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Die Liturgiereform unter Karl dem Grossen

Title: Die Liturgiereform unter Karl dem Grossen

Seminar Paper , 1998 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Petra Fischer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Motivation für die Wahl des Themas "Die Liturgiereform unter Karl dem Grossen" ergab sich aus einem durch das Theologiestudium geweckten Interesse für das Zeremoniell einer Gottesdienstfeier. Bei verschiedenen kultischen Handlungen stellten sich mir die Fragen: Seit wann gehört dieser Brauch zur Feier der Messe oder zu einem Festtagszeremoniell dazu? Wie ursprünglich ist er? Wer hat ihn eingeführt? In welcher geschichtlichen Situation geschah dies und warum?
Oftmals kommt man nicht einmal auf die Idee, geläufige Traditionen, wie die des Gottesdienstablaufes, zu hinterfragen. Man hält sie für ursprünglich oder immer schon dagewesen. Doch wenn man einmal nachforscht, was es mit diesen althergebrachten Traditionen wirklich auf sich hat, erkennt man bald, dass sie meist nicht so ursprünglich sind, wie man es zuvor, ohne sich darüber Gedanken zu machen, angenommen hat.
Im Fall der römisch-katholischen Liturgie entdeckte ich bald, dass viele der heute im Gottesdienst und an Festtagen zelebrierten Riten, die man als wunderschöne kultische Bereicherung oder aber auch gelegentlich als "überflüssiges Drumherum" ansehen kann, aus dem frühen Mittelalter, genauer aus der Zeit der karolingischen Reform, stammen.
In dieser Arbeit möchte ich zunächst kurz die Zeit und den Hauptinitiator der behandelten Liturgiereform darstellen, sowie einige weitere seiner Reformbemühungen nennen. Das darauf folgende Kapitel zeigt die Umstände auf, die Karl den Grossen dazu bewogen, diese Reform durchzuführen. Daraufhin wird die Liturgieform, die den Reformern als Vorbild für die neue, einheitliche Liturgie diente, die römische Papstliturgie, kurz vorgestellt. In einem weiteren Kapitel wird die Übernahme derselben im Frankenreich, sowie die formalen und inhaltlichen Ergänzungen, die dort hinzugefügt wurden, dargestellt. Am Ende beschreibt das letzte Kapitel die weitere Geschichte der nun neu entstandenen römisch-fränkischen Liturgie und wie es sich ergab, dass so viele karolingische Elemente auch heute noch fester Bestandteil jedes römisch-katholischen Gottesdienstes sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Karl der Grosse und seine Reformen

3. Die Ursachen für eine umfassende Liturgiereform im Frankenreich

4. Die römische Papstliturgie

5. Die Uebernahme und Erneuerung der römischen Liturgie im Frankenreich

5.1 Formale Ergänzungen

5.2 Inhaltliche Erneuerungen

6. Ausblick auf den weiteren Verlauf der Liturgiegeschichte

7. Resumee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die karolingische Liturgiereform unter Karl dem Großen, um aufzuzeigen, wie diese historischen Neuerungen die römisch-katholische Liturgie nachhaltig geprägt haben und bis in die Gegenwart fortbestehen.

  • Politische und religiöse Motivation der Reform unter Karl dem Großen
  • Struktur und Vorbildfunktion der römischen Papstliturgie
  • Integration gallisch-fränkischer Traditionen in die römische Liturgie
  • Einfluss der karolingischen Reformen auf das moderne Eucharistieverständnis
  • Historische Kontinuität liturgischer Elemente bis zum 2. Vatikanischen Konzil

Auszug aus dem Buch

5.1 Formale Ergänzungen

Schritte zur Anpassung des römischen Ritus an die gallisch-fränkischen Traditionen sind insbesondere im Zentrum der Feier, der Eucharistiefeier, bezeugt. Der Kanon, der nach gallischer Tradition bereits von der Präfation getrennt war, wurde nun leise gebetet und mit zahlreichen Gebärden, Kreuzzeichen und Verneigungen zu einer anschaulich gemachten Handlung des Priesters ausgestaltet, und der Kommunionteil wurde mit vielen privaten Priestergebeten angereichert. Dazu kamen die aus gallischer Tradition stammenden sogenannten „Apologien“, in denen der Priester immer wieder im Verlauf der Feier seine Sündhaftigkeit bekannte und um göttliches Erbarmen bat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation für das Thema, welche aus dem Theologiestudium und der Hinterfragung alltäglicher gottesdienstlicher Traditionen entstand.

2. Karl der Grosse und seine Reformen: Dieser Abschnitt erläutert die Umgestaltung des Frankenreichs unter Karl dem Großen, seine innenpolitischen Ziele und seine autoritäre Rolle bei kirchlichen Reformbestrebungen.

3. Die Ursachen für eine umfassende Liturgiereform im Frankenreich: Es wird dargelegt, warum eine Vereinheitlichung der Messpraxis als politisches und religiöses Instrument zur Stabilisierung des Reiches angestrebt wurde.

4. Die römische Papstliturgie: Das Kapitel analysiert die römische Liturgie als prägendes Vorbild und erklärt, warum sie zur Norm für den lateinischen Westen erhoben wurde.

5. Die Uebernahme und Erneuerung der römischen Liturgie im Frankenreich: Hier wird der Import des Gregorianischen Sakramentars und dessen Adaption durch fränkische Bischöfe sowie die damit verbundenen Ergänzungen thematisiert.

5.1 Formale Ergänzungen: Es werden die spezifischen rituellen Anpassungen, wie etwa Gebärden des Priesters und der Einbau gallischer Elemente, beschrieben.

5.2 Inhaltliche Erneuerungen: Dieses Kapitel behandelt den Bedeutungswandel der Eucharistiefeier, die Entstehung der Eucharistiefrömmigkeit und die Einführung strenger kultischer Reinheitsvorschriften.

6. Ausblick auf den weiteren Verlauf der Liturgiegeschichte: Die Autorin zeichnet den Weg der Liturgie über das Tridentinische Konzil bis hin zum 2. Vatikanischen Konzil nach und verdeutlicht das Fortbestehen karolingischer Elemente.

7. Resumee: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der karolingischen Reforminitiative für die heutige Gottesdienstpraxis und die historische Tradierung dieser Riten.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Liturgiereform, Frankenreich, römische Papstliturgie, Eucharistie, Mittelalter, Ritus, Kirchenhoheit, sakramentale Frömmigkeit, Gregorianisches Sakramentar, Messfeier, christliche Tradition, Liturgiegeschichte, Liturgisierung, Kultus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die karolingische Liturgiereform unter Karl dem Großen und deren nachhaltige Auswirkungen auf die Entwicklung des römisch-katholischen Gottesdienstes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das politische Streben nach Reichseinheit durch eine einheitliche Liturgie, der Wandel des eucharistischen Verständnisses und die Verschmelzung römischer mit gallisch-fränkischen Riten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie viele heute noch praktizierte Riten und Elemente im Gottesdienst ihren Ursprung in der karolingischen Zeit haben und warum diese beibehalten wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theologiegeschichtliche Analyse, indem sie historische Quellen, wie das Gregorianische Sakramentar, sowie literaturwissenschaftliche Sekundärquellen auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ursachen der Reform, die Übernahme der römischen Liturgie sowie die formalen und inhaltlichen Anpassungen durch die fränkischen Reformer detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liturgiereform, Karl der Große, Eucharistie, Sakramentar, Einheitlichkeit, Frömmigkeit und das römisch-fränkische Liturgiemodell.

Wie wirkte sich die Reform auf die Rolle der Gläubigen aus?

Durch die Festlegung einer hoch zeremoniellen "missa normativa" wurde die aktive Beteiligung der Laien reduziert, während der Fokus stärker auf die rituell korrekte und ehrfürchtige Verehrung der eucharistischen Gaben rückte.

Welche Rolle spielte die Vorstellung von Reinheit in der Liturgie?

Im Zuge der Reform wurden kultische Reinheitsvorschriften, die zuvor Klerikern vorbehalten waren, auch auf Laien übertragen, was strenge Einschränkungen, beispielsweise im sexuellen Bereich, zur Folge hatte.

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Details

Title
Die Liturgiereform unter Karl dem Grossen
College
University of Vienna  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar Mittelalter
Grade
1
Author
Petra Fischer (Author)
Publication Year
1998
Pages
15
Catalog Number
V8398
ISBN (eBook)
9783638153768
Language
German
Tags
Liturgiereform Karl Grossen Proseminar Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Fischer (Author), 1998, Die Liturgiereform unter Karl dem Grossen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8398
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