Soziale Ungleichheit – Eine Einführung
Wie ich in meiner bisherigen Studienzeit gelernt habe, beschreibt die soziale Ungleichheit den Unterschied zwischen Arm und Reich. Besonders entscheidend ist dabei natürlich die Einkommensungleichheit der Menschen in der Wirtschaft.
Um den Einkommensunterschied in Deutschland zu untersuchen, wird das Einkommen der Arbeiter/Angestellten in verschiedene Gruppen unterteilt. Geht man nun vom Durchschnittseinkommen aus, wird ein Verdienst von 50 - 75 % dieses Wertes als „prekär“ bezeichnet. Entgelte unter 50 % des Durchschnitts werden als Armutslöhne bezeichnet. Demgegenüber werden Personen mit einem Lohn über 150 % als reich angesehen.
Stellt man diese Verdienste gegenüber und kann man in bestimmten Ländern eine große Lücke entdecken, d.h. es gibt viele Personen die an der Armutsgrenze leben, aber auch zum Teil sehr viele reiche Menschen, was eine relativ kleine „Mittelschicht“ hervorruft. In diesem Fall wird von der sozialen Ungleichheit gesprochen.
Warum Russland als Beispiel für soziale Ungleichheit?
Durch das Verfolgen von Medienberichten, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich, hört man immer wieder von dem großen Land im Osten Europas. Als eines der größten Erdölexporteure der Welt hat Russland großen Einfluss auf den Markt des Erdöls und Erdgases in nahezu ganz Europa. Schon ein kleiner Engpass lässt die Preise für Benzin schnell steigen . Gerade diese Entdeckung des Verkaufs von Erdöl hat viele Millionäre und Milliardäre ans Tageslicht geführt. Für diese Schicht der Menschen ist Moskau eine besondere Stadt.
Einer dieser Menschen, die durch den Erdölexport reich geworden ist, ist Roman Abramovich. Er ist derzeit der reichste Russe mit einem geschätzten Privatvermögen von ca. 18,2 Milliarden US-Dollar . Sein Buch, bzw. seine Biographie, „The Billionaire from Nowhere“ war ein Grund, mich mehr über dieses Land zu informieren.
Diese Ausarbeitung wird im Folgenden zeigen, dass es in Moskau mehr Milliardäre gibt, als irgendwo anders in der Welt. Dazu stehen aber im extremen Gegensatz die bettelarmen Russen, die nicht wissen wie sie überleben sollen und auf der Straße vor Kälte sterben. Dieses „Phänomen“ hat mich so fasziniert, dass ich mich für dieses Thema entschieden habe und das Land weiter erforschen möchte.
Inhaltsverzeichnis
1 Soziale Ungleichheit – Eine Einführung
2 Warum Russland als Beispiel für soziale Ungleichheit?
3 Russland – Ein Land der Superlative
3.1 Russland – das Land
3.2 Das reiche Russland
3.3 Das arme Russland
3.3.1 Wer ist von der Armut besonders betroffen?
3.3.2 Folgen der Armut
4 Die Soziale Ungleichheit in Russland
5 Russland im Vergleich mit Deutschland
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ausgeprägte soziale Ungleichheit in Russland, indem sie die extremen Gegensätze zwischen der wohlhabenden Oberschicht und der breiten Masse der armen Bevölkerung analysiert und diese ökonomische Diskrepanz in einen Vergleich mit den Verhältnissen in Deutschland setzt.
- Analyse der Einkommensverteilung und des Wohlstandsgefälles in Russland
- Untersuchung der Lebensbedingungen armer Bevölkerungsschichten (Armutsgrenze, Wohnsituation)
- Darstellung der Rolle von Superreichen und der Luxusgüterindustrie
- Einfluss von sozioökonomischen Faktoren auf die Jugend und Rentner
- Vergleichende Betrachtung der Einkommensschere zwischen Russland und Deutschland
Auszug aus dem Buch
3.3 Das arme Russland
Um dagegen aber die andere Seite Russlands zu sehen braucht man gar nicht viel weiter gehen. Ein paar Schritte aus dem noblen Zentrum der Großstädte wie Sankt Petersburg heraus und schon landet man im Armenviertel. Hier wohnen die Menschen nicht mehr in riesigen luxuriösen Villen, sondern in Zwangs-WGs, so genannte „Kummunalka“. Mehrere Familien teilen sich eine Wohnung.11
Laut dem Statistikamt der Weltbank leben ca. 20 % der Russen unter der Armutsgrenze. Dabei ist sogar noch zu betonen, dass diese Grenze bei 1000 Rubel und damit 30 € pro Monat angesetzt wurde. Damit hat jeder fünfte Russe nicht mal 1 € pro Tag um zu überleben.
Auch das russische Statistikamt, das „Zentrum für Lebensniveau“, hat die Menschen in verschiedene Einkommensgruppen eingeteilt. Dieses zählt Menschen mit einem Einkommen unter 60 € zu denjenigen unter dem durchschnittlichen Lebensminimum. Obwohl diese Werte sehr unterschiedlich sind, zählt das russische Statistikamt auch ca. 20% (31 Millionen) zu den Unterversorgten. Eine zweite Kategorie wird als die „Schlechtversorgten“ bezeichnet. Diese Menschen haben ein Einkommen zwischen dem Lebensminimum und 126 € im Monat zur Verfügung. Zur „Mittelschicht“ zählen dann schon alle diejenigen, die zwischen 126€ und 430€ zum überleben besitzen.12
Nun könnte man als Westeuropäer behaupten, die Ausgaben bzw. die Lebenserhaltungskosten sind ja in Russland bei weitem nicht so hoch. Laut den Russischen Autoren Wladimir Wolkow und Julia Dänenberg deckt der Mindestlohn eines Arbeiters gerade einmal 27% des Mindestkonsums desjenigen. Die Mindestrente deckt die Minimalkosten des Konsums gerade einmal zu 46 % und das Kindergeld vom Staat trägt nur 3% der Kosten. Wenn man dies allerdings mit den Zahlen der ehemaligen Sowjetunion vergleicht, deckten die Einkommen das Anderthalbfache des Mindestkonsums. Vielen Russen geht es damit sehr viel schlechter, als zu Zeiten der Sowjetunion.13
Zusammenfassung der Kapitel
1 Soziale Ungleichheit – Eine Einführung: Das Kapitel definiert den Begriff soziale Ungleichheit im ökonomischen Kontext und erläutert die Kriterien für Einkommensgruppen anhand von Beispielen.
2 Warum Russland als Beispiel für soziale Ungleichheit?: Hier wird die Motivation des Autors erläutert, das Land Russland aufgrund der extremen Kontraste zwischen extremem Reichtum und absoluter Armut als Fallbeispiel zu wählen.
3 Russland – Ein Land der Superlative: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Geografie, Industrie sowie die gegensätzliche Lebensrealität von Superreichen und der armen Bevölkerungsschicht.
4 Die Soziale Ungleichheit in Russland: Anhand von statistischen Daten und Diagrammen wird die Entwicklung von Armut, insbesondere bei Kindern und Rentnern, detailliert dargestellt.
5 Russland im Vergleich mit Deutschland: Die soziale Schichtung beider Länder wird mithilfe von Lorenzkurven gegenübergestellt, um das Ausmaß der jeweiligen Ungleichheit zu verdeutlichen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont das extreme Wohlstandsgefälle in der russischen Gesellschaft im Vergleich zu Deutschland.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Russland, Armut, Reichtum, Einkommensverteilung, Lorenzkurve, Lebensstandard, Armutsgrenze, Mittelschicht, Wirtschaftsleistung, Wohlstandsgefälle, Sozialstruktur, Existenzminimum, Statistisches Bundesamt, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die massive soziale Ungleichheit in Russland, die sich durch eine sehr kleine, extrem wohlhabende Schicht und einen großen Teil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze auszeichnet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die ökonomische Situation Russlands, die Definition von Einkommensschichten, die Lebensbedingungen in Armenvierteln sowie den Vergleich der Einkommensverteilung mit Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Phänomen der extremen sozialen Schere in Russland aufzuzeigen und durch Daten und Grafiken den Kontrast zwischen dem Leben der Superreichen und der verarmten Masse zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine deskriptive Methode, bei der er statistische Daten, Literaturquellen und grafische Darstellungen wie Lorenzkurven auswertet, um die soziale Realität abzubilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Landes, eine detaillierte Betrachtung der Armut, eine Analyse der sozialen Ungleichheit durch Statistiken sowie einen direkten Vergleich der Einkommensverhältnisse mit Deutschland.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Armutsgrenze, Lorenzkurve, Einkommensverteilung und das Wohlstandsgefälle in Russland definiert.
Welche Rolle spielt die Hauptstadt Moskau in dieser Untersuchung?
Moskau wird als Zentrum des russischen Reichtums beschrieben, in dem eine hohe Dichte an Milliardären lebt, was im krassen Gegensatz zum Leben in den Armenvierteln steht.
Wie hat sich die wirtschaftliche Lage der Rentner laut der Arbeit entwickelt?
Die Arbeit beschreibt, dass Rentner nach 1998 durch drastische Rentenkürzungen unter das Existenzminimum fielen und somit in ihrer Existenz stark gefährdet waren.
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- Benjamin Schock (Author), 2007, Russland - ein Beispiel für soziale Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83977