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Die Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman "Flughunde"

Title: Die Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman "Flughunde"

Seminar Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Grube (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Arbeit versucht der Frage nach der Vorgehensweise Beyers bei der Komposition seines Romans "Flughunde" nachzugehen. Wie vermag Beyer diese für das Werk so charakteristische Mischung zu erzeugen, die einen Gegenstand zugleich banal als auch schockierend in seiner Bösartigkeit aufscheinen lässt? Die folgenden Seiten wollen dieser Frage nachgehen, indem vor allem der Aspekt betrachtet wird, den sowohl Magenau als auch Graf als so bedeutend hervorheben: Über die Analyse der Figurenperspektivik in Beyers Roman kann möglicherweise ein Zugang zur Machart des Texts geschaffen werden. Es sollen im Folgenden die beiden dominierenden Erzählerstimmen, die des Wachmanns Hermann Karnau sowie diejenige Helgas, Goebbels’ ältester Tochter, daraufhin untersucht werden, aus welcher Perspektive sie das Geschehen beleuchten. Außerdem ist nicht nur jede Stimme für sich, sondern die Art, auf die Beyer beide miteinander verwebt, das Trennen und Zusammenfließen der beiden so unterschiedlichen Erzählerstimmen, von Interesse. Ausgehend von diesen Ergebnissen kann schließlich versucht werden, Rückschlüsse auf die Wirkungsweise jener Mittel zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – Versuch einer Einordnung

2 Zur Erzählperspektive

2.1 Zur Perspektive Hermann Karnaus

2.2 Zu Helgas Perspektive

2.3 Die Verbindung beider Perspektiven

3 Schlussbemerkung – Karnau und Helga als Chiffren für Perspektiven auf Zeitgeschichte

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die erzähltechnische Gestaltung und die Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman „Flughunde“. Das primäre Ziel ist es, die Perspektiven der beiden zentralen Ich-Erzähler – des Tontechnikers Hermann Karnau und Helgas, der Tochter Joseph Goebbels’ – zu analysieren und aufzuzeigen, wie ihre unterschiedlichen Wahrnehmungsweisen durch Beyers narrative Struktur miteinander verwoben werden, um den historischen Kontext und die Banalität des Bösen darzustellen.

  • Analyse der Ich-Erzähler Hermann Karnau und Helga
  • Untersuchung des Zusammenspiels und der Verflechtung der beiden Perspektiven
  • Darstellung der Rolle von Sprache und akustischer Wahrnehmung im Roman
  • Einordnung des Romans in die aktuelle deutsche Gegenwartsliteratur
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der literarischen Geschichtsdarstellung

Auszug aus dem Buch

Die Verbindung beider Perspektiven

Das Besondere an Beyers Roman besteht jedoch nicht etwa darin, dass zwei Ich-Erzähler parallele Handlungsstränge wiedergeben. Ostrowicz stellt richtig fest: „Beide Stimmen ergänzen sich, sie beglaubigen einander und widersprechen sich an anderer Stelle. Es findet sich eine große Anzahl von Versatzstücken und Querverweisen zwischen den einzelnen Abschnitten.“ Interessant ist es daher, zu untersuchen, in welchem Verhältnis die beiden Stimmen im Roman stehen.

Ostrowicz ist zuzustimmen, wenn er feststellt, dass die Stimmen abwechselnd chronologisch erzählen. Das erste Kapitel wird komplett von Karnaus Stimme erzählt; erst im zweiten Kapitel folgt diejenige Helgas. Von dem Augenblick an, da die beiden Protagonisten zusammengeführt werden, geben sie tatsächlich die Handlung abwechselnd in chronologischer Reihenfolge wieder. Dabei kommt es jedoch scheinbar zu Überschneidungen in der Chronologie, die Ostrowicz vermutlich aus Gründen der Vereinfachung nicht betrachtet. So setzt Helgas Stimme zuweilen nicht genau da ein, wo Karnau geendet hat, sondern einige Augenblicke früher, sodass der Eindruck entsteht, dass die gleichen Momente aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung – Versuch einer Einordnung: Die Einleitung verortet Marcel Beyers Roman „Flughunde“ innerhalb der zeitgenössischen deutschen Literatur und führt in die zentrale Fragestellung der erzählerischen Perspektivierung ein.

2 Zur Erzählperspektive: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Untersuchung der beiden Hauptstimmen, ihrer individuellen Wahrnehmungsmuster und der Art und Weise, wie ihre Erzählweisen die Vermittlung des historischen Geschehens beeinflussen.

3 Schlussbemerkung – Karnau und Helga als Chiffren für Perspektiven auf Zeitgeschichte: Das abschließende Kapitel reflektiert die Rollen der Protagonisten als symbolische Träger für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und diskutiert den Beitrag des Romans zur historiografischen Debatte.

Schlüsselwörter

Marcel Beyer, Flughunde, Figurenperspektive, Hermann Karnau, Helga Goebbels, Gegenwartsliteratur, Nationalsozialismus, Banalität des Bösen, Erzähltechnik, Perspektivenwechsel, Historiografie, Zeitgeschichte, Ich-Erzähler, narrative Struktur, akustische Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman „Flughunde“ aus dem Jahr 1995.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die erzählerische Gestaltung durch zwei unterschiedliche Ich-Erzähler, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und die Frage, wie Literatur Geschichte und moralische Abgründe vermitteln kann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie Beyer durch das Zusammenwirken der Perspektiven von Hermann Karnau und Helga eine spezifische Sicht auf das Geschehen erzeugt und damit die Wahrnehmung des Lesers steuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse der Erzählstruktur und bezieht sich dabei auf literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur zur Poetik des Romans.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Einzelperspektiven von Karnau und Helga sowie eine Untersuchung ihrer gegenseitigen Verflechtung und narrativen Ergänzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autorennamen und dem Werktitel prägen Begriffe wie Perspektivenwechsel, Banalität des Bösen und erzähltechnische Konstruktion die Arbeit.

Welche Bedeutung kommt der akustischen Wahrnehmung bei der Figur Karnau zu?

Für Karnau, einen Tontechniker, ist das Gehör der primäre Zugang zur Welt. Seine Obsession für Stimmfärbungen und Klänge dient ihm als Filter, der ihn von einer direkten emotionalen Anteilnahme am menschlichen Leid isoliert.

Wie wird Helgas Perspektive als Kind charakterisiert?

Helgas Perspektive ist durch Naivität und eine kindlich-rhythmische Sprache gekennzeichnet, wobei sie gleichzeitig eine zunehmende Mittelstellung einnimmt, in der sie Informationen über das Bunkerleben und den Lügenkomplex ihrer Eltern schrittweise durchschaut.

Warum ist die Verflechtung der beiden Stimmen für den Leser so wichtig?

Da keine objektive, allwissende Erzählinstanz existiert, ist der Leser auf die Kombination beider Perspektiven angewiesen, um sich ein eigenes, kritisches Bild des historischen Geschehens zu formen.

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Details

Title
Die Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman "Flughunde"
College
Martin Luther University  (Germanistik - Literaturwissenschaft)
Course
Proseminar: Aktuelle deutsche Gegenwartsliteratur
Grade
1,0
Author
Peter Grube (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V83628
ISBN (eBook)
9783638000512
ISBN (Book)
9783638910521
Language
German
Tags
Figurenperspektive Marcel Beyers Roman Flughunde Proseminar Aktuelle Gegenwartsliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Grube (Author), 2007, Die Figurenperspektive in Marcel Beyers Roman "Flughunde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83628
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