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Brüchigkeit & Diskontinuität - "Kulturelle Globalisierung" unter der Lupe

Title: Brüchigkeit & Diskontinuität - "Kulturelle Globalisierung" unter der Lupe

Term Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mike Schmidt (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Sensibilisiert durch die aktuelle Präsenz des Themas beschloss ich, im Wintersemester 2004/05 ein Seminar über (kulturelle) ›Globalisierung‹ zu besuchen...

Albrow, Beck, Friedman, Hannerz, Robertson und einige mehr zählten zu dem (Pflicht-)Lektüreprogramm, das auf der einen Seite, wenn es um den ›neuen‹, seit 1989 zunehmend ›entfesselten globalen Kapitalismus‹ ging, gewohnt apokalyptisch, auf der anderen, die ›Kultur‹ beleuchtende Seite hingegen bis zu einem bestimmten Punkt überraschend positiv, darüber hinaus jedoch und gerade im Vergleich zu den düsteren ökonomischen und politischen Prophezeiungen enttäuschend blutleer daherkam. Positiv, weil sich alle Autoren darüber einig zu sein schienen, dass von einer westlich dominierten kulturellen Homogenisierung keineswegs die Rede sein könne; vielmehr entstünde eine, in gewissem Sinne neuartige Vielfalt an kulturellen Identifizierungs-Spielarten. Enttäuschend, weil neben diesem, eigentlich nicht wirklich neuen Aspekt der spät- oder ›postmodernen‹ lebensweltlichen Orientierung(slosigkeit), die dazugehörigen (trans-)kulturellen Praxen sowie deren Produkte noch wenig erforscht zu sein schienen...

Letztlich und vielleicht auch konsequenterweise machte sich die Erkenntnis breit, dass es im Zusammenhang mit der Globalisierung eine Art ›Goldgrube‹ (noch?) nicht geben kann; zu vielfältig und vor allem zwiespältig sind die teils zu beobachtenden, größenteils jedoch bisher nur zu vermutenden Tendenzen dieses “process of change known as ›globalisation‹” (Hall 1996: 277). Unter diesen Vorzeichen schien es mir wenig sinn- bzw. reizvoll, mich ausführlicher oder kritisch mit einer Theorie oder Publikation zu beschäftigen. Stattdessen habe ich beschlossen, nicht zuletzt zur Schaffung eines eigenen Überblicks, den Globalisierungsdiskurs in seinen Grundzügen darzustellen, und diesen mit einigen aktuellen, das ›Leben da draußen‹ betreffenden Texten bzw. Erfahrungen zu ergänzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffe

III. (Noch mehr Begriffe und der) Diskurs pt.1

IV. Zwischenspiel – erwartete Wirklichkeiten, vermutete Mythen und die letzte Instanz

V. (Immer weniger) Diskurs pt.2 – Ergänzungen und Konkretisierungen

V.1. Die diasporische Perspektive

V.2. DIY-Culture

VI. (Rechtfertigungen bzw.) Versuch eines Fazits

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Globalisierungsdiskurs aus einer ethnologischen Perspektive. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Globalisierungstheorien und der empirischen Realität lokaler Lebenswelten zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass Globalisierungsprozesse nicht einseitig homogenisierend, sondern brüchig und vielfältig sind.

  • Kulturelle Identitätsbildung im globalen Kontext
  • Die Rolle der (kulturellen) Globalisierung in lokalen Szenen
  • Kritik an homogenisierenden Globalisierungsmythen
  • Empirische Fallbeispiele: Musikprojekte und diasporische Perspektiven
  • Experimente alternativer Lebensführung (DIY-Kultur)

Auszug aus dem Buch

V.1. Die diasporische Perspektive

Einer der in diesem Band versammelten Beiträge stammt von der britischen Soziologin und Anthropologin Marie Gillespie, deren ethnologische Forschungsarbeit über jugendliche Nachkommen indischer Einwanderer im Londoner Stadtteil Southall “die größeren Zusammenhänge zwischen Medien, Ethnizität und kulturellem Wandel im globalen Zeitalter” beleuchtet.

Für diese Untersuchung hält sie “eine diasporische Perspektive für am besten geeignet, [da sie am ehesten] den komplexen Überschneidungen transnationaler und translokaler Netzwerke gerecht [werde], in denen sich [vor allem] die Migranten bewegen”. Darüber hinaus berücksichtige diese Perspektive “die vielfältigen Veränderungen, denen Identitäten durch Umsiedlung und das Überschreiten von Kulturgrenzen ausgesetzt wurden und werden” und helfe, die Fehler “konventioneller Studien über ›ethnische Gemeinschaften‹ (…), ethnische Kulturen zu einem einheitlichen Wesen zu verdinglichen und in räumlichen Abgrenzungen zu definieren”, zu vermeiden. (Gillespie 1998: 122f). (Eine Perspektive, die m.E. heutzutage und gleichsam in Form einer ›mental diasporischen‹ bei nahezu jeder lebensweltlichen Erforschung angebracht ist.)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Der Autor beschreibt seine persönliche Motivation für die Seminarteilnahme und hinterfragt seine anfänglichen Vorstellungen von kultureller Homogenisierung durch Globalisierung.

II. Begriffe: Es werden zentrale Begriffe wie Globalisierung, Globalität und Globalismus anhand prominenter Theoretiker wie Robertson, Giddens und Beck definiert.

III. (Noch mehr Begriffe und der) Diskurs pt.1: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftliche Aufbereitung der Globalisierung, von der Weltsystemtheorie bis hin zur Verschiebung des Fokus auf lokale kulturelle Praxen.

IV. Zwischenspiel – erwartete Wirklichkeiten, vermutete Mythen und die letzte Instanz: Anhand eines eigenen internationalen Musikprojekts werden die Diskrepanz zwischen globalen Erwartungen und lokaler Realität sowie die Legitimierungsfunktionen des Globalisierungsdiskurses beleuchtet.

V. (Immer weniger) Diskurs pt.2 – Ergänzungen und Konkretisierungen: Hier werden Stuart Halls Identitätskonzepte sowie spezifische Ansätze zur Untersuchung von Globalisierung in sozialen Kontexten vorgestellt.

V.1. Die diasporische Perspektive: Marie Gillespies Ansatz wird genutzt, um die komplexen Identitätsverhandlungen von Migranten im globalen Raum zu analysieren.

V.2. DIY-Culture: Dieses Kapitel befasst sich mit Experimenten alternativer Lebensführung als widerständische Praktiken gegen dominante ökonomische Strukturen.

VI. (Rechtfertigungen bzw.) Versuch eines Fazits: Der Autor fasst seine Erkenntnisse zusammen und betont, dass Globalisierungsprozesse nicht herbeifabuliert, sondern an menschlichen Handlungen abgelesen werden müssen.

Schlüsselwörter

Kulturelle Globalisierung, Globalisierungsdiskurs, Ethnologie, Identität, Transnationalität, Homogenisierung, Heterogenität, Diaspora, DIY-Kultur, Soziale Bewegungen, Kulturtheorie, Lebenswelt, Mediale Inszenierung, Lokalität, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Diskurs zur kulturellen Globalisierung und hinterfragt die Annahme einer weltweit fortschreitenden kulturellen Homogenisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Konzepte von Globalisierung, die Dynamik lokaler kultureller Identitäten, diasporische Erfahrungen sowie alternative Lebensentwürfe in der sogenannten DIY-Kultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Globalisierungsdiskurs durch eine ethnologische Brille zu betrachten und aufzuzeigen, dass globale Prozesse eher durch Brüchigkeit und Vielfalt als durch einheitliche Gleichschaltung geprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor verknüpft eine theoretische Diskursanalyse mit eigenen empirischen Erfahrungen aus einem internationalen Musikprojekt, um die abstrakten Theorien mit gelebten Realitäten abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Definitionen zentraler Begriffe diskutiert, die Rolle von Mythen im Globalisierungsdiskurs beleuchtet, Konzepte wie das diasporische Subjekt vorgestellt und experimentelle soziale Praktiken (DIY-Kultur) untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kulturelle Globalisierung, Identität, Heterogenität, Diaspora, DIY-Kultur und lokaler Kontext.

Welche besondere Bedeutung hat das internationale Musikprojekt des Autors?

Das Projekt dient als praxisnahes Fallbeispiel, das zeigt, dass die Erwartung eines spezifisch ethnischen oder nationalen kulturellen Niederschlags in elektronischer Musik oft enttäuscht wird und stattdessen komplexere globale Austauschprozesse stattfinden.

Wie bewertet der Autor den Begriff "Glokalisierung"?

Der Autor betrachtet Glokalisierung als nützliches Konzept, um den Austausch zwischen globalen Einflüssen und lokalen Interpretationen zu fassen, warnt jedoch davor, den Begriff rein ökonomisch zu interpretieren.

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Details

Title
Brüchigkeit & Diskontinuität - "Kulturelle Globalisierung" unter der Lupe
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Europäische Ethnologie)
Course
Kulturelle Globalisierung: Ost vs. West
Grade
1,7
Author
Mike Schmidt (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V83059
ISBN (eBook)
9783638895408
ISBN (Book)
9783638937887
Language
German
Tags
Brüchigkeit Diskontinuität Kulturelle Globalisierung Lupe Kulturelle Globalisierung West
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mike Schmidt (Author), 2005, Brüchigkeit & Diskontinuität - "Kulturelle Globalisierung" unter der Lupe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83059
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