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Das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit in Platons Höhlengleichnis

Title: Das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit in Platons Höhlengleichnis

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mirco Rauch (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Aus der Einleitung:

(...)
Platon stellt in seinem sogenannten Höhlengleichnis, dem wohl bekanntesten
Abschnitt aus seinem Hauptwerk „Politeia“, dieses Problem ausführlich dar. Mithilfe einer genaueren Analyse jenes Textabschnittes soll in der
vorliegenden Arbeit der Fragstellung nachgegangen werden, wie sich darin
das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit darstellt.
Zuerst wird dabei das Interesse auf das Höhlengleichnis im Kontext der
„Politeia“ gestützt. Der Akzent soll hier vor allem auf dem Sonnen- und Liniengleichnis
liegen, weil sie für das Vorverständnis des Höhlengleichnisses
eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielen. Darauf aufbauend besitzt die Inhaltsangabe
des Höhlengleichnisses die wesentliche Aufgabe, die für die o.g.
Fragestellung relevanten Punkte noch einmal herauszukristallisieren. Aber
auch ein Blick auf die griechischen Termini für den deutschen Ausdruck ‚Bild’
bzw. ‚Abbild’ wird daneben nicht unwichtig erscheinen; so sollen auch gleichzeitig
die für die Analyse wesentlichen Begriffe, welche Platon selbst in seinem
Werk verwendet, herausgearbeitet und deren Bedeutungsunterschiede
aufgezeigt werden, um eine eindeutigere Interpretation zu gewährleisten. Im
nächsten Abschnitt orientiert sich die Einteilung der Kapitel an der Dreiteilung
des Gleichnisses Leben in der Höhle – Aufstieg aus der Höhle – erneuter
Abstieg in die Höhle. Aus diesem Grund soll zunächst das Augenmerk auf
die Situation der Menschen in der von Platon beschriebenen Höhle gerichtet
werden. Dabei wird es vor allem auf die Frage ankommen, wie die dortigen
Bewohner die wahrgenommenen Abbilder bewerten, damit anschließend ein
Vergleich mit der ‚neuen’ Realität (im Gleichnis gekennzeichnet durch den
Aufstieg aus der Höhle ins Licht) stattfinden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Höhlengleichnis in der „Politeia”

2.1. Einbettung des Höhlengleichnisses in den Kontext

2.2. Zum Inhalt des Höhlengleichnisses

2.3. Die Bedeutungsvielfalt des Bildbegriffes in der Antike

3. Analyse des Höhlengleichnisses unter dem Aspekt von Erscheinung und Realität

3.1. Das Wahrnehmen der Abbilder in der Höhle

3.2. Der Weg zur Wirklichkeit: Entfesselung und Aufstieg

3.3. Zurück zur niederen Stufe: Der Abstieg

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit in Platons Höhlengleichnis, um aufzuzeigen, wie menschliche Wahrnehmung durch Erscheinungen getäuscht werden kann und welche epistemologischen Prozesse notwendig sind, um zur wahren Erkenntnis zu gelangen.

  • Die Einbettung des Höhlengleichnisses in den Kontext der „Politeia“ und seine Beziehung zu anderen Gleichnissen.
  • Die philologische Analyse griechischer Termini für Bild- und Abbildbegriffe bei Platon.
  • Die Untersuchung der Erkenntnisstufen von der sinnlichen Wahrnehmung bis zur Vernunft.
  • Die kritische Reflexion des menschlichen Umgangs mit Schein und Sein sowie die pädagogische Bedeutung des Auf- und Abstiegs.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Wahrnehmen der Abbilder in der Höhle

Der Begriff Abbild muss für die folgenden Überlegungen so verstanden werden, dass er das beschreibt, wodurch das Seiende in Erscheinung tritt. Dagegen wird, wie bereits erwähnt (vgl. 2.3.), das Seiende selbst, also das Original, als Idee (eidos) bezeichnet.

Die einzigen Abbilder, die von den Höhlenbewohnern in der Höhle sinnlich wahrgenommen werden, sind die Schatten an der Wand. Weil sich die Gefangenen aber schon „von Kindheit an“ (VII, 514a) in dieser Höhle befinden, sie also den Zustand gar nicht anders kennen und sich in ihrer vertrauten Umwelt wohlfühlen, kommt ihnen nicht in den Sinn, die wahrgenommenen Abbilder zu hinterfragen. So entsteht bei ihnen unweigerlich ein falsches Bewusstsein, „das sich nicht gelegentlich, sondern konstitutionell irrt“: Da die Gefangenen noch keine anderen Abbilder außer jene Schatten an der Höhlenwand wahrgenommen haben, für sie aber gerade deshalb diese Schatten die einzige Wirklichkeit darstellen, machen sie sich von ebensolcher ein völlig falsches Bild. (Deshalb werden die Schatten auch als eidola, also Schein- oder Trugbilder, bezeichnet.) Im Zustand der Gefangenschaft wird also von der wirklichen Welt (im Gegensatz zu den eidola) nichts gesehen. Und deshalb können diese Menschen nie in Erfahrung bringen, dass sie sich täuschen, da sie keine Vergleiche zu einem anderen Zustand anstreben können. So wissen sie auch nicht, dass letztendlich ihr gesamtes Leben aus dem großen Irrtum besteht, Schein für Sein zu halten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt anhand eines modernen Beispiels in die Problematik der Differenz zwischen sinnlicher Wahrnehmung und Wirklichkeit ein und stellt die Fragestellung der Arbeit vor.

2. Das Höhlengleichnis in der „Politeia”: Dieses Kapitel verortet das Höhlengleichnis im Kontext des Sonnen- und Liniengleichnisses und erläutert die Bedeutung der griechischen Begriffe für „Bild“.

3. Analyse des Höhlengleichnisses unter dem Aspekt von Erscheinung und Realität: Hier wird der Prozess der Entfesselung und Erkenntnisgewinnung detailliert analysiert, inklusive der Problematik der Rückkehr in die Höhle.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit des geistigen Denkens, um das wirklich Seiende hinter den Abbildern zu erfassen.

Schlüsselwörter

Platon, Höhlengleichnis, Politeia, Abbild, Wirklichkeit, Erkenntnistheorie, Schein, Sein, Eidolon, Eidos, Dialektik, Erkenntnisstufe, Wahrnehmung, Gerechtigkeit, Philosophenkönig

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Platons Höhlengleichnis, um zu untersuchen, wie sich das Verhältnis zwischen Abbildern und der eigentlichen Wirklichkeit darstellt und wie Menschen aus Täuschungen zu Erkenntnis gelangen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Erkenntnistheorie, das Konzept von Erscheinung und Realität, die Bedeutung der griechischen Bildterminologie sowie die philosophische Interpretation der Höhle als Metapher für den Wissenserwerb.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, wie sich das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit im Höhlengleichnis konstituiert und warum das Durchschauen von Schein ein mühsamer Bildungsprozess ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf dem Studium der „Politeia“ sowie auf der Einbeziehung der einschlägigen Fachliteratur und antiker Begriffe basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Wahrnehmung innerhalb der Höhle, den schmerzhaften Aufstieg zur Wahrheit und die Herausforderungen bei der Rückkehr zu den Mitmenschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Höhlengleichnis, Eidos, Eidola, das Verhältnis von Schein und Sein sowie die Dialektik als höchste Erkenntnisform.

Warum spielt das Sonnen- und Liniengleichnis eine Rolle für das Verständnis?

Diese Gleichnisse liefern laut der Arbeit das notwendige Vorverständnis für die Erkenntnisstufen, da sie den Bereich des Sichtbaren vom Bereich des Denkbaren differenzieren und somit die Struktur des Höhlengleichnisses stützen.

Welche Bedeutung hat der „Abstieg“ des Erkannten in die Höhle?

Der Abstieg symbolisiert die Pflicht des Philosophen, sein Wissen trotz des Unverständnisses und Widerstands der anderen Gefangenen weiterzugeben und somit pädagogisch auf den Staat einzuwirken.

Warum hält Platon den Prozess der Erkenntnis für so „schmerzhaft“?

Der Prozess ist mühsam, da der Mensch gezwungen wird, seine gewohnten, aber trügerischen Sinneswahrnehmungen aufzugeben und seine gesamte Seele auf eine neue, höhere Wirklichkeit auszurichten.

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Details

Title
Das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit in Platons Höhlengleichnis
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Philosophisches Seminar)
Course
Bildbegriffe und Bilderwissen seit der Antike
Grade
2,0
Author
Mirco Rauch (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V83131
ISBN (eBook)
9783638894760
ISBN (Book)
9783638894838
Language
German
Tags
Verhältnis Abbild Wirklichkeit Platons Höhlengleichnis Bildbegriffe Bilderwissen Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirco Rauch (Author), 2007, Das Verhältnis zwischen Abbild und Wirklichkeit in Platons Höhlengleichnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83131
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