Der Einsatz von Beratungslehrern ist heutzutage in 12 von 16 Bundesländern ein unerlässlicher Bestandteil des Schulalltags. In der Bundesrepublik Deutschland übernehmen ungefähr 15.000 Lehrpersonen diese Beratungsfunktion in der Schule. Den Schülern und Eltern sowie dem Lehrerkollegium und der Schulleitung wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, in schwierigen Situationen eine professionelle Vertrauensperson aufzusuchen und deren Rat in Anspruch zu nehmen. In der folgenden Hausarbeit soll dargestellt werden welcher hohe Stellenwert der Beratung in der Schule zukommt.
„Beratung ist eine zeitlich beschränkte Beziehung zwischen einem Berater, einer Beraterin und einem Klienten (-system). Sie stellt eine anthropologische Grundgegebenheit dar: Der Mensch bedarf des Rats, des Beistands, der Aufrichtung, der Rettung.“( BUBER 1949, S. 20. Text zitiert aus: SCHMIDINGER in: ENDER 1996, S. 63)
Die Bedeutung des Begriffs Beratung lässt demnach keine eindeutige Beschreibung zu sondern verfügt über vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Je nach Benutzer variiert das Verständnis von Beratungsaspekten in einem vorliegenden Problemfall.
Ein Problem liegt dann vor, wenn beim Ratsuchenden Unstimmigkeiten zwischen seiner “Ist- und Soll-Lage“ entstehen und er zudem über keine Techniken verfügt, dieses Problem ohne fremde Hilfe zu lösen.
Unter dem Begriff Beratung ist also im Wesentlichen eine kennzeichnende “zwischenmenschliche Beziehung“ zu verstehen, die durch eine problemzentrierte Interaktion zwischen Berater und Klienten gekennzeichnet ist. Das vorhandene Problem muss gemeinsam erkannt und die dazu angemessene Lösung herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition des Begriffs Beratung
3 Beratung im schulischen Bereich
4 Aufgaben der Beratung in der Schule
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Stellenwert und die Funktionen von Beratung innerhalb des schulischen Kontextes. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Beratungslehrer und pädagogisches Personal dazu beitragen können, den Schulalltag durch professionelle Unterstützung in schwierigen Situationen zu entlasten und die Lernkultur nachhaltig zu fördern.
- Grundlagen und Definitionen des Beratungsbegriffs
- Die Rolle der Beratung im modernen Schulalltag
- Kooperation zwischen Lehrkräften und externen Fachleuten
- Aufgabenbereiche und Funktionen schulischer Beratung
- Förderung der Beratungs- und Kommunikationskultur
Auszug aus dem Buch
3 Beratung im schulischen Bereich
„Schulberatung hat in den letzten Jahren ständig an Bedeutung gewonnen. Psychologie und Pädagogik haben sich zunehmend diesen Aufgaben gewidmet, nicht aus einer Modebewegung heraus, sondern weil immer klarer erkennbar wird, dass die Möglichkeiten einer Reform des Bildungswesens nur dann durchgreifend wirksam werden können, wenn die Tätigkeit des Lehrers durch ein differenziertes Beratungsangebot begleitet wird.“ (LÜTTGE u. a., 1984, S. 3. Text zitiert aus: LÜTTGE in: GREWE 1990, S. 19)
Bereits 1970 zählte der Deutsche Bildungsrat das Beraten zu den grundlegenden Aufgaben, die ein jeder Lehrer neben seinen anderen Schultätigkeiten wahrzunehmen hat. Um Lehrer nicht zu überfordern, ist eine Kooperation mit Fachleuten der “Beratungs- und Erziehungsarbeit“, bspw. Beratungslehrern, Schulpsychologen, Sozialpädagogen und Sozialarbeitern nötig.
Schulberater und -psychologen werden in allen Schulformen eingesetzt und verfolgen gemeinsame Ziele: Kooperation mit den Lehrkräften, um eine angenehme Schulatmosphäre zu gewährleisten sowie Entwicklung von Lösungsstrategien für die Probleme der Schüler zu entwickeln. Die Beratungsformen sind je nach Einzelfall unterschiedlich. Die primäre Form der Beratung stellt das Einzelgespräch dar. Darüber hinaus gibt es Elternabende, Konferenzen, Gruppen und Klassengespräche. Dabei hat jede Schulform einen unterschiedlichen Beratungsbedarf. Wichtig ist dabei, dass Schulaufsicht, Schulleitung und Lehrer immer kooperativ zusammen arbeiten. Auch externe Berater müssen eingebunden werden.
Die meisten Beratungen im schulischen Feld finden innerhalb des hierarchischen Machtsystems der Schule statt. Lehrer beraten Schüler, Leiter beraten Lehrer und die Schulaufsicht berät den Leiter. Eine qualifizierte schulische Beratung und die stetige Förderung der “Beratungs- und Kommunikationskultur“ bilden die Grundlage für eine effiziente “Bildungs- und Erziehungsarbeit“ und bestimmt das Niveau einer Schule.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den hohen Stellenwert von Beratungslehrern im heutigen Schulalltag und stellt die Intention der Arbeit dar.
2 Definition des Begriffs Beratung: Es wird die anthropologische und fachliche Basis des Beratungsbegriffs als helfende, zeitlich begrenzte Interaktionsbeziehung dargelegt.
3 Beratung im schulischen Bereich: Dieses Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit von Schulberatung, die Kooperation mit Fachkräften sowie die hierarchischen Strukturen innerhalb des schulischen Systems.
4 Aufgaben der Beratung in der Schule: Hier werden die verschiedenen Funktionen von Beratung sowie das breite Aufgabenspektrum von Lehrern als Berater konkretisiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Institutionalisierung von Beratungsangeboten an Schulen zusammen und betont die Notwendigkeit fachlich fundierter Beratungssysteme.
Schlüsselwörter
Schulberatung, Beratungslehrer, Pädagogik, Schulentwicklung, Beratungsgespräch, Lernkultur, Schulklima, Erziehungsauftrag, soziale Kompetenzen, Lehrerberuf, Konfliktmanagement, Schulleitung, Kooperation, Bildungsreform, Einzelfallhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und der praktischen Umsetzung von Beratungsprozessen innerhalb der Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Definition von Beratung, die Einbettung in den Schulalltag sowie die konkreten Aufgaben und Funktionen von Beratungslehrern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert von Beratung als essenziellen Bestandteil des modernen Lehrerberufs und zur Verbesserung der Lernkultur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Fachliteratur zum Thema pädagogische Beratung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Definition, eine Analyse des schulischen Kontextes sowie eine detaillierte Auflistung der Aufgabenbereiche von Beratungslehrern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Schulberatung, Beratungslehrer, Schulentwicklung, Schulklima und Erziehungsauftrag.
Warum ist die Kooperation mit externen Fachkräften laut der Arbeit so wichtig?
Da die Beratung ein komplexes Aufgabenfeld ist, dient die Kooperation dazu, den einzelnen Lehrer zu entlasten und die notwendige professionelle Expertise bereitzustellen.
In welcher Beziehung stehen die Beratungsformen zum hierarchischen Machtsystem der Schule?
Der Autor stellt fest, dass die meisten Beratungen innerhalb der vorgegebenen hierarchischen Strukturen stattfinden, etwa in der Form, dass Lehrer Schüler beraten und Schulaufsichten die Schulleitung beraten.
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- Nadine Peiler (Author), 2007, Beratung in der Schule - Definition und Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83266