Zur Einwanderungsgeschichte Israels - Probleme und Entwicklung von Migranten im „Gelobten Land“


Hausarbeit, 2003

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Einwanderungsgesellschaft des „Gelobten Landes“
2.1 Der Erwerb der israelischen Staatsbürgerschaft
2.1.1 Geburt
2.1.2 Aufenthalt
2.1.3 Einbürgerung
2.1.4 Rückkehrgesetz
2.2 Die Immigrationswellen vor der Staatsgründung
2.2.1 Die erste Alija
2.2.2 Die zweite Alija
2.2.3 Die dritte Alija
2.2.4 Die vierte Alija
2.2.5 Die fünfte Alija
2.2.6 Die Einwanderung zwischen 1939 bis
2.3 Die Einwanderungswellen nach
2.3.1 Einwanderungen von 1948 bis
2.3.2 Die Jahre zwischen 1950 bis
2.3.3 Die Immigrationsentwicklung von 1967 bis

3 Die Gesellschaftsprobleme in Israel
3.1 Alteingesessene versus Neueinwanderer – Das Problem der russischen Einwanderer
3.2 Palästinensische versus jüdische Israelis
3.3 Aschkenasim und Sepharden
3.4 Säkulare versus Orthodoxe Juden

5 Literatur

4 Fazit

1 Einleitung

„ Solange im Herzen darinnen ein jüdisches Fühlen noch taut,

solange gen Südost zu den Zinnen von Zion ein Auge noch schaut.

Solange lebt die Hoffnung auf Erden, die uns 2000 Jahre verband.

Das ein Freivolk wir wieder werden in Zion. Jerusalems Land. „

(Nationalhymne des Staates Israel)

Seit ihrer Vertreibung vor über 2000 Jahren aus Galiläa und Judäa durch die Römer ist die Hoffnung der Juden auf die Rückkehr ins „Gelobte Land“ ungebrochen geblieben. Viele Juden fanden zwar in der Diaspora (griech.: Zerstreuung) eine neue Heimat, dennoch wurden sie von vielen Mitbürgern nicht akzeptiert und man machte sie für Notlagen jeglicher Art verantwortlich.

Die gesamte Weltgeschichte ist auch die Geschichte von immer wiederkehrenden Gräueltaten und des Hasses gegen das Volk Israels, was im 2. Weltkrieg mit dem Holocaust seinen schrecklichen Höhepunkt fand. Gleichzeitig ist die Geschichte gekennzeichnet durch den Wunsch vieler Juden zur Rückkehr aus der Fremde in das Land Israel als ihre Heimat, also zur Sammlung der „Zerstreuten“ zur Bewahrung des Judentums, der jüdischen Kultur und der Religion mit der Hoffnung auf ein freies unbedrohtes Leben. Am 14.05.1948, dem Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels, wurde dieser Traum von der Beendigung der Diaspora Wirklichkeit.

Seitdem und viele Jahrzehnte vor der Staatsgründung sind zahlreiche Juden aus der gesamten Welt in das Land immigriert. Das Bevölkerungsbild Palästinas hat sich durch die Immigranten stark verändert. Menschen, die zum größten Teil dem jüdischen Glauben angehörten, kamen aus über 96 Nationen in das ehemalige britische Mandatsgebiet Palästina und verursachten mitunter eine Versiebenfachung der Bevölkerung.

Dieses bunte Mosaik aus unterschiedlichen Ethnien stellt nicht nur eine Vielzahl an mannigfachen Lebensstilen, Kulturen, Religionen und Traditionen da, sondern auch eine große Herausforderung an jegliche Integrationsbemühungen.

Nicht nur das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Glaubensrichtungen sowie der arabischen und der jüdischen Bevölkerung wird stets auf die Probe gestellt. Auch das Miteinander zwischen orientalischen und europäischen Juden sowie zwischen Alteingesessenen und Neueinwanderern stellt die israelische Gesellschaft immer wieder vor neue Aufgaben.

Der Autor möchte in dieser Hausarbeit die Geschichte der Immigration der Juden nach Israel sowie die daraus resultierenden Gesellschaftsprobleme in Israel beleuchten. Da über die Einwanderungswellen Aufzeichnung über die letzten zwei Jahrhunderte vorhanden sind, soll hierbei nur auf die neuere Geschichte eingegangen werden.

Vor allem durch die Immigration der russisch stämmigen Juden im letzten Jahrzehnt wurde die Integrationsproblematik, auf die der Verfasser auch eingehen will, besonders deutlich.

2 Die Einwanderungsgesellschaft des „Gelobten Landes“

Palästina, wie es von den Arabern genannt wird, ist seit Jahrhunderten eines der umstrittensten Gebiete der Welt. Es ist nicht nur die biblische Heimstätte der Juden, sondern auch das Geburtsland Jesus Christus und die Wirkungsstätte Mohammeds. Seit jeher beanspruchen die drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und der Islam das alleinige Recht auf die entsprechenden Kultstätten ihrer Heiligen.

Die ewigen Kriege und die Vertreibungen verursachten, dass viele Juden das Land verließen. Der Traum von einer Rückkehr in die Gemeinschaft Zion wurde jedoch über viele Generationen aufrechterhalten bzw. weitergegeben und bekam durch Theodor Herzl, Urvater der zionistischen Bewegung, einen neuen Aufschwung.

Auf dem 1. Weltkongress der Juden 1897 (Baseler Kongress), initiiert durch Herzl, beschloss man die Gründung der „Jüdischen Nationalbank“ sowie die Schaffung eines jüdischen Nationalfonds ,dem „Keren Kajemet le- Jisrael“ zum Ankauf von Land, um dem jüdischen Volk eine öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen[1].

Bevor die Einwanderungswellen, ihre Ursachen und die daraus entstandenen Probleme und Konflikte dargestellt werden, sollen im Folgenden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Einbürgerung in Israel erläutern.

2.1 Der Erwerb der israelischen Staatsbürgerschaft

Das Staatsangehörigkeitsgesetz bezieht sich auf alle Personen, die in Israel geboren werden oder den Wunsch äußern, in Israel leben zu wollen. Israelischer Staatsbürger wird man durch Geburt, durch Aufenthalt, Einbürgerung oder auf Grund des Rückkehrgesetzes, vorausgesetzt, man hat keine Straftaten gegen das israelische Volk bzw. gegen den Staat Israel begangen.

2.1.1 Geburt

Israelischer Staatsbürger wird jeder, dessen Mutter oder Vater zum Zeitpunkt der Geburt Israeli war. Wenn der Vater vor der Geburt verstirbt, genügt es, dass er davor israelischer Staatsangehöriger war. Auch Personen, die im Land geboren wurden und nie eine Staatsangehörigkeit besessen haben bzw. die eine solche zwischen dem 18. bis 25. Lebensjahr beantragen, erlangen die israelische Staatsbürgerschaft.

2.1.2 Aufenthalt

Diese Klausel wurde vor allem für die Bewohner des britischen Mandatsgebietes in Palästina benötigt. Der Paragraph drei des Staatsangehörigkeitsgesetzes sagt aus, dass jeder der zum Zeitpunkt der Staatsgründung in Palästina registriert war oder in einem Gebiet des israelischen Staatsgebietes legal lebte, den israelischen Pass bekam.

2.1.3 Einbürgerung

Erwachsene können nach freiem Ermessen des Innenministers und in Abhängigkeit von einigen Grundvoraussetzungen, wie dem ständigen Aufenthalt von mindesten drei von fünf Jahren in Israel, nach der Antragstellung, dem Erwerb der Aufenthaltsberechtigung und der Erklärung des Verzichts auf eine frühere Nationalität, Israeli werden.

2.1.4 Rückkehrgesetz

Israel versteht sich als historische Heimat des gesamten jüdischen Volkes. Das Gesetz, das jedem Juden erlaubt, sich in Israel niederzulassen, heißt daher nicht „Einwanderungs-gesetz“ sondern „Rückkehrgesetz“. Gemeint ist damit die Rückkehr nach zwei Jahrtausenden Exil.

Das Rückkehrgesetz erlaubt allen Juden, nach Israel einzuwandern und israelischer Staatsbürger zu werden. Dieses Gesetz wurde vor allem durch die Erfahrungen des Holocaust bei der Staatsgründung verabschiedet und seitdem wurden tausende von Flüchtlingen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen von Israel aufgenommen. Für die Menschen, die der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehören, tritt die israelische Staatsbürgerschaft mit dem Ankunftsdatum bzw. mit der Aushändigung des Immigrantenzertifikats in Kraft. Das Gesetz legt nicht fest, ob der Begriff Jude im Sinne der Abstammung von einer jüdischen Mutter oder im Sinne des religiösen Bekenntnisses zu verstehen ist. Das führt immer wieder zu religiösen Auseinandersetzungen.

Durch das Rückkehrgesetz ist es Israel nicht möglich, seine Einwanderer nach ökonomischen Gesichtspunkten auszusuchen, wie es in einigen anderen Ländern der Fall ist. Außerdem kann es das Tempo der Einwanderung nicht beeinflussen bzw. drosseln.

2.2 Die Immigrationswellen vor der Staatsgründung

2.2.1 Die erste Alija

Zwischen den Jahren 1882 bis 1903 wanderten fast 30000 Menschen nach Palästina aus. Sie stammten hauptsächlich aus Mittel- und Osteuropa.

Viele von ihnen kamen eher aus dem Interesse eines Neuaufbaus bzw. der landwirtschaftlichen Kolonisierung des Gebietes, als aus dem Grund der Schaffung eines politischen Staates Israel.

Ausgelöst wurde diese erste Auswanderungswelle (hebr. Alija : Aufstieg ins Land Israel) durch die Pogrome 1881/82 in Russland. Geprägt durch die Tradition der Agrarevolutionäre im damaligen Russland, wurden erste Landwirtschaftskollektive geschaffen. Die Kolonisten, die im Laufe der Zeit als vermögender „Pflanzeradel“ angesehen wurden, beschäftigten von vornherein lieber billige, arabische Arbeitskräfte, als die teureren und unbequemen Glaubensbrüder.

2.2.2 Die zweite Alija

Die Ursachen der zweiten Einwanderungswelle waren der Niedergang der russischen Revolution von 1905-1907, die Angst vor den zaristischen Pogromen - zum Beispiel in Kischinew 1903 - sowie die Judenverfolgung nach dem Russisch- Japanischen Krieg 1904/05.[2]

[...]


[1] Vgl. Glasneck/ Timm; Israel, Die Geschichte des Staates seit seiner Gründung; Bouvier Verlag Berlin; Berlin 1992, S.8

[2] Vgl. Wolffsohn/ Bokovoy: Israel, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik; Leske + Budrich; 5. Aufl., Opladen 1995, S. 273- 276

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Zur Einwanderungsgeschichte Israels - Probleme und Entwicklung von Migranten im „Gelobten Land“
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V82922
ISBN (eBook)
9783638882347
ISBN (Buch)
9783638894722
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einwanderungsgeschichte, Israels, Probleme, Entwicklung, Migranten, Land“
Arbeit zitieren
Daniel Bosse (Autor), 2003, Zur Einwanderungsgeschichte Israels - Probleme und Entwicklung von Migranten im „Gelobten Land“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82922

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