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"Hart, aber smart" statt "dreckig, kahl und hundsgemein"

Die Geschichte der Skinheads 1969-1973

Title: "Hart, aber smart" statt "dreckig, kahl und hundsgemein"

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Heinz-Philipp Großbach (Author)

History - Miscellaneous
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Sobald der Begriff `Skinheads` in der Öffentlichkeit – in den Medien, in Diskursen, in politischen Debatten oder Berichten ist er am häufigsten anzutreffen – auftaucht, weckt er mehr oder weniger „richtige“ Assoziationen. Der eine denkt an kahlköpfige Schlägertypen mit schweren Stiefeln, der andere an schwarz-weiß-rote Fahnen schwingende NPD-Demonstranten, und wiederum jemandem fallen (vermeintliche) Attribute wie „rechtsradikal“, „Bomberjacke“, „Böhse Onkelz“ oder „Nassrasur“ ein.
„Szenekundige“ haben Bilder von deutsch und englisch singenden Jugendlichen mit kurzen Haaren, Boots mit roten oder weißen Schnürsenkeln oder trinkfesten, zu Ska- und Punkmusik tanzenden Männern im Kopf.
Zuletzt gibt es Menschen, die beim Wort Skinheads an Arbeitermilieu, jamaikanische Reggae-Musik oder „Skin-Konzerte gegen Rechts“ denken.
Diese Assoziationenvielfalt ließe sich fortführen und zeigt, wie unterschiedlich und zum Teil gegensätzlich Bilder von Skinheads in der Gesellschaft existieren – und stimmen!
Über die negativen Auswüchse der Skinhead-Bewegung ist ausführlich in den Medien und der fachwissenschaftlichen, insbesondere der politikwissenschaftlichen Welt gesprochen worden. Wie genau oder ungenau die Deskriptionen und Deutungen in Bezug auf diese spezielle subkulturelle Szene dabei ausfielen, soll hier nicht diskutiert werden, denn sie repräsentieren größtenteils nur eine Seite der Medaille.
Hier soll vielmehr die andere Seite der subkulturellen Skinhead-Bewegung, die auch zunehmend in wissenschaftlichen Kreisen an Interesse gewinnt, in den Blick genommen werden. Publikationen, allesamt jüngeren Datums, lassen Skinheads nicht nur im Sumpf rechtsradikaler Ideologien versinken, sondern schenken auch den „unpolitischen“ Stellvertretern ihre Aufmerksamkeit.
Dabei soll nicht die Skinhead-Bewegung in ein glanzvolles Licht gerückt und ihre Schattenseite(n) verklärt werden – sie besitzt nämlich nach wie vor typische Negativmerkmale einer Subkultur – doch lässt sich erkennen, dass die Szene mehr ist als ein Sammelbecken für abgestumpfte Haudrauf-Nazis.
Verständlich, dass für Zeitungs- und Bücherverlage eine reißerische Berichterstattung ertragreicher ist, als sich „objektiv“ mit der Szene auseinanderzusetzen.
Hier soll nun gezeigt werden, wie, beziehungsweise woraus der Skinhead-Kult entstanden ist. Dafür muss der Blick auf Großbritannien gelenkt werden, dem Mutterland der heute global existierenden Skinhead-Szene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Wurzeln der Skinheads

1.1 Die Situation in Großbritannien Mitte der 1960er Jahre

1.2 It`s a mod world – Die Mods

1.3 Grob und cool – Die Rude Boys

1.4 Fußball und Krawall – Die Boot Boys

2. Der Geist von `69 – Die Skinheads sind geboren

2.1 Boots und Braces – Die Kleidung der Skinheads

2.2 Ska, Reggae, Soul – Tanz und Musik der Skins

2.3 Gewalt und Langeweile – Das Alltagsleben der Skinheads

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung der Skinhead-Bewegung in Großbritannien zwischen 1969 und 1972 mit dem Ziel aufzuzeigen, dass die ursprüngliche Subkultur unpolitisch war und sich deutlich von späteren rechtsgerichteten Ausprägungen unterscheidet.

  • Gesellschaftliche Bedingungen in Großbritannien Ende der 1960er Jahre
  • Einfluss der Mod-, Rude-Boy- und Boot-Boy-Subkulturen
  • Die Rolle von Kleidung und Musik als Identitätsmerkmale
  • Soziale Dynamiken von Gewalt, Arbeitermilieu und Alltagsleben

Auszug aus dem Buch

1.2 „It is a mod world“ – die Mods

„Die jugendlichen Subkulturen sind […] ein erklärlicher Reflex, eine Konsequenz einer unzureichend gewordenen Gesellschaftsstruktur.“ Auch die Subkultur der, Anfang der 1960er Jahre von den so genannten „Teddyboys“ herausgebildeten, „Modernists“, kurz „Mods“ genannt, entsprach dieser These. Denn Ihre jugendlichen Mitglieder aus der britischen Arbeiterschicht, rebellierten durch ihr äußeres Erscheinungsbild gegen die schon beschriebenen gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Anfangs waren die Mods noch eine geheime Untergrundbewegung aus der Arbeiterschicht, die sich von parallel existierenden Jugendbewegungen, wie den Rockern, abzugrenzen suchte. Nicht Lederjacken und schwere Motorräder, sondern teure Designerkleidung und verchromte Roller, so genannte Scooter, waren Sinnbild der Mods. Sie betrachteten die Rocker, die sich im Zuge des Rock ’n Roll Mitte der 1950er Jahre entwickelt hatten, als plump und grobschlächtig, wohingegen ihrerseits die Rocker einen „schwulen“ und „weibischen“ Mod verachteten.

Dem maskulinen Auftreten der Rocker stellten die Mods einen androgynen, auf „extreme Individualität“ zielenden Stil entgegen. Mehr scheinen als sein, lautete die Devise. Ihr, bestenfalls als Büroangestellter oder Verkäufer, hart verdientes Geld investierten sie meist in extravagante Kleidung wie italienische Anzüge oder schwarze Lackschuhe. Dazu gehörte noch eine Sonnenbrille und ihr Lieblingsstück, der Motorroller. Immer fein poliert wie die Schuhe, mit kostspieligen Accessoires, wie zusätzlich eingebauten Scheinwerfern, versehen, setzte sich auch ihr fahrbarer Untersatz von den verhassten Rockern ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Wurzeln der Skinheads: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die jugendkulturellen Vorläufer, die zur Entstehung der Skinhead-Bewegung in den britischen Arbeitervierteln führten.

2. Der Geist von `69 – Die Skinheads sind geboren: Hier wird die Etablierung des Skinhead-Kults beschrieben, wobei insbesondere Kleidung, Musikgeschmack und die Rolle von Gewalt im Alltag als identitätsstiftende Merkmale beleuchtet werden.

3. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht den Kontrast zwischen der unpolitischen Ur-Szene der Jahre 1969-1972 und der späteren, politisch instrumentalisierten Skinhead-Bewegung.

Schlüsselwörter

Skinheads, Großbritannien, Subkultur, Arbeiterschicht, Mods, Rude Boys, Boot Boys, Ska, Reggae, Soul, 1969, Jugendbewegung, Identität, Kleidung, Gewalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Skinhead-Subkultur in Großbritannien im Zeitraum von 1969 bis 1972.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die sozioökonomischen Bedingungen der 1960er Jahre, der Einfluss verschiedener Jugendbewegungen wie Mods und Rude Boys sowie die Bedeutung von Musik und Kleidung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die historische Einordnung der Skinheads als ursprünglich unpolitische Arbeiterjugendbewegung und die Abgrenzung von späteren rechtsradikalen Entwicklungen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung historischer subkultureller Zusammenhänge der damaligen Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wurzeln durch andere Subkulturen sowie eine detaillierte Analyse der Lebenswelt der Skinheads, inklusive deren Musik, Mode und Gewaltphänomenen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Skinheads, Subkultur, Arbeiterklasse, Großbritannien und die 1960er Jahre definieren.

Inwiefern beeinflussten Rude Boys die Skinhead-Szene?

Rude Boys prägten die Skinheads vor allem durch ihre jamaikanische Musik (Ska und Reggae) sowie durch bestimmte Stilmerkmale, die in den Arbeitsvierteln übernommen wurden.

Warum war die ursprüngliche Skinhead-Bewegung unpolitisch?

Die ursprüngliche Bewegung entstand aus einem Bedürfnis nach Identität und Rebellion innerhalb der Arbeiterschicht und nicht aus ideologischen oder rechtsradikalen Motiven, wie sie erst ab Mitte der 1970er Jahre hinzukamen.

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Details

Title
"Hart, aber smart" statt "dreckig, kahl und hundsgemein"
Subtitle
Die Geschichte der Skinheads 1969-1973
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Heinz-Philipp Großbach (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V83957
ISBN (eBook)
9783638001656
ISBN (Book)
9783638910798
Language
German
Tags
Hart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heinz-Philipp Großbach (Author), 2007, "Hart, aber smart" statt "dreckig, kahl und hundsgemein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83957
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