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Zu Hugo Balls Gedanken und Ansichten während seines Aufenthalts in Zürich 1915–1917

Titre: Zu Hugo Balls Gedanken und Ansichten während seines Aufenthalts in Zürich 1915–1917

Dossier / Travail , 2005 , 11 Pages

Autor:in: Stephanie Fischer (Auteur)

Lettres - Littérature moderne
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In meiner Arbeit möchte ich mich mit Hugo Balls Gedanken und Ansichten während seinem Aufenthalt in Zürich 1915 – 1917 befassen. Ich konzentriere mich hauptsächlich auf die religiösen und mystischen Ansätze, welche ihn zeitlebens beschäftigt haben und in diese Welt des orthodoxen Katholizismus und der alten Mystiker er sich schlussendlich mit asketischer Lebensführung, abseits der Öffentlichkeit und in Armut zurückgezogen hat.
Mystik bezeichnet eine das alltägliche Bewusstsein und die verstandesmässige Erkenntnis übersteigende unmittelbare Erfahrung einer göttlichen Realität. Ein Mystiker strebt danach, sich von der Welt zu lösen und sich durch Askese und Kontemplation, zum Göttlichen zu erheben, um zu seinem göttlichen Ursprung zurückzukehren (Kreislaufgedanke). In ihren Erscheinungsformen ist Mystik soziokulturell wie geschichtlich eingebunden in religiöse Traditionen, Glaubensformen und Gemeinschaften.
Ich bediene mich für das Verfassen meiner Arbeit Balls Gedankenbuch: „Die Flucht aus der Zeit“ und werde die mir wichtig erscheinenden Themen seiner Einträge von 1915 – 1917 erläutern.
Dabei frage ich nach den möglichen Beweggründen und Gedankengänge, die einen so vielfältig interessierten und die unterschiedlichsten Gesinnungen vertretenden Menschen dazu führt, seinen Antworten am Ende in der Religion zu finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hugo Ball emigriert nach Zürich

2.1. Vorgeschichte

2.2. Ankunft in Zürich

3. Das innere Wesen des Menschen

4. Suche nach Einheit.

5. Die verlorene Kultur Deutschlands

6. Kritik an Anarchismus und Rousseau

7. Hugo Balls Dada

8. Antwort: Religion

9. Schlusswort

10. Bibliografie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Hugo Balls geistige Entwicklung während seines Zürcher Exils zwischen 1915 und 1917, mit einem besonderen Fokus auf seinen Weg vom anarchistischen Protest hin zum mystisch geprägten Katholizismus.

  • Analyse von Hugo Balls Gedankenbuch "Die Flucht aus der Zeit"
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den politischen Krisen der Zeit und Balls Suche nach innerer Einheit
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Dada-Bewegung als Ausdruck eines existentiellen Schmerzes
  • Hinterfragung der anarchistischen Ideologie und deren Grenzen im Vergleich zum religiösen Streben
  • Erarbeitung der Beweggründe für Balls Hinwendung zur Religion als Antwort auf die moderne Sinnkrise

Auszug aus dem Buch

2. Hugo Ball emigriert nach Zürich

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete Hugo Ball sich zunächst als Kriegsfreiwilliger und reiste, als er abgewiesen wurde in seinem damaligen euphorischen Idealismus dem Krieg gegenüber an die Front nach Lothringen. Diese kriegsbefürwortende Haltung entstand aus einer absolut nihilistischen Sicht den damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen gegenüber. Er sah vielleicht im Krieg die Möglichkeit, das verlorene Selbstbewusstsein des deutschen Volkes wieder zu erlangen (siehe Kapitel: „Die verlorene Kultur Deutschlands“). Diese Thematik der Destruktion und Anarchie war für Ball damals von grosser Bedeutung.

Die Hoffnung, ein Krieg könnte als Brücke zum verlorenen Selbstbewusstsein der deutschen Nation dienen, stellte sich zum Glück bald als Illusion heraus. Ball begriff, dass die verkündeten Ideale leere Hüllen blieben und stattdessen eine organisierte Zerstörung, die brutalste Menschenschlachterei alles bis in die letzte Grundfeste ins Wanken brachte. Der gutgeheissene patriotische Pathos war eine einzige Lüge.

Im Herbst 1914 zog Ball nach Berlin, verkehrte dort in antimilitaristischen Kreisen und studierte die Schriften russischer Anarchisten. Es schien ihm offensichtlich, dass es den Staat und ein solche System, welches dieses furchtbare Verbrechen des Krieges entfesselte und produzierte, zu sprengen galt, wenn tatsächlich Opposition ausgeübt werden wollte. Dies war jedoch unmöglich umzusetzen, weil er damals um materiell zu überleben bei der Illustrierten „Zeit im Bild“ euphemistische Artikel zu Kriegsfotos verfassen musste. Daraus manifestierte sich eine jeglichen Sinn verweigernde Haltung. Die ästhetische Anarchie schien die einzige Möglichkeit mit der schizophrenen Situation umzugehen oder zumindest angemessen auf sie zu reagieren. In dieser Wiedergabe des Widersinns liegen die Grundpfeiler der später Dada genannten Bewegung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, Balls religiöse Wandlung während des Zürcher Exils (1915–1917) zu untersuchen.

2. Hugo Ball emigriert nach Zürich: Darstellung der persönlichen und politischen Umstände von Balls Flucht aus Deutschland und seiner anfänglichen Desillusionierung.

3. Das innere Wesen des Menschen: Analyse von Balls Menschenbild, welches den Menschen als durch äußere Umstände entfremdetes Krustengebilde betrachtet.

4. Suche nach Einheit.: Untersuchung von Balls Bestreben, eine verlorene Einheit zwischen Kunst, Dichter und persönlicher Existenz wiederherzustellen.

5. Die verlorene Kultur Deutschlands: Erörterung der geistesgeschichtlichen Kritik Balls an der Reformation und der Zerrissenheit der deutschen Identität.

6. Kritik an Anarchismus und Rousseau: Darlegung von Balls kritischer Haltung gegenüber anarchistischen Theorien und der Idealisierung natürlicher Güte.

7. Hugo Balls Dada: Interpretation der Dada-Bewegung als bewusste Geste gegen den zeitgenössischen Zerfall und als Ausdruck existenziellen Leidens.

8. Antwort: Religion: Abschluss von Balls Suche durch die Rückkehr zu einer überzeitlichen christlichen Lebensführung.

9. Schlusswort: Zusammenfassende Reflektion über die Erkenntnisse zum religiösen Entwicklungsweg Hugo Balls.

10. Bibliografie: Verzeichnis der herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hugo Ball, Dada, Zürich, Anarchismus, Mystik, Katholizismus, Erster Weltkrieg, Die Flucht aus der Zeit, Sinnkrise, Identität, Religion, Anti-Institutionell, Moderne, Entfremdung, Existenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die geistige und religiöse Entwicklung von Hugo Ball während seines Exils in der Schweiz zwischen 1915 und 1917, insbesondere seine Suche nach einer absoluten Wahrheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Menschenbild Balls, die Kritik an politischen und gesellschaftlichen Institutionen, der Stellenwert der Kunst (Dada) und die finale Hinwendung zur christlichen Mystik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für Balls Wandlung vom skeptischen Anarchisten zum orthodoxen Mystiker zu ergründen und die Themen seiner Aufzeichnungen in diesem Kontext zu deuten.

Welche wissenschaftliche Methode wird hier angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Auswertung von Hugo Balls primärem Werk "Die Flucht aus der Zeit" sowie ergänzender Quellen und Literatur.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Balls Emigration, sein Menschenbild, seine Suche nach Einheit, seine Kritik an modernen Ideologien wie Anarchismus und Reformation sowie die Deutung des Dadaismus.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätssuche, Sinnstiftung, religiöse Mystik, existenzieller Protest gegen den Krieg und die philosophische Auseinandersetzung mit der Moderne charakterisiert.

Wie bewertet Hugo Ball den Dadaismus in dieser Analyse?

Ball wird als ein Akteur dargestellt, der Dada als notwendigen, aber begrenzten Protest gegen den "Todestaumel" und den Zerfall der Werte verstand, sich jedoch gegen dessen Professionalisierung und Kommerzialisierung wehrte.

Warum spielt die Religion für Hugo Ball am Ende eine so zentrale Rolle?

Laut der Arbeit ist die Religion für Ball die Antwort auf die "Sinnkrise" und die Zersplitterung der Welt, da sie ihm eine überzeitliche Norm und ein göttliches Urbild bietet, nach dem er zeitlebens strebte.

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Résumé des informations

Titre
Zu Hugo Balls Gedanken und Ansichten während seines Aufenthalts in Zürich 1915–1917
Auteur
Stephanie Fischer (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
11
N° de catalogue
V83930
ISBN (ebook)
9783638892124
ISBN (Livre)
9783638893428
Langue
allemand
mots-clé
Hugo Balls Gedanken Ansichten Aufenthalts Zürich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stephanie Fischer (Auteur), 2005, Zu Hugo Balls Gedanken und Ansichten während seines Aufenthalts in Zürich 1915–1917, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83930
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Extrait de  11  pages
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