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Das Familienbewusstsein des Gregor von Tours

Title: Das Familienbewusstsein des Gregor von Tours

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages

Autor:in: Stephanie Fischer (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

In dieser Seminararbeit geht es um das Familienbewusstsein Gregor von Tours, des bedeutendsten Historikers der Epoche zwischen Spätantike und karolingischer Zeit.
Um überhaupt eine Vorstellung von Gregors Familienbewusstseins zu erlangen, wird in einem ersten Kapitel versucht, den Begriff „Familie“, bzw. „familia“ zu definieren und damit zu veranschaulichen, was „Familienbewusstsein“ im frühen Mittelalter bedeutet haben könnte. Die Merkmale der adligen Verwandtschaftsfamilie werden mit Gregors Familie verglichen.
Ein weiteres Kapitel befasst sich mit drei konkreten verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Gregor und seinen Verwandten, welche aufgrund Gregors eigenen Aussagen untersucht werden. Es sind dies drei Familienmitglieder, zu welchen er eine intensive Beziehung gehabt haben muss: Gregors Mutter Armentaria II, sein Onkel Gallus, Bischof von Clermont und sein Grossonkel, Bischof Nicetus von Lyon. Sein Onkel und sein Grossonkel kümmerten sich beide eine gewisse Zeit lang um die Erziehung Gregors und sorgten für ihn, nachdem sein Vater gestorben war. Gleichzeitig gibt es zu diesen drei Personen umfassendes Quellenmaterial, vor allem für die beiden Bischöfe, für welche Gregor je eine Vita verfasst hat.
Im Rahmen dieser Seminararbeit können unmöglich alle themenrelevanten Textstellen behandelt werden und es ist hier nur ansatzweise möglich, die Aussagen zu Gregors Familie im Zusammenhang mit deren kontextuellen Bedeutung zu verstehen.
Es wird gefragt, weshalb Gregor in seinem Werk tatsächlich auf seine Prosopographie verweist, welche Motivation dahinter steckt und welches Ziel er damit verfolgt. Diese Fragen sind unmöglich abschliessend zu behandeln und es können nur Vermutungen angestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familienbewusstsein im frühen Mittelalter

2.1. Adliges Familienbewusstsein im frühen Mittelalter

2.2. Gregors Zugehörigkeit zur senatorischen Adelsfamilie

3. Verwandschaftsbeziehungen

3.1. Gregors Mutter, Armentaria II

3.2. Gregors Onkel, Gallus von Clermont

3.3. Gregors Grossonkel, Nicetius von Lyon

4. Gregor von Tours als Bischof

4.1. Bischofherrschaft in merowingischer Zeit

4.2. Der Autor Gregor, Bischof von Tours

5. Schluss

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht das Familienbewusstsein des Historikers und Bischofs Gregor von Tours im Kontext der gesellschaftlichen Strukturen der Spätantike und des frühen Mittelalters. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, welche Rolle die Herkunft und die verwandtschaftlichen Netzwerke in Gregors Werk einnehmen und inwiefern diese zur Stärkung seiner bischöflichen Autorität und zur Vermittlung didaktischer Ziele gegenüber weltlichen Herrschern genutzt wurden.

  • Konzeptualisierung von Familie und Familienbewusstsein im frühmittelalterlichen Adel.
  • Analyse der Prosopographie Gregors anhand ausgewählter Verwandter (Armentaria II, Gallus, Nicetius).
  • Die politische und geistliche Bedeutung des Bischofsamtes in merowingischer Zeit.
  • Die strategische Nutzung von Heiligenviten und Wunderberichten zur Legitimierung der bischöflichen Macht.

Auszug aus dem Buch

3.2. Gregors Onkel, Gallus von Clermont

Zu Beginn der Vita des heiligen Bischofs Gallus wird ein reicher und adliger Mensch, der sich auf unersättliche Weise materiellem Besitz und weltlichen Begierden hingibt, beschrieben, der sich aber, von einer inneren Sehnsucht getrieben, wandelt und sich schliesslich von allem Weltlichen abwendet, um sich ganz den göttlichen Dingen hinzugeben. Dieser innere Drang habe auch Gallus allem weltlichen Ruhm und Besitz entsagen lassen: „Such was St Gallus, a man of the Auvergne, whom neither the greatness of his birth nor the elevation of the senatorial order nor his immense riches were able to turn away from the worship of God; neither the affection of his father nor the caresses of his mother nor the love of his nurses nor the obedience of his servants could separate him from the love of God. He regarded all possessions as nothing and disdained them as dung; he consecrated himself to the love and service of God submitted himself to the rule of a monastry.”

Tatsächlich wäre für Gallus als primogenitus eine weltliche Laufbahn vorgesehen gewesen. Auch eine Ehefrau aus einer angesehenen Senatorenfamilie hatte ihm sein Vater ausgesucht. Gallus jedoch verlässt die Familie und tritt dem Kloster Cournon bei, nachdem sein Vater schweren Herzens eingewilligt hatte.

Als der König Theuderich ihn nach Köln mitnimmt, setzt er dort einen heidnischen Tempel in Brand und flieht danach ins Königshaus, wo er sich versteckt. Diese Tat wirkt auf den Leser überstürzt und unüberlegt, seine Flucht sogar feige und passt nicht gerade zum Bild eines vorbildlich handelnden Heiligen. Gregor kommentiert diese Szene nicht weiter, lässt aber Gallus diese Tat in eigenen Worten bereuen: „The blessed man used to tell this often, with tears, adding „Woe is me for not having stood my ground, so that I might have ended my life in this cause.””

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Familienbewusstseins bei Gregor von Tours ein und definiert die methodische Herangehensweise zur Untersuchung seiner verwandtschaftlichen Beziehungen.

2. Familienbewusstsein im frühen Mittelalter: Dieses Kapitel erörtert die Definitionen von Familie im Frühmittelalter und verortet Gregors aristokratische Herkunft in der Struktur der senatorischen Adelsfamilie.

3. Verwandschaftsbeziehungen: Es werden drei zentrale Familienmitglieder – seine Mutter Armentaria sowie die Bischöfe Gallus und Nicetius – anhand von Gregors hagiographischen Schriften analysiert.

4. Gregor von Tours als Bischof: Der Fokus liegt auf der machtvollen Rolle des Episkopats im merowingischen Gallien und der Funktion von Gregors Werk als didaktisches Mittel zur Machtstabilisierung.

5. Schluss: Zusammenfassend wird festgestellt, dass Gregors Familienbewusstsein eng mit seiner Rolle als aristokratischer Bischof verknüpft ist, wobei die familiäre Darstellung primär der Argumentation für seine geistliche und moralische Autorität dient.

6. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Gregor von Tours, Familienbewusstsein, Merowingerzeit, Bischof, Senatorenadel, Hagiographie, Decem Libri Historiarum, Heiligenkult, Verwandschaftsbeziehungen, Gallien, Episkopat, Wundererzählungen, Prosopographie, Mittelalter, Frühmittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht, wie der bedeutende Historiker Gregor von Tours seine familiäre Herkunft wahrgenommen hat und inwieweit dieses Bewusstsein in seine schriftstellerische Tätigkeit einfloss.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des frühmittelalterlichen Adels, der Bedeutung des Bischofsamtes in merowingischer Zeit und der gezielten Darstellung von Verwandten in hagiographischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zweck der autobiographischen und verwandtschaftlichen Verweise in Gregors Werk zu ergründen und aufzuzeigen, dass diese nicht bloßer Stolz, sondern strategische Instrumente zur Stärkung der bischöflichen Autorität waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine textanalytische Methode, indem sie relevante Textstellen aus Gregors historiographischen und hagiographischen Werken (wie den Decem Libri Historiarum) interpretiert und mit aktueller Forschungsliteratur abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zum einen das allgemeine Verständnis von Familie und Adel im Frühmittelalter und widmet sich zum anderen detailliert drei verwandten Schlüsselfiguren, deren Leben Gregor selbst dokumentiert hat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gregor von Tours, Familienbewusstsein, Senatorenadel, Hagiographie und die Rolle des bischöflichen Amtes.

Wie bewertet die Autorin die Beziehung Gregors zu seiner Mutter?

Trotz literarischer Hinweise auf ein inniges Verhältnis hinterfragt die Autorin diese Interpretation, da Gregor seine Mutter in seinem umfangreichen Werk namentlich nur sehr selten erwähnt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Bischof Gallus von anderen Heiligen?

Gallus wird als besonders menschlich und authentisch dargestellt, da Gregor explizit auch dessen Schwächen und Fehltritte thematisiert, um ein realistisches Bild eines Heiligen zu vermitteln.

Warum spielt die Bischofskirche von Tours in der Analyse eine Rolle?

Tours war aufgrund der Reliquien des heiligen Martin und seiner strategischen Lage ein machtpolitisches Zentrum, dessen Ansehen direkt auf die bischöfliche Autorität Gregors zurückwirkte.

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Details

Title
Das Familienbewusstsein des Gregor von Tours
College
University of Zurich
Author
Stephanie Fischer (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V83928
ISBN (eBook)
9783638001502
Language
German
Tags
Familienbewusstsein Gregor Tours
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Fischer (Author), 2006, Das Familienbewusstsein des Gregor von Tours, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83928
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