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Die Relevanz des Theodizee-Problems in dem Gedicht "El male rachamim" von Yehuda Amichai

Title: Die Relevanz des Theodizee-Problems in dem Gedicht "El male rachamim" von Yehuda Amichai

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Margarete Roewer (Author)

Jewish Studies
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Ein großer Teil jüdischer Theodizee-Entwürfe nach Auschwitz knüpft an traditionelle Denkmuster und bibelgeschichtliche Sinnmodelle an, deutet das Leiden als Prüfung auf Liebe, Gerechtigkeit oder Gehorsam, wie in der Geschichte Hiobs oder des Sohnesopfers des Abraham.
Eine sehr radikale und entgegen gesetzte Antwort auf die Theodizee-Frage nach Auschwitz ist, dass es unmöglich erscheint, von einem gnädigen Gott der Bibel zu sprechen. Gott, der vollkommen, allmächtig und barmherzig sein soll, fügt seinem angeblich „auserwählten Volk“ dennoch die Schoah zu. Dementsprechend spricht der Rabbiner Richard L. Rubenstein von einer jüdischen Tod-Gottes-Theologie. Eine totale Absage an den jüdischen Gott angesichts der Katastrophe von Auschwitz. Er geht sogar so weit, zu sagen, dass Gott Adolf Hitler gesendet hat, um das europäische Judentum auszurotten. Es cheint deshalb geradezu anstößig, von einem liebenden Gott zu sprechen. Für ihn gab es folglich nur zwei Möglichkeiten: Entweder es existiert ein „sadistischer und launischer Gott“, oder aber Gott existiert nicht, denn ein allmächtiger und gerechter Gott ließe so etwas nicht zu. Doch ginge man davon aus, dass es Gott nicht gibt, wäre ausschließlich der Mensch Täter!
In der vorliegenden Arbeit soll die Relevanz des Theodizee-Problems in dem Gedicht el male rachamim von Yehuda Amichai untersucht werden. Der Autor hat viel Elend gesehen und den Judenhass am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er erlebte viele Kriege und sah viele Menschen sterben. Es liegt nahe und ist verständlich, dass Amichai seinen Glauben an Gott hinterfragt und das, was er glaubt zu reflektieren versucht. Wie kann er noch an einen gütigen und gnädigen Gott glauben? Wenn Gott Leid zulässt und es nicht verhindert, dann kann er nicht allmächtig und gut sein. Dies würde dem Vollkommenheitsbegriff, den man von Gott hat, widersprechen.
Anhand Amichais Gedichts werde ich aufzeigen, dass Amichai sich mit dem Theodizeeproblem beschäftigt. Ist das Gedicht eine radikale Absage Amichais an den Gott der jüdischen Glaubnestradition angesichts der Leiden in der Welt? Oder ist es gar so, dass der Autor dennoch an die Gnade Gottes glaubt?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Methodischer Zugang

II. Hauptteil

2.1 Grundzüge der biblischen Gotteslehre

2.2 Theodizee

2.3 Biographische Hintergründe des Autors Yehuda Amichai

2.4 Interpretationsversuch des Gedichtes El male rachamim und die Darstellung des Theodizee-Relevanz in Yehuda Amichais Werk

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Theodizee-Problematik in Yehuda Amichais Gedicht "El male rachamim", wobei analysiert wird, wie der Autor angesichts von Leid und Krieg seinen Glauben an Gott hinterfragt und in eine kritische Auseinandersetzung mit göttlicher Gnade tritt.

  • Analyse des Theodizee-Begriffs und jüdischer Gottesvorstellungen nach der Schoah.
  • Biographische Untersuchung von Yehuda Amichai als Grundlage für sein Werk.
  • Interpretation von "El male rachamim" unter besonderer Berücksichtigung der Parallelen zum jüdischen Trauergebet.
  • Untersuchung von Sprachbildern, Allegorien und Metaphern zur Darstellung von Glaubenszweifeln.

Auszug aus dem Buch

2.4 Interpretationsversuch des Gedichtes El male rachamim und die Darstellung des Theodizee-Relevanz in Yehuda Amichais Werk

Das Gedicht El male rachamim (Gott voller Gnade), besteht aus drei Strophen, wobei die ersten beiden Strophen aus jeweils sieben Versen bestehen. Die letzte Strophe hat lediglich nur vier Verse. Anhand dieser Unregelmäßigkeit kann man erkennen, dass der Autor in seinem Gedicht keine Harmonie zulassen möchte.

Der Autor Yehuda Amichai setzt sich nämlich in diesem Gedicht mit der Gnade Gottes auseinander. Die Gnade Gottes wird in den Kontrast des Leides in der Welt gestellt. Die Überschrift des Gedichtes impliziert eine positive Aussage. El male rachamim. Diese Aussage wird in dem ersten Vers des Gedichtes sofort wiederholt und somit wird diese Aussage verstärkt und untermauert.

Im Vordergrund steht die Kernaussage, dass wenn Gott nicht voller Gnade wäre, gäbe es Gnade in der Welt und nicht nur in ihm (ilmale ha-el male rachamim haiu ha-rachamim ba-olam we-lo raq bo) . Die Kernaussage dieses Gedichtes findet sich in der ersten Strophe gleich am Anfang der Strophe, als auch in der letzten Strophe in den letzten beiden Versen.

Anhand dieses Ergebnisses lässt sich die Erzählstruktur erkennen, dass es sich um ein analytisches Gedicht handelt, d. h. es geht um die Aufdeckung, Verarbeitung und Entfaltung der erlebten, bereits vergangenen Ereignisse, die zu dieser Erkenntnis führen. Der Leser wird somit involviert und nimmt an diesem Prozess teil. Ein weiteres Merkmal seiner Erzählstruktur ist, dass es in dem Gedicht eine Ich-Erzählung, eine personale Erzählung gibt. Somit wird eine Nähe zum Leser aufgebaut und die Distanz zwischen Dichter und Leser verringert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theodizee-Problematik nach der Schoah ein und erläutert die Forschungsfrage sowie den methodischen Zugang der Arbeit.

II. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet die biblische Gotteslehre, definiert den Begriff der Theodizee, analysiert die biographischen Prägungen Amichais und interpretiert sein Gedicht "El male rachamim" vor diesem Hintergrund.

III. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Argumente zusammen und bestätigt, dass die Theodizee-Problematik ein zentrales und relevantes Element in Yehuda Amichais Gedicht darstellt.

Schlüsselwörter

Theodizee, Yehuda Amichai, El male rachamim, Schoah, Judentum, Gotteslehre, Glaubenszweifel, Gnade, Leid, Religion, biblische Tradition, Gedichtinterpretation, jüdische Theologie, Hoffnung, menschliche Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Auseinandersetzung des Autors Yehuda Amichai mit der Theodizee-Frage in seinem Gedicht "El male rachamim" unter Berücksichtigung jüdischer Glaubenstraditionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rechtfertigung Gottes angesichts des Leidens (Theodizee), die Rolle des Glaubens nach der Schoah, die Biographie des Autors und die literarische Analyse biblischer Motive.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Yehuda Amichai in seinem Werk heftige innere Kämpfe durchficht, seinen Glauben reflektiert und inwiefern das Theodizee-Problem seinen Platz im Gedicht findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Gedichtinterpretation, theologischer Grundlagenanalyse und biographischer Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der biblischen Gotteslehre, eine theoretische Definition der Theodizee, eine Analyse von Amichais Lebenshintergrund und eine detaillierte Interpretation seines Gedichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Theodizee, Yehuda Amichai, Schoah, Gnade, Glaubenszweifel und jüdische Theologie.

Warum bezieht sich Amichai auf das Trauergebet "El male rachamim"?

Der Autor wählt diese Anlehnung vermutlich, um durch die Parallelen zur Theodizee-Problematik und die damit verbundenen schmerzhaften Gefühle die Distanz und Unbegreiflichkeit Gottes sowie ein paradoxes Gottesverhältnis zu verdeutlichen.

Negiert Amichai im Gedicht die Existenz Gottes?

Nein, der Autor negiert die Existenz Gottes nicht, sondern beklagt die Abwesenheit seiner Gnade in der Welt und stellt das Gottesbild eines "verborgenen Gottes" in den Fokus seiner Auseinandersetzung.

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Details

Title
Die Relevanz des Theodizee-Problems in dem Gedicht "El male rachamim" von Yehuda Amichai
College
Free University of Berlin  (Institut für Judaistik)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Margarete Roewer (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V82921
ISBN (eBook)
9783638882330
ISBN (Book)
9783638888882
Language
German
Tags
Relevanz Theodizee-Problems Gedicht Yehuda Amichai Proseminar El male rachamim Gedichtinterpretation Judaistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Margarete Roewer (Author), 2006, Die Relevanz des Theodizee-Problems in dem Gedicht "El male rachamim" von Yehuda Amichai, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82921
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