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Film, Variation und Übersetzung - Perspektiven für den DaF-Unterricht?

Title: Film, Variation und Übersetzung - Perspektiven für den DaF-Unterricht?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Brigita Jeraj (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Sprache ist Variation und lebt davon: Sprachnorm und Sprachwirklichkeit beeinflussen sich gegenseitig und es entsteht ein flexibles Gleichgewicht, das die Sprache lebendig werden lässt. Daraus ergeben sich vor allem für den DaF-Unterricht interessante Ansätze. Denn wie geht man mit Variation um? Und inwieweit ist es möglich, das idealisierte Standarddeutsch hinter sich zu lassen oder vielmehr eine optimale Verknüpfung herzustellen und in den Unterricht zu integrieren? Schließlich werden die Lerner außerhalb der Klassenräume ständig mit der Variantenvielfalt des Deutschen konfrontiert. In den letzten Jahren beschäftigt sich die Linguistik und die Didaktik vermehrt mit diesem Thema. Roche (2006) regte an, Variation als Chance zu sehen und etwa die Kanak-Sprak im Hinblick auf Integration und Nutzung der natürlichen Mehrsprachigkeit in den Unterricht mit einzubeziehen.
Ein weiterer interessanter Bereich für den Einsatz im Unterricht ist der des Film- und Fernsehens. Zum einen, weil sich dort das Variationsspektrum deutlich zeigt (in authentischer-alltäglicher Kommunikation z.B. in Dokusoaps, sowie auch in stilisierter Sprache in Spielfilmen) und zum anderen, weil das Fernsehen als Alltagsmedium einen guten Anknüpfungspunkt für den Lerner darstellt. Hier ist besonders die Frage interessant, wie Variation und insbesondere Dialekte, in Synchronfassungen umgesetzt oder in anderssprachige Untertitel übertragen werden. Auch der Übersetzungsvorgang selbst könnte dabei thematisiert werden und so den DaF-Unterricht mit nützlichen Erkenntnissen bereichern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Übersetzungsprozess

2.1 Theoretische Ansätze

2.1.1 Translation als Handlung

2.1.2 Kreatives Übersetzen

2.2 Bedeutung für die Praxis

3. Möglichkeiten der Filmübersetzung

3.1 Synchronisation oder Untertitel?

3.2 Synchrontexte als Übersetzungstexte

3.2.1 Variation als Übersetzungsproblem

3.2.2 Übersetzungsstrategien

4. Varietäten und Übersetzung im DaF-Unterricht – Geht das?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Film und Fernsehen als Medium im DaF-Unterricht, um Lernende für Sprachvariation und die Herausforderungen von Übersetzungsprozessen zu sensibilisieren.

  • Grundlagen der Übersetzungswissenschaft und kreative Übersetzungsprozesse
  • Methoden der Filmübersetzung: Synchronisation versus Untertitelung
  • Umgang mit Dialekten und Sprachvarietäten in Synchronfassungen
  • Integration von authentischem Sprachgebrauch in den Fremdsprachenunterricht
  • Förderung von Sprachbewusstsein und interkultureller Kompetenz

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Variation als Übersetzungsproblem im Film

Der ohnehin schon komplexe Vorgang der Übersetzung wird also bei der Synchronisation von sehr vielen Faktoren beeinflusst. Ein besonderes Problem stellt der Gebrauch sprachlicher Varietäten dar, auch wegen der oben genannten Umstände des Übersetzens. Da die Verwendung von Dialekten in Sprachgemeinschaften sehr unterschiedliche Bewertungen erfährt, ist es sehr aufwendig zufriedenstellende Lösungen zu finden. Herbst (1994: 106) führt als Begründung an, dass: „die Unterschiede zwischen verschiedenen Varietäten der Ausgangssprache in der Zielsprache nicht entsprechend realisiert werden können“, denn eine „direkte Äquivalenz hinsichtlich der von Akzent oder Dialekt getragenen Bedeutungselemente eines Textes in dem Sinne, daß diese Bedeutungselemente auch in der synchronisierten Fassung durch Akzent oder Dialekt ausgedrückt werden können, erscheint unmöglich“ (a.a.O.: 96). Deshalb wird fast ausschließlich in die Standardsprache synchronisiert. Diese Tendenz zur Standardisierung stellte Hesse-Quack (1969: 197) auch in seinem Dialoglistenvergleich fest. Dabei gehen die Varietäten des Ausgangstextes natürlich verloren.

Ein Dialekt ermöglicht es dem Zuhörer, den Sprecher regional und sozial einzuordnen und eventuell auch seine ethnische Zugehörigkeit einzuschätzen (vgl. Herbst 1994: 90). Durch Dialektverwendung im Film werden die handelnden Personen also auch charakterisiert. Herbst (1994: 91f) zeigt, dass ein bestimmter Akzent oder Dialekt von Sprechern beim Hörer bestimmte Klischeevorstellungen auslösen kann. Diese Klischeevorstellungen sind stark vom eigenen kulturellen Hintergrund geprägt. „Für die Synchronisation ergibt sich daraus, daß sie – soweit wie möglich – der Rechnung Tatsache tragen muß, daß im Originalfilm Akzent bzw. Dialekt nicht nur Aufschluß über regionale Herkunft, soziale Stellung und Rasse gibt, sondern daß mit bestimmten Varietäten auch Stereotypen verbunden werden, was auch filmisch genutzt werden kann“ (Herbst 1994: 93). Vom Standard abgesehen gibt es allerdings keine Varietät, die nicht regional bestimmt und gleichzeitig sozial einzuordnen wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Sprachvariation in der Kommunikation und begründet die Relevanz von Film und Übersetzung als spannende Ansätze für den DaF-Unterricht.

2. Der Übersetzungsprozess: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze der Übersetzungswissenschaft, insbesondere die Handlungstheorie und das Konzept des kreativen Übersetzens.

3. Möglichkeiten der Filmübersetzung: Hier werden die Verfahren Synchronisation und Untertitelung sowie die spezifischen linguistischen Herausforderungen bei der Übertragung von Dialogen und Dialekten analysiert.

4. Varietäten und Übersetzung im DaF-Unterricht – Geht das?: Dieses Kapitel diskutiert die Möglichkeiten und den didaktischen Nutzen, Dialekte und authentische Sprachvarietäten in den Fremdsprachenunterricht zu integrieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und befürwortet den Einsatz von Filmen als Medium, um das Verständnis für sprachliche Komplexität bei Lernenden zu fördern.

Schlüsselwörter

Sprachvariation, Übersetzungswissenschaft, DaF-Unterricht, Filmsynchronisation, Untertitelung, Dialekt, Kulturspezifik, Sprachdidaktik, Standardsprache, interkulturelles Lernen, Handlungs- und Theorieansätze, Medien im Unterricht, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Sprachvariation und den Herausforderungen bei der Übersetzung auf die Qualität von Filmfassungen und untersucht, wie dieses Thema didaktisch im Unterricht Deutsch als Fremdsprache genutzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Übersetzungsprozesses, der Vergleich zwischen Synchronisation und Untertitelung sowie die Einbindung von Dialekten und authentischer Sprache in den DaF-Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen der Filmübersetzung für den DaF-Unterricht zu erörtern und zu zeigen, dass die Auseinandersetzung mit der Variantenvielfalt die Sprachreflexion und das Sprachbewusstsein der Lernenden fördern kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender übersetzungswissenschaftlicher Theorien, wie der Handlungstheorie und Ansätzen der Kognitions- und Kreativitätsforschung, um die komplexen Vorgänge bei der Filmübersetzung zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle zur Übersetzung, den technischen Prozess der Synchronisation/Untertitelung, die Problematik bei der Übertragung von Dialekten und Strategien für einen kommunikativ orientierten Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachvariation, Übersetzungswissenschaft, Filmsynchronisation, Untertitelung, Dialekt, DaF-Unterricht und interkulturelle Kompetenz.

Wie gehen Übersetzer mit Dialekten in Filmen um?

Häufig kommt es zu einer Standardisierung, da die direkte Übertragung von Dialekten und ihren sozialen Konnotationen in eine andere Sprache oft unmöglich ist, was zu einem atmosphärischen Verlust führen kann.

Warum sollte Sprachvariation im DaF-Unterricht vermittelt werden?

Weil Lernende außerhalb des Unterrichts ständig mit Sprachvielfalt konfrontiert werden; die Integration hilft ihnen, ein realistischeres Bild der Sprachwirklichkeit zu erhalten und ihre kommunikativen Kompetenzen zu stärken.

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Details

Title
Film, Variation und Übersetzung - Perspektiven für den DaF-Unterricht?
College
LMU Munich  (Institut für Deutsch als Fremdsprache)
Course
Sprachvariation
Grade
1,3
Author
Brigita Jeraj (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V83820
ISBN (eBook)
9783638906913
ISBN (Book)
9783638906968
Language
German
Tags
Film Variation Perspektiven DaF-Unterricht Sprachvariation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Brigita Jeraj (Author), 2007, Film, Variation und Übersetzung - Perspektiven für den DaF-Unterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83820
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