Die globale Chemieindustrie wandelte sich in den letzten Jahren stetig. Die Unternehmen wuchsen, übernahmen andere Unternehmen oder verkauften eigene Unternehmensteile. Die Vergangenheit zeigt, dass die Chemieunternehmen zu Wachstumszwecken und Portfoliooptimierung wieder verstärkt auf diese Kauf- und Verkaufaktivitäten (engl. Mergers and Acquisitions, im folgenden M&A-Transaktionen genannt) zurückgreifen. Das Jahr 2006 war diesbezüglich mit einem Gesamtvolumen der M&A-Transaktionen von 48 Milliarden Euro das erfolgreichste Jahr seit dem Bestehen der Branche. Dabei wurden zirka 70 Prozent dieser Transaktionen aus reinen Wachstumsbestrebungen durchgeführt. Während die M&A-Transaktionen in den vergangenen Jahren überwiegend von Private Equity-Unternehmen durchgeführt wurden, waren im Jahr 2006 erstmals die großen Unternehmen der Branche wieder federführend.
Die folgenden Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, ob der Einfluss der auf solchen Transaktionen begründeten Portfolioveränderungen bei zyklischen Unternehmen der Chemiebranche quantifiziert werden kann. Dabei werden diese Transformationen in Bezug auf die Bewertung und Kursentwicklung einer Aktie untersucht. Bisher wurde eine solche Fragestellung nur wenig beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen
1.1 Ziel der Untersuchung
1.2 Die Chemiebranche im Überblick
1.3 Erfolgsorientierte Methoden der Unternehmensbewertung
1.3.1 Die Discounted Cash-Flow-Verfahren (DCF-Verfahren)
1.3.1.1 Der „Weighted Average Cost of Capital“-Ansatz
1.3.1.2 Der „Adjusted Present Value“-Ansatz
1.3.1.3 Das „Flow to Equity“-Verfahren
1.3.1.4 Die Anwendungsprobleme der DCF-Verfahren
1.3.2 Das Ertragswertverfahren
1.4 Marktorientierte Methoden der Unternehmensbewertung
1.4.1 Die Multiplikatorverfahren
1.4.1.1 Das Grundgerüst der Multiplikatorverfahren
1.4.1.2 Die Konzeption der Multiplikatorverfahren
1.4.1.3 Klassifizierung von Multiples
1.4.1.4 Ausgewählte Multiples
2 Die Analyse der Chemiebranche
2.1 Die Zyklik in der Chemiebranche
2.2 Der Chemiezyklus und das Bewertungsniveau
2.3 Die Bewertung zyklischer Unternehmen
3 Die Bewertungsanalyse der BASF AG
3.1 Die BASF im Überblick
3.2 Die Ausgangssituation der BASF
3.3 Die Akquisition der Degussa-Bauchemie
3.4 Die Akquisition des Katalysatorenherstellers Engelhard
3.5 Die relative Bewertung der BASF AG
4 Die Bewertungsanalyse der Linde AG
4.1 Die Linde AG im Überblick
4.2 Die Ausgangssituation der Linde
4.3 Die Akquisition der BOC Group
4.4 Der Verkauf der Gabelstaplersparte Kion Group
4.5 Die relative Bewertung der Linde AG
5 Schlussbetrachtung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Portfolioveränderungen auf die Unternehmensbewertung zyklischer Chemieunternehmen. Im Fokus steht dabei die Frage, ob durch die Verringerung zyklischer Geschäftsanteile eine quantifizierbare Wertsteigerung aus Kapitalmarktsicht erreicht werden kann.
- Methodische Grundlagen der Unternehmensbewertung (DCF- und Multiplikatorverfahren)
- Analyse der zyklischen Struktur der Chemiebranche
- Fallstudie: Transformationen der BASF AG (Degussa-Bauchemie, Engelhard)
- Fallstudie: Transformationen der Linde AG (BOC Group, Kion Group)
- Vergleichende Bewertung aus Kapitalmarktsicht
Auszug aus dem Buch
1.1 Ziel der Untersuchung
Die globale Chemieindustrie wandelte sich in den letzten Jahren stetig. Die Unternehmen wuchsen, übernahmen andere Unternehmen oder verkauften eigene Unternehmensteile. Die Vergangenheit zeigt, dass die Chemieunternehmen zu Wachstumszwecken und Portfoliooptimierung wieder verstärkt auf diese Kauf- und Verkaufaktivitäten (engl. Mergers and Acquisitions, im folgenden M&A-Transaktionen genannt) zurückgreifen. Das Jahr 2006 war diesbezüglich mit einem Gesamtvolumen der M&A-Transaktionen von 48 Milliarden Euro das erfolgreichste Jahr seit dem Bestehen der Branche. Dabei wurden zirka 70 Prozent dieser Transaktionen aus reinen Wachstumsbestrebungen durchgeführt. Während die M&A-Transaktionen in den vergangenen Jahren überwiegend von Private Equity-Unternehmen durchgeführt wurden, waren im Jahr 2006 erstmals die großen Unternehmen der Branche wieder federführend.
Die folgenden Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, ob der Einfluss der auf solchen Transaktionen begründeten Portfolioveränderungen bei zyklischen Unternehmen der Chemiebranche quantifiziert werden kann. Dabei werden diese Transformationen in Bezug auf die Bewertung und Kursentwicklung einer Aktie untersucht. Bisher wurde eine solche Fragestellung nur wenig beleuchtet.
Zunächst wird in Kapitel 1 ein Überblick über die Chemiebranche gegeben, bevor die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung erläutert werden. Der Betrachtungsschwerpunkt liegt auf den „Discounted Cash-Flow“-Verfahren in Abgrenzung zur Ertragswertmethode sowie auf den Multiplikatorverfahren. In diesem Zusammenhang werden auch kritische Überlegungen hinsichtlich der Plausibilität der Theorie angestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen: Einführung in die Chemiebranche und Vorstellung theoretischer Modelle zur Unternehmensbewertung wie DCF- und Multiplikatorverfahren.
2 Die Analyse der Chemiebranche: Untersuchung der Zyklik und der Abhängigkeit des Bewertungsniveaus von Konjunkturzyklen in der chemischen Industrie.
3 Die Bewertungsanalyse der BASF AG: Analyse der BASF-Transformationen durch Akquisitionen und deren Auswirkungen auf den Unternehmenswert.
4 Die Bewertungsanalyse der Linde AG: Analyse der Linde-Transformationen, insbesondere die Akquisition der BOC Group und der Verkauf der Kion Group.
5 Schlussbetrachtung und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Einflusses von Portfolioveränderungen auf die Unternehmensbewertung.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Chemieindustrie, BASF, Linde, DCF-Verfahren, Multiplikatorverfahren, Portfoliooptimierung, M&A-Transaktionen, Zyklik, Eigenkapital, Fremdkapital, WACC, Beta-Faktor, Börsenkurs, Shareholder Value.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich Portfolioanpassungen (Kauf oder Verkauf von Geschäftsbereichen) bei Chemieunternehmen auf deren Bewertung aus Kapitalmarktsicht auswirken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Unternehmensbewertung mittels DCF- und Multiplikatorverfahren sowie der branchenspezifischen Analyse von Chemiezyklen.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, ob der Einfluss von Portfolioveränderungen auf die Bewertung und Kursentwicklung bei zyklischen Chemieunternehmen quantifizierbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden gängige Bewertungsmethoden wie das Discounted Cash-Flow-Modell (DCF) sowie Multiplikatorverfahren theoretisch erläutert und praktisch auf die Unternehmen BASF und Linde angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Branchenanalyse sowie die detaillierte Bewertungsanalyse der Unternehmen BASF AG und Linde AG inklusive spezifischer Akquisitionen und Devestitionen.
Was charakterisiert diese Arbeit inhaltlich?
Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung theoretischer Bewertungskonzepte mit konkreten Marktdaten und historischen Transaktionsbeispielen aus der Chemiebranche.
Warum wurde die BASF für die Analyse ausgewählt?
Die BASF AG wurde gewählt, da das Unternehmen seine Struktur durch bedeutende Portfolioveränderungen wie die Akquisition der Degussa-Bauchemie und Engelhard in jüngster Zeit stark verändert hat.
Welche Rolle spielt die Linde AG in dieser Arbeit?
Die Linde AG dient als zweites Fallbeispiel, wobei hier besonders der Wandel vom Maschinenbau- zum Gaseunternehmen durch die Akquisition der BOC Group und den Verkauf der Kion Group untersucht wird.
Welches Fazit zieht der Autor?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass auf rechnerischer Basis ein Einfluss der Akquisitionen quantifiziert werden kann, sich eine Verbesserung der Unternehmensbewertung am Markt jedoch bisher nicht nachweisen ließ.
- Quote paper
- Benjamin Iber (Author), 2007, Wertschaffende Transformationen in der Chemieindustrie durch Verringerung des zyklischen Geschäftsanteils aus Kapitalmarktsicht am Beispiel von BASF und Linde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84003