Metropolregionen - Ein Vergleich zwischen Frankfurt/Rhein-Main und Berlin-Brandenburg


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
52 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Europäischen Metropolregion
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Merkmale und Funktionen einer Europäischen Metropolregion
2.3 Europäische Metropolregionen in Deutschland
2.4 Einbindung des Konzepts auf europäischer und nationaler Ebene

3. Die Metropolregionen Frankfurt/Rhein-Main und Berlin/Brandenburg im Vergleich
3.1 Abgrenzung der Metropolregionen
3.2 Politisch-administrative Umsetzung
3.3 Vergleich der strukturellen Merkmale
3.3.1 Bevölkerungsentwicklung und -struktur
3.3.2 Siedlungsstruktur
3.3.3 Wirtschaft
3.4 Vergleich von Funktionen der Metropolregionen
3.4.1 Entscheidungs- und Kontrollfunktion
3.4.2 Innovations- und Wettbewerbsfunktion
3.4.3 Gatewayfunktion
3.5 Vergleich der vorhandenen Leitbilder

4. Schlussbetrachtung

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff Metropolregion ist in den letzten Jahren immer stärker in das Blickfeld der Wissenschaft geraten. Überall wird die Notwendigkeit der Ausweisung von Metropolregionen als „Motor der Entwicklung“ (MKRO, 1995, §2) bekräftigt. Dieser Diskurs über Metropolen und Metropolregionen in Wissenschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft gründet sich auf den rasanten Veränderungen in allen Teilbereichen des Lebens. Als Hintergrundaspekte dieser Diskurskonjunktur kann man mindestens sieben Thesen nennen.

- Zu Beginn stehen erstens die Veränderungen im deutschen Städtesystem nach der Wende in den 1990er Jahren, mit dem Bedeutungsgewinn Berlins als Hauptstadt und Regierungssitz.
- Zweitens, die Integration der deutschen Städte in das europäische Städtesystem durch die politische und vor allen Dingen wirtschaftliche Einigung Europas. Dadurch herrscht nicht nur Konkurrenz auf nationaler Ebene, sondern deutsche Städte müssen sich im Wettbewerb mit den großen Städten Europas behaupten.
- Den dritten Faktor bildet der tiefgreifende Strukturwandel der Wirtschaft, hin zu einer flexiblen Spezialisierung der Ökonomie die auch „flexiblen Netzwerk-Ökonomie“ genannt wird.
- Viertens: Der Bedeutungsverlust der Nationalstaaten und die Abgabe von Kernkompetenzen an die supranationale Organisation der Europäischen Union ist als nächstes anzuführen. Diese Entwicklung führt zu einer neuartigen Mehr-Ebenen-Struktur, die in ihrer komplexen Ausgestaltung viele Probleme mit sich bringt.
- Den fünften Faktor bilden die anhaltende Arbeitsmarktkrise und die damit teilweise zusammenhängende Finanzkrise der öffentlichen Hand. Durch das Fehlen von finanziellen Mitteln kann sich die Verwaltung eine flächendeckende Förderung aller Räume nicht mehr leisten und deswegen kommt eine punktuelle Förderung von Kernräumen immer öfter ins Gespräch . Die Städte sind plötzlich gezwungen, sich im harten Wettbewerb zu positionieren, um durch eine attraktive Standortpolitik und Wirtschaftsförderung Unternehmen anzusprechen.
- Der sechste und vielleicht wichtigste Faktor ist die Globalisierung, also die Transformation der nationalen Volkswirtschaften zu einer Weltwirtschaft. Diese Globalisierung bringt in jedem Bereich tiefgreifende Veränderungen mit sich. Um nur ein Gebiet zu nennen, wandelten sich die früher national segmentierten Gütermärkte hin zu einem globalen Markt, in dem die Güter überall auf der Welt zu ähnlichen Preisen angeboten werden.
- Die siebte These ist die von Taylor beschriebene veränderte Raumsemantik. Es findet ein Wandel von einem Raum der abgegrenzten Territorien der Nationalstaaten hin zu einem Raum der Netzwerke mit Knotenpunkten und Strömen von Gütern, Menschen, Information usw. statt. Diese neue Raumstruktur wird in Zukunft das Denken der Handelnden bestimmen und somit ist das Konzept der Europäischen Metropolregionen eines der Konzepte die diesen Raumansatz verfolgen und somit einen Ausblick in eine mögliche Zukunft bieten.

(Vgl. Blotevogel, 2001, S.157ff)

In meiner Arbeit sollen zwei Teilgebiete bearbeitet werden. Zum einen möchte ich das Konzept der Europäischen Metropolregionen näher vorstellen, Merkmale und Funktionen dieser Raumordnungskategorie aufzeigen und die gesetzliche Implementierung behandeln. Zum anderen werde ich das theoretische Konzept der Metropolregionen in der Praxis beurteilen, in dem ich einen Vergleich zwischen den beiden ausgewiesenen Metropolregionen Frankfurt-Rhein/Main und Berlin/Brandenburg erstelle. Dabei beschäftige ich mich unter anderem mit der Abgrenzung der Räume, den unterschiedlichen politisch-administrativen Konzepten und den verschiedenen Strukturdaten der Metropolregionen. Außerdem sollen die Metropolregionen anhand der vorher festgelegten Funktionen und Merkmale charakterisiert werden, um eventuelle Schwächen der Regionen aufzudecken. Zum Schluss möchte ich mit den Leitbildern der Zukunftsprogramme beschäftigen, die eine eindeutige Zielbeschreibung darstellen und die Handlungsfelder der Zukunft aufzeigen.

2. Das Konzept der Europäischen Metropolregion

2.1 Begriffsdefinition

Der Begriff Metropolregion setzt sich aus den beiden Substantiven „Metropole“ und „Region“ zusammen. Der Ausdruck „Metropole“ stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Mutterstadt“, deren Stadtrecht auf koloniale Gründungen übertragen wurde. Später wurde der Begriff für Hauptstädte benutzt, meist aber auch in religiös-kirchlichem Kontext zur Bezeichnung von religiösen Zentren wie Jerusalem und Rom oder im osteuropäischen Kulturkreis Byzanz-Konstantinopel.(vgl. Blotevogel, 2001, S.159). In der heutigen Zeit wurde die klerikale Bedeutung des Wortes durch eine säkulare ersetzt. So bezeichnet man heute mit dem Begriff Metropole die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentren eines Landes sowie deren Hauptstadt. (vgl. Leser, 1997, S.508) Dabei liegt der Schwerpunkt der Definition eindeutig auf ökonomischen Gesichtspunkten.(ARL, 2002, S.156) So werden Metropolen meist als „Knotenpunkte globalisierter Ökonomien und als wirtschaftliche Steuerungs- und Dienstleistungszentralen mit weltweiten Verflechtungen“ (Blotevogel, 2001, S.160) angesehen.

Die Definition des Begriffs „Region“ gestaltet sich ungleich schwieriger. Das Wort wird vom Lateinischen „regio“, was Richtung, Grenze, Gegend, Landschaft bedeutet, hergeleitet. Eine Region stellt im allgemeinen eine größere geographische Raumeinheit dar, die mehrere Landschaften umfasst. Meist sind sie von mittlerer Größe und lassen sich funktional oder strukturell nach außen abgrenzen. (vgl. Leser, 1997, S.690)

In der Raumordnung werden Regionen durch das Ähnlichkeitsprinzip oder das Verflochtenheitsprinzip festgelegt. Das Ähnlichkeitsprinzip fasst räumliche Grundeinheiten (Gemeinden, Messeinheiten etc.) unter Berücksichtigung bestimmter Merkmale zu Regionen zusammen. Das Verflochtenheitsprinzip legt bei der Regionsbildung die Interaktionen bestimmter Systemelemente des betrachteten Raumes zugrunde (z.B. Verkehrsverbünde). Der Nachteil dieser beiden Prinzipien ist, dass sie keine exakte Regionsabgrenzung ermöglichen, so dass es zwischen den Regionen zu Überlappungen kommen kann. (vgl. ARL, 1995, S. 806f)

Grundlegend können Regionen als „Interaktionsfeld gesellschaftlicher Akteure innerhalb eines funktionalen Beziehungsgefüges” verstanden werden. (Adam/Wiechmann, 1999, S.670).

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Region“ auf ein großes Spektrum von verschiedenen Bedeutungen angewandt. So werden auf europäischer Ebene die deutschen Bundesländer häufig als Regionen bezeichnet. Weiterhin befindet sich eine Region immer auf subnationaler Ebene, ist größer als der einzelne kommunale Wirkungsbereich und weist eine gewisse eigenständige Organisation auf. (vgl. ARL, 1995, S. 807) Als Beispiel hierfür kann z.B. die Idee „à la région“, gegründet von der Verwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises, die zur Förderung der Vernetzung von Weinbau, Landwirtschaft und Tourismus gegründet worden ist, um so ein besseres Zusammengehörigkeitsgefühl zu erreichen, genannt werden. (vgl. www.a-la-region.de)

2.2 Merkmale und Funktionen einer Europäischen Metropolregion

„Das Konzept der Europäischen Metropolregion ist Teil des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses über großstädtische Agglomerationen bzw. deren Stellung, Merkmale und Charakteristika“ (Liebel, 2005 S.27) und gliedert sich in die neueren Ansätze der in der Einleitung kurz beschriebenen Forschung zu Metropolen ein. Ein Problem dieses Studienfeldes sind häufig fehlende Daten zum Gebilde Metropolregion. Oft werden statistische Daten nur für den städtisch verdichteten Kern erhoben, nicht aber für die zur Metropolregion gehörigen Randbereiche. Deswegen werden oft nur die vorhandenen Daten der Kernstadt zur Einordnung und Analyse von Metropolregionen gebraucht, welche das Ergebnis erheblich verzerren. Ferner gibt es auch von der politisch-administrativen Ebene keine verbindlichen Indikatoren- bzw. Kriterienkataloge, anhand derer man Metropolregionen bewerten oder vergleichen könnte. Somit gibt es verschiedene Ansatzpunkte und Möglichkeiten Kriterienkataloge aufzustellen, von denen ich im Folgenden zwei Ansätze näher betrachten möchte. Das sind zum einen der „Knotenfunktionsansatz“ von Dümmler/Thierstein und der Ansatz von Blotevogel, der im Zuge des vom Bundesamt für Bau- und Wohnungswesen geförderten Modellvorhabens für Raumordnung (MORO) entwickelt wurde und dessen entwicklungsorientierter Ansatz in Deutschland eine große Beachtung findet.

Dümmler/Thierstein stellen in ihrem Ansatz zu den Funktionen einer Metropolregion fest, dass Metropolregionen Knotenpunkte in einem Netz europäischer Großstädte darstellen und dass diese untereinander verschiedene Teilfunktionen ausfüllen. Vereinfacht lassen sich drei regionsprägende Knotenfunktionen voneinander abgrenzen, die durch die folgenden Indikatoren repräsentiert werden.

- Hightech-Produktionsstandort

Exportquote, Bruttowertschöpfung (gemessen an Erwerbstätigen), Rangstellung der Branchen (Größe und Beschäftigtenanteil)

- Knoten metropolitaner Dienstleistungen

Sitz von Konzernzentralen (Anzahl), Beschäftigte im Finanzsektor, Beschäftigte in unternehmensbezogenen Dienstleistungen

- Kommunikations- und Verkehrsknoten

Messegeschäft (ausländische Aussteller und Besucher), Flugverkehr, (Flugbewegungen und Reisende), Luftfracht

Im ersten funktionalen Schwerpunkt wird die Branchenstruktur und besonders die Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes, die Wirtschaftskraft und die Rolle der jeweiligen Region als (High.Tech)-Güterexportstandort erfasst. Mit der zweiten Schwerpunktsetzung wird die Verteilung von Entscheidungs- und Kontrollmacht, repräsentiert durch die Standortverteilung von Entscheidungszentralen sowie von hochwertigen Finanz- und Unternehmensdiensten, dargestellt. Den dritten Funktionsbereich bildet die Infrastrukturausstattung der Metropolregion als Knotenpunkt im Netz der internationalen Verkehrs-, Kommunikations-, und Informationsströme. (vgl. Dümmler/Thierstein in Kujath, 2005, S.20)

Blotevogel unterscheidet auch zwischen drei Funktionen, die sich zum Teil gegenseitig bedingen und verstärken. (vgl. Blotevogel, 2002a, S.1)

- Entscheidungs- und Kontrollfunktion

Metropolregionen fungieren als „Headquarter“ für nationale und internationale Unternehmen, sind Zentren des Finanz- und Bankenwesens und sind Standort für spezialisierte und unternehmensbezogene Dienstleistungen. Zudem sind ein Großteil an staatlichen Behörden, Ministerien, Ämtern aber auch sonstiger nicht staatlicher Organisationen (NGO`s) vorhanden. Dabei spielt gerade diese Ballung von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern bei der Standortwahl von Unternehmen eine wichtige Rolle. (vgl. IKM, 2003, S. 21ff)

- Innovations- und Wettbewerbsfunktion

In diesem Funktionsbereich zeichnen sich Metropolregionen vor allen Dingen durch Zentren der wissenschaftlich-technischen Innovation aus. Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, wissensintensive Dienstleister sowie Universitäten und Fachhochschulen sind schwerpunktmäßig in Metropolregionen zu finden. Aber auch kulturelle Einrichtungen wie Theater, Museen oder Orte sozialer Kommunikation wie z.B. Gast- und Sportstätten sind eindeutig metropolenorientiert. Gerade der Funktionsbereich Wissenschaft und Forschung stellt in der heutigen wissensintensiven Welt eine Schlüsselfunktion für eine Metropolregion dar. Sowohl die Anzahl von Forschungs- und Bildungseinrichtungen, als auch deren allgemeine Qualität, sind Indikatoren für die Innovations- und Wettbewerbsfunktion einer Region. (vgl. IKM, 2003, S. 22)

- Gatewayfunktion

Gerade im internationalen Kontext ist dieser Teilbereich ein hervorstechendes Merkmal. Metropolregionen bilden die Hauptknotenpunkte im europäischen Siedlungs- und Verkehrssystem. Insbesondere im Luftverkehr, aber auch im Bereich des Hochgeschwindigkeitsnetzes von Straße und Bahn, verbinden sie Länder und Städte miteinander und ermöglichen somit die Mobilität der Menschen. Eine weitere wichtige Rolle spielt auch der Zugang zu Wissen über Bibliotheken, Medienanstalten (Fernsehen, Printmedien, Verlagshäuser) oder Kongresse/Tagungen. (Vgl. IKM, 2003, S. 22) Als weiterer Teilaspekt der Gatewayfunktion kann heute auch noch die Anbindung von Metropolregionen an das Hochgeschwindigkeitsdatennetz genannt werden, das in Zeiten von steigendem Datentransfervolumen eine immer größere Bedeutung erlangt.

Natürlich wird man feststellen, dass dieser Merkmalkatalog auch auf einige andere, nicht verstädterte Räume zutreffen würde. Dennoch lässt sich gerade eine starke Konzentration dieser Funktionen in Metropolregionen finden. Durch diese Bündelung durch Agglomerationsvorteile bilden sich für die Metropolregionen einige Standortvorteile heraus:

- Intensive „face-to-face“ Kommunikation als Vorraussetzung für Vertraulichkeit, Zeit und Wissensvorsprung für die Gewährleistung einer fundierten und breit gefächerten Behandlung komplexer Themenstellungen
- Vorhandensein von umfangreicher und vielfältiger „harter“ und „weicher“ Infrastruktur zur Umsetzung und Realisierung zahlreicher Aktivitäten, wie etwa eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur oder ein vielfältiges Angebot an spezialisierten Dienstleistern
- Ausbildung eines hochgradig differenzierten Binnenmarktes
- Bereitstellung eines attraktiven Lebensumfeldes für hochqualifizierte, aufstiegs-orientierte und/oder kulturell interessierte Menschen.

(Vgl. Blotevogel, 2002a, S.2f)

2.3 Europäische Metropolregionen in Deutschland

Das System der Städte der Bundesrepublik Deutschland ist durch ein polyzentrisch ausgebildetes Städtenetz gekennzeichnet und durch seine flache Städtehierarchie und durch mehrere funktionsteilige metropolitane Regionen geprägt. Im Gegensatz dazu herrscht in den europäischen Nachbarstaaten Frankreich und Großbritannien eine historisch gewachsene, hierarchische Gliederung der Städte mit einem herausragenden Zentrum (Paris, London) vor. (Vgl. BBR, 2002, S.11) Auch in der Bevölkerungsdichte unterscheidet sich die Bundesrepublik entscheidend von ihren europäischen Nachbarn: Mit einer Bevölkerungsdichte von 230 EW/km2 liegt Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt (146 EW/km2) und zählt somit zu den am dichtesten besiedelten Ländern der EU. Frankreich und Großbritannien können diese hohe Bevölkerungsdichte nicht erreichen, da sie stark auf das nationale Zentrum ausgerichtet sind, das weitere Umland aber nur schwach besiedelt ist. (BBR, 2002, S.45)

Durch die langjährige Teilung der Bundesrepublik bis zum Jahre 1990 hatte sich eine relativ stabile arbeitsteilige großstädtische Struktur entwickelt, die auch nach der Wiedervereinigung bis in die heutige Zeit Bestand hat. Eine Sonderrolle nimmt dabei sicherlich Berlin ein, das durch die Verlagerung der Hauptstadtfunktionen von Bonn nach Berlin einen großen Bedeutungszuwachs erhalten hat. Dennoch ist es fraglich, ob Berlin seine dominante Stellung von vor dem Zweiten Weltkrieg zurückgewinnen kann. (vgl. Blotevogel, 2002b, S.347f)

Das Konzept der Europäischen Metropolregion wurde im Jahre 1992 zum ersten Mal offiziell als raumordnungspolitischer Ansatz in den Ausführungen zum Thema „Agglomerationen mit internationaler bzw. großräumiger Ausstrahlung“ im Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmen (ORA) der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) vorgestellt. (Vgl. Michel, 1998, S.362) Im Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen (HARA) aus dem Jahr 1995 wurden von der MKRO sieben Metropolregionen für die Bundesrepublik Deutschland benannt und somit die Bedeutung der Metropolregionen für das Land unterstrichen. Inzwischen sind im Jahre 2007 elf Metropolregionen ausgewiesen. (Vgl. Adam B./Göddecke-Stellmann, 2005, S.417)

Dabei definiert die MKRO Metropolregion als:

„räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktionen im internationalen Maßstab über die Grenzen hinweg ausstrahlen. Als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen, und kulturellen Entwicklung sollen sie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten und dazu beitragen, den Europäischen Integrationsprozess zu beschleunigen.“

(MKRO, 1995, §2)

Weitere qualitative Merkmale werden in diesem Beschluss genannt:

- Lagegunst und Bedeutung als europäischer Verkehrsknotenpunkt
- Bevölkerung, Wirtschaftskraft und außenwirtschaftliche Bedeutung
- Politisches und wirtschaftliches Entscheidungszentrum
- Dienstleistungs- und Finanzzentrum, Messe- Medienstandort
- Forschung und Entwicklung, Wissenschaft und Lehre
- International ausgerichtetes Kulturangebot

(Vgl. MKRO, 1995, S.28)

Demnach können Metropolregionen als funktionale Stadtagglomerationen aufgefasst werden, die sich räumlich konkretisieren lassen und als verflochtenes polyzentrisches Netz die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas in einem globalen Maßstab sichern sollen. (Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen, 1998, S.25)

Basierend auf dieser Definition zählen zu im Augenblick Berlin/Brandenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Nürnberg, Hannover, Bremen-Oldenburg, Stuttgart sowie die Stadtregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck zu Metropolregionen. Die folgende Karte zeigt die Metropolregionen und ihre Vernetzung miteinander.

[...]

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Metropolregionen - Ein Vergleich zwischen Frankfurt/Rhein-Main und Berlin-Brandenburg
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Oberseminar Deutschland
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
52
Katalognummer
V83369
ISBN (eBook)
9783638899383
Dateigröße
3490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metropolregionen, Vergleich, Frankfurt/Rhein-Main, Berlin-Brandenburg, Oberseminar, Deutschland
Arbeit zitieren
Markus Wagner (Autor), 2007, Metropolregionen - Ein Vergleich zwischen Frankfurt/Rhein-Main und Berlin-Brandenburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83369

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Metropolregionen - Ein Vergleich zwischen Frankfurt/Rhein-Main und Berlin-Brandenburg


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden