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Didaktik der außerschulischen Jugendbildungsarbeit im Zusammenhang mit der Sensibilisierung für Alltagsrassismus

Title: Didaktik der außerschulischen Jugendbildungsarbeit im Zusammenhang mit der Sensibilisierung für Alltagsrassismus

Diploma Thesis , 2006 , 207 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Bartels (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Rassismus ist in Deutschland erst seit wenigen Jahren wieder ein Thema über das
häufiger gesprochen wird. Aber auch dabei wird Rassismus meistens den jungen,
ledigen Männern zugedacht, die durch offen rassistische Gewalttaten auf sich
aufmerksam machen. Bei den Wahlen atmen viele Menschen auf, wenn rechte
Parteien die fünf Prozent Hürde nicht überspringen. Auffallend ist aber, dass die
Gegenveranstaltungen zu rechten Veranstaltungen immer kleiner ausfallen, dass
rechte Organisationen offen die Veranstaltungen des Bündnisses gegen Rechts
stören und das sogar ein Konstantin Wecker Konzert auf Druck der NPD abgesagt
wird. Rassismus fängt aber nicht bei den Gewalttaten und den Wahlprogrammen
einschlägiger Parteien an, sondern er beginnt viel früher in Form verdeckter
Äußerungen, unbewusster Handlungen und unbemerkten Diskriminierungen. Schnell
greifen die Menschen zu Stereotypen, bedienen Vorurteile und bemerken nicht, wie
sich manches manifestiert und unbedacht anderen das Leben schwer und
unzumutbar macht. Dieser verdeckte Rassismus rutscht aus meiner Sicht in
Deutschland mehr und mehr in die Haltung der Mitte-Parteien hinein, er vernetzt sich
mit unserem Alltagsleben und wird gefördert durch die Nicht-Aufklärung der sozialen
Situation und der prekären Arbeitsmarktsituation. Aktuelle Debatten um die Hartz IV
Gesetzgebung sind eng mit den vermeintlich ähnlichen Forderungen der Parteien mit
nationalsozialistischem Hintergrund geprägt und die kulturelle Fremdheit von
Arbeitsmigranten und Asylbewerbern macht vielen Menschen Angst vor
Überfremdung und vor Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. In Seminaren ist häufig zu
erleben, dass Schule die Aufklärung der Ursachen und das Aufdecken von
Alltagsrassismen nicht bewältigt. Somit wird der Bedarf guter didaktischer Ansätze
der außerschulischen Jugendbildung zur Sensibilisierung für Alltagsrassismus
deutlich. Da das Feld der außerschulischen Jugendbildungsarbeit weit und finanziell
seit Jahren vakant ist, wird in der Abhandlung erst auf die Jugendbildungsarbeit
eingegangen, hernach die Didaktik erläutert und nach dem umreißen von Rassismus
und seiner Entstehung ein konfliktorientiertes Konzept zur Sensibilisierung für
Alltagsrassismus erläutert. Nur wenn ein Mensch in sich verstanden hat, dann ist er sensibel genug, um andere aufmerksam zu machen. Und genau solcher sensibler
Menschen bedarf es in dem heutigen Deutschland.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Außerschulische Jugendbildungsarbeit

2.1 Gesetzliche Grundlagen und Finanzierung

2.2 Klientel

2.3 Ehrenamtlichkeit

2.4 Die Bereiche der Jugendbildungsarbeit

2.5 Ansätze der außerschulischen Jugendbildungsarbeit

2.6 Abschließende Betrachtungen

3 Didaktik der Jugendbildungsarbeit

3.1 Was ist Didaktik

3.2 Begriffsklärung sozialpädagogische Didaktik

3.3 Exkurs: Didaktische Elemente und didaktisches Dreieck

3.4 Selbstbestimmtes Lernen als didaktische Grundannahme

3.5 Methoden in der Jugendbildungsarbeit

3.6 Die didaktische Reflexion

3.7 Abschließende Betrachtungen

4 Alltagsrassismus

4.1 Exkurs: Überblick der Geschichte des Rassismus

4.1.1 Die Antike

4.1.2 Das Mittelalter

4.1.3 Zeit der Aufklärung

4.1.4 Zwischen Aufklärung und Nationalsozialismus

4.1.5 Rassismus im Nationalsozialismus

4.1.6 Nach dem 2. Weltkrieg in der BRD

4.1.7 Nach dem 2. Weltkrieg in der DDR

4.1.8 Nach der Wende und Beginn des 21. Jahrhunderts

4.2 Xenophobie, Vorurteile und Stereotype

4.2.1 Begriffsklärungen

4.2.2 Funktionen und Urteilsprozesse bei Vorurteilen und Stereotypen

4.3 Ethnozentrismus und Rassismus

4.3.1 Begriffsklärung Ethnozentrismus und Rassismus

4.3.2 Funktionalitäten und Bildungsverläufe des Rassismus

4.4 Begriffsklärung Alltagsrassismus

4.5 Exkurs: Deutsche Kultur

4.6 Triebfedern des Alltagsrassismus

4.6.1 Alltagsrassismus durch Ökonomie und Politik

4.6.2 Alltagsrassismus durch Arbeitsmigration/Flüchtlinge/Asylbewerber

4.6.3 Alltagsrassismus durch Erziehung und subjektiv erworbene Haltungen

4.6.4 Alltagsrassismus durch Ängste

4.6.5 Alltagsrassismus durch Medien

4.6.6 Alltagsrassismus in der Sprache

4.7 Die Gefahr der sich einschleichenden Normalität rassistischer Praxen im Alltag

4.8 Abschließende Betrachtungen

5 Schlussfolgerungen für die Praxis der außerschulischen Jugendbildungsarbeit

5.1 Qualitative Anforderungen an Jugendbildungsreferenten bei der Sensibilisierungsarbeit für Alltagsrassismus

5.1.1 Wissen und Hintergrundinformationen

5.1.2 Emotionalität und differenzierte Beobachtungsgabe

5.1.3 Empathie und Echtheit

5.1.4 Aufmerksamkeit und Betroffenheit auslösen können

5.1.5 Flexibilität und aus Erfahrungen schöpfen können

5.1.6 Sich selbst zurücknehmen können

5.1.7 Provozieren und Konfrontieren können

5.2 Module der Sensibilisierungsarbeit für Alltagsrassismus in der Jugendbildungsarbeit

5.2.1 Didaktische Grundlagen

5.2.2 Ablauf und Zielstellung der Module

5.2.3 Modul I - Die Modemacher

5.2.4 Modul II - Mensch ärgerlich

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Didaktik außerschulischer Jugendbildungsarbeit im Kontext der Sensibilisierung junger Menschen für Alltagsrassismus. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie durch gezielte didaktische Planung und methodische Ansätze ein Bewusstsein für unbewusste rassistische Handlungsmuster geschaffen werden kann, um eine emanzipatorische und kritische Teilhabe an demokratischen Prozessen zu fördern.

  • Grundlagen der außerschulischen Jugendbildung (Gesetzliche Rahmen, Finanzierung, Ehrenamt).
  • Didaktische Konzepte und ihre Übertragbarkeit auf sozialpädagogische Handlungsfelder.
  • Historische und gesellschaftliche Genese von Rassismus und dessen Manifestation im Alltagsleben.
  • Entwicklung und didaktische Fundierung praktischer Sensibilisierungsmodule für die Jugendarbeit.

Auszug aus dem Buch

4.6.4 Alltagsrassismus durch Ängste

Das Bild vom überquellenden Boot, von dem Ansturm auf das europäische Festland, von der Welle, die unaufhaltbar ist, von dem Ausländer- oder Flüchtlingsstrom usw. - jeder kennt diese Bilder, hat sie in den Medien gesehen und gehört. Alle diese Bilder haben Gemeinsamkeiten. Sie erzeugen bei dem Zuhörer oder –seher Ängste. Der Flüchtling, der Ausländer, der Fremde, der Unbekannte, von dem niemand weiß, was er will, welche Absichten er hat, gekoppelt mit den Begriffen Flut, Welle, Sturm oder den Bildern volles Boot, Tür offen und dem Wissen um die Gewalt und Macht einer Flut, einer Welle, von Undichtigkeiten und Entreißungen (vgl. Riepe 2001, 103 ff.). Zu diesen Bildern kommt nun noch der Aspekt des schlechten Gewissens, der Angst vor Rache und Hass. Denn die Weißen haben versklavt, haben geplündert, ausgebeutet und erniedrigt. Sie haben die unterschiedlichen Bedingungen des Lebens ausgenutzt und tun dies noch immer. Sie lassen noch immer auf erniedrigende Weise arbeiten, lassen Menschen, obwohl sie in Deutschland selbst von Arbeitnehmerrechten reden, zu menschenunwürdigen Bedingungen tagtäglich um ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Alltagsrassismus in Deutschland, kritisiert die mediale und gesellschaftliche Wahrnehmung und definiert den Bedarf an didaktisch fundierten Ansätzen in der außerschulischen Jugendarbeit.

2 Außerschulische Jugendbildungsarbeit: Dieses Kapitel verankert die außerschulische Jugendbildung gesetzlich im SGB VIII, analysiert deren Trägerlandschaft und erörtert die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements sowie die verschiedenen fachlichen Ansätze der Bildungsarbeit.

3 Didaktik der Jugendbildungsarbeit: Hier werden didaktische Grundbegriffe und Modelle diskutiert, wobei die Notwendigkeit einer sozialpädagogisch orientierten, offenen Didaktik herausgestellt wird, die partizipatives Lernen in den Mittelpunkt stellt.

4 Alltagsrassismus: Dieser Hauptteil analysiert die historische Entstehung des Rassismus von der Antike bis zur Gegenwart und untersucht die Mechanismen (Triebfedern) wie Ökonomie, Medien und Erziehung, die den Alltagsrassismus in der Mitte der Gesellschaft verankern.

5 Schlussfolgerungen für die Praxis der außerschulischen Jugendbildungsarbeit: Das Fazit übersetzt die theoretischen Erkenntnisse in praktische Handlungsanforderungen für Bildungsreferenten und stellt konkrete, didaktisch konzipierte Module zur Sensibilisierungsarbeit vor.

Schlüsselwörter

Außerschulische Jugendbildung, Alltagsrassismus, Didaktik, Sozialpädagogik, Politische Bildung, Sensibilisierung, Vorurteile, Stereotype, Ethnozentrismus, Partizipation, Non-direktive Pädagogik, Migration, Erziehung, Medien, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit einer fachlich fundierten Didaktik in der außerschulischen Jugendbildung, um junge Menschen für versteckte, alltägliche Formen des Rassismus zu sensibilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Grundlagen der Jugendarbeit, didaktische Modelle, die Geschichte des Rassismus sowie die Analyse von Alltagsrassismus durch Triebfedern wie Ökonomie, Medien und Erziehung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Pädagogen durch ein reflektiertes didaktisches Handeln junge Menschen dazu befähigen können, unbewusste rassistische Einstellungen bei sich selbst und in ihrem Umfeld zu enttarnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse erziehungswissenschaftlicher und soziologischer Fachliteratur sowie die Auswertung empirischer Studien zur Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine historische Aufarbeitung der Entstehung von Rassismus sowie eine detaillierte Untersuchung der „Triebfedern“ des Alltagsrassismus, ergänzt durch Fallbeispiele und Statistiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Alltagsrassismus, Didaktik, Sozialpädagogik, Partizipation und kritische Kompetenzentwicklung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Oben" und "Unten" in Bezug auf Rassismus eine Rolle?

Die Autorin argumentiert, dass Macht- und Herrschaftsverhältnisse den Rassismus nutzen, um gesellschaftliche Krisen und Ungleichheiten auf Sündenböcke (Minderheiten) zu projizieren und so die bestehenden Machtstrukturen zu stabilisieren.

Welche Bedeutung hat das "didaktische Dreieck" für die Autorin?

Die Autorin betrachtet das traditionelle didaktische Dreieck kritisch, da es ein Gefälle zwischen Lehrenden und Lernenden impliziert; stattdessen plädiert sie für einen partnerschaftlich-demokratischen Ansatz, bei dem Pädagogen als Ermöglicher agieren.

Inwiefern ist die "Magdeburger-Volksstimme" als Fallbeispiel relevant?

Die Autorin nutzt lokale Medienberichte und Anzeigen aus Sachsen-Anhalt als konkrete Beispiele, um zu verdeutlichen, wie rassistische Stereotype und Diskriminierung in den Alltag eindringen und von der Mehrheitsgesellschaft oft ignoriert werden.

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Details

Title
Didaktik der außerschulischen Jugendbildungsarbeit im Zusammenhang mit der Sensibilisierung für Alltagsrassismus
College
University of Applied Sciences Magdeburg
Grade
1,0
Author
Kathrin Bartels (Author)
Publication Year
2006
Pages
207
Catalog Number
V83444
ISBN (eBook)
9783638059022
Language
German
Tags
Didaktik Jugendbildungsarbeit Zusammenhang Sensibilisierung Alltagsrassismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Bartels (Author), 2006, Didaktik der außerschulischen Jugendbildungsarbeit im Zusammenhang mit der Sensibilisierung für Alltagsrassismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83444
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