenen Realität während der Adoleszenz.
Was besagt die Katharsishypothese?
Diese Hypothese geht davon aus, dass das Betrachten von Gewalt zu einem Abbau eigener Aggressionen führt. Die Arbeit setzt sich kritisch mit dieser und gegenteiligen Thesen (wie der Lerntheorie) auseinander.
Welche Rolle spielt die Adoleszenz bei der Medienwirkung?
Die Pubertät ist eine schwierige Entwicklungsphase mit Identitätskrisen. In dieser Zeit werden Medieninhalte anders verarbeitet, was die Anfälligkeit für bestimmte mediale Einflüsse erhöhen kann.
Welche Faktoren begünstigen Jugendkriminalität neben den Medien?
Die Arbeit nennt ungünstige Sozial- und Milieubedingungen, individuelle Faktoren sowie allgemeine gesellschaftliche Hintergründe als wesentliche Bedingungen für Straffälligkeit.
Was unterscheidet personale von struktureller Gewalt?
Personale Gewalt geht direkt von Individuen aus, während strukturelle Gewalt in gesellschaftlichen Verhältnissen (z.B. Ungleichheit) eingebettet ist. Die Arbeit definiert diese Formen, um den Kontext medialer Gewalt besser einzuordnen.
- Quote paper
- Roxana Krüger (Author), 2005, Jugendliche und mediale Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82880