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Ergativität und Akkusativität

Titre: Ergativität und Akkusativität

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Peter Baumann (Auteur)

Romanistique - Autres Langues
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Ergativität gilt vielen als ein exotisches Phänomen und nicht wenige vertreten noch heute die Meinung, dass sich das Denken in Ergativsprachen grundsätzlich von dem in den ‚gewöhnlichen‘ Akkusativsprachen unterscheiden müsse. Demgegenüber möchte ich versuchen zu zeigen, dass Ergativität einfach nur eine unter mehreren Möglichkeiten ist, wie die Aktanten in transitiven und intransitiven Sätzen markiert sein können, und dass die meisten Sprachen von mehreren dieser Möglichkeiten Gebrauch machen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Markierung von Aktanten

2.1 Semantische Markierung

2.2 Syntaktische Markierung und Gruppierung

2.2.1 Ergativ-Akkusativ-Konfiguration

3 Ergativität und Akkusativität

3.1 Ergativität im Deutschen?

3.2 Syntaktische Ergativität

3.2.1 Ergativität und Passiv

4 Split-Phänomene

4.1 Aktiv-Inaktiv-Konfiguration

4.2 Split-Akkusativität...

4.2.1 ...im Deutschen

4.2.2 ...und in den romanischen Sprachen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die sprachwissenschaftlichen Phänomene der Ergativität und Akkusativität, um der verbreiteten Auffassung entgegenzuwirken, dass Ergativität ein rein exotisches Phänomen sei. Ziel ist es aufzuzeigen, dass beide Konfigurationen lediglich unterschiedliche, systemimmanente Möglichkeiten der Aktantenmarkierung in transitiven und intransitiven Sätzen darstellen und viele Sprachen komplexe Mischformen aufweisen.

  • Vergleichende Analyse von Markierungssystemen für Aktanten
  • Unterscheidung zwischen semantischer und syntaktischer Markierung
  • Erforschung von Split-Phänomenen und deren Bedingungen
  • Analyse von Fallbeispielen in Sprachen wie Baskisch, Manipuri und Deutsch

Auszug aus dem Buch

2.1 Semantische Markierung

Die zentrale Frage dieser Arbeit lautet nun, wie die Argumente oder Aktanten von transitiven und intransitiven Verben im Satz markiert werden.

Zu unterscheiden sind hierbei zwei – zumindest theoretisch – recht unterschiedliche Möglichkeiten (Dixon, 1994, p. 23): Die erste besteht darin, dass die Nominalphrasen jeweils entsprechend ihrer tatsächlichen semantischen Rollen markiert werden, die alleine durch die Semantik des Verbs in der konkreten Äußerungssituation festgelegt sind. Um das Prinzip dieser als direkt oder semantisch bezeichneten Markierung zu verdeutlichen, soll kurz die tibetoburmanische Sprache Manipuri vorgestellt werden (Dixon, 1994, pp.28ff). Die konkreten semantischen Rollen werden hier durch die folgenden drei Suffixe, die sowohl an Substantive als auch an Pronomen angehängt werden, angezeigt: -n@ bezeichnet denjenigen, der die Handlung kontrolliert, -bu ein belebtes Wesen, das von einer Handlung direkt betroffen ist und von ihr in Mitleidenschaft gezogen wird und schließlich -Nond@ jemanden, der von einer Handlung nur indirekt betroffen ist. Sollte der Aktant eines Satzes keine dieser drei Rollen erfüllen, bleibt er unmarkiert.

In den folgenden beiden intransitiven Sätzen (Dixon, 1994, p. 29) ist der Unterschied zu erkennen zwischen einem kontrollierenden und somit mit -n@ markierten Aktanten und einem der die Handlung nicht kontrolliert und daher auch nicht mit -n@ markiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik und Widerlegung des Vorurteils, dass Ergativität ein exotisches Phänomen sei.

2 Markierung von Aktanten: Erläuterung der Valenz von Verben und der theoretischen Unterscheidung zwischen semantischer und syntaktischer Markierung von Aktanten.

3 Ergativität und Akkusativität: Definition der beiden grammatischen Grundmuster und Anwendung auf Sprachen wie das Deutsche und das Baskische.

4 Split-Phänomene: Untersuchung der Bedingungen für gemischte ergative und akkusative Muster, einschließlich der Aktiv-Inaktiv-Konfiguration und sprachspezifischer Split-Akkusativität.

Schlüsselwörter

Ergativität, Akkusativität, Aktantenmarkierung, Valenz, Syntax, Morphologie, Sprachwissenschaft, Nominativ, Absolutiv, Passiv, Split-Phänomene, Sprachvergleich, Linguistische Typologie, Semantik, Indoeuropäische Sprachen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Sprachen die Aktanten – also die notwendigen Argumente eines Verbs – in Sätzen markieren, und hinterfragt die Dichotomie zwischen den sogenannten „exotischen“ Ergativsprachen und den „gewöhnlichen“ Akkusativsprachen.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Dokument behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Ergativität und Akkusativität, die morphologische versus syntaktische Markierung von Argumenten, sowie das Auftreten von sogenannten Split-Phänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Ergativität keine sprachliche Anomalie darstellt, sondern eine von mehreren logischen Möglichkeiten der Aktantenmarkierung, wobei viele Sprachen Mischformen dieser Systeme aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt einen sprachvergleichenden Ansatz (Typologie), bei dem die linguistischen Konzepte unter anderem anhand von Beispielen aus dem Deutschen, Baskischen, Manipuri und verschiedenen romanischen Sprachen illustriert und kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der semantischen und syntaktischen Markierung, die formale Definition von Ergativität und Akkusativität sowie eine eingehende Analyse von Split-Bedingungen, wie sie beispielsweise im Tempus oder durch die Semantik von Nominalphrasen entstehen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Ergativität, Akkusativität, Aktantenmarkierung, syntaktische Typologie und Split-Phänomene.

Warum wird das Baskische als Beispiel herangezogen?

Das Baskische dient als primäres Beispiel für eine Sprache mit einem ausgeprägten ergativen System, um den Unterschied zu der im Deutschen oder den romanischen Sprachen dominierenden Akkusativ-Konfiguration in der Praxis zu verdeutlichen.

Was besagt die Aktiv-Inaktiv-Konfiguration?

Hierbei handelt es sich um eine Konfiguration, bei der intransitive Verben in Abhängigkeit von ihrer Semantik in zwei Gruppen zerfallen, wobei sich eine Gruppe wie ein Subjekt transitiver Verben verhält und die andere wie ein Objekt transitiver Verben.

Inwieweit spielt das Passiv für die syntaktische Argumentation eine Rolle?

Die Arbeit zeigt, dass die Passivbildung in akkusativen Sprachen als Mechanismus dient, um transitives Verhalten in intransitives umzuwandeln, was wiederum für die Gleichsetzung bestimmter Aktanten in komplexen Satzstrukturen relevant ist.

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Résumé des informations

Titre
Ergativität und Akkusativität
Université
University of Freiburg  (Romanisches Seminar)
Cours
Subjekt und Objekt in den romanischen Sprachen
Note
1,0
Auteur
Peter Baumann (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
18
N° de catalogue
V83735
ISBN (ebook)
9783638000932
Langue
allemand
mots-clé
Ergativität Akkusativität Subjekt Objekt Sprachen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Peter Baumann (Auteur), 2007, Ergativität und Akkusativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83735
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