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Papsturkunden des Mittelalters und ihre Bedeutung für den Historiker

Title: Papsturkunden des Mittelalters und ihre Bedeutung für den Historiker

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Ruhnke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Unter den vielen Gruppen von mittelalterlichen Quellen, die von Historikern genutzt werden können, sind die Urkunden zweifellos von herausragender Bedeutung. Die Tatsache, dass Urkunden „als die häufigsten und wichtigsten Quellen zur mittelalterlichen Geschichte“ für jeden Historiker, der sich dem Mittelalter beschäftigt, unverzichtbar sind und das Mittelalter manchmal gar als „Urkundenzeitalter“ beschrieben wird, machte eine Auseinandersetzung mit der historischen Hilfswissenschaft der Diplomatik, also der Urkundenlehre, in einem Seminar zur Quellenkunde des Mittelalters notwendig.
Die Diplomatik unterscheidet bei der Betrachtung mittelalterlicher Urkunden zwischen Kaiser- und Königsurkunden, Papsturkunden und privaten Urkunden . In der folgenden Arbeit sollen nun von diesen drei Gruppen die Urkunden der Päpste eingehender behandelt werden.
Das Interesse an mittelalterlichen Papsturkunden für den Historiker resultiert nicht allein daraus, dass „die päpstliche Kurie der größte Urkundenaussteller des europäischen Mittelalters war“ , sondern auch aus der „weltgeschichtlichen Bedeutung des Papsttums“ insbesondere im Mittelalter.
Um sich mittelalterliche Quellen überhaupt erst zu Nutze machen zu können kann, muss sich der Historiker ein fundiertes Wissen über die Eigenart der jeweils betrachteten Quellenart aneignen. Dies gilt, wie zu zeigen sein wird, auch für die geschichtswissenschaftliche Verwendung der mittelalterlichen Papsturkunden als historische Quellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufbau mittelalterlicher Papsturkunden

3. Die äußere Merkmale der Papsturkunden des Mittelalters

4. Die Entwicklung und die Arten mittelalterlicher Papsturkunden

5. Der Quellenwert der Papsturkunden

6. Schlussbemerkung

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Papsturkunden als historische Quellen für das Mittelalter. Ziel ist es, dem Historiker ein grundlegendes Verständnis für die diplomatische Beschaffenheit, die äußeren Merkmale und die historische Entwicklung dieser Urkunden zu vermitteln, um eine sachgerechte Quellenkritik und Interpretation zu ermöglichen.

  • Diplomatische Struktur und Formelapparat päpstlicher Urkunden
  • Relevanz äußerer Merkmale wie Beschreibstoff, Schrift und Siegel für die Echtheitsprüfung
  • Historische Entwicklung der Urkundenformen (Privilegien, Litterae, Bullen, Breven)
  • Papsturkunden als Instrumente der Herrschaftspropaganda und Verwaltung
  • Methoden der quellenkritischen Auswertung und Interpretation

Auszug aus dem Buch

3. Die äußere Merkmale der Papsturkunden des Mittelalters

Während also die inneren Merkmale solche sind, die sich aus dem Wortlaut ergeben und auch an korrekten Abschriften von Papsturkunden nachgeprüft werden können, sind die äußere Merkmale wie Beschreibstoff, Schrift, Siegelstoff, Siegelform und die Art der Siegelanbringung in der Regel nur in zufrieden stellender Weise am Original zu vollziehen, obwohl für die Auswertung bei einigen dieser Merkmale auch Photographien und Abdrucke behilflich sein können.

Nicht nur in Anbetracht der zahlreichen Fälschungen päpstlicher Urkunden im Mittelalter ist die genaue Kenntnis des Historikers über die äußeren Merkmale dieser Urkunden wichtig. Wie Frank M. Bischoff herausstellt, können diese Merkmale selbst und ihr Wandel im Laufe der Zeit auch als eigene Quelle für den Historiker dienen, wozu aber später noch genauere Ausführungen zu machen sein werden. Daher sollten also – wenn möglich – auch diese Merkmale päpstlicher Urkunden nicht völlig aus dem Fokus des Historikers fallen.

Als Beschreibstoff für mittelalterliche Papsturkunden dienten Papyrus und Pergament. Trotz der klimatisch ungünstigen Bedingungen für den Erhalt der Papyri in Europa verwendete die päpstliche Kanzlei wohl bis ins 10. Jahrhundert ausschließlich Papyrus als Beschreibstoff für ihre Urkunden. Schon hieran wird deutlich, dass die päpstliche Kanzlei trotz Veränderungen in ihrem Urkundenwesen Traditionen zu pflegen wusste und dies offenbar bewusst tat. Das wird sogar bei dem Wechsel von Papyrus zu Pergament als Beschreibstoff deutlich, denn wie Bischoff herausarbeitet, knüpfen nicht nur die verwendeten Pergamenturkunden im Format an die Papyrustradition an, sondern die Tatsache, dass auch in der Regel südliches – also nur einseitig bearbeitetes – Pergament verwendet wurde, könnte ebenfalls an einem Bestreben nach Kontinuität nach der Abwendung vom Beschreibstoff Papyrus gelegen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die herausragende Bedeutung der Urkunden als historische Quelle dar und begründet die Notwendigkeit einer diplomatischen Untersuchung päpstlicher Dokumente.

2. Der Aufbau mittelalterlicher Papsturkunden: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen formalen Bestandteile und Formeln einer Papsturkunde, die für deren Klassifizierung und Echtheitsprüfung entscheidend sind.

3. Die äußere Merkmale der Papsturkunden des Mittelalters: Hier werden materielle Aspekte wie Beschreibstoffe, Schriftstile und Siegelformen analysiert, die ebenfalls als Quellen für historische Rückschlüsse dienen.

4. Die Entwicklung und die Arten mittelalterlicher Papsturkunden: Das Kapitel beschreibt die chronologische Entwicklung verschiedener Urkundentypen wie Privilegien, Bullen und Breven unter maßgeblichen Pontifikaten.

5. Der Quellenwert der Papsturkunden: Diese Sektion diskutiert, wie Historiker Papsturkunden als Quellen für politische, rechtliche und administrative Erkenntnisse nutzen können.

6. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Bedeutung der diplomatischen Kenntnisse für eine tiefgehende historische Analyse und bestätigt die Urkunden als unverzichtbare Quellen des Mittelalters.

7. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die zur Erstellung der Arbeit herangezogene Fachliteratur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Papsturkunden, Mittelalter, Diplomatik, Urkundenlehre, Quellenkritik, päpstliche Kurie, Siegel, Pergament, Papyrus, Urkundenformen, Privilegien, Bullen, Breven, Kanzleiwesen, historische Hilfswissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit mittelalterlichen Papsturkunden und deren methodisch korrekter Erschließung durch den Historiker, indem sie deren Aufbau, äußere Merkmale und Entwicklung untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Diplomatik (Urkundenlehre), die Materialität von Urkunden, der Wandel päpstlicher Kanzleipraktiken sowie der quellenkritische Wert der Dokumente für die Geschichtswissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Historikern das notwendige Basiswissen über Papsturkunden zu vermitteln, damit sie diese als historische Quellen verstehen, kritisch prüfen und in ihrem jeweiligen historischen Kontext interpretieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkundliche und diplomatische Analyse durchgeführt, bei der die Merkmale der Urkunden (innerer Aufbau, Beschreibstoff, Schrift, Siegel) systematisch auf ihre Echtheit und ihren historischen Informationsgehalt hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des formalen Aufbaus (Protokoll/Kontext), die äußeren Merkmale, die chronologische Entwicklung der Urkundenformen unter verschiedenen Päpsten sowie deren Quellenwert für die Erforschung des Mittelalters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Papsturkunden, Diplomatik, Quellenkritik, Urkundenformen wie Bullen und Privilegien sowie die Bedeutung des päpstlichen Kanzleiwesens für die europäische Geschichte.

Wie unterscheidet sich die Bedeutung der Seidenschnur- von der Hanfschnurbriefen?

Seidenschnurbriefe (litterae de gratia) waren inhaltlich bedeutsamer, da sie oft Gnaden verliehen, während Hanfschnurbriefe (litterae de iustitia) eher administrative oder rechtliche Entscheidungen und Befehle transportierten.

Warum ist die Untersuchung von Fälschungen für Historiker relevant?

Da im Mittelalter häufig Urkunden gefälscht wurden, ist die genaue Kenntnis der Kanzleipraktiken und der Echtheitsmerkmale unerlässlich, um zwischen authentischen und manipulierten Quellen zu unterscheiden.

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Details

Title
Papsturkunden des Mittelalters und ihre Bedeutung für den Historiker
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Quellenkunde des Mittelalters
Grade
1,7
Author
Stefan Ruhnke (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V83570
ISBN (eBook)
9783638908054
Language
German
Tags
Papsturkunden Mittelalters Bedeutung Historiker Quellenkunde Mittelalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Ruhnke (Author), 2006, Papsturkunden des Mittelalters und ihre Bedeutung für den Historiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83570
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