Nachhaltigkeit und Konsum - Vom Konzept der nachhaltigen Entwicklung


Seminararbeit, 2002
17 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung
1. Momentaufnahme der heutigen ökologischen Situation
2. Soziale Ursachen und Umweltverschmutzung
3. Maßnahmen zum Schutz der Umwelt

II. Soziale Situation und nachhaltiger Konsum
1. Kleiner Exkurs „Konsum“
2. Die Bedeutung der sozialen Situation für den nachhaltigen Konsum
Einleitend sei gesagt
Konkretisierung der Fragestellung
Strichprobe und Variablen
Ergebnisse
Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Konsumieren Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten anders? Konsumieren sie unterschiedlich umweltbewusst? Wenn das so ist, auf was ist dieses Verhalten zurückzuführen? Auf ihr Einkommen, ihre berufliche Stellung, ihr Geschlecht oder auf ihre Bildung? Um einen lebensstilspezifischen Konsum nachzuweisen hat das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt a. M. im Jahr 1998 eine qualitative Studie anhand von 100 deutschen Haushalten durchgeführt. Ausgehend von dieser Untersuchung, stellte Hoffmann 2000 die Frage, ob nachhaltiger Konsum nur für Reiche möglich sei. Diese beiden Studien werde ich in meinen Ausführungen besonders beachten.

Zuvor jedoch möchte ich einen kurzen Einblick in das Konzept der nachhaltigen Entwicklung geben und gehe dabei der Frage nach, wo wir uns heute – ökologisch betrachtet – befinden. Und welche positiven, wie negativen Trends sich feststellen lassen.

I. Der Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung

1. Momentaufnahme der heutigen ökologischen Situation

Angelangt im 21. Jahrhundert kann man von einer neuen Dimension der Beziehung zwischen Mensch und Natur sprechen. Immer deutlicher wird sichtbar, welche fatalen Auswirkungen das Handeln des Menschen auf die Umwelt hat, nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern auch global. Hoffmann schreibt: „ An einem ganz normalen Tag auf dem Planeten Erde

- werden 200 km2 Regenwald abgeholzt
- wird die Wüste um 120 km2 größer
- sterben 40 Arten aus
- werden 1400 Tonnen FCKW und
- 60 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt
- wird die Atmosphäre wieder etwas wärmer“ (Hoffmann 2000 zit. nach Kleber 1996:2; OECD 1994).

Klar ist, dass dies nicht ohne Folgen für die Umwelt bleibt. Derzeit geht man von sechs Grundproblemen aus, die Resultat der Umweltverschmutzung sind:

(1) die globale Erwärmung der Atmosphäre durch die Freisetzung von Gasen;
(2) die Abnahme der schützenden Ozonschicht in der Stratosphäre;
(3) die wachsende Verschmutzung von Wasser und Böden durch Freisetzung und Abfluss industrieller und landwirtschaftlicher Abwässer und Abfallstoffe;
(4) die Verminderung der Waldflächen – vor allem in den Tropen – durch Rodung und Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen;
(5) der Schwund insbesondere frei lebender Tier- und Pflanzenarten durch die Vernichtung ihrer natürlichen Lebensräume;
(6) die Bodendegradierung in landwirtschaftlich genutzten und natürlichen Lebensräumen, einschließlich Erosion, Auslaugung und Versalzung, die dazu führen, dass der Boden keine Nahrung mehr produzieren kann (Encarta Professional 2002).

Die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen hat also – ganz besonders im 20. Jahrhundert – neue, gravierende Formen angenommen. Hierzu bemerkt Petschel-Held:

„Seit dem Zweiten Weltkrieg greift die Menschheit in einer nie da gewesenen Art und Weise in den globalen Naturhaushalt ein. Im Unterschied zu den begrenzten Umweltfolgen traditionaler Gesellschaften bewirkt der Mensch in der Moderne Veränderungen seiner natürlichen Umwelt, die nicht mehr nur in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern mit einer sehr viel größeren räumlichen und zeitlichen Reichweite spürbar sind und zudem tief und grundlegend in den globalen Haushalt eingreifen“ (Petschel-Held in Stiftung Entwicklung und Frieden 2001: 338).

Die Hauptverantwortung für den heutigen ökologischen Zustand der Erde kann man ohne weiteres den Industrieländern zuschreiben: Sie sind es, die mit 20% der Weltbevölkerung 80% der jährlich verbrauchten Ressourcen nutzen beispielsweise im Energie- und Stahlbereich (Hoffmann 2000 zit. nach Neitzel/Held 1997:2). Die hohen Schadstoffemissionen sind auf eben diese Länder zurückzuführen.

Abb.1: Umweltbelastungen im Vergleich (Hoffmann 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Soziale Ursachen und Umweltverschmutzung

Groß diskutiert ist die Frage nach der Armut als Umweltproblem und damit zusammenhängend das Argument, dass Wirtschaftswachstum in den reichen Industrienationen wichtig sei, um Transferleistungen für Entwicklungshilfe in den armen Ländern der Dritten Welt zu leisten. Hierbei wird Armut in der Tat als ökologisches Risiko betrachtet: Um dem hungerbedingten Tod zu entgehen wird Raubbau an der Natur betrieben. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen sozialer Situation und Umweltverschmutzung. Die Industrieländer bringen ihr Argument hervor: es sei wichtig, immer mehr produzieren zu können, um dieser Armut und damit dem Raubbau entgegenwirken zu können. Fraglich ist hierbei, auf welcher der beiden Seiten die Umweltbelastung höher ist und ob angesichts dessen dieses Argument tatsächlich gelten kann und damit gleichzeitig das Handeln der Industrieländer legitimiert werden darf? Hoffman antwortet hierauf wie folgt:

„Dass in den armen Ländern unter dem Druck der Armut Raubbau an der Natur betrieben wird, der mit höherem Entwicklungsstandart teilweise vermieden werden könnte, ist ökologisch gesehen nicht so gravierend, wie der übermäßige Ressourcenverbrauch und die Schadstoffemission durch die Reichen Länder (Hoffmann 2002:14).“

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit und Konsum - Vom Konzept der nachhaltigen Entwicklung
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Narziß im Supermarkt? Konsumgesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhundert
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V8294
ISBN (eBook)
9783638153010
ISBN (Buch)
9783656574767
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit - Konsum
Arbeit zitieren
Christin Schröder (Autor), 2002, Nachhaltigkeit und Konsum - Vom Konzept der nachhaltigen Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8294

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