Definitionen von Gesundheit und der Einsatz von Gesundheitserziehung im Sportunterricht


Hausarbeit, 2002

24 Seiten, Note: "keine"


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1 Definitionen
1.1 Gesundheit
1.2 Gesundheitserziehung

2 Gesundheitserziehung im Schulsport
2.1 Aufgaben der Gesundheitserziehung
2.2 Wichtigkeit von gesundheitsbewussten Bewegungsaktivitäten im Schulsport
2.3 Ziele der Gesundheitserziehung im Schulsport
2.4 Gesundheitsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen

3 Salutogenese
3.1 Ein gesundheitlicher Paradigmenwechsel
3.2 Was lässt Menschen gesund bleiben?
3.3 Konsequenzen für den erziehenden Schulsport

4 Diätetik
4.1 Was ist Diätetik
4.2 Diätetik und Sport

5 Praxisbeispiel zur Gesundheitserziehung

6 Einbindung des Praxisbeispiels in die Theorie sowie eine kurze Schluss­bemerkung

7 Literaturverzeichnis

Einleitung

„Als (postmoderne) Industriegesellschaft ist die Bundesrepublik Deutschland ein Volk von Kranken. Dies lässt sich zum einen auf starke Umweltgefährdungen und ungesunde Lebensgewohnheiten zurückführen, zum anderen auch durch bessere Diagnoseverfahren und höhere Lebenserwartung erklären. Immerhin geben die Bundesbürger jährlich etwa 300 Milliarden Mark für ihre Gesundheit aus.“ (BALZ, E.: 1995, S. 135) „Gesundheit ist (...) zur Mangelware und zum Fetisch geworden. Ausgangspunkt dürfte die bedrohliche Tatsache sein, dass in hochtechnisierten Industriegesellschaften die sogenannten Zivilisations­krankheiten souverän die Todesursachen-Statistik anführen, eng verbunden ist diese typische Verwandlung des Krankheitspanoramas mit der insgesamt erschreckenden Kostenexplosion im Gesundheitswesen.“ (BALZ: 1995, S. 11). Als Ursachen für das Auftreten der neuen Zivilisationskrankheiten gelten laut BALZ (ebd.) Bewegungsarmut, Genussmittelmissbrauch, Stressüberlastung und Ernährungsfehler. Bereits im Kindes- und Jugendalter würde das Gefährdungspotenzial sichtbar werden. Übergewicht, Koordinations- und Haltungsschwächen, Kreislaufstörungen, chronische Erkrankungen, geringere körperliche Belastbarkeit, Suchtprobleme und psychosomatische Beeinträchtigungen würden immer häufiger und früher im Entwicklungsverlauf auftreten. (BÖS, K., WOLL, A.: 2001, S. 295)

Was hat nun der Schulsport mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu tun? Wie ist die Aufgabe einer Gesundheitserziehung im Schulsport zu verstehen? Unter anderem mit diesen beiden Fragen werde ich mich in meiner Arbeit zum Thema „Gesundheitserziehung“ auf dieser und den folgenden Seiten befassen. Zudem werde ich die Begriffe „Salutogenese“ und „Diätetik“ näher beleuchten. Zum Abschluss versuche ich an einem Praxisbeispiel zu erläutern, wie Komponente der Gesundheitserziehung im Schulsport umgesetzt werden könnten.

1 Definitionen

1.1 Gesundheit

Gesundheit ist der Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der dann gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung in Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und auch in Einklang mit den gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet. Die Gesundheit ist beeinträchtigt, wenn sich in einem oder mehreren dieser Bereiche Anforderungen ergeben, die von der Person nicht erfüllt werden können. (...) Gesundheit ist demnach ein Balancezustand, der zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut hergestellt werden muss (BRODTMANN, D.: 1998, S. 15).

Gesundheit als Ideal von Zustand vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens mit dem Problem, dass es dann in der Realität keine oder zumindest kaum „gesunde“ Personen gibt und geben kann (Definition WHO, 1947).

Gesund: Frei von Krankheit, leistungsfähig, kräftig (WAHRIG. In: KOTTMNANN, L., KÜPPER, D.,1999, S. 237).

Als angehender Pädagoge habe ich ein ähnliches Gesundheitsverständnis wie BRODTMANN. Ich habe - wie er - ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis, das physische, psychische und soziale Komponente mit einschließt und den Menschen in seiner Subjektivität und damit meiner Meinung nach realistischer sieht. Ähnlich wie BRODTMANN definiere ich Gesundheit als relativ. Während sich die eine Person bei einer kleinen Erkältung als gesund bezeichnet, sagt eine andere Person bei dieser, dass sie krank sei. An der medizinisch orientierten Definition von WAHRIG kritisiere ich, dass WAHRIG „Gesund“ nur auf das Körperliche beschränkt. Eine Begrenzung dieses Gesundheitsbegriffs auf das Freisein von Krankheiten schließt pädagogische Konsequenzen nahezu aus. Das würde aus meiner Sicht bedeuten, dass nur durch das Vermeiden bzw. Begrenzen von Risikofaktoren Gesundheit günstig zu beeinflussen ist.

Ich halte es als künftiger Pädagoge dagegen für meine Aufgabe, den Kindern und Jugendlichen das Erlernen von gesünderen Verhaltens- und Lebensweisen im Gegensatz zu krankmachenden zu ermöglichen.

Ein recht umfassendes Gesundheitsverständnis, das auch meinem Verständnis von Gesundheit sehr nahe kommt, stellen L. KOTTMANN / D. KÜPPER (1999, S. 236) fest: (1) Gesundheit wird nicht mehr als ein vorwiegend oder nahezu ausschließlich an körperlichen Dimensionen orientiertes Phänomen betrachtet, sondern unterliegt in ihrem weitgehend akzeptierten Verständnis einer ganzheitlichen Sichtweise, die neben körperlichen auch psychische, soziale und in jüngster Zeit auch ökologische Dimensionen umschließt; (2) Gesundheit kann nicht mehr als ein definierter Zustand aufgefasst werden, der – einmal erreicht – eigentlich nur wieder verloren gehen kann, sondern Gesundheit ist treffender als ein Balanceverhältnis zu beschreiben, zu dessen Herstellung das Individuum immer wieder einen Beitrag leisten muss; (3) Gesundheit ist keine absolute Größe, sondern im Rahmen der individuellen Möglichkeiten relativierbar und abhängig von den Lebensumständen und den alltäglichen Herausforderungen.

1.2 Gesundheitserziehung

Mit dem sportpädagogisch verbreiteten Begriff Gesundheitserziehung wird der Versuch gefasst, jungen Menschen in einer risikoreichen Welt bei der Stärkung ihrer Gesundheit zu helfen und das Sporttreiben als Element gesunder Lebensführung zu integrieren (BALZ: 1995, S. 7).

Gesundheitserziehung ist pädagogisches Handeln, das auf psychische, soziale und physische Aspekte von Gesundheit in Entwicklung von (jungen) Menschen abzielt. Dabei wird der Prozess einer selbständigen und verantwortlichen Lebensführung betont (BÖS, WOLL: 2001, S. 298).

2 Gesundheitserziehung im Schulsport

Ein mehrperspektivisch erziehender Sportunterricht orientiert sich an pädagogischen Perspektiven. Eine dieser Perspektiven ist die Gesundheits­erziehung (vgl. BALZ E. / NEUMANN P., 1999, S. 181). BALZ ist der Meinung, dass Gesundheitserziehung zu den zentralen Aufgabenfeldern des Faches Sport zählt (1995, S.10). Die Gesundheitserziehung im Sport richtet sich „insbesondere darauf, den Schülerinnen und Schülern das Sporttreiben als eine sinnhafte und freudvolle Tätigkeit zu erhalten, die ihrer körperlichen Gesundheit nicht schadet und ihrem Wohlbefinden möglichst zuträglich ist“ (BALZ, 1995, S. 198). Im Laufe der Tradition des Schulsports gab es zahlreiche konzeptionelle Vorstellungen zur Gesundheitserziehung im Sportunterricht. Seit Mitte der 80er Jahre sei die Gesundheitserziehung zum entscheidenden Bezugspunkt fachdidaktischer Auseinandersetzung und weithin auch zur dominanten Aufgabe des Schulsports avanciert (BALZ/NEUMANN, 1999, S. 181).

2.1 Aufgaben der Gesundheitserziehung

Die Schule könne laut E. WUTZ nicht allein die Ausgleichsfunktion gegenüber den Mangelerscheinungen der Wohlstandsgesellschaft übernehmen. „Dies gilt auch für den Schulsport, der bekanntlich neben seinem wichtigen Beitrag zur Gesundheitserziehung auch noch Bewegungserlebnisse vermitteln, das soziale Miteinander fördern, die ästhetische Dimension der Bewegung erfühlen lassen, den sorgfältigen Umgang mit der Natur erproben und die Herausforderung zur persönlichen Leistung ermöglichen soll.“ (2000, S. 10)

Dennoch ist WUTZ der Meinung, dass der Sport von allen Schulfächern am stärksten das Gesundheitsverhalten der Schuljugend durch learning by doing verändern könne (ebd.).

R. KÖSTER hält es für wichtig, dass sich der Sportunterricht bezüglich seines gesundheitserzieherischen Auftrages drei Fragen stellt:

So muss sich der Sportunterricht fragen,

(1) was er zur Entwicklung einer gesundheitsbewussten Einstellung der Schüler leistet;
(2) mit welchem Erfolg er auf die Anbahnung von gesunden Gewohnheiten zielt und
(3) wie die Festigung einer Haltung gelingt, die Gesundheit als einen wesentlichen Wert für sich und andere verinnerlicht (1994, S. 338).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Definitionen von Gesundheit und der Einsatz von Gesundheitserziehung im Sportunterricht
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Sportwissenschaft)
Note
"keine"
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V83838
ISBN (eBook)
9783638001175
ISBN (Buch)
9783638910750
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitserziehung, Definitionen, Gesundheit, Einsatz, Sportunterricht
Arbeit zitieren
Stefan Janssen (Autor), 2002, Definitionen von Gesundheit und der Einsatz von Gesundheitserziehung im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83838

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