Das Spannungsfeld zwischen den neuen Lernzielen bzw. der neuen Lernstruktur in der Berufsausbildung und den traditionellen Abschlussprüfungen für die Auszubildenden, diente als Vorgabe für eine neue Denkweise und Reform des Prüfungssystems im dualen System. Denn die in der Berufsausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten müssen sich in den Prüfungen widerspiegeln, wenn diese ihre Funktion als Berufseingangsprüfung und Prognose-instrument für die Berufsqualifizierung erfüllen und ihrem Auftrag gerecht werden wollen.
Es stellt sich demzufolge die Frage, inwiefern die Einführung und Einwirkung der Begriffe Handlungs-kompetenz und Schlüsselqualifikationen sich auf das traditionelle Prüfungssystem auswirken, welche Probleme sie auslösen und wie sich dies in der Gestaltung der Prüfungen widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gesetzliche Grundlagen
2.1 Inwiefern beeinflussen Gesetze die Berufsbildung
2.2 Das Berufsbildungsgesetz (BBiG)
2.3 Die Ausbildungseignungsverordnung (AEVO)
3 Wer ist autorisiert auszubilden?
3.1 Ausbildender
3.2 Ausbilder
3.3 Auszubildender
3.4 Ausbildungsstätte
4 Traditionelle Funktionsbilder des betrieblichen Ausbildungspersonals
4.1 Ausbildungsleiter
4.2 Ausbildungsmeister
4.3 Hauptberuflicher Ausbilder
4.4 Nebenberuflicher Ausbilder
5 Temporale Veränderung der Ausbildung und ihre Konsequenz für Auszubildende und Ausbilder
5.1 Technologischer Fortschritt und der sich dadurch ändernde Anspruch der Facharbeiterqualifikationen
5.2 Soziale Entwicklung der Gesellschaft
5.3 Veränderungen für die Berufsbildung
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die regulatorischen Rahmenbedingungen und die sich wandelnden Anforderungen an das Ausbildungspersonal in Deutschland unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben und gesellschaftlicher Veränderungen. Ziel ist es, die Rolle des Ausbilders als Steuerungsobjekt für eine qualitativ hochwertige Berufsbildung kritisch zu beleuchten und den Einfluss von Instrumenten wie dem Berufsbildungsgesetz und der Ausbildungseignungsverordnung (AEVO) zu analysieren.
- Gesetzliche Grundlagen der Berufsbildung in Deutschland
- Rollenklärung und Eignungsvoraussetzungen für Ausbildungspersonal
- Traditionelle Funktionsbilder im betrieblichen Ausbildungskontext
- Auswirkungen technologischer und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf die Ausbildung
- Herausforderungen durch handlungsorientiertes Lernen für Ausbilder
Auszug aus dem Buch
3.2 Ausbilder
„Ausbilden heißt: Die Berufsausbildung verantwortlich durchzuführen.“ Daher ist auch hier die Eignung im BBiG festgeschrieben: „Auszubildende darf nur ausbilden, wer persönlich und fachlich geeignet ist“
Wer ist fachlich geeignet? „Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten besitzt, die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind.“
Eine Regulierung durch den Staat ist auch hier stark erkennbar. Erhob der Staat beim Begriff der Berufsbildung noch eine weite Definition, wird bei der Berufsausbildung exakt festgelegt, welche Kompetenzen vorliegen müssen, um die Berufsbildung zu steuern. Daher erstaunt es nicht, dass auch die Bedingungen für die beruflichen, sowie berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten gesetzlich verankert sind.
Zusätzlich zu den beruflichen Bedingungen erhebt das BBiG folgende Voraussetzungen: „Die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, wer 1. die Abschlussprüfung in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat, 2. eine anerkannte Prüfung an einer Ausbildungsstätte oder vor einer Prüfungsbehörde oder eine Abschlussprüfung an einer staatlichen Schule in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat oder 3. eine Abschlussprüfung an einer deutschen Hochschule in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat und eine angemessene Zeit in seinem Beruf praktisch tätig gewesen ist.“
Hiermit wird schon der erste große Unterschied zwischen Ausbildern und Ausbildenden sichtbar. Der Staat will, dass sein Steuerungsobjekt (Ausbilder) über ein beständiges Gerüst an beruflichen Kompetenzen verfügt, die er an den Auszubildenden weitergeben kann. Dies hat zum Ziel die Qualität der Berufsbildung zu optimieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesetzliche Verankerung der deutschen Berufsbildung und die daraus resultierenden neuen Anforderungen an Auszubildende und Ausbilder in einer sich wandelnden Arbeitswelt.
2 Gesetzliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die steuernde Rolle des Staates durch Rechtsquellen wie das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und die Ausbildungseignungsverordnung (AEVO).
3 Wer ist autorisiert auszubilden?: Es werden die Rollen und persönlichen sowie fachlichen Eignungsvoraussetzungen von Ausbildenden, Ausbildern, Auszubildenden und Ausbildungsstätten definiert.
4 Traditionelle Funktionsbilder des betrieblichen Ausbildungspersonals: Die verschiedenen Rollenbilder wie Ausbildungsleiter, Ausbildungsmeister sowie haupt- und nebenberufliche Ausbilder werden in ihren Tätigkeitsbereichen analysiert.
5 Temporale Veränderung der Ausbildung und ihre Konsequenz für Auszubildende und Ausbilder: Dieses Kapitel thematisiert den technologischen und gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf Qualifikationsanforderungen und das Konzept des handlungsorientierten Lernens.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Auswirkungen der AEVO-Aussetzung zusammen und betont die wachsende Bedeutung fachlicher Erfahrung und sozialer Kompetenz des Ausbilders.
Schlüsselwörter
Berufsbildung, BBiG, AEVO, Ausbildereignung, Facharbeiterqualifikationen, handlungsorientiertes Lernen, Ausbildungspersonal, beruflicher Wandel, Schlüsselqualifikationen, Kompetenzbereiche, berufliche Handlungsfähigkeit, betriebliche Ausbildung, Ausbildungskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den gesetzlichen Vorgaben und funktionalen Rollen des Ausbildungspersonals im deutschen Berufsbildungssystem unter besonderer Berücksichtigung der Ausbildereignung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen durch BBiG und AEVO, die Funktionen der verschiedenen Akteure in der Ausbildung sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher und technischer Veränderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss staatlicher Regulierungsinstrumente auf die Qualität der Berufsausbildung und die Rolle des Ausbilders als Steuerungsobjekt kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Gesetzesgrundlagen, Verordnungen und fachwissenschaftlicher Publikationen zur Berufspädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse gesetzlicher Grundlagen, die Definition der am Ausbildungsprozess beteiligten Akteure, die Darstellung traditioneller Funktionsbilder und die Diskussion moderner Herausforderungen wie handlungsorientiertes Lernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Berufsbildung, Ausbildereignung, BBiG, handlungsorientiertes Lernen und fachliche sowie soziale Kompetenzen sind zentrale Begriffe.
Wie wirkt sich die Aussetzung der AEVO auf die Ausbildungssituation aus?
Laut der Arbeit führt die Aussetzung primär zu einem Anstieg der Anzahl ausbildungsberechtigter Betriebe, insbesondere bei kleineren Unternehmen, wobei jedoch kritisch hinterfragt wird, wie sich dies langfristig auf die Qualität der Ausbildung auswirkt.
Was versteht die Arbeit unter dem Konzept der beruflichen Handlungskompetenz?
Die berufliche Handlungskompetenz wird als eine Kombination aus Fach-, Methoden-, Sozial- und Individualkompetenz definiert, die notwendig ist, um den komplexen Anforderungen der modernen Arbeitswelt zu entsprechen.
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- Jan Wischmann (Author), 2007, Vorgaben für die Ausbildung des pädagogischen Personals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83353