Der Weltkrieg als Mythos - Vom 'Augusterlebnis' zur 'Volksgemeinschaft'

'Kriegsbriefe' als 'geistige Aufrüstung' des Volkes


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2004
32 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

I. Fragestellung

II. Die „Ideen von 1914“ und der Krieg als „Bildungserlebnis“

III. „Für das neue, größere, bessere Vaterland...“

IV. Kultur, Nation und Religion: Sinnstiftung in Krieg und „Nachkrieg“

V. Ergebnisse

VI. Quellen- und Literaturverzeichnis

I. Fragestellung

Mir selber kamen die damaligen Stunden wie eine Erlösung aus den ärgerlichen Empfindungen der Jugend vor. Ich schäme mich auch heute nicht, es zu sagen, daß ich, überwältigt von stürmischer Begeisterung, in die Knie gesunken war und dem Himmel aus übervollem Herzen dankte, daß er mir das Glück geschenkt, zu dieser Zeit leben zu dürfen. Ein Freiheitskampf war angebrochen, wie die Erde noch keinen gewaltigeren bisher gesehen.“1

Dieser Versuch, das Unfaßbare – nämlich die Stimmungen und Gefühle beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges als persönliches „Augusterlebnis“ – in Worte zu fassen, der in den Memoiren vieler stehen könnte, die im Jahre 1914 auf der Schwelle zwischen Jugend- und Erwachsenenalter standen, stammt aus der Feder eines damals 25-jährigen Kriegsfreiwilligen namens Adolf Hitler. Gerade in der Euphorie zu Kriegsbeginn, die für den späteren Betrachter schwer verständlich erscheint, wird für Joachim Fest „etwas von der intensiv korrespondierenden Beziehung zwischen Hitler und seiner Zeit greifbar“2 die nämlich den Krieg – im Glauben an seine Unausweichlichkeit3 – geradezu als einen Läuterungsprozeß betrachtete, ja als Aufbruch aus „dem Elend der Normalität“4 ins große Abenteuer einer Bewährungsprobe5 und einer Existenz außerhalb bürgerlicher Konventionen, was sich vor allem die junge Generation erhoffte.6

Im Gegensatz dazu scheinen die Worte zu stehen, die ein Student in einem Feldpostbrief7 im September 1914 an seine Mutter richtete:

Warum ich mich als Kriegsfreiwilliger gemeldet habe? Natürlich nicht aus allgemeiner Begeisterung für den Krieg, auch nicht, weil ich es für eine große Tat halte, sehr viele Menschen tot zu schießen [...]. Im Gegenteil, ich finde den Krieg etwas sehr, sehr Schlimmes“8.

Haben der Glaube an die Authentizität der Feldpostbriefe und damit verbundene mangelnde Quellenkritik nicht nur den Blick auf die kriegsaffirmativen Stimmen gelenkt, um daraus das konstruierte Bild einer Kriegsbegeisterung der Augusttage 1914 bestätigt zu sehen,9 sondern auch über kritische Stimmen hinweglesen oder gar den pazifistischen Unterton ignorieren lassen, den auch die Opferbereitschaft für das Vaterland,10 nicht übertönen konnte, so dekonstruierte11 die neuere Weltkriegsforschung, die im Zeichen der Mentalitäts- und Alltagsgeschichte12 steht, das „Augusterlebnis“ nahezu, um die Ereignisse vom August 1914 sozial, räumlich und funktional differenziert zu betrachten.13

Daß erst die Darstellung des Augusts 1914 im Sinne einer ideologischen Überhöhung als nationaler Aufbruch das „Erlebnis“ konstruierte, das gewollt hinter der Faktizität der Ereignisse zurückstehen sollte, und damit der Legendenbildung Vorschub leistete, liegt auf der Hand. Denn erst wenn die Ereignisse im Spannungsfeld zwischen Legende und Realität, zwischen Emotionalität und Rationalität stehen, können sie durch politische Instrumentalisierung der rationalen Auseinandersetzung entzogen werden, woran die Nationalsozialisten anknüpfen konnten, wenn Hermann Göring in einer Rundfunkansprache die „Stimmung“ des 30. Januar 1933 „mit jenen Tagen im August 1914“ verglich, „da ebenfalls eine Nation aufstand, um das wertvollste Gut des Vaterlandes, die Ehre und die Freiheit zu verteidigen.“14

Scheinen diese Worte keinen Zweifel an der Instrumentalisierung des „Augusterlebnisses“ aufkommen zu lassen, so bleibt dennoch die Frage offen, ob sich in dieser Legende das spiegelte, was die Menschen bewegte, wovor sie Angst hatten, aber auch worauf sie hofften, was sie schließlich schon am 14. September 1930 die NSDAP wählen ließ, die – wie es der Schriftsteller Ernst Ottwalt poetisch ausdrückte – durch ihren erdrutschartigen Erfolg „wie ein Fanal der Apokalypse“15 aufging. Um dieser Frage weiter nachzugehen, muß ich sie in zweierlei Hinsicht präzisieren:

Wenn auch die Bedeutung des „Augusterlebnisses“ für den Aufstieg der NS-Bewegung hervorgehoben werden soll, was Peter Fritzsche16 jüngst forderte, so ist dies einerseits nicht zu bewerkstelligen, ohne den Weg zur „Volksgemeinschaftsideologie“ mitzudenken und ohne den Kriegsanfang aus der Perspektive von Niederlage, Revolution und „Dolchstoß“ zu sehen, der ja die zweite Version derselben Legende17 darstellt.

Da es letztlich die Wähler waren, die den 30. Januar 1933 erst ermöglichten,18 gilt es zu erforschen, was die Menschen für den Weltkrieg als „Mythos“ empfänglich machte und wie die NS-Propaganda darin ein Potential finden konnte, das ihr zum Erfolg verhalf. Zu diesem Vorhaben bietet sich die schon zitierte Quelle, die Feldpostedition „Kriegsbriefe gefallener Studenten“ von Philipp Witkop, an, die 1918 erstmals unter diesem Titel erschienen und ab 1928 viele Neuauflagen erlebte,19 was ein Indiz dafür ist, daß zehn Jahre nach Kriegsende das Interesse für den Krieg wieder zunahm. Standen die Feldpostbriefe also im Dienste einer „geistigen Aufrüstung“20 und bereiteten damit „den ideologischen Weg ins Dritte Reich“21 vor? Wie konnte die Darstellung des vergangenen Krieges Menschen für eine Zukunftsperspektive empfänglich machen, die der Nationalsozialismus ihnen anbot?

Um der Antwort auf diese Fragen auf die Spur zu kommen, ist es zunächst notwendig, den ideengeschichtlichen Kontext, die sogenannten „Ideen von 1914“,22 zu betrachten, welche die Perspektive für die Analyse der Witkopschen Edition vorgeben.

Da die Frage nach den Ursachen des Aufstiegs der NS-Bewegung immer auch die Frage nach den Gründen des Scheiterns der Weimarer Republik ist, die Horst Möller als die „Kardinalfrage der deutschen Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert“23 bezeichnete und die auch nicht von den „nationalen, sozialen und psychologischen Hypotheken“ zu trennen ist, welche diese erste deutsche Demokratie belasteten,24 so soll die Bedeutung des Krieges in diesem Kontext im Spiegel der Weimar-Forschung den Ergebnissen der Feldpostanalyse gegenübergestellt werden.

Folgende Worte im Völkischen Beobachter (18.12.1928) über eine Lesung der Kriegsbriefe in München weisen auf die Bedeutung der Feldpost hin: Die Briefe

sagen uns, warum wir leben und kämpfen [...]. Oft und oft glaubte man Hitlerworte zu hören, und man spürte das Wehen jenes Geistes, aus dem heraus die nationalsozialistische Bewegung gleich nach dem Kriege erstand und das Vermächtnis jener toten deutschen Jugend übernahm.“25

II. Die „Ideen von 1914“ und der Krieg als „Bildungserlebnis“

Der Krieg veranlaßt zu tiefstem Nachdenken über alles Menschliche. Vier Jahre Krieg sind mehr als dreißig Jahre Universität an Bildung über die Probleme des Lebens.“26 Wenn Hitler „sein“ Kriegserlebnis27 mit diesen Worten zusammenfaßte, so unverständlich es uns auch erscheinen muß, ist dies durchaus Ausdruck „einer zeitspezifischen Denkhaltung“, daß der neue Krieg „einer tiefen Katharsis der gesamten Nation“ gleichkomme, die „eine tiefe geistige Läuterung und Verwandlung“ bewirken könne.28

Wie weit diese Kriegsvorstellungen verbreitet waren, belegen eine Vielzahl von Publikationen, die den verschiedensten Gattungen angehören, von Feldpostbriefen bis Essays, von gedruckten Reden und Predigten bis zu wissenschaftlichen Monographien.29 So empfand nicht nur Thomas Mann den Krieg als „Reinigung“ und „Befreiung“30, sondern auch Rainer Maria Rilke artikulierte seine Begeisterung im ersten Vers des zweiten seiner Fünf Gesänge mit den Worten „Heil mir, daß ich Ergriffene sehe“31, obgleich er in diesem Zyklus zugleich ins Bewußtsein ruft, daß Krieg vor allem Leid und Schmerz bedeutet.32 Noch bezeichnender legte Stefan Zweig seine Erinnerungen an den August 1914 in seinem autobiographischen Werk Die Welt von Gestern dar, da sie trotz Begeisterung auch seine pazifistische Haltung betonen:

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß ich bekennen, daß in diesem ersten Aufbruch der Massen etwas Großartiges, Hinreißendes und sogar Verführerisches lag, dem man sich schwer entziehen konnte. Und trotz allem Haß und Abscheu gegen den Krieg möchte ich die Erinnerung an diese ersten Tage in meinem Leben nicht missen. Wie nie fühlten die Tausende und Hunderttausende Menschen, wie sie besser im Frieden hätten fühlen sollen: daß sie zusammengehörten.“33

[...]


1 Adolf Hitler, Mein Kampf, 469.-473. Aufl. München 1939, S. 173ff.

2 Joachim Fest, Hitler: eine Biographie, [mit einem Vorwort versehener, unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1973] Berlin 1996, S. 98.

3 Thomas Rohkrämer, August 1914 – Kriegsmentalität und ihre Voraussetzungen, in: Wolfgang Michalka (Hg.), Der Erste Weltkrieg. Wirkungen, Wahrnehmung, Analyse, München-Zürich 1994, S. 759-777, hier S. 760.

4 Fest, Hitler, S. 98.

5 Vgl. Hitler, Mein Kampf, S. 178f. Hitler sieht den Krieg als die Gelegenheit, den Wunsch seiner Jugend zu erfüllen, nämlich „einmal auch durch Taten bezeugen zu können, daß [...] die nationale Begeisterung kein leerer Wahn sei.“

6 Vgl. Rohkrämer, August 1914, S. 760f. Rohkrämer weist dabei auf die Skepsis und den Fatalismus hin, den die ältere Generation dem Krieg vielfach entgegenbrachte.

7 Vgl. hierzu Gerd Krumeich, Kriegsgeschichte im Wandel, in: Gerhard Hirschfeld/Ders./Irina Renz (Hg.), „Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch...“. Erlebnis und Wirkung des Ersten Weltkrieges, Essen 1993, S. 14. Der Krieg stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung zur Massenkommunikation dar, war für die Frontsoldaten doch die Feldpost, die millionenfach versandt wurde, die einzige Möglichkeit, mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben. So fanden erstmals, wenn auch gezwungenermaßen, weite Kreise, gerade der bäuerlichen Unterschicht, zur Schriftlichkeit. Vgl. Benjamin Ziemann, Zum ländlichen Augusterlebnis 1914 in Deutschland, in: Bedrich Loewenstein (Hg.), Geschichte und Psychologie. Annäherungsversuche, Pfaffenweiler 1992, S. 193-203.

8 Philipp Witkop (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, Volksausgabe (111.-120. Tausend) München 1933, S. 21. Im folgenden wird, wenn nicht anders angegeben, immer aus dieser Ausgabe zitiert.

9 Vgl. Andreas Wirsching, „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Volker Dotterweich (Hg.), Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 187-202, hier S. 191. Vgl. Benjamin Ziemann, Front und Heimat. Ländliche Kriegserfahrungen im südlichen Bayern 1914-1923, Essen 1997, S. 17. Vgl. hierzu auch Witkop (Hg.), Kriegsbriefe, S. 120: „Ich kann Euch ja verstehen, wenn Ihr möglichst viel von uns hören wollt – aber ich kann den Wert des Geschriebenen an sich – ich meine, daß man überhaupt schreibt – nicht so hoch einschätzen, ich tue es, weil ich damit Euch eine Freude zu machen glaube.“ Vgl. ebd., S. 131. Ein Student schreibt von schlimmen Erfahrungen, die er in Deutschland gemacht habe: „dieselben haben unsäglich viele auch gemacht, das verraten unzählige Feldpostbriefe. Natürlich sind das nicht die Feldpostbriefe, wie sie nachher in Zeitungen gedruckt werden. Es sind die wahren, die nur in vertraute Hände kommen.“ Obgleich Witkop selbst im Vorwort die „persönliche und historische Wahrheit“ (Kriegsbriefe, S. 6) der Briefe betont, so hätten doch die zitierten Passagen schon Zweifel aufkommen lassen können, ob die Briefschreiber auch das artikulierten, was sie wirklich erlebten und empfanden. Vgl. dazu Bernd Ulrich, Die Augenzeugen. Deutsche Feldpostbriefe in Kriegs- und Nachkriegszeit 1914-1933, Essen 1997, bes. S. 78-155; Ders., Feldpostbriefe des Ersten Weltkrieges – Möglichkeiten und Grenzen einer alltagsgeschichtlichen Quelle, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 53 (1994), S. 73-83. Ulrich betont die Tatsache, daß Feldpostbriefe einerseits in den Augen der Öffentlichkeit, sowohl in der Kriegs-, als auch in der Nachkriegszeit, als „Medium der Augenzeugen“ gleichsam Bürge für ein hohes Maß an Authentizität gewesen, andererseits aber unter innerer und äußerer Zensur entstanden seien. Die innere Zensur sei in diesem Kontext Ausdruck des Verantwortungsgefühl den Angehörigen gegenüber gewesen, die sich nicht noch zusätzliche Sorgen machen sollten, oder gar Ausdruck der Hoffnung auf die Veröffentlichung der Briefe, die dazu anspornte, etwas zu schreiben, was dem Erwartungshorizont der „Heimatfront“ entsprach, während die äußere zunächst die des Militärs, dann aber die des Herausgebers im Falle der Publikation gewesen sei. So habe die Instrumentalisierung der Feldpost nicht erst in der Weimarer Republik, sondern bereits mit den Publikationen von Feldpost in den Kriegsjahren begonnen.

10 Witkop (Hg.), Kriegsbriefe, S. 21.

11 Hierzu sind an erster Stelle Regionalstudien zu nennen: Ziemann, Front; Michael Stöcker, Augusterlebnis 1914 in Darmstadt. Legende und Wirklichkeit, Darmstadt 1994; Christian Geinitz, Kriegsfurcht und Kampfbereitschaft. Das Augusterlebnis in Freiburg. Eine Studie zum Kriegsbeginn 1914, Essen 1998. Weitere Publikationen der neueren Forschung sind: Jeffrey T. Verhey, „The spirit of 1914“. The Myth of Enthusiasm and the Rhetoric of Unity in World War I Germany, PhD Thesis, University of California, Berkeley/Calif. 1991. Dt. u. d. T.: Der „Geist von 1914“ und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000; Rohkrämer, August 1914; Wolfgang Kruse, Die Kriegsbegeisterung im Deutschen Reich zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Entstehungszusammenhänge, Grenzen und ideologische Strukturen, in: Marcel van der Linden/Gottfried Mergner (Hg.), Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung. Interdisziplinäre Studien, Berlin 1991, S. 73-87; Thomas Raithel, Das „Wunder“ der inneren Einheit. Studien zur deutschen und französischen Öffentlichkeit bei Beginn des Ersten Weltkrieges, Bonn 1996. Während für Verhey, Ziemann und Kruse das „Augusterlebnis“ gar nicht oder nur als Mythos existierte, so stimmen Rohkrämer, Stöcker und Raithel darin überein, daß mehr das patriotische Gefühl der nationalen Einheit als Kriegsbegeisterung die Menschen bewegten, was auch Geinitz für Freiburg im Sinne einer großen Kriegsbereitschaft nachwies.

12 Vgl. Peter Knoch (Hg.), Kriegsalltag. Die Rekonstruktion des Kriegsalltags als Aufgabe der historischen Forschung und der Friedenserziehung, Stuttgart 1989; Wolfram Wette (Hg.), Der Krieg des kleinen Mannes. Eine Militärgeschichte von unten, München-Zürich 1992; Volker Ullrich, Kriegsalltag. Hamburg im Ersten Weltkrieg, Köln 1982; Gerhard Hirschfeld/Gerd Krumeich/Dieter Langewiesche/Hans-Peter Ullmann (Hg.), Kriegserfahrungen: Studien zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Ersten Weltkriegs, Essen 1997; Wolfgang J. Mommsen, Kriegsalltag und Kriegserlebnis im Ersten Weltkrieg, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 59 (2000), S. 125-138.

13 Vgl. Wirsching, „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918, S. 190-193. Wirsching systematisiert die differenzierten Ergebnisse auch nach diesen drei Kategorien des methodischen Vorgehens.

14 Hermann Göring, Aufbruch der Nation. Rundfunkansprache in der Nacht des 30. Januar 1933, in: Ders., Reden und Aufsätze, hg. v. Erich Gritzbach, 4. Aufl. München 1940, S. 15f., hier S. 15.

15 Ernst Ottwalt, Deutschland erwache! Geschichte des Nationalsozialismus, Wien-Leipzig 1932, S. 10f.

16 Vgl. Peter Fritzsche, Wie aus Deutschen Nazis wurden, 2. Aufl. München 2002, S. 15f.

17 Vgl. Wirsching, „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918, S. 201.

18 Vgl. Heinrich August Winkler, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1993, S. 607. Winkler betont, daß es nicht allein die Machenschaften der Machteliten gewesen seien, die Hitlers Kanzlerschaft ermöglichten, sondern auch die Wahlergebnisse, wenn sie auch die Machtübertragung nicht als notwendiges Resultat nach sich zogen.

19 Zur Entstehung und großen Verbreitung der Edition: vgl. Manfred Hettling/Michael Jeismann, Der Weltkrieg als Epos. Philipp Witkops „Kriegsbriefe gefallener Studenten“, in: Hirschfeld, „Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch...“, S. 175-198, hier S. 178f.; Manfred Hettling, Arrangierte Authentizität. Philipp Witkop: Kriegsbriefe gefallener Studenten (1916), in: Thomas F. Schneider/Hans Wagener (Hg.), Von Richthofen bis Remarque: Deutschsprachige Prosa zum 1. Weltkrieg, Amsterdam-New York 2002, S. 51-69, hier S. 52f.; Uwe-K. Ketelsen, „Das ist auch so ein unendlicher Gewinn mitten in der Erfahrung des gräßlichen Todes“: Arbeit an der Biographie. Philipp Witkops Sammlung von studentischen Briefen aus dem Ersten Weltkrieg, in: Petra Josting/Jan Wirrer(Hg.), Bücher haben ihre Geschichte: Kinder- und Jugendliteratur, Literatur und Nationalsozialismus, Deutschdidaktik. Norbert Hopster zum 60. Geburtstag, Hildesheim-Zürich-New York 1996, S. 51-61, hier S. 52f.

20 Vgl. Hans-Adolf Jacobsen, Militär, Staat und Gesellschaft in der Weimarer Republik, in: Karl Dietrich Bracher/Manfred Funke/Ders. (Hg.), Die Weimarer Republik 1918-1933. Politik – Wirtschaft – Gesellschaft, Düsseldorf 1987, S. 343-368, hier S. 358.

21 Hans Peter Herrmann, Germanistik – auch in Freiburg eine „Deutsche Wissenschaft“?, in: Eckhard John/ Bernd Martin/Marc Mück/Hugo Ott (Hg.), Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus, Würzburg 1991, S. 115-149, hier S. 119.

22 Synonym wird der Terminus „Geist von 1914“ gebraucht, was Bruendel jüngst in seiner Dissertation für problematisch erklärte. Vgl. Steffen Bruendel, Volksgemeinschaft oder Volksstaat. Die „Idee von 1914“ und die Neuordnung Deutschlands im Ersten Weltkrieg, Frankfurt a.M. 2002, S. 18.

23 Horst Möller, Weimar. Die unvollendete Demokratie, 6. Aufl. München 1997, S. 205. Möller betont nicht nur die Frage an die Forschung, sondern auch die politische Frage und die damit verbundene Aufgabe an die politische Bildung der Gegenwart.

24 Martin Broszat, Die Machtergreifung. Der Aufstieg der NSDAP und die Zerstörung der Weimarer Republik, München 1984, S. 8.

25 Zit. n.: Manfred Hettling/Michael Jeismann, Der Weltkrieg als Epos, S. 198, Anm. 47.

26 Hans Frank, Im Angesicht des Galgens. Deutung Hitlers und seiner Zeit auf Grund eigener Erlebnisse und Erkenntnisse, 2. Aufl. Neuhaus 1955, S. 40.

27 Vgl. Ian Kershaw, Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998, S. 126.

28 Helmut Fries, Die große Katharsis. Der Erste Weltkrieg in der Sicht deutscher Dichter und Gelehrter, Bd. I: Die Kriegsbegeisterung von 1914: Ursprünge – Denkweisen – Auflösung, Konstanz 1994, S. 2f. Siehe auch Bd. II: Euphorie – Entsetzen – Widerspruch: Die Schriftsteller 1914-1918, Konstanz 1995. Fries untersuchte nicht nur das Schrifttum des Jahres 1914, sondern zog auch die Publikationen der Jahre 1915 bis 1918 in Betracht, in denen zunehmend die kriegsaffirmativen Stimmen verstummen und kritische Töne angeschlagen werden.

29 Da im Rahmen dieser Arbeit nur wenige Titel dieser umfangreichen Literatur genannt werden können, siehe die umfassende Quellenbibliographie der Dissertation von Steffen Bruendel, Volksgemeinschaft oder Volksstaat, S. 316-337.

30 Thomas Mann, Gedanken im Kriege, in: Gesammelte Werke, Bd. 17: Von der deutschen Republik. Politische Schriften und Reden in Deutschland, hg. v. Peter de Mendelsohn, Frankfurt a.M. 1984, S. 7-25, hier S. 12.

31 Rainer Maria Rilke, Werke II. Gedichte 1910 bis 1926, hg. v. Manfred Engel u. Ulrich Fülleborn, Frankfurt a.M.-Leipzig 1996, S. 107.

32 Vgl. ebd., S. 109f., bes. die Gesänge IV u. V und den Kommentar: ebd., S. 510-513. Hier wird nicht nur die Mythisierung des Krieges im Kontext von Rilkes Weltbild gedeutet, sondern auch die schnelle Desillusionierung dokumentiert, die Rilkes spätere kritische Haltung hervorrief: „Nur die ersten drei, vier Tage im August 1914 meinte ich einen monströsen Gott aufstehen zu sehen, gleich darauf wars nur das Monstrum, [...] drei Monate später sah ich das Gespenst – und jetzt; seit wie lange schon, ists nur die böse Ausdünstung aus dem Menschensumpf, die sich wolkt und ballt und niedergeht und immer wieder von den davon Benommenen eingeathmet wird.“ (Brief an Marianne Mitford, 15.10.1915)

33 Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Berlin 1962, S. 207.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Der Weltkrieg als Mythos - Vom 'Augusterlebnis' zur 'Volksgemeinschaft'
Untertitel
'Kriegsbriefe' als 'geistige Aufrüstung' des Volkes
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V82992
ISBN (eBook)
9783638895347
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltkrieg, Mythos, Augusterlebnis, Volksgemeinschaft
Arbeit zitieren
Christian Krepold (Autor), 2004, Der Weltkrieg als Mythos - Vom 'Augusterlebnis' zur 'Volksgemeinschaft', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82992

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