Intergenerative Beziehungen zwischen Erwachsenen


Hausarbeit, 2005

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zur aktuellen Situation
1.2 Definition der Begriffe „Autonomie“ und „Verbundenheit“

2. Drei Studien zum Wandel der Eltern-Kind-Beziehungen durch den Auszug des Kindes
2.1. Autonomie und Verbundenheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
2.2 Emotionale Unterstützung zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern
2.3 Die Eltern-Kind-Beziehung in der Auszugsphase – die neue Balance zwischen Verbundenheit und Abgrenzung

3. Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Studien

4. Literaturangaben

1. Einleitung

Junge Erwachsene durchlaufen auf dem Weg zur Selbstständigkeit einen langwierigen Ablösungsprozess vom Elternhaus. Dieser Ablösungsprozess ist durch typische Ablösungsereignisse gekennzeichnet. Das wichtigste und offensichtlichste Ablösungsereignis ist der Auszug aus dem Elternhaus. Es erwarten den jungen Erwachsenen nicht nur neue Erfahrungen mit einer eigenen Wohnung, sondern auch ein Wandel der Beziehung zwischen Eltern und Kind. Dem Wandel in der Eltern-Kind-Beziehung durch den Auszug des Kindes möchte ich mit dieser Arbeit anhand dreier mir vorliegender Studien nachgehen. Dabei werde ich zunächst jede Studie einzeln behandeln und die ihr zu Grunde liegende Fragestellung, die Durchführung der Untersuchung sowie die Ergebnisse vorstellen. Nachdem ich auf diese Weise alle drei Studien vorgestellt habe, werde ich die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen. Bevor ich jedoch zur Vorstellung der Studien komme, werde ich kurz eine aktuelle Statistik zum Anteil lediger Kinder, die im Alter von 18 und mehr Jahren bei den Eltern leben, darstellen und die im folgenden Verlauf der Arbeit benutzten Begriffe „Autonomie“ und „Verbundenheit“ definieren. Die drei noch vorzustellenden Studien beziehen sich ebenfalls jeweils auf ledige Kinder.

1.1 Zur aktuellen Situation

Die folgenden Statistiken zeigen den Anteil lediger Kinder, die im Alter von 18 und mehr Jahren bei den Eltern oder einem Elternteil leben, nach Geschlecht und Alter. Da weder die Statistiken noch die im Folgenden darzustellenden Untersuchungen zwischen Elternpaaren und allein erziehenden Elternteilen differenzieren, werde ich die Begriffe Eltern und Elternteil synonym verwenden. Beide Statistiken beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland. Die erste Statistik stammt aus dem Jahr 1996 und die zweite aus dem Jahr 2003. Es werden beide Statistiken vorgestellt, um einen eventuellen Trend erkennen zu können. Bei der Interpretation der Statistiken muss beachtet werden, dass es drei Kategorien von „Kindern“ gibt, die mit den Eltern zusammen leben.[1] Die erste Kategorie sind Kinder, die noch nicht zu Hause ausgezogen sind. Dies liegt wahrscheinlich an „der Verlängerung der Ausbildungszeit und der Verknappung erschwinglichen Wohnraums für junge Auszubildende und Studenten“.[2] Die zweite Gruppe von erwachsenen Kindern, die mit ihren Eltern zusammen leben, sind die so genannten „Boomerang-Kids“[3]. Damit sind Kinder gemeint, die bereits einen eigenen Haushalt geführt haben und dann z.B. wegen einer Trennung oder Scheidung vom Partner zumindest für einige Zeit wieder bei ihren Eltern leben.[4] Die letzte Kategorie umfasst erwachsene Kinder, die mit ihren Eltern zusammen leben, um diese zu pflegen oder von ihnen z.B. bei der Kinderbetreuung entlastet zu werden.[5] Dazu kommen behinderte Kinder, die oftmals ihr ganzes Leben bei den Eltern verbringen und von ihnen betreut werden.[6] Da diese Kinder aber behindert sind, können sie nicht unter dem Aspekt allgemeingültiger Entwicklungsaufgaben erfasst werden, weshalb sie im weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Anteil lediger Kinder, die im Alter von 18 und mehr Jahren bei den Eltern ( mit Ein-Eltern-Familien) leben nach Geschlecht und Alter, Deutschland 2003[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beide Statistiken zeigen deutlich, dass Männer länger bei ihren Eltern leben als Frauen. „Die Hälfte der jungen Männer, die in den 80er und 90er Jahren einen eigenen Haushalt gründeten, taten dies bis zu einem Alter von 26 Jahren, die Hälfte der Frauen bis zu einem Alter von 22,4 Jahren.“[8] Es ist aber ebenfalls ein deutlicher Trend zu erkennen, mit zunehmendem Alter das Elternhaus zu verlassen. Im Vergleich der Statistiken stellt man fest, dass es offenbar einen leichten Trend dazu gibt, dass Männer früher ausziehen und Frauen tendenziell etwas länger bei den Eltern leben. Dies ist daran erkennbar, dass im Jahr 1996 73,4 % der 18 bis 24 jährigen Männer mit den Eltern zusammen lebten und diese Zahl bis zum Jahre 2003 um zwei Prozent auf 71,4 % sank. Umgekehrt ist es bei den Frauen, von denen 1996 54,3 % der 18 bis 24 jährigen bei ihren Eltern lebten. Der Prozentsatz der 18 bis 24 Jahre alten Frauen, die 2003 bei ihren Eltern lebten liegt bei 55,3 %, was einen Anstieg um ein Prozent bedeutet. Diese Erkenntnis widerspricht dem Trend zum Anstieg des Auszugsalters der 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, wie ihn Liegle und Lüscher festgestellt haben.[9] Zu erwähnen bleibt noch, dass sich verschiedene Faktoren auf den Zeitpunkt des Auszugs aus dem Elternhaus auswirken. Von Belang ist zunächst, ob der junge Erwachsene einen Partner hat, was zu einem früheren Auszug aus dem Elternhaus führt.[10] Weitere wichtige Faktoren sind auch „Merkmale der Herkunftsfamilie“,[11] wie die finanzielle Situation der Eltern und zur Verfügung stehender Wohnraum. Bei einer finanziell gut gestellten Herkunftsfamilie, die über ausreichenden Wohnraum verfügt, verzögert sich der Auszug der Kinder in der Regel.[12] Zudem wird der Auszug der Kinder durch die partnerschaftliche Situation der Eltern beeinflusst. Sind die Eltern geschieden oder verwitwet, bleiben die Kinder, vor allem die Töchter, tendenziell länger im Elternhaus.[13]

[...]


[1] Vgl. Lüscher, Kurt; Liegle, Ludwig: Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft. Konstanz. UVK. 2003. S. 138.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. ebd.

[6] Vgl. ebd.

[7] Die Daten zu dieser Tabelle stammen aus den aktualisierten Tabellen zum Datenreport „Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik“ – Ausgewählte Ergebnisse des Mikrozensus 2003 vom Statistischen Bundesamt aus dem Jahr 2004. Zur besseren Veranschaulichung habe ich die Tabelle der ersten Tabelle angeglichen.

[8] Ebd. S. 139

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. ebd.

[11] Ebd.

[12] Vgl. ebd.

[13] Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Intergenerative Beziehungen zwischen Erwachsenen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Sozialisation, Interaktion und Organisation II, Ausgewählte Fragen der Sozialisationsforschung
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V83105
ISBN (eBook)
9783638897402
ISBN (Buch)
9783638897525
Dateigröße
681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intergenerative, Beziehungen, Erwachsenen, Sozialisation, Interaktion, Organisation, Ausgewählte, Fragen, Sozialisationsforschung
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts (B.A.) Julia Albers (Autor:in), 2005, Intergenerative Beziehungen zwischen Erwachsenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83105

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