Diese Hausarbeit beruht auf einem Thema aus dem Seminar „Grundlagen der Werkanalyse“. Wir hatten uns in diesem Seminar mit der Oper Lulu von Alban Berg beschäftigt, und ich behandele das Thema „Lulu als Pop-Ikone: Madonna“.
In dieser Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, ob diese These zutreffend ist: ist Madonna eine Lulu als Pop-Ikone?
Madonna hat mittlerweile das Interesse der Medien und der Intellektuellen geweckt, und doch steht so gut wie immer eine zentrale Frage im Mittelpunkt: wer ist Madonna eigentlich? Eine konkrete Antwort hierauf ist nicht möglich, es gibt nur die verschiedensten Erklärungsversuche. So werde ich in dieser Hausarbeit versuchen, die Frage zu klären, ob Madonna Lulu als Pop-Ikone ist. Dafür werde ich verschiedene Aspekte aus Madonnas Leben und ihrer Präsenz in den Medien betrachten, um so vielleicht zu einer Antwort zu kommen.
Ich beginne mit einem Blick auf Madonnas Biographie, um so Ähnlichkeiten zwischen ihrem Leben und der Figur Lulu zu finden. Auch wenn vielleicht der Gedanke aufkommt, dass wohl bei vielen Frauen die Biographie mit Lulu Ähnlichkeiten aufweist, vor allem, da ich die prägnanten Stellen herausgesucht habe, so ist diese verblüffende Kongruenz doch etwas, was die These „Lulu als Pop-Ikone: Madonna“ untermauert.
Dann werde ich mich kurz dem Aspekt von Bild und Abbild zuwenden, was für die Person Madonna und ihre Karriere eine wichtige Rolle spielt und vielleicht das größte Rätsel und Erfolgsgeheimnis der Frau ist.
Als letzten Punkt werde ich dann die vorhandenen Videozeugnisse in Betracht ziehen, die Ähnlichkeiten mit dem Thema Lulu aufweisen und kurz auf Inhalt und Bedeutung des jeweiligen Videos eingehen, um schließlich zu einem Abschluss kommen, mit Beantwortung der Frage, ob Madonna einer Pop-Ikonenversion von Lulu entspricht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MADONNAS BIOGRAPHIE
2.1. MIT MÄNNERN ZUM ERFOLG
2.2. CAMILLE BARBONE
3. BILD UND ABBILD
4. DIE VIDEOS
4.1. LIKE A VIRGIN
4.2. OPEN YOUR HEART
4.3. JUSTIFY MY LOVE
4.4. IN BED WITH MADONNA
5. ABSCHLUSS
6. BIBLIOGRAPHIE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, inwieweit die Künstlerin Madonna als moderne Entsprechung der Opernfigur „Lulu“ von Alban Berg betrachtet werden kann, indem sie Parallelen in Biografien, Inszenierungsstrategien und der Nutzung von Medien analysiert.
- Vergleich der Lebenswege und Karrierestrategien
- Analyse der Konstruktion von Image und privatem Abbild
- Untersuchung der Rollenbilder in ausgewählten Musikvideos
- Dekonstruktion des Erfolgsgeheimnisses durch Selbstinszenierung
Auszug aus dem Buch
3. Bild und Abbild
Eine Frage, die sich bei der Figur Lulu sowie bei Madonna stellt, ist: Wer ist diese Person wirklich? Beide erschaffen eine Bild von sich selbst, ein öffentliches Image, von dem sie denken, dass es ihnen den größtmöglichen Erfolg und Anerkennung einbringt. Beide verstecken ihr wahres Ich, vielleicht aus Angst, dass man erkennen könnte, wie sie wirklich sind, vielleicht, um durch ständig wechselnde Images aus jeder Situation heraus das Bestmögliche zu erreichen: Lulu will den Männern gefallen und gesellschaftlichen Aufstieg, Madonna will berühmt werden und Platten verkaufen. Die zentrale Frage lautet beide Male: gibt es überhaupt ein wirkliches Ich von Lulu und Madonna? Und falls ja, wie ist es?
„Madonna ist ein Original, jedoch ohne Abbild; beziehungsweise mit so vielen, dass eine Festlegung ihrer Person in eine dementsprechende Figur das Prinzip Madonna ad absurdum führen würde.“ Wir finden folgende Situation vor: die Unterscheidung zwischen dem öffentlichem Image, der scheinbar privaten Madonna und der wirklichen, privaten Madonna. Mit sicherem Geschick für Trends versucht Madonna, nicht an einem Image festzuhalten, sondern ständig ein neues, der Zeit angepasstes, zu kreieren, man spricht von ständigen „Neuerfindungen“. Diese „Neuerfindungen ihrer Person sind in der Mehrzahl Erfindungen, die andere gemacht haben und dann von ihr nur für einen Imagewandel benutzt werden.“ Vorbilder waren für Madonna Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, Evita, indische Tänzerinnen und viele mehr, auch unbekanntere. Ihrem Image haftet immer etwas Sexuelles, Anrüchiges an, teils, weil es vielleicht wirklich Madonnas Wesen entspricht, teils, weil sie nach der Devise „sex sells“ handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Fragestellung der Arbeit dar und begründet die Herleitung des Vergleichs zwischen der Opernfigur Lulu und der Pop-Ikone Madonna.
2. MADONNAS BIOGRAPHIE: Dieses Kapitel beleuchtet Madonnas Aufstieg und ihre gezielte Nutzung persönlicher Beziehungen als Instrumente für ihre Karriere.
3. BILD UND ABBILD: Hier wird analysiert, wie Madonna durch ständige Neuerfindungen ihres Images die Grenze zwischen privater Identität und öffentlicher Rolle systematisch verwischt.
4. DIE VIDEOS: Anhand ausgewählter Musikvideos und einer Dokumentation wird aufgezeigt, wie Madonna geschickt mit Klischees und männlichen Projektionen spielt.
5. ABSCHLUSS: Die Autorin zieht ein Resümee und kommt zu dem Schluss, dass Madonna als eine moderne „Pop-Ikonen-Lulu“ verstanden werden kann.
6. BIBLIOGRAPHIE: Dieses Kapitel enthält das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Madonna, Lulu, Alban Berg, Pop-Ikone, Werkanalyse, Image, Neuerfindung, Musikvideos, Selbstinszenierung, Identität, Geschlechterrollen, Voyeurismus, Medienpräsenz, Karriere, Biographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Parallelen zwischen der berühmten Opernfigur „Lulu“ und der Pop-Sängerin Madonna unter Berücksichtigung ihrer Inszenierung als öffentliche Person.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Biografie, der strategischen Imagebildung („Bild und Abbild“) sowie der filmischen Umsetzung und Symbolik in Madonnas Musikvideos.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob die These zutreffend ist, dass Madonna eine moderne Entsprechung zur Figur der Lulu darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Werkanalyse, die biografische Aspekte mit der Untersuchung von Musikvideos und Medientheorien kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Madonnas Aufstieg durch Männer, die Analyse ihrer ständig wechselnden Identitäten sowie eine Fallstudie spezifischer Musikvideos.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Madonna und Lulu sind dies Begriffe wie Selbstinszenierung, Identität, Rollenbild und Medienpräsenz.
Warum wird die Beziehung zu Camille Barbone als besonders hervorgehoben?
Die Autorin sieht in dieser Beziehung eine direkte Entsprechung zur Verbindung zwischen Lulu und der Gräfin Geschwitz, da Madonna hier eine für sie seltene „Verführung ohne Sex“ einsetzt.
Wie bewertet die Arbeit Madonnas Musikvideos?
Die Videos werden als Inszenierungen interpretiert, in denen Madonna bewusst mit dem Klischee von „Jungfrau“ und „Hure“ spielt, um männliche Projektionen zu bedienen und gleichzeitig zu kontrollieren.
Gibt es ein klares Ergebnis bezüglich Madonnas Identität?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die echte Identität hinter dem „Rollenspiel“ verschwimmt und die private Madonna mittlerweile mit der öffentlichen Kunstfigur verschmolzen ist.
- Quote paper
- Nadine Hellriegel (Author), 2004, Zu: Lulu als Pop-Ikone: "Madonna", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83739