Die vorliegende Seminararbeit untersucht die „Entwicklung und Bestimmungsgründe der Besteuerung mobiler und immobiler Produktionsfaktoren in den USA" im Rahmen des Generalthemas „Langfristige Trends der wirtschaftlichen Entwicklung".
Die fortschreitende Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen ging mit einer zunehmenden Faktormobilität einher, welche die Steuer- und Finanzpolitik der Länder im internationalen Wettbewerb verstärkt zum Standortfaktor werden ließ. Im Rahmen der Seminararbeit wird dabei untersucht, ob und inwiefern sich die Folgen eines möglichen Steuerwettbewerbs auf die USA als Unternehmensstandort auswirken. Nach einem kurzen Überblick über die historische Entwicklung und den Aufbau des Steuersystems der USA in Kapitel 2, folgt in Kapitel 3 eine ausführliche Untersuchung der langfristigen Entwicklung der Steuerbelastung des mobilen Faktors Kapital und immobilen Faktors Arbeit. Bei der Ermittlung der tatsächlichen, vergleichbaren Steuerlast der Faktoren wird dabei auf die Messmethode der effektiven durchschnittlichen Steuerbelastung zurückgegriffen. In Kapitel 4 wird schließlich auf die Bestimmungsgründe der Faktorbesteuerung und die Rolle der USA im globalen Steuerwettbewerb eingegangen. Abschnitt 4.3 behandelt dabei mögliche Ursachen für die unterschiedliche Belastung der Faktoren Arbeit und Kapital in den Vereinigten Staaten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Steuersystem der USA im Überblick
2.1 Einblick in die historische Entwicklung
2.2 Aufbau des Steuersystems und einzelne Steuerarten
3 Entwicklung der Faktorbesteuerung in den USA
3.1 Zusammensetzung der Steuereinnahmen und Steuersätze
3.2 Die effektive durchschnittliche Steuerbelastung
3.2.1 Die Entwicklung der Gesamt- und Einzelsteuerbelastung
3.2.2 Die USA im internationalen Steuerbelastungsvergleich
4 Bestimmungsgründe der Faktorbesteuerung
4.1 Faktormobilität und internationaler Steuerwettbewerb
4.2 Rolle der USA im internationalen Steuerwettbewerb
4.3 Mögliche Ursachen für die unterschiedliche Faktorbelastung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristige Entwicklung und die Bestimmungsgründe der Besteuerung mobiler und immobiler Produktionsfaktoren in den USA. Zentrales Ziel ist es, unter Anwendung der Methode der effektiven durchschnittlichen Steuerbelastung zu analysieren, wie sich das Steuersystem historisch entwickelt hat und ob sich die Auswirkungen des internationalen Steuerwettbewerbs in den USA als Unternehmensstandort nachweisen lassen.
- Historische Entwicklung des US-Steuersystems
- Analyse der Faktorbesteuerung (Arbeit vs. Kapital)
- Methodik der effektiven durchschnittlichen Steuerbelastung
- Rolle der USA im internationalen Steuerwettbewerb
- Einflussfaktoren auf die Standortattraktivität
Auszug aus dem Buch
4.1 Faktormobilität und internationaler Steuerwettbewerb
Durch den fortschreitenden Globalisierungsprozess nahmen die regionalen und nationalen Bindungen der wirtschaftlichen Beziehungen kontinuierlich ab. Die Liberalisierung der Güter-, Kapital- und Arbeitsmärkte führte unter anderem zu einer Zunahme der internationalen Arbeitsteilung, einem intensiviertem Handel und einer verstärkten grenzüberschreitenden Mobilität von Produktionsfaktoren. Als mittlerweile sehr mobil gilt dabei der Faktor Kapital (insbesondere Finanzkapital), während die Faktoren Arbeit und Boden den immobilen Produktionsfaktoren zugerechnet werden. Vor diesem Hintergrund wird die Steuer- und Finanzpolitik der Nationen zunehmend zum Standortfaktor im internationalen Wettbewerb. So kommt es im Rahmen eines internationalen Steuerwettbewerbs tendenziell zu einer Verschiebung der Steuerlasten weg von den mobilen Faktoren hin zu immobilen Besteuerungsobjekten. Staaten konkurrieren auf den internationalen Faktormärkten um die mobilen Produktionsfaktoren indem sie versuchen, durch günstige steuerliche Rahmenbedingungen, das mobile Kapital in Form von Investitionen im eigenen Land zu halten oder von außen zu attrahieren. Eine hohe Besteuerung auf Kapital kann Investitionen ins Ausland verdrängen, aber z.B. auch eine Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur und damit eine erhöhte Standortattraktivität bewirken. Während Gegner des weltweiten Steuerwettbewerbs die Gefährdung der Finanzgrundlagen für Infrastruktur, Bildungssystem und soziale Sicherung kritisieren, sehen Befürworter neben positiven Effizienzeigenschaften bei der internationalen Faktorallokation einen Vorteil in der Einflussbegrenzung des (Steuer-)Staates.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung der Faktorbesteuerung in den USA.
2 Das Steuersystem der USA im Überblick: Historischer Abriss des US-Steuerrechts und Beschreibung der föderalistischen Struktur des Steuersystems.
3 Entwicklung der Faktorbesteuerung in den USA: Detaillierte Untersuchung der Steuerbelastung von Arbeit und Kapital unter Verwendung der effektiven Durchschnittsbelastung.
4 Bestimmungsgründe der Faktorbesteuerung: Analyse des internationalen Steuerwettbewerbs und Untersuchung der Gründe für die spezifische Faktorbelastung in den USA.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige steuerpolitische Herausforderungen der USA.
Schlüsselwörter
USA, Faktorbesteuerung, Kapitalbesteuerung, Arbeitsbesteuerung, Steuerwettbewerb, Standortfaktor, Fiskalpolitik, Effektive Steuerbelastung, Globalisierung, Internal Revenue Code, Steuerquote, Produktionsfaktoren, Unternehmensstandort, Kapitalmobilität, Finanzsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die Bestimmungsgründe der Besteuerung von Kapital und Arbeit in den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das föderalistische US-Steuersystem, der internationale Steuerwettbewerb und die Effekte der Besteuerung auf mobile versus immobile Produktionsfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Bestimmung der effektiven Steuerlast von Arbeit und Kapital und die Frage, wie stark sich der internationale Steuerwettbewerb auf den Standort USA auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Messmethode der effektiven durchschnittlichen Steuerbelastung angewandt, um die tatsächliche Steuerlast vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung des US-Steuersystems, der empirischen Analyse der Steuerbelastung und den theoretischen Gründen für den internationalen Steuerwettbewerb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Faktorbesteuerung, Standortwettbewerb, Steuerquote, Kapitalmobilität und Fiskalpolitik.
Warum wird Kapital in den USA höher besteuert als in vielen anderen Ländern?
Trotz der hohen Kapitalbesteuerung bieten die USA aufgrund anderer Faktoren wie flexiblen Arbeitsmärkten und günstigen Rahmenbedingungen eine hohe Standortattraktivität.
Spiegelt sich der internationale Steuerwettbewerb in den USA wider?
Die Untersuchung zeigt, dass die langfristigen Trends der Faktorbesteuerung in den USA bisher relativ wenig von einem direkten internationalen Steuerwettbewerb beeinflusst wurden.
Welche Rolle spielen die Einzelstaaten für das US-Steuersystem?
Einzelstaaten und Kommunen tragen durch eigenständige Erhebungen von Grund-, Vermögen- und Körperschaftsteuern wesentlich zum Gesamtsteuersystem bei.
- Quote paper
- Diplom-Betriebswirt Pascal Noller (Author), 2004, Entwicklung und Bestimmungsgründe der Besteuerung mobiler und immobiler Produktionsfaktoren in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83223