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Nichteheliche Lebensgemeinschaften - ein Resultat des Wandels der Familie?

Title: Nichteheliche Lebensgemeinschaften - ein Resultat des Wandels der Familie?

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Meyer (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die rückläufigen Eheschließungszahlen, die stetig ansteigende Zahl der Scheidungen, der drastische Rückgang der Geburten, die wachsende Zahl an Einelternfamilien beziehungsweise an Alleinerziehenden, der steigende Anteil an Einpersonenhaushalten und die deutlich angestiegene Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften in Deutsch-land legen die Vermutung nahe, dass die Institution der Familie in eine Krise geraten sein oder auch zunehmend an Bedeutung verloren haben könnte.
Die eben beschriebenen Sachverhalte werfen jedoch einige weiterführende Fragen auf: Was versteht man unter „Familie“, wie lässt sie sich definieren? Welche Funktionen und Aufgaben hat sie? Welche verschiedenen familialen Lebensformen gibt es? Wie hat sich die Struktur der Familie verändert? Aus welchen Gründen? Befindet sich die Fami-lie in einer Krise oder sogar im Verfall?
In der hier vorliegenden Arbeit werde ich neben diese Fragestellungen auch eine bestimmte familiale Lebensform näher betrachten, nämlich die der nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Ich habe diese ausgewählt, da sie in den letzten Jahrzehnten einen sehr starken Zuwachs erfahren hat. Woher kommt dieser Anstieg? Ist er etwa eine Folge der strukturellen Veränderungen der Familie und falls ja, in welchem Ausmaß? Sind sie sogar erst durch den Strukturwandel entstanden? Oder hat es diese Form der Partner-schaft schon immer gegeben? Wie ist diese Form des nichtehelichen Zusammenlebens entstanden, wie hat sie sich entwickelt? Welche Absichten und Ziele werden durch sie verfolgt, welche Aufgaben und Funktionen hat sie? Welche Menschen entscheiden sich für diese Lebensform? In meinen Ausführungen werde ich mich ausschließlich auf die Entwicklungen in Deutschland beziehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie

2.1 Definition von Familie

2.2 Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie

2.3 Der Strukturwandel der Kernfamilie

2.3.1 Die Entwicklung der Geburtenziffer

2.3.2 Die Entwicklung der Eheschließungen und Ehescheidungen

2.3.3 Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Zahlen

2.3 Ursachen des Strukturwandels der Familie

2.3.1 Die Veränderung des Verhältnisses von Ehe und Familie

2.3.2 Die Individualisierungsthese

2.3.3 Die Theorie sozialer Differenzierung

2.3.4 Reformen des Familienrechts

3. Nichteheliche Lebensgemeinschaften

3.1 Die historische Entwicklung der nichtehelichen Lebensgemeinschaften

3.2 Die Motive für die Gründung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft

3.3 Eigenschaften und Besonderheiten der nichtehelichen Lebensgemeinschaften

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Strukturwandel der Familie in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf die Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften, um zu klären, ob diese Entwicklung ein Symptom für eine Krise der Familie darstellt oder Ausdruck eines generellen gesellschaftlichen Wandels ist.

  • Definition und historischer Wandel der bürgerlichen Kleinfamilie
  • Statistische Analyse von Geburtenraten sowie Heirats- und Scheidungszahlen
  • Theoretische Erklärungsansätze für den Strukturwandel (Individualisierung, soziale Differenzierung)
  • Die historische Entwicklung und Motive nichtehelicher Lebensgemeinschaften
  • Rechtliche Anerkennung und gesellschaftliche Bedeutung nichtehelicher Lebensformen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die historische Entwicklung der nichtehelichen Lebensgemeinschaften

Schon während der vergangenen Jahrhunderte gab es neben der Institution der Ehe auch nichteheliche Lebensgemeinschaften, sie waren aber damals nie ein Massenphänomen. Allerdings waren die verheirateten Paare sozial privilegiert, während vor allem im 18. und 19. Jahrhundert rechtlich gegen nichteheliche Lebensgemeinschaften vorgegangen wurde. Die Obrigkeit wollte die Ehe als kontrollierbare, kleinste Einheit im Staat durchsetzen und schützen. Die so genannten „wilden Ehen“ oder „Konkubinate“ waren durch Strafen der Obrigkeit und kirchliche Sanktionen bedroht. Angaben über die Anzahl dieser Beziehungen in diesen beiden Jahrhunderten sind nicht möglich, da die Dauerbeziehungen nicht legalisiert waren und somit die Betroffenen zu keinerlei Aussagen darüber bereit waren. Beziehungen dieser Art wurden erst öffentlich gemacht, sobald eine Heiratsabsicht bestand und die Obrigkeit um Erlaubnis gefragt werden musste.

Vom 16. bis 19. Jahrhundert war es bestimmten Gruppen in der Bevölkerung verboten, eine Ehe nach freier Wahl zu schließen. Das betraf zum Beispiel Studenten, Soldaten, Gesellen und Dienstboten. Um der zunehmenden Verarmung und der steigenden Kosten für die Fürsorge entgegenzuwirken, mussten Heiratswillige seit dem 18. Jahrhundert nachweisen, dass das Vermögen für die Versorgung einer Familie ausreichend ist. Diese Regelung trug erheblich zum Anstieg der „Ehe ohne Trauschein“ bei (Möhle, 1999).

Die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften sank ab 1870, denn 1868 wurde das „Gesetz über die Aufhebung der polizeilichen Beschränkungen der Eheschließungen“ erlassen. Ab diesem Zeitpunkt konnte jede Frau und jeder Mann heiraten (Erler, 1996). Erst 1874 wurden in Deutschland Standesämter eingeführt, vorher wurden die Trauungen von der Kirche vorgenommen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es bei einigen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Strukturwandels der Familie ein und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften.

2. Familie: Dieses Kapitel definiert den Familienbegriff, skizziert die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie und beleuchtet statistische Kennziffern sowie theoretische Ursachen des Strukturwandels.

3. Nichteheliche Lebensgemeinschaften: Das Kapitel behandelt die historische Entwicklung, die verschiedenen Gründungsmotive sowie die spezifischen Eigenschaften dieser Lebensform.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Familie nicht in einer Krise steckt, sondern sich durch Pluralisierung wandelt.

5. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet die für die Arbeit herangezogene Fachliteratur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Familie, Strukturwandel, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Ehe, Geburtenziffer, Individualisierung, soziale Differenzierung, Familienrecht, Scheidung, Lebenslauf, Kleinfamilie, Modernisierung, Partnerschaft, Säkularisierung, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Strukturwandel der Familie in Deutschland und untersucht, ob die Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften als Zeichen einer Familienkrise zu deuten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Familie, statistische Daten zur Geburten- und Heiratsentwicklung sowie theoretische Konzepte wie Individualisierung und soziale Differenzierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für den Zuwachs nichtehelicher Lebensgemeinschaften zu ergründen und die familiale Pluralisierung soziologisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen und empirischen Analyse soziologischer Ansätze sowie der Auswertung statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Familie, den Ursachen des Wandels durch gesellschaftliche Prozesse und einer detaillierten Betrachtung nichtehelicher Lebensgemeinschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Familienstruktur, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Individualisierung, Strukturwandel und Familiensoziologie.

Wie hat sich die Einschätzung nichtehelicher Lebensgemeinschaften historisch verändert?

Früher wurden diese als „wilde Ehen“ diskriminiert und unterdrückt, heute sind sie als selbstverständliche und gesellschaftlich akzeptierte Lebensform institutionalisiert.

Welche Rolle spielen Reformen des Familienrechts für die Entwicklung neuer Lebensformen?

Rechtliche Reformen wie das Gleichberechtigungsgesetz und die Reform des Scheidungsrechts haben die individuelle Freiheit in der Lebensgestaltung gestärkt und die rechtliche Anerkennung neuer Lebensformen ermöglicht.

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Details

Title
Nichteheliche Lebensgemeinschaften - ein Resultat des Wandels der Familie?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Sozialstruktur und Lebenslauf: Theoretische und empirische Ansätze
Grade
2,0
Author
Stefanie Meyer (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V83320
ISBN (eBook)
9783638899154
ISBN (Book)
9783638905145
Language
German
Tags
Nichteheliche Lebensgemeinschaften Resultat Wandels Familie Sozialstruktur Lebenslauf Theoretische Ansätze Wandel der Familie Familienstruktur im Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Meyer (Author), 2007, Nichteheliche Lebensgemeinschaften - ein Resultat des Wandels der Familie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83320
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