Die Arbeit analysiert John Donnes berühmtes Liebesgedicht "A Valediction: Forbidding Mourning" unter besonderer Berücksichtigung des Stilmittels "metaphysical conceit". Zuvor wird die metaphysische Liebeslyrik in den zeitgenössischen Kontext eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Metaphysische Dichtung
2.1 Kennzeichen der metaphysischen Dichtung
2.2 Das metaphysical conceit
3 Gedichtanalyse: „A Valediction: Forbidding Mourning“
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gedicht „A Valediction: Forbidding Mourning“ von John Donne, um die Charakteristika der metaphysischen Liebesdichtung aufzuzeigen, wobei insbesondere das „metaphysical conceit“ als zentrales, originelles Stilmittel analysiert wird.
- Metaphysische Dichtung und ihre Merkmale
- Die Funktion und Bedeutung des metaphysical conceit
- Gedichtanalyse von John Donnes „A Valediction: Forbidding Mourning“
- Vergleich petrarkistischer Traditionen mit Donnes neuer Liebeskonzeption
- Verbindung von körperlicher und seelischer Einheit
Auszug aus dem Buch
2.2 Das metaphysical conceit
Unter dem Terminus conceit (ital. concetto = Einfall, Begriff) werden elaborierte Vergleiche und Metaphern verstanden, welche weit entfernte Bereiche durch Aufdeckung überraschender Parallelen vereinen. Das Petrarchan conceit, zuerst vom italienischen Dichter Petrarca verwendet, besteht dabei aus detaillierten, oft übertriebenen Vergleichen, die bei den englischen Sonettdichtern zu phrasenhaften Klischees werden. Das metaphysical conceit hingegen stellt unter Ausnutzung aller Wissensbereiche als Bildspender in Kontrast zu den petrarkistischen Konventionen ein neuartiges, geistreiches und effektives Stilmittel dar (vgl. Abrams 1993: 32f.).
Im metaphysical conceit verdichten sich heterogene Seinsbereiche, um neuere und subtilere Analogien zur Ganzheitlichkeit der physischen und seelischen Liebeserfahrung aufzuzeigen. Es ist ein wichtiger Bestandteil der poetischen Bilderfülle des neuen Stils, der dadurch mit der konventionalisierten Bildlichkeit der elisabethanischen Lyrik bricht. Der Dichter bezweckt mit dem conceit nicht, seine Spitzfindigkeit zu demonstrieren, sondern nutzt es als Argument zur Überzeugung seines Kommunikationspartners (vgl. Seeber 2004: 109f.). Oft finden sich die conceits daher nicht nur in knapper Form wieder, sondern werden im Verlauf mehrerer Strophen entwickelt (vgl. Abrams 1993: 33).
Im Sinne der neuen Liebeskonzeption dient das conceit außerdem als Perspektivtechnik, mit der das vertraute Bild der Welt in Frage gestellt wird (vgl. Hühn 1995: 104f.). In der Vereinigung gegensätzlicher Vorstellungen findet sich auch die Verbindung von Abstraktem und Materiellem, so dass der Körper mit seiner Sinnlichkeit in neuer, intensiverer Form seinen Platz in der Liebeslyrik findet (vgl. Seeber 2004: 111).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von John Donne als Vertreter der metaphysical poetry ein und skizziert das Ziel, sein Gedicht „A Valediction: Forbidding Mourning“ anhand seiner charakteristischen Stilelemente zu untersuchen.
2 Metaphysische Dichtung: Das Kapitel definiert die Gruppe der „metaphysical poets“, erläutert ihre stilistischen Besonderheiten und definiert das „metaphysical conceit“ als zentrales, bildhaftes Argumentationsmittel.
3 Gedichtanalyse: „A Valediction: Forbidding Mourning“: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung des Gedichts, wobei die verschiedenen Strophen, die Todesmotivik und die zentralen Analogien – insbesondere die Zirkelmetapher – analysiert werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Donne durch den Einsatz origineller Analogien und Konzepte die Abschiedssituation nutzt, um eine ganzheitliche Liebeskonzeption darzustellen, die sich deutlich von konventioneller Lyrik abhebt.
Schlüsselwörter
John Donne, metaphysical poetry, metaphysical conceit, A Valediction: Forbidding Mourning, Liebeslyrik, Abschiedsgedicht, Petrarkismus, Seeleneinheit, Zirkelmetapher, Bildersprache, 17. Jahrhundert, Literaturwissenschaft, Metaphern, Lyrikanalyse, Gedichtinterpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lyrik von John Donne, einem Hauptvertreter der metaphysischen Dichtung des 17. Jahrhunderts, und untersucht dessen spezifischen Stil am Beispiel eines ausgewählten Gedichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Merkmale der metaphysischen Dichtung, die Bedeutung des „metaphysical conceit“ sowie die Darstellung von Liebe und Abschied in der Lyrik Donnes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie John Donne durch originelle Stilmittel und das „metaphysical conceit“ die Gattung der Abschiedslyrik erneuert und eine intellektuell anspruchsvolle Liebeskonzeption vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Gedichtanalyse, die durch den Einbezug von Sekundärliteratur zur historischen Einordnung und methodischen Fundierung des Begriffs „metaphysical conceit“ gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der metaphysischen Dichtung und führt anschließend eine schrittweise Interpretation des Gedichts „A Valediction: Forbidding Mourning“ durch, wobei insbesondere die Analogien und Bildbereiche im Vordergrund stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie metaphysical poetry, John Donne, conceit, Liebeslyrik, Abschied und Zirkelmetapher beschreiben.
Wie unterscheidet sich das „metaphysical conceit“ von traditionellen Vergleichen?
Im Gegensatz zu den oft klischeehaften petrarkistischen Vergleichen nutzt das „metaphysical conceit“ heterogene Wissensbereiche wie Astronomie oder Mathematik, um überraschende und intellektuell anspruchsvolle Analogien zu erzeugen.
Welche Rolle spielt die Zirkelmetapher im analysierten Gedicht?
Die Zirkelmetapher dient als Höhepunkt des Gedichts, um die feste, aber zugleich dynamische Verbundenheit der Liebenden trotz räumlicher Trennung zu veranschaulichen und ihre Seeleneinheit zu bekräftigen.
Warum wird im Gedicht das Todesmotiv verwendet?
Das Todesmotiv dient dazu, den Abschied der Liebenden als einen so schmerzlichen und tiefgreifenden Vorgang darzustellen, dass er mit dem Dahinscheiden tugendhafter Menschen verglichen wird, um so die Größe und den spirituellen Charakter der Liebe zu betonen.
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- Eleni Stefanidou (Author), 2007, "A Valediction: Forbidding Mourning": Das metaphysical conceit in John Donnes Liebeslyrik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83102