In den letzten Jahren ist die Forderung nach mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung immer lauter geworden. Doch umso mehr Menschen darüber sprechen oder schreiben, desto mehr unterschiedliche Bedeutungen scheint dieser Begriff, dieser Gedanke an mehr Selbstbestimmung zu bekommen.
Was bedeutet nun Selbstbestimmung im Leben von Menschen, die als behindert gelten? Was heißt dies für die professionellen Helfer, die mit behinderten Menschen arbeiten? Lässt sich professionelles Handeln anderer und Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit Behinderung überhaupt miteinander vereinbaren?
Diesen Fragen soll in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden. Zu diesem Zweck soll zunächst versucht werden, ein Verständnis des Selbstbestimmungsgedankens herzustellen, u.a. durch Überlegungen zu dem Menschenbild, welches mit diesem verbunden ist, um danach darauf einzugehen, ob eine Betreuung oder Begleitung durch andere im Sinne der Selbstbestimmung legitim sein kann und inwiefern sich Alltagsförderung und eine gewisse Fremdbestimmung realisieren lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit
- Das Verständnis von Selbstbestimmung - Eine Frage des Menschenbildes
- Selbstbestimmt leben und Begleitung – Ein Widerspruch in sich?
- Die Frage des Förderns und Forderns
- Schlussbetrachtung
- Quellennachweis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Frage der Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung. Sie analysiert die Bedeutung des Selbstbestimmungsgedankens, betrachtet dessen Verbindung mit dem Menschenbild und beleuchtet die Spannungen zwischen individueller Selbstbestimmung und notwendiger Begleitung durch professionelle Helfer.
- Das Verständnis von Selbstbestimmung und seine Beziehung zum Menschenbild
- Die Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und professioneller Begleitung
- Die Rolle von Förderung und Forderung im Kontext der Selbstbestimmung
- Die Bedeutung des „Independent-Living“-Gedankens für Menschen mit Behinderung
- Die Bedeutung von Ressourcenorientierung und Vertrauen in die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor. Kapitel 2 beleuchtet das Verständnis von Selbstbestimmung im Kontext des Menschenbildes und hinterfragt die Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und professioneller Begleitung. Es diskutiert die Rolle von Förderung und Forderung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmung, geistige Behinderung, Menschenbild, „Independent-Living“-Bewegung, Förderung, Forderung, Begleitung, professionelles Handeln, Ressourcenorientierung, Defizitorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung?
Es bedeutet, das eigene Leben nach persönlichen Wünschen und Vorstellungen gestalten zu können, unabhängig von fremder Kontrolle.
Schließen sich professionelle Begleitung und Selbstbestimmung aus?
Nein, Begleitung kann legitim sein, wenn sie darauf abzielt, die Selbstbestimmung zu unterstützen und Ressourcen zu fördern, statt nur Defizite zu verwalten.
Was ist die „Independent-Living“-Bewegung?
Eine Bewegung von Menschen mit Behinderung, die für das Recht kämpft, außerhalb von Heimen selbstbestimmt in der Gemeinschaft zu leben.
Wie hängen Menschenbild und Selbstbestimmung zusammen?
Das Verständnis von Selbstbestimmung basiert auf einem Menschenbild, das jedem Individuum Autonomie und die Fähigkeit zur Eigenverantwortung zuschreibt.
Was ist der Unterschied zwischen Ressourcen- und Defizitorientierung?
Ressourcenorientierung blickt auf die Stärken und Fähigkeiten, während Defizitorientierung sich nur auf die Einschränkungen konzentriert.
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- Roland Raabe (Author), 2007, „Wir wissen selbst, was das Beste für uns ist!“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83626