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Albertines imaginierte Homosexualität im Spiegel der triangulären Struktur des Begehrens

Título: Albertines imaginierte Homosexualität im Spiegel der triangulären Struktur des Begehrens

Trabajo , 2006 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Eva Jannasch (Autor)

Estudios franceses - Literatura
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„Tatsächlich liegt in der Liebe beständiges Leiden beschlossen, das durch die Freude zwar neutralisiert, in bloß potentiellem Zustand erhalten und vertagt wird, das aber jeden Augenblick werden kann, was es seit langem wäre (hätte man nicht erlangt, was man ersehnt): entsetzlich“
Die Liebe, die schönste Sache der Welt, ein entsetzliches Leiden? Wer kann denn so etwas behaupten? - Diese Worte stammen aus der Feder des französischen Autors Marcel Proust, aussprechen lässt er sie den Hauptprotagonisten seines Romanwerkes „A la Recherche du Temps perdu“ - Marcel. Allerdings spricht er in diesem Bezugsrahmen nicht von der wahren romantischen Liebe, wie man sie im Allgemeinen definieren würde, sondern vielmehr von „désir“, einem Begriff, der den der Liebe besonders in der französischen Moralistik des 20. Jahrhunderts mehr und mehr überlagert. Durch diese Akzentuierung des „désir“ übernimmt die „Recherche“ deshalb eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Liebesdiskurse des letzten Jahrhunderts und soll in der hier vorliegenden Hausarbeit den Mittelpunkt darstellen, besonders in Bezug auf die beiden zentralen Themen Homosexualität und Imagination, die Proust in der „Recherche“ verarbeitet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Albertine

2.1. Der Charakter Albertine

2.2. Die erste Begegnung zwischen Albertine und Marcel

2.3. Die Entwicklung der Beziehung

3. Homosexualität

3.1. Proust und die eigene Homosexualität

3.2. Albertine und die imaginierte Homosexualität

4. Eifersucht

5. Mediatoren

6. Das trianguläre Begehren in der Recherche

7. La danse contre seins

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen Marcel und Albertine im Romanwerk „A la Recherche du Temps perdu“ von Marcel Proust, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen imaginierter Homosexualität und der daraus resultierenden Eifersucht des Erzählers liegt.

  • Die Charakterisierung von Albertine als ambivalente Identitätsfigur.
  • Die Rolle der Homosexualität als poetisches und gesellschaftliches Konstrukt bei Proust.
  • Die Psychologie der Eifersucht als konstitutives Element des Begehrens.
  • Die Anwendung der Theorie des triangulären Begehrens zur Analyse der Erzähler-Protagonistin-Beziehung.
  • Die Untersuchung spezifischer Schlüsselszenen wie „La danse contre seins“.

Auszug aus dem Buch

7. La danse contre seins

Diese Szene ist bezeichnend für die trianguläre Struktur des Begehrens im Romanwerk Prousts, in der Marcel zum ersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken konfrontiert wird, dass Albertine eventuell lesbisch sein könnte. Eher durch einen Zufall verschlägt es Marcel zusammen mit Dr. Cottard in das Casino von Incarnville, wo er erwartet Albertine und Andrée zu sehen. Ein wenig überrascht über den Trubel, der in dem Etablissement herrscht, führt er die Tatsache, dass viele Frauen als Pärchen tanzen, auf den Umstand zurück, dass es wohl an Kavalieren mangele: „[…], je le fis entrer dans le petit Casino, un de ceux qui m’avaient paru si tristes le soir de ma première arrivée, maintenant plein du tumulte des jeunes filles qui, faute de cavaliers, dansaient ensemble.“

Als er Albertine endlich erblickt, durchfährt ihn eine Welle der Emotionen: „C’est que je venais de l’entendre rire. Et ce rire évoquait aussitôt les roses carnations, les parois parfumées contre lesquelles il semblait qu’il vînt de se frotter et dont, âcre, sensuel et révélateur comme une odeur de géranium, il semblait transporter avec lui quelques particules presque pondérables, irritantes et secrètes.“

Als sie schließlich mit Andrée Walzer tanzt, ist es nicht Marcel selbst, der die Intimität zwischen den beiden bemerkt, sondern der Doktor, der ihn darauf hinweist, dass sie eventuell homosexuellen Kreisen angehören könnte: „Tenez, regardez, ajouta-t-il en me montrant Albertine et Andrée qui valsaient lentement, serrées l’une contre l’autre, j’ai oublié mon lorgnon et je ne vois pas bien, mais elles sont certainement au comble de la jouissance. On ne sait pas assez que c’est surtout par les seins que les femmes l’éprouvent. Et, voyez, les leurs se touchent complètement.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Begehrens und Leidens bei Proust ein und umreißt die Untersuchung der Themen Homosexualität, Imagination und Eifersucht in der Beziehung zwischen Marcel und Albertine.

2. Albertine: Dieses Kapitel analysiert die Figur Albertine, ihre Ambivalenz als literarisches Kunstwerk und die Entwicklung ihrer Begegnung mit dem Erzähler im Kontext ihrer Herauslösung aus der Mädchengruppe.

3. Homosexualität: Hier wird Prousts Umgang mit dem Thema „Inversion“ und die spezifische, imaginierte lesbische Aura Albertines beleuchtet, ohne dabei eine eindeutige Auflösung ihrer sexuellen Identität zu erzwingen.

4. Eifersucht: Das Kapitel erläutert die Funktion der Eifersucht als unstillbaren Antrieb für Marcels Liebe, der durch Überwachung und Spekulation über Albertines Leben geprägt ist.

5. Mediatoren: Es wird die Theorie des triangulären Begehrens dargelegt, in der ein dritter (Rivalen) als notwendiger Mittler für die Entstehung von Verlangen fungiert.

6. Das trianguläre Begehren in der Recherche: Die Anwendung des Mediatoren-Konzepts auf den Roman zeigt, dass Marcels Liebe kein spontanes Gefühl ist, sondern durch den Entzug und den Wettbewerb mit Rivalen künstlich aufrechterhalten wird.

7. La danse contre seins: Dieses Kapitel interpretiert die entscheidende Schlüsselszene im Casino, die den Eifersuchtsmechanismus in Marcel durch die Beobachtung der Intimität zwischen Albertine und Andrée fest etabliert.

8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Albertines Ambivalenz und der stetige Schatten des Homosexualitätsverdachts essenziell sind, um die Dynamik und Dauerhaftigkeit von Marcels Begehren zu sichern.

Schlüsselwörter

Marcel Proust, Albertine, Recherche, Homosexualität, Eifersucht, Begehren, Trianguläre Struktur, Inversion, Imaginäre, Mediatoren, La danse contre seins, Balbec, Literaturwissenschaft, Begehrensstruktur, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe Liebesbeziehung zwischen dem Erzähler Marcel und Albertine in Prousts „A la Recherche du Temps perdu“ unter dem Aspekt der Eifersucht und der imaginierten Homosexualität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Konstruktion der Figur Albertine, die Bedeutung von Homosexualität im Roman, das Phänomen der Eifersucht sowie die theoretische Fundierung durch das trianguläre Begehren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Proust durch die imaginierte Homosexualität Albertines und die dadurch erzeugte Eifersucht den Romanverlauf und das Begehren des Erzählers strukturiert und vorantreibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf die Konzepte des „triangulären Begehrens“ (nach René Girard) und auf die Analyse des „Imaginären“ in Prousts Werk zurückgreift.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung Albertines, die Analyse von Prousts Umgang mit Homosexualität, die Psychologie der Eifersucht und die Anwendung der Mediatoren-Theorie auf die Romanhandlung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind neben den Namen der Protagonisten vor allem Eifersucht, trianguläres Begehren, Inversion, Konstruktion, Imagination und die literarische Ambivalenz.

Warum spielt die Szene „La danse contre seins“ eine so große Rolle?

Diese Szene dient als auslösender Faktor für Marcels Eifersucht, da er hier erstmals konkret mit dem Verdacht konfrontiert wird, Albertine könnte lesbisch sein, was seine weitere Fixierung auf sie zementiert.

Löst der Roman die Frage nach Albertines sexueller Identität auf?

Nein, der Roman liefert bewusst keine eindeutigen Beweise oder Geständnisse; die Unklarheit bleibt als strukturelles Element erhalten, um den Prozess des Begehrens und der Imagination dauerhaft zu speisen.

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Detalles

Título
Albertines imaginierte Homosexualität im Spiegel der triangulären Struktur des Begehrens
Universidad
University of Leipzig  (Romanistik)
Curso
Proust et le monde sensible
Calificación
1,3
Autor
Eva Jannasch (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
23
No. de catálogo
V83064
ISBN (Ebook)
9783638895415
Idioma
Alemán
Etiqueta
Albertines Homosexualität Spiegel Struktur Begehrens Proust
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Eva Jannasch (Autor), 2006, Albertines imaginierte Homosexualität im Spiegel der triangulären Struktur des Begehrens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83064
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