Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Near East, Near Orient

Pakistanische Indienpolitik - Keine Option zum Balancing?

Title: Pakistanische Indienpolitik - Keine Option zum Balancing?

Thesis (M.A.) , 2007 , 85 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marc Knoernschild (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Nach mehr als fünf Jahrzehnten der Konfrontation und insgesamt vier bewaffneten Konflikten haben sich die bilateralen Beziehungen zwischen Pakistan und Indien seit April 2003 deutlich entspannt. Die Wurzeln der pakistanisch-indischen Feindschaft liegen in der Teilung der Kolonie Britisch-Indien im Jahr 1947. Nach dem Rückzug der Briten wurde die Kolonie in einen mehrheitlich von Moslems bewohnten Teil (Pakistan) und einen mehrheitlich von Hindus bewohnten Teil (Indien) getrennt. Besonders die Kaschmir-Frage belastet seitdem die bilateralen Beziehungen zwischen Islamabad und Delhi. Alleine drei der insgesamt vier bewaffneten Konflikte zwischen beiden Ländern sind aufgrund des Konfliktes um Jammu und Kaschmir entstanden, zuletzt der Kargil-Krieg im Jahr 1999.
Im Frühjahr 2002 standen Pakistan und Indien nach den Terroranschlägen islamistischer Fundamentalisten auf das indische Parlament vom Dezember 2001 erneut am Rande einer kriegerischen Auseinandersetzung, die aufgrund der nuklearen Bewaffnung beider Länder an besonderer Brisanz gewann. Nach der friedlichen Beilegung der Krise bot der damalige indische Premierminister Vajpayee Pakistan im April 2003 eine Wiederaufnahme des Friedensdialoges an, der bis heute anhält.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Das Thema und seine Bearbeitung

1. Problematik, Forschungsfrage und Relevanz

2. Forschungsstand und Quellenlage

3. Methodik und Forschungsdesign der Arbeit

II. Theoretischer Ansatz der Arbeit – Balancing und Bandwagoning von Staaten im internationalen System

1. Begründung der Auswahl des Neorealismus

2. Die Grundlagen des Neorealismus

3. Bandwagoning und Balancing im Neorealismus

4. Die Hypothesenentwicklung aus der neorealistischen Theorie

III. Hypothesenüberprüfung

1. Das Beziehungsdreieck USA, Pakistan und Indien

1.1. Die Nuklearfrage

1.2. Der Terrorismus

1.3. Die Kooperation in der Militär- und Sicherheitspolitik

1.4. Die Position der USA zur Kaschmir-Frage

1.5. Wirtschaft und Handel

1.6. Fazit

2. Das Beziehungsdreieck China, Pakistan und Indien

2.1. Die Annäherung zwischen China und Indien in der Grenzfrage

2.2. Wirtschaft und Handel

2.3. Die Energiepolitik

2.4. Fazit

3. Das Beziehungsdreieck Afghanistan, Pakistan und Indien

3.1. Die Entwicklung des Beziehungsdreiecks nach dem 11. September 2001

3.2. Fazit

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse

1. Verallgemeinerbare Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das außenpolitische Handeln Pakistans gegenüber Indien und geht der Forschungsfrage nach, warum Pakistan eine Entspannungspolitik gegenüber seinem langjährigen Erzrivalen verfolgt, obwohl neorealistische Theorieannahmen eigentlich ein Balancing-Verhalten nahelegen würden.

  • Anwendung des neorealistischen theoretischen Rahmens auf die pakistanische Indienpolitik.
  • Analyse der Beziehungsdreiecke mit den USA, China und Afghanistan hinsichtlich möglicher Allianzbildungen.
  • Untersuchung des Einflusses der atomaren Bewaffnung und des Sicherheitsdilemmas auf das bilaterale Verhältnis.
  • Überprüfung der Hypothesen zur Unmöglichkeit einer effektiven Allianzbildung gegen Indien.

Auszug aus dem Buch

3. Bandwagoning und Balancing im Neorealismus

Staaten, die in einer anarchischen Umgebung überleben wollen, sind also dazu angehalten, ihre Sicherheit zu maximieren. Laut Neorealismus gelten die Staaten erst dann als sicher, wenn im internationalen System ein Machtgleichgewicht (Balance of Power) existiert. Kommt es innerhalb des internationalen Systems zu Machtverschiebungen zugunsten eines Akteurs (zum Beispiel durch eine Erhöhung seiner capabilities), haben die anderen Staaten zwei Optionen, dieser Entwicklung zu begegnen: Sie können sowohl durch interne Machtsteigerung (Stärkung der Volkswirtschaften, Entwicklung besserer Strategien oder militärische Aufrüstung) als auch durch externe Machtsteigerung (Bündnisbildung) die Verschiebung im Machtgefüge ausgleichen und so ihre Sicherheitslage wieder verbessern. Sind diese Strategien erfolgreich, so entsteht zwischen den Staaten wieder ein Machtgleichgewicht. Das Streben nach einer Balance of Power im internationalen System wird als Balancing bezeichnet.

Das Balancing gegen einen übermächtigen Staat ist notwendig, da die anderen Akteure nie sicher sein können, wie ein aufstrebender Staat seine wachsende Macht verwenden wird. Eine Aggression gegen andere Akteure ist nie vollständig auszuschließen. Ohne das Balancing können Staaten daher Gefahr laufen, ihre Souveränität und Unabhängigkeit gegenüber einer aufstrebenden Macht zu verlieren. Hervorzuheben ist, dass das Streben nach Gleichgewicht (Balancing) für Staaten eine absolute Notwendigkeit und keine wählbare Option ist. Balancing ist vielmehr ein systemischer Zwang, der durch die Struktur des internationalen Systems - besonders dem Fehlen einer zentralen Autorität - bestimmt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Das Thema und seine Bearbeitung: Einleitung in die historisch belastete pakistanisch-indische Feindschaft, Darlegung der Forschungsfrage zur pakistanischen Entspannungspolitik sowie methodisches Vorgehen durch Fallstudien.

II. Theoretischer Ansatz der Arbeit – Balancing und Bandwagoning von Staaten im internationalen System: Herleitung des neorealistischen Rahmens sowie Definition der Mechanismen von Balancing und Bandwagoning als zentrale Erklärungsansätze für staatliches Verhalten.

III. Hypothesenüberprüfung: Empirische Untersuchung der drei Beziehungsdreiecke zu USA, China und Afghanistan, um zu prüfen, ob Pakistan auf diesen Ebenen Alternativen zur Entspannungspolitik hat.

IV. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Ergebnisse, welche bestätigt, dass mangelnde Bündnisoptionen Pakistan zum Bandwagoning gegenüber Indien zwingen, sowie Ausblick auf die sicherheitspolitische Stabilität in Südasien.

Schlüsselwörter

Pakistan, Indien, Entspannungspolitik, Neorealismus, Balancing, Bandwagoning, Kaschmir, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Allianzbildung, Atomwaffen, USA, China, Afghanistan, Südasien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe für die pakistanische Entspannungspolitik gegenüber Indien vor dem Hintergrund der neorealistischen Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die neorealistische Theorie, das Balancing-Bandwagoning-Konzept, die Rolle von Bündnispartnern in Südasien sowie die Auswirkungen nuklearer Bewaffnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu erklären, warum Pakistan seine Politik gegenüber Indien schrittweise von Konfrontation auf Entspannung umgestellt hat, obwohl dies im Widerspruch zu klassischen Balance-of-Power-Modellen steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen empirisch-analytischen Ansatz mit drei spezifischen Fallstudien (USA, China, Afghanistan), um Hypothesen über die Bündnisoptionen Pakistans zu testen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil prüft die Bündnisoptionen Pakistans auf überregionaler und regionaler Ebene, um zu belegen, dass für Pakistan gegenwärtig keine realistische Möglichkeit für ein Balancing gegen Indien besteht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Neorealismus, Bandwagoning, Kaschmir-Konflikt, Sicherheitsdilemma und regionale Machtverteilung.

Warum kann Pakistan kein Balancing gegen Indien betreiben?

Die Analyse zeigt, dass weder die USA, China noch Afghanistan ein Interesse an einer gegen Indien gerichteten Allianz mit Pakistan haben, da Indien für diese Partner geopolitisch und ökonomisch an Bedeutung gewonnen hat.

Welche Rolle spielt die Nuklearisierung für die pakistanische Politik?

Die Nuklearwaffen konnten das Sicherheitsdilemma gegenüber Indien nicht lösen, da die ökonomische und konventionelle Unterlegenheit Pakistans bestehen bleibt und der Besitz von Atomwaffen Pakistan sogar zur vorsichtigen Annäherung drängt.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Entspannungspolitik?

Da Pakistan keine tragfähigen Allianzpartner findet, wird die Entspannungspolitik als eine erzwungene Anpassung (Bandwagoning) gewertet, die solange anhält, wie Pakistan seine prekäre Sicherheitslage nicht durch andere Bündnisse verbessern kann.

Excerpt out of 85 pages  - scroll top

Details

Title
Pakistanische Indienpolitik - Keine Option zum Balancing?
College
University of Regensburg
Grade
1,7
Author
Marc Knoernschild (Author)
Publication Year
2007
Pages
85
Catalog Number
V83152
ISBN (eBook)
9783638859622
Language
German
Tags
Pakistanische Indienpolitik Keine Option Balancing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Knoernschild (Author), 2007, Pakistanische Indienpolitik - Keine Option zum Balancing?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83152
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  85  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint