Im Laufe der Zeit entstanden in Deutschland verschiedene Schreibschriften, die als Ausgangsschriften angelegt worden sind. Einige bekannte (die Sütterlinschriften, die Lateinische Ausgangsschrift, die Vereinfachte Ausgangsschrift und die Schulausgangsschrift) werden nebst Kritikpunkten vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Sütterlinschriften
3 Die Lateinische Ausgangsschrift (LA)
4 Die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA)
5 Die Schulausgangsschrift (SAS)
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die in Deutschland gebräuchlichen Ausgangsschriften, um deren schreibmotorische Vor- und Nachteile sowie die Auswirkungen auf den Schriftspracherwerb von Grundschülern zu beleuchten.
- Analyse der schreibmotorischen Anforderungen verschiedener Schreibschriften.
- Untersuchung der Lesbarkeit und Schreibgeschwindigkeit im Kontext von Ausgangsschriften.
- Kritische Bewertung von Sütterlinschriften, Lateinischer Ausgangsschrift (LA), Vereinfachter Ausgangsschrift (VA) und Schulausgangsschrift (SAS).
- Diskussion über die Relevanz von gebundenen vs. ungebundenen Schreibstilen.
- Reflexion über die Anpassung menschlicher Handschrift an druckschriftliche Normen.
Auszug aus dem Buch
3 Die Lateinische Ausgangsschrift (LA)
Da die LA als gebundene Erstschrift entwickelt wurde (gebunden bedeutet, dass alle Buchstaben eines Wortes miteinander verbunden werden) und das Wiedererkennen von Druckbuchstaben somit nicht Ziel war, kam es dazu, dass sich ihre Großbuchstaben nicht an die der Druckschrift anlehnten, sodass die LA als eine neue Schrift gelernt werden muss, was für Kinder zusätzlich zum Erlernen der Druckschrift eine weitere Lernbelastung darstellt.
Genau wie bei der lateinischen Sütterlinschrift treten aufgrund der vielen Drehrichtungswechsel auch bei der LA die gleichen Probleme auf: Verformungen und vermindertes Schreibtempo. Da die Drehrichtungswechsel hauptsächlich innerhalb von Buchstaben vorkommen, gibt es außerdem die Meinung, dass aufgrund dieser asynchronen Buchstaben- und Bewegungsstruktur „für Kinder die Zusammenhänge von ‚Lautung und Schreibung‘“ verwischen. Insbesondere zusätzlich dadurch, dass Stellen an denen die Bewegung kurz zum Stillstand kommt (Bewegungshaltepunkte, Haltestellen, Geschwindigkeitsnullpunkte) sich meistens innerhalb von Buchstaben und nicht an deren Ende befinden.
Ein Teillösung des Problems wären bogenförmige Aufstriche mit Drehrichtungswechsel (zum Beispiel bei m, n) gegen schräge zu ersetzen, bei denen kein Drehrichtungswechsel vorhanden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der deutschen Schreibschriften und Definition der Anforderungen an eine effiziente Schrift.
2 Die Sütterlinschriften: Vorstellung der Sütterlinschriften und deren schreibmotorische Charakteristika sowie auftretende Verformungsprobleme.
3 Die Lateinische Ausgangsschrift (LA): Analyse der LA als gebundene Schrift und deren Schwierigkeiten für Lernende aufgrund komplexer Bewegungsabläufe.
4 Die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA): Betrachtung der VA als verbundene, druckschriftähnliche Alternative und ihre Vor- sowie Nachteile in der Praxis.
5 Schulausgangsschrift (SAS): Untersuchung der SAS hinsichtlich ihrer Vereinfachung und Bewegungsresistenz im Vergleich zu anderen Schriften.
6 Fazit: Resümee der Schriftenwahl und kritische Reflexion über das Verhältnis von Handschrift zu druckschriftlichen Vorgaben.
Schlüsselwörter
Ausgangsschrift, Schreibschrift, Schriftspracherwerb, Lateinische Ausgangsschrift, Vereinfachte Ausgangsschrift, Schulausgangsschrift, Sütterlinschrift, Schreibmotorik, Lesbarkeit, Handschrift, Schreibtempo, Deckstriche, Druckschrift, Grundschule, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der verschiedenen in Deutschland verwendeten Ausgangsschriften für den Schriftspracherwerb an Grundschulen.
Welche Schreibschriften stehen im Zentrum der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Sütterlinschriften, die Lateinische Ausgangsschrift (LA), die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) und die Schulausgangsschrift (SAS).
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Ziel ist es, die schreibmotorischen Vor- und Nachteile der Schriften aufzuzeigen und zu klären, warum manche Schriften in der Praxis auf Schwierigkeiten stoßen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender fachdidaktischer Literatur, empirischer Untersuchungen und linguistischer Aspekte der Schriftlichkeit.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die strukturellen Eigenschaften der einzelnen Schriften, insbesondere Aspekte wie Bindung, Deckstriche, Drehrichtungswechsel und die motorische Belastung für Kinder.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind Schreibmotorik, Schreibgeschwindigkeit, Lesbarkeit, Verformungsresistenz und der Übergang von Druck- zur Schreibschrift.
Warum wird die Lateinische Ausgangsschrift im Text häufig kritisiert?
Die Kritik basiert primär auf den komplexen Bewegungsabläufen und der hohen Anzahl an Drehrichtungswechseln, die das Schreibtempo mindern und zu Verformungen führen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Hinblick auf die Schulausgangsschrift (SAS)?
Der Autor deutet an, dass die SAS bei einer Wahl unter den zugelassenen Schriften aufgrund ihrer geringeren Nachteile und ihrer ausgewogenen Eigenschaften eine bevorzugte Wahl darstellen könnte.
- Arbeit zitieren
- Jens Hofmann (Autor:in), 2007, Kritik bekannter deutscher Schreibschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83433