Zu: Lulu als Pop-Ikone: "Madonna"


Hausarbeit, 2004
15 Seiten

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Madonnas Biographie
2.1. Mit Männern zum Erfolg
2.2. Camille Barbone

3. Bild und Abbild

4. Die Videos
4.1. Like A Virgin
4.2. Open Your Heart
4.3. Justify My Love
4.4. In Bed With Madonna

5. Abschluss

6. Bibliographie

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beruht auf einem Thema aus dem Seminar „Grundlagen der Werkanalyse. Wir hatten uns in diesem Seminar mit der Oper Lulu von Alban Berg beschäftigt, und ich behandele das Thema „Lulu als Pop-Ikone: Madonna“.

In dieser Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, ob diese These zutreffend ist: ist Madonna eine Lulu als Pop-Ikone?

Madonna hat mittlerweile das Interesse der Medien und der Intellektuellen geweckt, und doch steht so gut wie immer eine zentrale Frage im Mittelpunkt: wer ist Madonna eigentlich? Eine konkrete Antwort hierauf ist nicht möglich, es gibt nur die verschiedensten Erklärungsversuche. So werde ich in dieser Hausarbeit versuchen, die Frage zu klären, ob Madonna Lulu als Pop-Ikone ist. Dafür werde ich verschiedene Aspekte aus Madonnas Leben und ihrer Präsenz in den Medien betrachten, um so vielleicht zu einer Antwort zu kommen.

Ich beginne mit einem Blick auf Madonnas Biographie, um so Ähnlichkeiten zwischen ihrem Leben und der Figur Lulu zu finden. Auch wenn vielleicht der Gedanke aufkommt, dass wohl bei vielen Frauen die Biographie mit Lulu Ähnlichkeiten aufweist, vor allem, da ich die prägnanten Stellen herausgesucht habe, so ist diese verblüffende Kongruenz doch etwas, was die These „Lulu als Poikone: Madonna“ untermauert.

Dann werde ich mich kurz dem Aspekt von Bild und Abbild zuwenden, was für die Person Madonna und ihre Karriere eine wichtige Rolle spielt und vielleicht das größte Rätsel und Erfolgsgeheimnis der Frau ist.

Als letzten Punkt werde ich dann die vorhandenen Videozeugnisse in Betracht ziehen, die Ähnlichkeiten mit dem Thema Lulu aufweisen und kurz auf Inhalt und Bedeutung des jeweiligen Videos eingehen, um schließlich zu einem Abschluss kommen, mit Beantwortung der Frage, ob Madonna einer Pop-Ikonenversion von Lulu entspricht.

2. Madonnas Biographie

2.1. Mit Männern zum Erfolg

Madonna Louise Ciccone stammt aus einer bürgerlichen Familie aus Detroit. Die Mutter verstarb früh, mit Vater und Stiefmutter gab es viel Streit, so dass Madonna sich nach kurzem Tanz-Studium am Michigan-College alleine auf nach New York machte, mit dem Wunsch, eine Berühmtheit zu werden. Sie lebte in New York in extrem ärmlichen Verhältnissen, dennoch gelang ihr der langsame, aber kontinuierliche Aufstieg – mit Hilfe von Männern.

Madonnas Aufstieg ergab sich mehr oder weniger aus Zufällen. So lernte sie Männer auf Partys oder in Clubs kennen, die in irgendeiner Form mit der Unterhaltungsbranche zu tun hatten. Fast immer begann sie mit diesen eine Affäre, was ihr oft einen Job einbrachte sowie die Möglichkeit, noch einflussreicheren Leuten aus dem Showbiz vorgestellt zu werden, für die sie dann den alten, ausgedienten Liebhaber verließ. In gewisser Weise war dies den Männern auch bewusst, so merkte einer ihrer ersten Liebhaber, es „sei immer das Gefühl einer Romanze auf Zeit vorhanden gewesen. „Ich wusste, es würde nicht ewig dauern“, meinte er. „Sie sagte es nie direkt, aber ich spürte, dass sie auf dem Sprung war...und ich nicht.““[1] Auf diesem Wege schaffte sie es, Sängerin einer Band und Schauspielerin in einem Independent-Film zu werden. Sie hat die Männer also regelrecht benutzt, um Karriere zu machen und immer neue einflussreiche Männer kennen zu lernen, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle ihrer Liebhaber zu nehmen: „Es war, um es mal vorsichtig auszudrücken, ziemlich hart, ihr Freund zu sein [...] vor allem weil man wusste, dass sie ganz bestimmt nicht treu sein würde. Sie hatte immer eine Menge anderer Jungs in der Hinterhand, und jeder erfüllte einen Zweck in ihrem Leben.“[2]

Mit Hilfe dieser Taktik hat Madonna es geschafft, immer berühmter zu werden, und als sie schließlich weltbekannt war, hatte sie Affären mit den bekanntesten Prominenten, darunter Sean Penn, Warren Beatty, Prince, John F. Kennedy jr., Dennis Rodman; doch oft waren die Gründe für diese Beziehungen wohl die Suche nach neuen Erfolgen und einem Schritt mehr auf der Karriereleiter.

In diesem Punkt kann ich also feststellen, dass eine Kongruenz zwischen Lulu und Madonna besteht. Beide benutzen Männer, ohne Rücksicht auf deren Gefühle, um in ihrem Leben voranzukommen: Lulu gesellschaftlich, Madonna in ihrer Karriere. Ebenso sind beide auch bereit, eine Beziehung nicht aus Liebe oder Zuneigung, sondern aus Berechnung einzugehen und auch sofort wieder zu lösen, wenn sich eine bessere Gelegenheit bietet, egal ob von ihrer Seite Gefühle im Spiel waren oder nicht.

2.2. Camille Barbone

Eine wichtige Helferin auf Madonnas Weg nach oben war Camille Barbone, die sie in ihrer Anfangszeit in New York kennen lernte. Ich widme ihr ein eigenes Kapitel, da sie einige der wenigen Frauen, wenn nicht die Einzige Frau ist, bei der Madonna ihre Verführungsstrategie so erfolgreich anwenden konnte. Des Weiteren zeigt die Beziehung zwischen Camille Barbone und Madonna auffällige Parallelen zur Beziehung zwischen Lulu und Gräfin Geschwitz.

Camille Barbone war Agentin für Musiktalente einer Studio-Firma, die sich im selben Gebäude befand, in dem Madonna übernachtete, dem Music Building (sie hatte zu dieser Zeit keine eigene Wohnung, deshalb übernachtete sie in Büroräumen). Madonna und Camille liefen sich in den Gängen des Öfteren über den Weg, und so entstand ihre Beziehung also aus dem Zufall heraus. Camille sah sich Madonnas Auftritte an und nahm sie schließlich unter Vertrag, um sie groß heraus zu bringen; Camille öffnete für Madonna die Türen ins Musikgeschäft.

Die Beziehung zwischen den beiden hat einen seltsamen Charakter. Es war keine sexuelle Beziehung, doch Madonna wusste, dass Camille sich in sie verliebt hatte, und deshalb kokettierte sie ständig mit ihr und machte ihr Hoffnungen, um Camille dazu zu bringen, all ihre Kraft in das Vorantreiben von Madonnas Karriere zu legen. Madonna verführte Camille, damit sie das tat, was Madonna nützte: „Wenn du meine Freundin bist, tu was für mich. Wenn du mich liebst, tu was für mich.[3], diese Taktik hatte bisher ja meistens erfolgreich funktioniert. Camille übernahm für Madonna gar die Rolle einer Beschützerin, fast schon eine Mutterrolle; und obwohl Camille wusste, wie es um die Beziehung zwischen ihr und Madonna bestellt war, konnte sie sich nicht von ihr lösen, war psychisch sehr angeschlagen: „Mein Leben war eigentlich in Ordnung, bis du daherkamst. Und jetzt schau mich an. Ich bin am Ende. Ich habe alles für dich ausgegeben, Madonna!“[4] Schließlich, nachdem Madonna erste Erfolge verbuchen konnte, trennte sie sich von Camille und deren Agentur, da sie dachte, mehr könne nicht von deren Seite für sie getan werden. Camille führte dieser Bruch in den Bankrott und in eine tiefe emotionale Krise.

„“Oh, stimmt, sie ist ein Schwamm“, stimmt Camille Barbone zu. „Sie saugt auf was sie kann, nimmt dich nach allen Regeln der Kunst aus und geht dann weiter zu ihrem nächsten Opfer. [...] Ich bettelte, borgte und stahl, um für sie zu tun, was ich konnte. Aber die Regeln der Loyalität und des Anstands, an die wir anderen uns halten müssen, gelten für sie nicht“, fährt sie fort. „[...] Sie wollte, was sie wollte, und wenn du es nicht bieten konntest, dann wandte sie sich von dir ab. Ich verlor alles bei dieser Geschichte, weil ich mich nur auf sie konzentriert und die ganze Zeit mit ihr verbracht hatte. Es endete damit, dass ich mein Studio aufgeben musste.““[5]

[...]


[1] In: J. Randy Taraborelli, Madonna. Die Biographie, Hamburg: Hoffmann und Campe 2001,

S. 69.

[2] Ebd. S. 79-80.

[3] ebd. S. 88.

[4] ebd. S. 96.

[5] ebd. S. 97.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Zu: Lulu als Pop-Ikone: "Madonna"
Hochschule
Hochschule für Musik und Theater Hamburg  (Theaterakademie Hamburg)
Veranstaltung
Grundlagen der Werkanalyse
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V83739
ISBN (eBook)
9783638000970
ISBN (Buch)
9783638925310
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit wurde mit "bestanden" bewertet.
Schlagworte
Lulu, Pop-Ikone, Madonna, Grundlagen, Werkanalyse
Arbeit zitieren
Nadine Hellriegel (Autor), 2004, Zu: Lulu als Pop-Ikone: "Madonna", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83739

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