In the past few years environmental issues have become more popular than ever before – this, above all, is indicated by increasing resonance in public media. Political institutions seem to be under big pressure by the so called general public – at least they are shifting their priorities to ecological charged topics, which are at the same time topics with global coverage. Still there is a strong bias on political decisions as regulative centre of society.
This present work doesn’t claim to find any solution to ecological problems. Instead it pictures an attempt of analysing ecological problems as environmental relation of society in general and the consequential communication in particular contexts by referring to Niklas Luhmann’s Theory of Social Systems. This offers a different perspective on the dynamics of issue-based communication. Therefore the ecological topic seems to be appropriate, since it involves many sub-systems of society.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema und Zielsetzung der Arbeit
2. Soziale Systeme in der Peripherie der Umweltdebatte?
2.1. Die Resonanzfähigkeit einzelner Systeme auf Umweltreize
2.2. Politik
2.3. Wirtschaft
2.4. Die Rolle der Massenmedien
3. Angstkommunikation
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht aus systemtheoretischer Perspektive nach Niklas Luhmann, wie unterschiedliche gesellschaftliche Teilsysteme auf Umweltprobleme, insbesondere die Klimaerwärmung, reagieren und welche Funktion die Kommunikation von Angst in diesem Kontext einnimmt.
- Systemtheoretische Analyse der Resonanzfähigkeit von Teilsystemen
- Die Rolle von Politik, Wirtschaft und Massenmedien bei der Problembearbeitung
- Funktion und Wirkungsweise von Angstkommunikation in der modernen Gesellschaft
- Das Spannungsfeld zwischen systeminterner Logik und gesellschaftlichem Umweltschutz
Auszug aus dem Buch
2.1. Die Resonanzfähigkeit einzelner Systeme auf Umweltreize
Betrachtet man die Gesellschaft im Zuge der Modernisierung so lässt sich die Autonomisierung gesellschaftlicher Teilbereiche beobachten. Anstelle einer zentralen Instanz mit gesamtgesellschaftlicher Kontrollkompetenz, wie sie im Mittelalter noch durch Adel und Klerus gegeben war, treten „gleichberechtigte“ Teilsysteme, die strikt nach ihrer eigenen Logik funktionieren. Niklas Luhmann spricht in diesem Zusammenhang von einer „operativen Schließung“ im Zuge der „Funktionalen Differenzierung“ (Luhmann 1997, S. 131). Diese Spezialisierung einzelner Teilbereiche führt letzten Endes zu einer Leistungssteigerung, die in einer „Steigerung des Auflöse- und Rekombinationsvermögens, sowohl in Bezug auf die eigenen Operationen als auch auf die gesellschaftsinterne und die gesellschaftsexterne Umwelt der Funktionssysteme “ begründet liegt (Luhmann, ebd).
Im Hinblick auf das betrachtete Problem lässt sich zusammenfassend formulieren, dass ein gesellschaftliches Subsystem zwar über eine Offenheit gegenüber seiner Umwelt verfügt, diese aber auf einer Sinngebung auf Basis eines systeminternen, binären Codes und damit auf systemspezifischer Geschlossenheit beruht. Folglich werden Umweltreize, die nicht der spezifischen Funktionalität des jeweiligen Systems entsprechen, nicht zu Information, worunter wir mit Luhmann „ein Ereignis[…] bezeichnen […], das Systemzustände auswählt“ (Luhmann 1987, S. 102). Dies wiederum „ist nur anhand von Strukturen möglich, die die Möglichkeiten begrenzen und vorsortieren“ (Luhmann, ebd.). So entsteht systemintern Sinn, der aber stets die Komplexität einer kontingenten Umwelt als latente Seite einer Unterscheidung mittransportiert und somit als Ergebnis einer Selektion von Information zu verstehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Problematik des gesteigerten Umwelt- und Klimabewusstseins und Darlegung der forschungsleitenden Fragen unter Einbeziehung der Systemtheorie.
2. Soziale Systeme in der Peripherie der Umweltdebatte?: Theoretische Analyse der funktionalen Differenzierung und Untersuchung der spezifischen Reaktionsweisen der Teilsysteme Politik, Wirtschaft und Massenmedien auf Umweltreize.
2.1. Die Resonanzfähigkeit einzelner Systeme auf Umweltreize: Erläuterung der systemtheoretischen Grundlagen, wie Teilsysteme durch operative Schließung und systemeigene Codes auf Umweltreize reagieren.
2.2. Politik: Untersuchung des politischen Systems und seines Dilemmas zwischen kurzfristiger Wiederwahl und der Notwendigkeit langfristiger ökologischer Entscheidungen.
2.3. Wirtschaft: Analyse der Logik des Wirtschaftssystems, das ökologische Belange nur unter Berücksichtigung des binären Codes "Zahlen / Nicht-Zahlen" verarbeiten kann.
2.4. Die Rolle der Massenmedien: Betrachtung der Massenmedien als Akteure, die durch die Generierung von Neuigkeiten gesellschaftliche Relevanz erzeugen und Komplexität reduzieren.
3. Angstkommunikation: Diskussion der These, dass Angstkommunikation ein funktionales Äquivalent zur Bewältigung gesellschaftlicher Komplexität und eine Reaktion auf die Unkontrollierbarkeit von Risiken darstellt.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Widersprüche und Konflikte in der Gesellschaft und Ausblick auf die Dynamik soziologischer Beobachtung.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, Umweltdebatte, Klimaerwärmung, Angstkommunikation, Resonanzfähigkeit, Politik, Wirtschaft, Massenmedien, operative Schließung, Risikogesellschaft, gesellschaftliche Komplexität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne gesellschaftliche Teilsysteme wie Politik, Wirtschaft und Medien auf das aktuelle Umweltproblem der Klimaerwärmung reagieren und wie diese Reaktionen systemtheoretisch zu erklären sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft, die Verarbeitung von Umweltreizen in unterschiedlichen Teilsystemen sowie die Rolle der Angstkommunikation als gesellschaftliches Phänomen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche gesellschaftliche Funktion die Kommunikation von Angst erfüllt und inwiefern gesellschaftlich koordiniertes Handeln in einer dezentralisierten Gesellschaft bei Umweltproblemen überhaupt möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die systemtheoretischen Ansätze von Niklas Luhmann sowie ergänzend Konzepte von Ulrich Beck, um gesellschaftliche Abläufe als autopoietische Prozesse zu beobachten und zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der spezifischen Resonanzfähigkeit von Politik, Wirtschaft und Medien auf ökologische Themen sowie mit der Funktion von Angstkommunikation als Stabilisierungsmechanismus in einer komplexen Gesellschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Systemtheorie, operative Schließung, binäre Codes, gesellschaftliche Resonanz, Angstkommunikation und funktionale Differenzierung.
Wie reagiert das Wirtschaftssystem auf ökologische Herausforderungen?
Das Wirtschaftssystem integriert ökologische Themen nur dann, wenn sie in seine Marktlogik („Zahlen oder Nicht-Zahlen“) übersetzbar sind und somit als Investition oder Verkaufsargument anschlussfähig werden.
Warum ist die Politik in der Umweltdebatte in einem Dilemma?
Die Politik steht unter dem Druck, langfristige ökologische Herausforderungen zu lösen, während sie gleichzeitig an den kurzfristigen Mechanismus der Wiederwahl gebunden ist, was ein stetiges Wechseln der Themen erfordert.
Welche Rolle spielen die Massenmedien im Prozess der Angstkommunikation?
Die Massenmedien fungieren als Schnittstelle, die durch die kontinuierliche Generierung von Neuigkeiten Themen der Angst aufgreifen, Komplexität reduzieren und somit gesellschaftliche Aufmerksamkeit steuern.
- Citation du texte
- Florian Schulz (Auteur), 2007, Die Umwelt der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83632