Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Théologie - Théologie systématique

Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Eine Annäherung an Max Webers »Weberthese«

Titre: Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Dossier / Travail , 2007 , 34 Pages

Autor:in: Christian Holtbrügger (Auteur)

Théologie - Théologie systématique
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Bedeutung von Religion als grundlegendes Muster menschlichen Handelns wurde in den achtziger Jahren des 20 Jahrhunderts verstärkt wahrgenommen, u.a. sowohl von der Geschichtswissenschaft als auch von den »ökonomischen Wissenschaften«. Kultur wurde als handlungsbestimmende Kraft wiederentdeckt. Anschließend an Max Weber und Clifford Geertz wurden Kultur und Religion als prägende Elemente der Menschlichen Lebensführung begriffen. Insbesondere der Religion kommt »als einer letzten Rückbindung menschlichen Handelns« hoher Stellenwert zu, was sich in Handlungen in wirtschaftlichem Kontext nachweisen lässt. Religion wird dabei als intersubjektiv verstanden. Sie erlangt durch kommunikative Akte Bedeutung. Von Religion zu differenzieren ist subjektive Frömmigkeit oder Spiritualität, die Teil einer aber auch mehrerer Religionen sein kann. Sie besteht zum Großteil aus Kommunikation – sonst könnte sie nicht Teil von Kultur sein. Sie manifestiert sich in Symbolen und Texten, Gesten und Sprechakten und in Handlungen, durch die der Glaubende seinen Glauben kommuniziert. Erst das Teilen von persönlichem Glauben mit anderen lässt Religion entstehen. Insofern nimmt Religion/Spiritualität Einfluss auf Handeln in wirtschaftlichen Zusammenhängen.
In den 1990er Jahren entwickelte sich hieran anschließend die Religionsökonomie als Unterdisziplin der Religionswissenschaft. Sie behandelt u.a. die Fragestellung, ob Religiöses Handeln und Verhalten von Einzelnen und Gemeinschaften wirtschaftlich relevant ist. Die Religionswissenschaft beansprucht bei ihrem Vorgehen keine Wirtschaftswissenschaftliche Kompetenz, versteht sich aber als Kulturwissenschaft, die die ökonomische Relevanz als auch die spezifischen ökonomischen Dimensionen religiösen Handelns untersucht.
Als Mitbegründer der Religionssoziologie bietet Max Weber der Religionswissenschaft resp. ihrer Unterdisziplin Religionsökonomie mit seiner Studie Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus Anschlussmöglichkeiten. Er war einer der ersten, die sich mit dem Verhältnis von Religion und Wirtschaft auseinander gesetzt haben. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern Sombart und Gothein ist er es allerdings, der bis heute rezipiert wird. Zu fragen ist also, was Webers These auszeichnet, worin sie sich von den Gedanken seiner Zeitgenossen unterscheidet und warum er bis heute rezipiert wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Darstellung der »Weberthese«

2.1 »Das Problem«

2.2 »Die Berufsethik des asketischen Protestantismus«

2.3 Fazit

3 Einordnung der PE

3.1 Zur Person Max Webers

3.2 Gesamtwerkliche Einordnung

3.3 Diskurs zur Zeit der Entstehung der PE I

3.3.1 Historischer Kontext

3.3.2 Gothein-Sombart-Weber

3.3.3 Zusätzliche Hauptquellen

3.4 Auf dem Weg zur PE II

3.5 Fazit

4 Kritik der Weberthese

4.1 Inhaltliche Kritik

4.1.1 Kritik am Zusammenhang zwischen Protestantismus und Kapitalismus

4.1.2 Kritik einzelner Begriffe

4.2 Methodologische Kritik

4.2.1 mangelhafte Quellenlage

4.2.2 Nicht-Greifbarkeit der PE

4.3 Fazit

5 Rezeption der Weberthese

5.1 Verschiedene Rezipienten

5.2 Art der Rezeption

5.3 Nach Übersee und wieder zurück

5.4 Begründung wissenschaftlicher Disziplinen

5.5 Fazit

6 Schlussbetrachtung

6.1 Zusammenfassung

6.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Relevanz und die Entstehungsgeschichte von Max Webers wegweisender Studie "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus". Ziel ist es, die "Weberthese" kritisch einzuordnen, die zeitgenössischen Diskurszusammenhänge zu beleuchten und zu klären, warum das Werk trotz inhaltlicher und methodischer Kritik bis heute als Klassiker der Soziologie gilt.

  • Historische und geistesgeschichtliche Einordnung von Max Weber.
  • Analyse der zentralen Thesen zu "innerweltlicher Askese" und Kapitalismus.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den methodischen Grundlagen (Quellenlage).
  • Untersuchung der Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte von der Erstpublikation bis heute.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Historischer Kontext

Neben Webers persönlichem Interesse an religiösen Fragestellungen ist zu konstatieren, dass um 1900 Religion in der deutschen Öffentlichkeit ein häufig verhandelter Gegenstand war. (vgl. Krech 1995, 313) Im Kulturkampf, der von 1871 bis 1887 andauert, wird unter der politischen Führung Bismarcks das Verhältnis von Staat Kirche neu verhandelt. Die Auseinandersetzung enden mit einer Schwächung besonders der katholischen Position, deren Soziallehre von liberalem Bürgertum und preussischer Monarchie als nicht weniger gefährlich eingeschätzt werden als Sozialismus und Kommunismus. (vgl. Roth 1992, 54) In der Folge wird darüber diskutiert, welche Kulturbedeutung der Religion in der modernen Gesellschaft (noch) zukommen und künftig zustehen kann.

Zusätzlich angestoßen wird der Diskurs dadurch, dass sich seit den 90er Jahren des 19. Jh. große Teile der Arbeiterschaft und des liberalen Bürgertum von den beiden großen Kirchen abwenden. Hierin meint man zu erkennen, dass die Kirchen nicht mehr in der Lage sind, in der Gesellschaft, aber auch unter ihren Mitgliedern Sinn zu stiften. (vgl. Krech 1995, 313–314) Religion ist im Wilhelminischen Reich aber nicht ganz verschwunden. Vielmehr entstehen neue religiöse Vergemeinschaftungsformen. Diese Veränderung der religiösen Landschaft in Deutschland gegen Ende des 19 Jh. schafft einen gesellschaftlichen Kontext, in dem im Allgemeinen in der Öffentlichkeit die Bedeutung von Religion und im Speziellen u.a. von Eberhart Gothein, Werner Sombart, Georg Jellinek und schließlich Max Weber die Bedeutung der Religion für wirtschaftliches Handeln diskutiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet die Bedeutung von Religion für menschliches Handeln im Kontext des cultural turn und erläutert die Relevanz von Webers Studie für die Religionssoziologie.

2 Darstellung der »Weberthese«: Dieses Kapitel erläutert Webers Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen calvinistischer Ethik und dem modernen kapitalistischen Geist sowie den Begriff der innerweltlichen Askese.

3 Einordnung der PE: Hier werden die biografischen Hintergründe Webers, sein akademisches Umfeld und die zeitgenössischen Diskurse (u.a. mit Sombart und Gothein) zur Entstehung der Studie analysiert.

4 Kritik der Weberthese: Das Kapitel bietet eine detaillierte Aufarbeitung der inhaltlichen und methodologischen Kritik an Weber, insbesondere hinsichtlich der Quellenlage und der Argumentationsschärfe.

5 Rezeption der Weberthese: Die Rezeptionsgeschichte wird als lang anhaltender, kontroverser Prozess beschrieben, der Weber als Klassiker etabliert hat, ohne dass ein Konsens über seine Thesen besteht.

6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Webers Werk trotz seiner Ungenauigkeiten als inspirierender "Steinbruch" für aktuelle Forschungen dient.

Schlüsselwörter

Max Weber, Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Weberthese, Calvinismus, Kapitalismus, innerweltliche Askese, Religionssoziologie, Religionsökonomie, Kulturwissenschaft, Rezeptionsgeschichte, Rationalisierung, Wirtschaftsgeschichte, Berufsethik, Methodologie, Sombart.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit Max Webers berühmter Studie über die Zusammenhänge zwischen protestantischer Ethik und der Entstehung des Kapitalismus auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die soziologische Einordnung religiöser Einflüsse auf wirtschaftliches Handeln, die zeitgeschichtliche Debatte um 1900 sowie die methodische Kritik an Webers Thesen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die historische Entstehung und die wissenschaftliche Rezeption der "Weberthese" nachzuvollziehen und ihre heutige Bedeutung im wissenschaftlichen Diskurs zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Vorgehensweise, indem sie Primärquellen und Sekundärliteratur zur Rezeptionsgeschichte analysiert und Webers Argumentationsaufbau reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die Darstellung der Kernargumente Webers, die Einordnung in den zeitgenössischen wissenschaftlichen Diskurs sowie eine ausführliche kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind u.a. Weberthese, Calvinismus, innerweltliche Askese, Kapitalismus, Religionssoziologie und die methodische Kritik an der Quellenlage.

Wie unterscheidet sich die zweite Auflage der Arbeit (PE II) von der ersten?

Die zweite Auflage zeichnet sich primär durch einen umfangreichen Anmerkungsapparat aus, in dem Weber gezielt auf die Kritik seiner Zeitgenossen reagiert und versucht, seine Thesen zu präzisieren.

Warum wird Weber in der Arbeit als "charismatischer Chaot" bezeichnet?

Diese Zuschreibung resultiert aus der Beobachtung, dass Weber zwar brillante und inspirierende Ansätze liefert, es ihm jedoch nicht gelang, eine systematische und unanfechtbare Beweisführung zu erbringen.

Fin de l'extrait de 34 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
Sous-titre
Eine Annäherung an Max Webers »Weberthese«
Université
University of Bremen  (Institut für Religionswissenschaft)
Auteur
Christian Holtbrügger (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
34
N° de catalogue
V83053
ISBN (ebook)
9783638895392
ISBN (Livre)
9783638895439
Langue
allemand
mots-clé
Protestantische Ethik Geist Kapitalismus Religionswissenschaft Max Weber Protestantische Ethik PE PE I PE II Wirtschaftsethik Wirtschaft und Ethik Religionsökonomie Religion und Wirtschaft Präferenzen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Holtbrügger (Auteur), 2007, Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83053
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  34  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint