In dieser Arbeit soll das Verhältnis zwischen den Begriffen „vollkommen“, „gut“ und „seiend“ untersucht werden. Dass ein Zusammenhang besteht, soll die nun folgende Ausführung zeigen:
Im zweiten Artikel der dritten Frage , der lautet „Ist Gott zusammengesetzt aus Wesensstoff und Wesensform?“ führt Thomas in seinem zweiten Argument Folgendes aus, was zentral ist für die Zusammenhänge zwischen dem Seiendem, dem Guten, und dem Vollkommenen, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen:
„Jedes aus Stoff und Form zusammengesetzte Wesen ist gut und vollkommen durch seine Form; es ist also nur dadurch gut, daß der Stoff an der Form als der Seinsvollkommenheit teilhat. Das erste Sein aber, das zugleich das höchste Gut ist, nämlich Gott, kann sein Gutsein nicht durch Teilhabe empfangen haben, denn er ist wesenhaft gut. Das wesenhafte Gut aber ist früher als das, was nur durch Teilhabe gut ist.“
Mit dieser Aussage will Thomas beweisen, dass Gott nicht aus Wesensstoff und Wesensform zusammengesetzt ist. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Vollkommenheit
2.1. Die vierte Frage: Gottes Vollkommenheit
2.1.1. Der erste Artikel: Ist Gott vollkommen?
2.2.2. Der zweite Artikel: Finden sich in Gott die Vollkommenheiten aller Dinge vereinigt?
2.3. Zweite Frage, dritter Artikel: Gibt es einen Gott?
2.4. Zusammenfassung
3. Das Seiende und das Gute – Die fünfte Frage
3.1. Der erste Artikel: Ist das Gute sachlich vom Seienden verschieden?
3.1.1. Die Behauptungen
3.1.2. Die Antwort
3.1.3. Widerlegung der Behauptungen
3.2. Der zweite Artikel: Ist das Gute begrifflich früher als das Seiende?
3.2.1. Die Behauptungen
3.2.2. Die Antwort
3.2.3. Widerlegung der Behauptungen
3.3. Der dritte Artikel: Ist alles Seiende gut?
3.3.1. Die Behauptungen
3.3.2. Die Antwort
3.3.3. Widerlegung der Behauptungen
4. Das Verhältnis von Seiendem, Gutem und Vollkommenem – Zusammenfassung und Kritik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen den philosophisch-theologischen Begriffen „Vollkommenheit“, „Gutes“ und „Seiendes“ innerhalb der „Summa theologica“ von Thomas von Aquin, mit dem Ziel, deren gegenseitige Abhängigkeit und mögliche Identität zu klären.
- Analyse des Begriffs der Vollkommenheit in Bezug auf Gott und die Geschöpfe.
- Untersuchung des Verhältnisses von Sein und Gutem durch die Analyse ausgewählter Artikel der Summa.
- Erörterung der sachlichen Gleichheit und begrifflichen Unterscheidung dieser Transzendentalia.
- Kritische Reflexion der Argumentationsstruktur von Thomas von Aquin in Bezug auf diese zentralen Begriffe.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In dieser Arbeit soll das Verhältnis zwischen den Begriffen „vollkommen“, „gut“ und „seiend“ untersucht werden. Dass ein Zusammenhang besteht, soll die nun folgende Ausführung zeigen:
Im zweiten Artikel der dritten Frage1, der lautet „Ist Gott zusammengesetzt aus Wesensstoff und Wesensform?“ führt Thomas in seinem zweiten Argument Folgendes aus, was zentral ist für die Zusammenhänge zwischen dem Seiendem, dem Guten, und dem Vollkommenen, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen:
„Jedes aus Stoff und Form zusammengesetzte Wesen ist gut und vollkommen durch seine Form; es ist also nur dadurch gut, daß der Stoff an der Form als der Seinsvollkommenheit teilhat. Das erste Sein aber, das zugleich das höchste Gut ist, nämlich Gott, kann sein Gutsein nicht durch Teilhabe empfangen haben, denn er ist wesenhaft gut. Das wesenhafte Gut aber ist früher als das, was nur durch Teilhabe gut ist.“2
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage und der methodischen Hinführung zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Vollkommenheit, Gutem und Seiendem.
2. Die Vollkommenheit: Untersuchung des Vollkommenheitsbegriffs bei Thomas von Aquin, insbesondere bezogen auf die göttliche Vollkommenheit und die graduelle Bewegung der Dinge zur Vollendung.
3. Das Seiende und das Gute – Die fünfte Frage: Analyse der wesentlichen Artikel der fünften Frage, in denen das Verhältnis zwischen dem Guten und dem Seienden durch die Perspektive der Teilhabe und des Begehrenswerten beleuchtet wird.
4. Das Verhältnis von Seiendem, Gutem und Vollkommenem – Zusammenfassung und Kritik: Synthese der vorangegangenen Untersuchungen mit einer kritischen Prüfung der thomistischen Argumentation hinsichtlich der Identität und Unterscheidung dieser Begriffe.
Schlüsselwörter
Thomas von Aquin, Summa theologica, Vollkommenheit, Seiende, Gutes, Transzendentalia, Wesensform, Teilhabe, Wirklichkeit, Begehrenswertes, Gott, Gottesbeweis, Aristoteles, Ursächlichkeit, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der drei Grundbegriffe „Vollkommenheit“, „Gutes“ und „Seiendes“ und deren Verhältnis zueinander im Denken von Thomas von Aquin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Natur der göttlichen Vollkommenheit, der ontologische Zusammenhang von Sein und Gutem sowie die Frage nach der Identität oder Differenz dieser Begriffe.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, inwiefern das Vollkommene, das Gute und das Seiende als identisch betrachtet werden können und wie Thomas von Aquin diese Konzepte in der „Summa theologica“ miteinander verknüpft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophisch-theologische Analyse, die auf der exakten Textinterpretation ausgewählter Artikel der „Summa theologica“ und der Auseinandersetzung mit der scholastischen Argumentationsweise basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung des Vollkommenheitsbegriffs und der fünften Frage zur Identität von Gutem und Seiendem, inklusive kritischer Widerlegungen der von Thomas angeführten Gegenpositionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Transzendentalia, Teilhabe, Seinsfülle, Wirkursache und Vollkommenheit charakterisiert.
Wie unterscheidet Thomas zwischen dem Guten an sich und dem Guten durch Teilhabe?
Thomas definiert das Gute an sich als wesenhaft gut (Gott), während alles andere Seiende nur durch Teilhabe an der Form als „gut“ oder „vollkommen“ bezeichnet wird.
Warum fungiert das „Vollkommene“ als Bindeglied?
Das Vollkommene dient als Bindeglied, da es die Verwirklichung des Seins beschreibt, welche wiederum das Kriterium dafür ist, dass etwas als erstrebenswert und somit als „gut“ gilt.
- Quote paper
- Jessica Werner (Author), 2005, Das Seiende, das Gute und das Vollkommene und ihr Verhältnis zueinander in Thomas von Aquins „Summa theologica“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83718