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Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit

Title: Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit

Diploma Thesis , 2006 , 76 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rainer Landeck (Author)

Social Work
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Meine eigene berufliche Biografie, die Arbeit als Künstler und Kunsttherapeut, sind Hintergrund dafür, dass ich Überlegungen angestellt habe, wie ich mein bisher erworbenes Wissen im Beruf des Sozialarbeiters nutzen kann, bzw. wie ich auch kunsttherapeutisch in der Sozialen Arbeit tätig sein könnte.
Die Frage nach der Übertragbarkeit und Anwendbarkeit kunsttherapeutischer Methoden auf die Soziale Arbeit ist nicht leicht zu beantworten.
Unbestritten ist, dass sich die Kunsttherapie auf dem Feld der Sozialen Arbeit zum Beispiel in der Psychiatrie etablieren konnte und von Kunsttherapeuten dort ausgeübt wird.
Die Frage ob jedoch auch Sozialarbeiter/Sozialpädagogen einzelne aus der Kunsttherapie stammende Methoden im sozialen Bereich einsetzen können oder nicht, ist Gegenstand dieser Arbeit.
Bei der Beantwortung dieser Frage soll vermieden werden Übernahmemöglichkeiten kunsttherapeutischer Methoden „rezeptartig“ aufzuzeigen.
Zunächst soll die Frage geklärt werden was Kunsttherapie ist. Einerseits bietet Menzen hierzu eine Definition an, andererseits lässt sich die Vielfältigkeit und Vielgestaltigkeit kunsttherapeutischer Richtungen nur dann wirklich erfassen,
wenn man sich mit den verschiedenen Ansätzen befasst.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich bei meinen Erläuterungen den Fokus auf die tiefenpsychologischen Ansätze richten und in der Beschreibung der Me-thodiken etwas näher auf Grundannahmen C. G. Jungs eingehen, um beispiel-haft das theoretische Fundament einer Kunsttherapierichtung aufzuzeigen.Ich werde einige spezifische kunsttherapeutische Methoden herausgreifen und der Frage nachgehen, ob eine Anwendungsmöglichkeit bezogen auf den Sozialen Bereich gegeben ist und die Bedeutung bildnerisch-kreativer Arbeit unter verschiedenen Aspekten beleuchten.
Die vielfältigen Überschneidungen kreativer Arbeit in Therapie und Pädagogik werden immer wieder zur Sprache kommen. Aber auch Grenzen von Übernah-memöglichkeiten zwischen diesen Arbeitsbereichen werde ich aufzeigen.
Den nicht unwichtigen methodisch fundierten Einsatz verschiedener Materialien habe in dieser Arbeit nicht bearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kunsttherapie

2.1. Ansätze der Kunsttherapie

2.1.1. Der kunstpsychologische Ansatz

2.1.2. Der kunstpädagogische Ansatz

2.1.3. Der psychiatrische Ansatz

2.1.4. Der heilpädagogische Ansatz

2.1.5. Der kreativ- und gestaltungstherapeutische Ansatz

2.1.6. Der tiefenpsychologische Ansatz

2.1.7. Der humanistische Ansatz

2.1.8. Der antroposophische Ansatz

2.2. Zusammenfassung

3. Zielsetzungen kunsttherapeutischer Arbeit Methodik und spezifische Methoden

3.1. Zielsetzungen

3.1.1. Kunsttherapie als Psychotherapie

3.1.2. Kunsttherapie als Selbsterfahrung

3.1.3. Kunsttherapie als Förderprozess

3.2. Beispiele kunsttherapeutischer Methodik

3.2.1. Psychoanalytisch ausgerichtete Methodik

3.2.2. Kunsttherapeutische Methodik nach C. G. Jung

3.2.3. Humanistisch ausgerichtete Methodik

3.2.4. Schulenübergreifende Methodik

3.3. Zusammenfassung

3.4. Spezifische kunsttherapeutische Methoden

3.4.1. Gestalterischer Dialog

3.4.2. Messpainting

3.4.3. Begleitetes Malen

3.4.4. Zentrierende Methoden, Mandalaarbeit

3.4.5. Themenbezogene Arbeit

3.4.5.1 Märchenarbeit

3.4.5.2 Körperbilder

3.4.5.3 Andere Thematische Vorgaben

3.4.6. Imaginativ-gestalterische Methoden

3.4.7. Tonfeldarbeit und Geführtes Zeichnen

3.4.8. Kunsttherapie in Gruppen

3.5. Klientel und Methodenwahl

4. Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit Beziehungen, Überschneidungen, Abgrenzungen

4.1. Der Einsatz bildnerischer Methoden in der Sozialen Arbeit

4.1.1. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Fördermethode

4.1.2. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Ausdrucksmethode

4.1.3. Bildnerische Gestaltungsarbeit als diagnostisches Instrument

4.1.4. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Mittel der Beziehungsgestaltung

4.2. Weitere Überschneidungsbereiche

4.2.1. Ausdrucksmalen

4.2.2. Spielen und Gestalten

4.3. Grenzen sozialarbeiterischen Handelns

4.3.1. Gesetzliche Grenzen

4.3.2. Fachliche Grenzen

4.4. Gegenüberstellung von Fallbeispielen

4.4.1. Kunsttherapeutische Prozesse

4.4.2. Soziale Arbeit mit Methoden der Kunsttherapie

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit kunsttherapeutische Methoden, die primär in klinischen Kontexten beheimatet sind, auf die Soziale Arbeit übertragen werden können. Dabei wird hinterfragt, wie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen kreativ-gestalterische Techniken nutzen können, ohne dabei eine therapeutische Behandlung im psychotherapeutischen Sinne zu ersetzen.

  • Definition und historische Entwicklung der Kunsttherapie
  • Kritische Analyse der Übertragbarkeit von Methoden auf die Soziale Arbeit
  • Methodische Einordnung bildnerischer Techniken (z.B. Gestalterischer Dialog, Messpainting, Begleitetes Malen)
  • Abgrenzung zwischen kunsttherapeutischem Handeln und sozialpädagogischen Interventionen
  • Bedeutung der Beziehungsgestaltung und Kommunikation durch kreative Prozesse

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Gestalterischer Dialog

Unter „gestalterischer Dialog“ versteht Baer die unmittelbare Kommunikation zweier Menschen mit Hilfe von gestalterischen Mitteln (vgl. Baer 2002, S. 27). Der gestalterische Dialog kann stattfinden in Form des dialogischen Malens, indem zwei Personen, z. B. ein Erwachsener und ein Kind, mit Pinseln und Farben oder Stiften auf einem Blatt Papier kommunizieren.

Die einfachste Form des dialogischen Zeichnens ist von dem Psychoanalytiker Winnicott entwickelt worden: Im sogenannten „Schnörkelspiel“ zeichnet der Therapeut einfach ein paar Linien auf das Blatt und fordert das Kind auf, irgendetwas daraus zu machen (vgl. Winnicott 1971, S. 27). Auch wenn dieses einfache Zeichenspiel dem Analytiker Stoff geben soll für eine Deutung, enthält es bereits ein starkes partnerschaftliches Element (vgl. Biniek 1982, S. 49). Die Form des dialogischen Zeichnens und Malens ist seit Winnicott im partnerschaftlichen Sinne weiterentwickelt worden. Biniek sagt dazu: „Dialogisches Gestalten meint (...) Kommunikation zwischen zwei oder mehreren gleichberechtigten Partnern mit nichtsprachlichen, gestalterischen Mitteln“ (Biniek 1982, S. 49).

Das Empfinden gleichberechtigt zu sein, kann sich bei dem Kind dadurch einstellen, dass der sonst verbal überlegene Erwachsene sich auf das Niveau des Kindes begibt, ihm nicht zeigt, dass er zeichnerisch überlegen ist. Einziger Gegenstand des gestalterischen Miteinanders ist der Maldialog an sich (vgl. ebd., S. 49). Das Malprodukt ist dabei zweitrangig. Im Interaktionsprozess können die Partner sich auf dem Blatt Papier begegnen, meiden, aufeinander zugehen, warten, verstecken, offenbaren, ausbreiten, zurückziehen, angreifen und verteidigen, Gemeinsames wie Fremdes entdecken (vgl. ebd., S. 49).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine berufliche Motivation und die zentrale Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit kunsttherapeutischer Methoden in der Sozialen Arbeit.

2. Kunsttherapie: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene kunsttherapeutische Ansätze, von der Kunstpsychologie bis hin zum anthroposophischen Ansatz.

3. Zielsetzungen kunsttherapeutischer Arbeit Methodik und spezifische Methoden: Es werden die grundlegenden Zielsetzungen wie Psychotherapie, Selbsterfahrung und Förderprozess differenziert und eine Vielzahl spezifischer Techniken wie das Messpainting oder die Mandalaarbeit detailliert beschrieben.

4. Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit Beziehungen, Überschneidungen, Abgrenzungen: Das Kernkapitel analysiert, wie bildnerische Methoden als Förder- und Diagnoseinstrumente sowie zur Beziehungsgestaltung in der Sozialarbeit eingesetzt werden können, unter Berücksichtigung rechtlicher und fachlicher Grenzen.

5. Schlußbetrachtung: Der Autor fasst zusammen, dass Kreativmethoden in der Sozialpädagogik als wertvolle, gleichberechtigte Ergänzung dienen können, warnt jedoch vor einer undifferenzierten Anwendung psychotherapeutischer Verfahren ohne entsprechende fachliche Qualifikation.

Schlüsselwörter

Kunsttherapie, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Kreativität, Bildnerisches Gestalten, Therapie, Pädagogik, Selbsterfahrung, Entwicklungsförderung, Kommunikation, Methodenlehre, Beziehungsgestaltung, Ausdrucksmalen, Psychoanalyse, Diagnostik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit und Anwendbarkeit kunsttherapeutischer Methoden auf die Soziale Arbeit und beleuchtet die fachliche sowie ethische Legitimation dieses Vorgehens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Therapie und Pädagogik, die Rolle von Kreativität in der Persönlichkeitsentwicklung und die Funktion des bildnerischen Gestaltens als Kommunikationsmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie kreative Gestaltungsmethoden sinnvoll in den sozialpädagogischen Alltag integriert werden können, ohne die therapeutische Grenze zu überschreiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, die auf Fachliteratur, psychologischen Modellen (insb. Tiefenpsychologie und Humanistische Psychologie) sowie Falldarstellungen und Praxiserfahrungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung verschiedener kunsttherapeutischer Richtungen und die konkrete Anwendung bildnerischer Mittel in der Sozialen Arbeit, inklusive der methodischen Differenzierung zwischen therapeutischen und pädagogischen Zielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kunsttherapie, Sozialpädagogik, Methodenintegration, Prävention, Ausdrucksfähigkeit und ganzheitliche Entwicklung charakterisieren.

Wie grenzt der Autor das "Begleitete Malen" vom therapeutischen Setting ab?

Der Autor betont, dass das Begleitete Malen zwar heilsame Effekte hat, in der pädagogischen Anwendung jedoch primär als Lernhilfe dient und eine wertschätzende, nicht-interpretierende Haltung des Pädagogen erfordert.

Warum ist das "Messpainting" laut Autor für die Soziale Arbeit relevant?

Es bietet eine Möglichkeit, blockierte Affekte zu neutralisieren und die Kreativität zu mobilisieren, was insbesondere bei Klienten in schwierigen Lebenslagen hilfreich sein kann, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden.

Was sind die "gesetzlichen Grenzen" für Sozialarbeiter bei der Anwendung von Kunsttherapie?

Sozialarbeiter/Sozialpädagogen dürfen keine psychotherapeutischen Tätigkeiten ausüben, sofern sie nicht über die entsprechende Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) verfügen.

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Details

Title
Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
1,3
Author
Rainer Landeck (Author)
Publication Year
2006
Pages
76
Catalog Number
V83900
ISBN (eBook)
9783638884334
Language
German
Tags
Anwendbarkeit Einsatz Methoden Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Landeck (Author), 2006, Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83900
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