Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: International Organisations

Macht und Abhängigkeit am Beispiel der OPEC und des Öls

Rückschau und Perspektive

Title: Macht und Abhängigkeit am Beispiel der OPEC und des Öls

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Rackow (Author)

Politics - Topic: International Organisations
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die „Organization of Petroleum Exporting Countries“ (OPEC), der ständige Zusammenschluss der an Erdölvorkommen reichsten Staaten, die mehr Erdöl exportieren als importieren, gehört zu den wohl umstrittensten internationalen Organisationen überhaupt, was indirekt darauf schließen lässt, dass die OPEC einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat oder hatte.
Es stellt sich die Frage: Welche Macht hatte, hat und wird die OPEC über den Weltölmarkt und die Industrienationen haben? Dazu ist es auch wichtig zu untersuchen, wer in der OPEC Macht hat und wie gut sie als Kartell, als Organisation „an erster Stelle [...] souveräner Mitglieder“ (die zudem sehr heterogen sind) funktioniert. Es wird sich zeigen, dass Saudi-Arabien eine Schlüsselrolle innerhalb der OPEC spielt.
Eng mit dem Konzept der Macht ist auch das der Abhängigkeit verbunden. Es steht außer Frage, dass trotz jahrzehntelangem Wissen um die gefährliche Abhängigkeit vom so genannten „schwarzen Gold“ die Industrienationen sich völlig ungenügend von ihm gelöst haben. Nach wie vor ist Öl die entscheidende Ressource für die Industriestaaten, die Nachfrage steigt insbesondere durch den industriellen Aufschwung vieler ehemaliger Entwicklungsländer wie China und Indien gewaltig. Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob die Industrienationen automatisch auch der OPEC wehrlos ausgeliefert sind. Welche Möglichkeiten gibt es, eine mögliche Abhängigkeit zu reduzieren?
Die Nachfrage selbst war jedoch lange Zeit gar nicht so wichtig, denn die OPEC hat nichts an der Tatsache geändert, dass der Weltölmarkt in erster Linie ein politisch gesteuerter und kein freier Markt ist. Nach der Kolonialzeit waren es westliche Ölkonzerne, die „sieben Schwestern“, die die späteren OPEC-Staaten regelrecht ausbeuteten, nach der OPEC-Gründung 1960 waren es schließlich durch das Kartell der OPEC mehr oder minder gesteuerte Staatsbetriebe, die die Preise künstlich veränderten, indem zunächst die Preise selbst, dann die Fördermengen gesteuert wurden.
Nach einem historischen Überblick über die OPEC als Organisation eines Machtkampfes (I.1) richte ich den Blick auf interne Machtbeziehungen (I.3), dann auf die Abhängigkeit der Importnationen von Öl (II.1) und die Frage, ob dies auch eine Abhängigkeit von der OPEC bedeutet. Schließlich versuche ich der Antwort auf die Frage, welche Zukunft die OPEC hat, und wenn nicht die OPEC, welche Staaten die Ölversorgung bestimmen, mich zu nähern (III).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Macht der OPEC

1.1 Gründung der OPEC: Geschichte eines Machtkampfes

1.2 Die „Ölkrisen“ der 1970er Jahre

1.3 Wie gut funktioniert die OPEC und wer hat in ihr Macht?

2. Die Abhängigkeit der Importnationen

2.1 Konsequenzen der Ölkrisen für die Weltwirtschaft

2.2 Ansätze und Notwendigkeit einer neuen Energiepolitik

3. Hat die OPEC eine Zukunft?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtverhältnisse auf dem Weltölmarkt und die Abhängigkeit der Industrienationen von der OPEC. Dabei wird analysiert, inwieweit die OPEC als Kartell agiert, wie sie die Ölpreise beeinflusst hat und ob sie angesichts veränderter globaler Energiebedarfe sowie geopolitischer Entwicklungen in Zukunft weiterhin eine dominante Rolle spielen wird.

  • Historische Entwicklung der OPEC und ihres Machtanspruchs
  • Die Auswirkungen der Ölkrisen auf die Weltwirtschaft
  • Struktur und Funktionsweise der OPEC als Kartell
  • Geopolitische Abhängigkeiten und die Notwendigkeit einer neuen Energiepolitik
  • Perspektiven und Zukunftsszenarien des Ölmarktes

Auszug aus dem Buch

1.3 Wie gut funktioniert die OPEC und wer hat in ihr Macht?

Aber ist die OPEC wirklich „nothing more and nothing less than a successful cartel“? Seit der ersten Ölkrise kontrollierte die OPEC die Ölpreise, und der OPEC-Preis bestimmte die Preise anderer Nicht-OPEC-Ölexportländer. Erst mit Beginn der 80er Jahre fand diese Dominanz ein Ende, als der Preis von 36 Dollar 1981 auf 12 Dollar 1986 sank und die OPEC aufgrund sinkender Fördermengen und Nachfrage nach ihrem Öl und Öl im allgemeinen dem Schwinden ihrer Marktanteile ohnmächtig zusehen musste. Trotz der Drosselung der Förderung fiel der Preis weiter. Darin spiegelt sich ein Problem der Funktionsfähigkeit der OPEC: Abweichen von den halbjährlich auf Ministerkonferenzen in Wien festgelegten Quoten kann nicht sanktioniert werden, ein Ausschluss aus der OPEC würde keinen Sinn machen. Nichtdisziplin ist bis zu recht deutlichen Abweichungen von der erlaubten Förderquote seit den 80ern an der Tagesordnung. Dies ist weniger der geringen Gruppenkohäsion aufgrund der großen politisch-sozialen Heterogenität der OPEC (Krisen wie Irak-Iran-Krieg) geschuldet, als viel mehr einem klassischen Problem kollektiven Handelns, einem Art Kollektivgutproblem (Kluft zwischen kollektiver und individueller Rationalität): Jeder will abweichen von der Quote, um seinen individuellen Nutzen zu vergrößern, aber damit das Kollektivgut hoher Preise nicht zerstört wird, muss das einer wenigstens durch ein Opfer kompensieren. Die „Wirksamkeit der OPEC als Organisation [ist] recht beschränkt“, weil sie eben einstimmige Beschlüsse fasst, an die sich dann nicht alle halten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Macht und Abhängigkeit im Zusammenhang mit der OPEC und dem globalen Ölmarkt sowie Darlegung der Fragestellung.

1. Die Macht der OPEC: Historische Analyse der Entstehung und Entwicklung der OPEC als machtvoller Akteur auf dem Weltmarkt.

1.1 Gründung der OPEC: Geschichte eines Machtkampfes: Untersuchung der Hintergründe der OPEC-Gründung als Reaktion auf die Dominanz westlicher Ölkonzerne.

1.2 Die „Ölkrisen“ der 1970er Jahre: Beleuchtung der Ereignisse und Folgen der Ölkrisen auf die Preisgestaltung und die Energieversorgung.

1.3 Wie gut funktioniert die OPEC und wer hat in ihr Macht?: Untersuchung der internen Machtdynamiken und der Problematik des Kartells bezüglich der Durchsetzung von Förderquoten.

2. Die Abhängigkeit der Importnationen: Analyse der Verwundbarkeit westlicher Industrienationen gegenüber den Ölpreisschwankungen.

2.1 Konsequenzen der Ölkrisen für die Weltwirtschaft: Darstellung der wirtschaftlichen Folgen der Preissprünge, insbesondere für Entwicklungsländer und Industrienationen.

2.2 Ansätze und Notwendigkeit einer neuen Energiepolitik: Diskussion über Gegenmaßnahmen der Importländer und die Suche nach Alternativenergien.

3. Hat die OPEC eine Zukunft?: Spekulative Betrachtung der zukünftigen Bedeutung der OPEC unter Berücksichtigung von Peak-Oil und politischer Stabilität.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer Abkehr von der Abhängigkeit vom Rohstoff Öl.

Schlüsselwörter

OPEC, Erdöl, Energiepolitik, Kartell, Weltmarkt, Machtverhältnisse, Abhängigkeit, Ölkrise, Förderkapazität, Geopolitik, Preisbildung, Rohstoffe, Industrienationen, Ressourcen, Weltwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die machtpolitische Rolle der OPEC als Kartell und die daraus resultierende Abhängigkeit der Industrienationen vom Erdöl.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entstehung der OPEC, die Auswirkungen der Ölkrisen, die Machtstrukturen innerhalb der Organisation sowie die Zukunftsfähigkeit der globalen Ölversorgung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, welche Macht die OPEC über den Weltölmarkt ausübt und ob eine Reduzierung der Abhängigkeit der Industrienationen von diesem Rohstoff möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung historischer sowie ökonomischer Daten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Historie der OPEC, der Analyse ihrer Funktionsweise als Kartell, den Folgen der Ölkrisen und den Strategien der Importnationen zur Energiesicherung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie OPEC, Kartell, Ölkrise, Abhängigkeit, Energiepolitik und Geopolitik charakterisiert.

Warum spielt Saudi-Arabien laut der Arbeit eine so große Rolle innerhalb der OPEC?

Saudi-Arabien fungiert oft als Hegemon, der durch seine überragende Förderkapazität und hohe Reserven versucht, den Ölpreis zu stabilisieren und Abweichungen anderer Mitglieder zu kompensieren.

Wie bewertet der Autor die Zukunftsfähigkeit der OPEC?

Der Autor vermutet, dass die OPEC als Organisation an Bedeutung verlieren könnte, während das Fördergebiet im Nahen Osten aufgrund seiner strategischen Reserven weiterhin zentral für die Weltwirtschaft bleibt.

Welche Rolle spielt die „Ölwaffe“ in der Argumentation?

Die „Ölwaffe“ wird als politisches Instrument beschrieben, das den Industrienationen ihre gefährliche Verwundbarkeit vor Augen führte und den Anstoß für energiepolitische Umdenkprozesse gab.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Macht und Abhängigkeit am Beispiel der OPEC und des Öls
Subtitle
Rückschau und Perspektive
College
University of Leipzig  (Politikwissenschaft)
Course
Regieren diesseits und jenseits des Nationalstaates
Grade
1,0
Author
Markus Rackow (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V83813
ISBN (eBook)
9783638009478
ISBN (Book)
9783638914918
Language
German
Tags
Macht Abhängigkeit Beispiel OPEC Regieren Nationalstaates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Rackow (Author), 2007, Macht und Abhängigkeit am Beispiel der OPEC und des Öls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83813
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint