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Kollektive Marktbeherrschung - Theoretische Aspekte und Möglichkeiten ihrer wettbewerbspolitischen Erfassung

Titel: Kollektive Marktbeherrschung - Theoretische Aspekte und Möglichkeiten ihrer wettbewerbspolitischen Erfassung

Seminararbeit , 2006 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Hartmann (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wettbewerb im Sinne eines dynamischen Prozesses ist ein Grundpfeiler der Marktwirtschaft. Deshalb ist es Voraussetzung seitens der Politik, Regelungen in der Hinsicht zu schaffen, dass wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen möglichst nicht zu Tage treten, damit sich ein reibungsloser Ablauf marktwirtschaftlicher Prozesse vollziehen kann. Über den Begriff der allgemeinen Marktbeherrschung existiert in der wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Literatur weitgehender Konsens. Das Konstrukt der kollektiven Marktbeherrschung hingegen ist insofern als schwierig anzusehen, als dass zwecks Mangel an (ökonomischer) Theorie keine klaren Normen und Maßregeln anzuwenden sind. Nachdem Fragestellungen zu oligopolistischer Marktbeherrschung in der Vergangenheit zumeist eher sekundär betrachtet wurden, rückte die Frage kollektiver Marktbeherrschung in den 1990er Jahren stärker in den Vordergrund. Dies erfolgte, da Fälle auftraten, bei denen die Europäische Kommission (EK) darüber zu entscheiden hatte, ob Zusammenschlüssen von Unternehmen, die nach Fusion eine potentiell marktbeherrschende Stellung begründen könnten, zugestimmt werden kann oder ob diese abzulehnen sind, da es zu Widersprüchen mit den Grundsätzen des Wettbewerbes kommen könnte. Hierbei gestaltete es sich als schwierig, wissenschaftlich fundierte Hinweise dafür zu finden, ob eine kollektiv marktbeherrschende Stellung vorliegt bzw. vorliegen wird oder nicht, da keine klare rechtliche Norm im Sinne einer Legaldefinition hierfür existiert.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, die theoretischen Aspekte einer kollektiven Marktbeherrschung und deren wettbewerbspolitische Erfassungsmöglichkeit darzustellen. Dabei soll versucht werden, die Frage zu beantworten, ob potentiell kollektiv marktbeherrschende Unternehmen die Möglichkeit besitzen, so am Markt zu agieren als seien sie eine einzelne Unternehmung . Hierzu werden im zweiten Kapitel die rechtlichen und im dritten Kapitel die wirtschaftstheoretischen Grundlagen dargestellt, wobei auch auf spieltheoretische Erklärungsmöglichkeiten eingegangen wird. Im Anschluss wird das Problem kollektiver Marktbeherrschung an drei Musterfällen der europäischen Fusionskontrolle exemplifiziert, woran sich das fünfte Kapitel mit den Erfassungsmöglichkeiten kollektiver Marktbeherrschung anschließt. Abschließend wird im sechsten Kapitel auf wettbewerbspolitische Maßnahmen eingegangen und im siebten Kapitel ein Resümee gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriff der kollektiven Marktbeherrschung

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Rechtliche Grundlagen

2.2.1 Deutsches Recht

2.2.2 EU-Recht

2.2.3 FKVO

2.2.4 Zuständigkeiten bei der Fusionskontrolle

3 Wirtschaftstheoretische Grundlagen

3.1 Oligopoltheorie

3.1.1 Kurze Grundlagen

3.1.1.1 Einseitige Effekte

3.1.1.2 Koordinierte Effekte

3.1.2 Einbeziehung der Oligopolproblematik in die Fusionskontrolle im Kontext kollektiver Marktbeherrschung

3.2 Konkurrenz als iterativer Prozess

3.2.1 Spieltheoretische Implikation und Neue Industrieökonomik

3.2.2 Ausblick: Einbeziehung der evolutorischen Ökonomik in den Kontext kollektiver Marktbeherrschung

4 Musterfälle der europäischen Fusionskontrolle

4.1 Der Fall Nestlé/Perrier

4.2 Der Fall Kali & Salz/Mitteldeutsche Kali

4.3 Der Fall Airtours/First Choice

5 Erfassungsmöglichkeiten kollektiver Marktbeherrschung

5.1 Marktvoraussetzungen

5.1.1 Transparenz

5.1.2 Abschreckung

5.1.3 Reaktion von Wettbewerbern und Kunden

5.2 Kollektive Marktbeherrschung und Kapazitätskoordination in Industrien mit großen irreversiblen Investitionen

5.3 Testverfahren

6 Wettbewerbspolitische Konsequenzen

7 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der kollektiven Marktbeherrschung im Kontext der europäischen Fusionskontrolle und untersucht die Möglichkeiten, diese wettbewerbspolitisch zu erfassen, um eine missbräuchliche Ausnutzung zu verhindern.

  • Grundlagen des Begriffs kollektive Marktbeherrschung
  • Rechtliche Rahmenbedingungen (GWB, FKVO, EU-Recht)
  • Wirtschaftstheoretische Fundierung mittels Oligopoltheorie und Spieltheorie
  • Fallstudien zur europäischen Fusionskontrolle (Nestlé/Perrier, Kali & Salz, Airtours/First Choice)
  • Methoden zur Erfassung und Wettbewerbspolitische Konsequenzen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Einbeziehung der Oligopolproblematik in die Fusionskontrolle im Kontext kollektiver Marktbeherrschung

Im Kontext kollektiver Marktbeherrschung stellt sich für die Fusionskontrolle die Frage, ob eine zunehmende Konzentration auf der Anbieterseite die Wahrscheinlichkeit dafür verschlechtert, dass sich ein funktionsfähiger Wettbewerb einstellt. Dieser wird sich nicht einstellen, verhalten sich die Anbieter kollusiv.

Das an den Tag gelegte Verhalten von kollektiv marktbeherrschenden Unternehmen erfolgt auf Basis der Cournot’schen Oligopoltheorie ergänzt durch spieltheoretische Konsequenzen dadurch, dass jeder Anbieter das Verhalten seiner Mitbewerber in seine Entscheidung implementiert. Hierdurch wird der Binnenwettbewerb stark eingeschränkt, was sich zu Lasten der Fringe Firms und in der Gesamtheit zu Lasten der Nachfrager entwickelt, da insgesamt nahe dem Monopolfall angeboten wird. Ohne dass kollusives Verhalten wissentlich oder gar vorsätzlich vorliegt, gelangt man möglicherweise trotzdem zu einem Ergebnis, das sich eben diesem Verhalten annähert. Die Möglichkeit einer Beobachtung bzw. Schätzung der Reaktion der Mitbewerber ist umso einfacher und mit umso geringeren Transaktionskosten verbunden, je weniger Anbieter am Markt agieren. Aus diesem Grunde ist die Wahrscheinlichkeit gleichförmiger Verhaltensweisen infolge hoher Reaktionsverbundenheit umso höher, je weniger Anbieter sich am Markt befinden. Der aufgezeigte Mechanismus ist allerdings keineswegs als Kausalität zu verstehen, vielmehr ist es eine Möglichkeit zur Erklärung der Entstehungsgründe ausnutzender und wohlfahrtsmindernd wirkender Verhaltensweisen kollektiver Marktbeherrschung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit, kollektive Marktbeherrschung theoretisch und rechtlich zu definieren, und setzt das Ziel der Arbeit, diese Aspekte sowie Erfassungsmöglichkeiten darzustellen.

2 Begriff der kollektiven Marktbeherrschung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der kollektiven Marktbeherrschung und erläutert die relevanten rechtlichen Grundlagen im deutschen sowie europäischen Recht.

3 Wirtschaftstheoretische Grundlagen: Hier werden die oligopoltheoretischen und spieltheoretischen Hintergründe diskutiert, die für das Verständnis von kollusivem Verhalten auf Märkten essenziell sind.

4 Musterfälle der europäischen Fusionskontrolle: Anhand von drei prominenten Fällen (Nestlé/Perrier, Kali & Salz, Airtours/First Choice) wird die Entwicklung der Entscheidungsfindung der Europäischen Kommission exemplifiziert.

5 Erfassungsmöglichkeiten kollektiver Marktbeherrschung: Dieses Kapitel identifiziert notwendige Marktvoraussetzungen wie Transparenz und Sanktionsmechanismen sowie spezifische Problemstellungen in Industrien mit irreversiblen Investitionen.

6 Wettbewerbspolitische Konsequenzen: Es werden Schlussfolgerungen für die Wettbewerbspolitik gezogen, insbesondere hinsichtlich der Notwendigkeit ex ante Analysen und der empirischen Verifizierung ökonomischer Theorien.

7 Schlussbemerkungen: Das Resümee stellt fest, dass verbindliche Kriterien für die Erfassung kollektiver Marktbeherrschung notwendig sind, um Rechtssicherheit zu gewährleisten und marktwirtschaftliche Prozesse effizient zu gestalten.

Schlüsselwörter

Kollektive Marktbeherrschung, Europäische Fusionskontrolle, Oligopoltheorie, Spieltheorie, Kollusion, Wettbewerbspolitik, FKVO, Marktzutrittsbarrieren, Kapazitätskoordination, Transparenz, Wettbewerb, Marktstruktur, Preisabsprachen, Effizienz, Rechtssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Definition und der wettbewerbspolitischen Erfassung von kollektiver Marktbeherrschung bei Unternehmenszusammenschlüssen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die rechtlichen Grundlagen auf deutscher und EU-Ebene, die wirtschaftstheoretische Analyse von Oligopolen sowie die praktische Anwendung durch die Europäische Kommission.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie potentiell kollektiv marktbeherrschende Unternehmen ihre Marktmacht ausnutzen können und welche Ansätze existieren, dies im Rahmen der Fusionskontrolle zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine ökonomische Analyse, basierend auf der Oligopoltheorie, spieltheoretischen Modellen sowie die Auswertung von Rechtsprechung und Entscheidungen der EU-Fusionskontrolle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche und wirtschaftstheoretische Grundlagen, die Analyse von Musterfällen sowie die Untersuchung von Voraussetzungen für kollusives Verhalten auf Märkten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen kollektive Marktbeherrschung, Fusionskontrolle, Spieltheorie, Kollusion und Wettbewerbspolitik.

Welche Rolle spielt die Spieltheorie bei der Analyse von Oligopolen?

Die Spieltheorie hilft zu verstehen, warum Oligopolisten auch ohne explizite Absprachen zu kollusivem Verhalten neigen können, basierend auf Reaktionsverbundenheit und dem Gefangenendilemma.

Warum ist der Fall Airtours/First Choice für die Thematik besonders bedeutend?

Dieser Fall führte dazu, dass der EuGEI klare Bedingungen für die Analyse kollektiver Marktbeherrschung benannte und die Europäische Kommission zur stärkeren Berücksichtigung ökonomischer Fundierungen verpflichtete.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kollektive Marktbeherrschung - Theoretische Aspekte und Möglichkeiten ihrer wettbewerbspolitischen Erfassung
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Volkswirtschaftliches Seminar)
Veranstaltung
Ausgewählte Probleme der Wettbewerbspolitik
Note
1,3
Autor
Marcel Hartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V83151
ISBN (eBook)
9783638898812
ISBN (Buch)
9783638905046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollektive Marktbeherrschung Theoretische Aspekte Möglichkeiten Erfassung Ausgewählte Probleme Wettbewerbspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Hartmann (Autor:in), 2006, Kollektive Marktbeherrschung - Theoretische Aspekte und Möglichkeiten ihrer wettbewerbspolitischen Erfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83151
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Leseprobe aus  32  Seiten
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