Die Westdeutsche Kongopolitik: 1954-1975


Magisterarbeit, 2007

140 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Fragestellung
1.3 Literatur- und Quellenlage
1.4 Quellenkritik

2. Hauptteil
2.1 Überblick über die Geschichte des Kongo 1954 – 1975
2.2 Theorien zur Afrikapolitik der BRD
2.3 Vorgeschichte zum Einfluss der BRD im Kongo 1949 – 1954
2.4 Deutsche Kongopolitik zwischen 1954 und 1975
2.4.1 1. Phase : 1954–1958 Politik unter einer Kolonialmacht
2.4.2 2. Phase : 1959–1960 Sondierung der Lage
2.4.3 3. Phase : 1960–1965 Politik während der Kongokrise
2.4.3.1 Regierung Lumumba (1960)
2.4.3.2 Kommissarskollegium (1960–1961)
2.4.3.3 Provisorische Regierung Ileo (1961)
2.4.3.4 Regierung Adoula (1961–1964)
2.4.3.5 Regierung Tshombe (1964–1965)
2.4.4 4. Phase: 1965 – 1969 Politik unter instabiler Regierung Mobutu
2.4.5 5. Phase: 1969 – 1975 Politik unter stabiler Regierung Mobutu
2.4.5.1 Regierung Mobutu (1969–1974)
2.4.5.2 Nationaler Exekutivrat (1974–1975)

3. Schluss
3.1 Zusammenfassung der Phasen
3.2 Hintergründe deutscher Kongopolitik
3.3 Einordnung der deutschen Kongopolitik in die Theorien zur
deutschen Afrikapolitik
3.4 Fazit

4. Quellen- / Literaturverzeichnis
4.1 Quellen
4.1.1 Ungedruckte Quellen
4.1.2 Gedruckte Quellen
4.1.3 Internetquellen
4.2 Literatur
4.2.1 Gedruckte Literatur
4.2.2 Internetliteratur

5. Anhang
5.1 Glückwunschtelegramm Adenauers an Lumumba (1960)
5.2 Telegramm des Staatsrates der DDR an den Ministerrat
der Republik Kongo (Regierung Gizenga) (1960)
5.3 Kongolesische Kabinettslisten (1960-1970)
5.4 Diagramm zum Deutsch-kongolesischen Handel (1938-1975)
5.5 Karte 1: Größenvergleich: Republik Kongo-Europa Karte 2 : Belgisch-Kongo (1960)
5.6 Struktur der kongolesischen Provinzen
5.7 Politische Machtverteilung in Belgisch-Kongo (1960)
5.8 Reale Machtverteilung in der Republik Kongo (1961)
5.9 Reale Machtverteilung in der Republik Kongo (1964/65)

1. Einleitung

1.1 Einführung

Schließlich aber lehrt uns der Blick auf die Summe der Elemente, die das Afrikaproblem unserer Tage ausmachen, wie erdrückend groß die Zahl der Fragen ist, die es uns stellt, und wie schwierig diese Fragen sind. Schwierig nicht nur, weil sie große Entschlüsse und gewisse Opfer von uns fordern, sondern auch deshalb, weil wir zum Teil in Europa – und besonders in Deutschland – ungenügend darauf vorbereitet sind, was unser Wissen um die Tatsachen und unser Verständnis für die Folgerungen anlangt. Wir brauchen darum dringend die Hilfe der Wissenschaft und ihres Nachwuchses.[1]

1961, zur Zeit der großen Dekolonisierungswelle in Afrika, hatte der Präsident der Kommission der EWG, Walter Hallstein, mit diesen Worten die Bedeutung der Wissenschaft für eine künftige deutsche Afrikapolitik gekennzeichnet. Sieben Jahre später erschien ein ähnlicher Aufruf vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hans-Jürgen Wischnewski, an die Geisteswissenschaften. Er erklärte:

Die soziologische, kulturanthropologische, religionsphilosophische Klärung von Wertvorstellungen bei der Einführung wirtschaftlichen und sozialen Wandels ist mindestens ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger als Natur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin oder die ökonomischen Disziplinen. Diese Erkenntnis wird gerade von den Technikern unter den Entwicklungsberatern immer wieder am stärksten unterstrichen[2].

Dietmar Rothermund hatte die Bedeutung einer geisteswissenschaftlichen, speziell einer historischen, Untersuchung der Afrikaproblematik schon 1967 erkannt und drängte die Zeithistoriker, sich dem Thema auf ihrem Wege zu nähern.

Die Geschichtswissenschaft sollte die Fragen, die auf diese Weise von den Sozialwissenschaften an sie herangetragen werden, aufgreifen und zugleich im Sinne einer neuen Universalgeschichte die Völker Asiens und Afrikas in ihre Untersuchungen einbeziehen. Die weltweiten Probleme der Entwicklungspolitik zwingen zu einer Erweiterung des Blickfeldes. Das historische Blickfeld ist schon immer vom politischen Interesse, […], bestimmt worden. Es ist daher zu begrüßen, dass die Entwicklungspolitik die Geschichtswissenschaft dazu auffordert, nationale und europäisch-abendländische, aber auch thematische und methodische Grenzen zu überwinden und in wahrhaft „weltbürgerlicher Absicht“ die Zuordnung und Folgeordnung politischer Phänomene zu erfassen.[3]

Die Resonanz zu diesen Aufrufen fiel, zumindest im historischen Umfeld, eher spärlich aus. In der Geschichtswissenschaft versuchte man sich an Überblickswerken und einigen wenigen Fallstudien. Hierbei litt die wissenschaftliche Qualität ersterer meist unter der geringen Quantität letzterer. Nur wenige afrikanische Staaten sind auf ihre Beziehungen zur „Bundes-republik Deutschland“ (BRD) untersucht worden. Von diesen wenigen Studien und vor allem von Quellen zur „allgemeinen“ deutschen Afrikapolitik ausgehend, versuchte man Entwick-lungslinien der bundesrepublikanischen Afrika- und Entwicklungspolitik nachzuzeichnen.

Viele Staaten Afrikas sind in dieser Hinsicht bisher also unberücksichtigt geblieben. Zu ihnen darf auch der Kongo gezählt werden. Dies erscheint verwunderlich, hatte der Kongo doch gerade durch den Kongo-Einsatz, auch deutscher Truppen, zur Sicherung eines ruhigen Ablaufs der am 30. Juli 2006 stattgefundenen ersten demokratischen Wahlen seit 1965 in der deutschen Presse wieder zunehmend an Gewicht gewonnen.[4]

Dieser Einsatz, sowie ein Bericht des ARD–Magazins „Report Mainz“ vom 03. Juli 2006,[5] über ein deutsches, von der BRD mit Hilfsgeldern gefördertes, Bergwerk im Kongo, ließen mich vermuten, dass auch die BRD Interessen im Kongo vertritt. Da ich es für unwahrschein-lich hielt, dass solche Interessen, die einen Truppeneinsatz gerechtfertigt erscheinen lassen, allein einem Zeitraum von ein bis zwei Dekaden entspringen könnten, hielt ich es für ange-bracht, die deutsch-kongolesischen Beziehungen, wie von Rothermund gefordert, einmal aus historischer Perspektive zu untersuchen.

Schon das deutsche Kaiserreich hatte Interesse am Kongo gezeigt. Das Abhalten der Kongo-konferenz 1884/85 in Berlin war nicht ganz uneigennützig erfolgt.[6] Bismarck hoffte, die deutschen Interessen schützen zu können, indem er sich für einen „ internationalisierten Freistaat Kongo “ einsetzte.[7] Auch im dritten Reich hatte man Pläne für den Belgisch-Kongo. Die Kolonie sollte an das zu gründende „Deutsch-Mittelafrika“ angegliedert werden, was dann aber durch den Verlauf des Zweiten Weltkrieges verhindert wurde. Dennoch schienen die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich fähigen Geschäftsleuten im Kongo boten, auch weiterhin deutsches Interesse zu erregen. So erschien beispielsweise 1949 in Kiel eine Dissertation zur wirtschaftlichen Entwicklung Belgisch-Kongos[8], und im „Afrika-Bericht“ von 1953 hieß es:

Belgisch Kongo hat stärker als manches andere afrikanische Land das Interesse der deutschen Industrie auf sich gelenkt, obwohl die Schwierigkeiten eines unmittelbaren Geschäftes mit dem Kongo unverkennbar sind.[9]

Diese Interessen und Schwierigkeiten sollen Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein.

1.2 Fragestellung

Ich werde mich in der vorliegenden Magisterarbeit mit den außenpolitischen Beziehungen, welche zwischen der BRD und dem Kongo zwischen 1954 und 1975 bestanden, beschäftigen.

Als Einstieg habe ich das Jahr 1954 gewählt, da zu diesem Zeitpunkt das erste deutsche Konsulat in Belgisch-Kongo eingerichtet wurde.[10] Den zeitlichen Abschluss meiner Untersuchung bildet das Jahr 1975. Dies hat zwei Gründe. Zum Einen den rein Praktischen, dass für die Akten des Auswärtigen Amtes (AA), eine Sperrfrist von 30 Jahren besteht. Zum Anderen den Inhaltlichen, dass im Jahre 1975 eine „ fact-finding-mission “ stattfand.[11]

Aufgrund der problematischen weltwirtschaftlichen Lage musste auch die deutsche Kongopolitik überprüft und neu ausgerichtet werden. Eine verstärkte Zusammenarbeit von Industrieländern, Erdöl fördernden Ländern und Entwicklungsländern auf diplomatischer Ebene war erforderlich geworden. Deshalb unternahm die BRD Voruntersuchungen und Einschätzungen einzelner Regionen und versuchte, eine engere Verbindung zu den, an internationalen Gesprächsrunden beteiligten, Ländern herzustellen.

Auch Zaïre wurde bei dieser Reise besucht und als „Partner“ auf internationaler Ebene behandelt. Da hier eine Phase der Kongopolitik zu Ende ging oder doch zumindest der Kongo in seiner Bedeutung für die BRD eine gänzlich neue, als Sprecher der Entwicklungsländer, globale Bedeutung erhielt, werde ich, mit dem Ausgang dieses Jahres, meinen Bearbeitungszeitraum beenden.

Doch nicht nur für die BRD, auch für Zaïre begann 1975 eine neue Phase. Mit dem Fall der Kupferpreise setzte in Zaïre eine Verschuldungskrise ein, über die sich eine wahre „ Entwicklungskrise “ ihren Weg bahnen sollte.[12] Auch für die zairische Außenpolitik ging deshalb 1975 eine Phase zu Ende.

Folgende drei Fragen waren für mich während der Bearbeitung meiner Magisterarbeit leitend:

Erstens: Wie lässt sich die bundesrepublikanische Kongopolitik, für diesen Zeitraum, zusammenfassend darstellen? Zweitens: Was für Hintergründe lassen sich für das Vorgehen der BRD im Kongo, für diesen Zeitraum, anführen? Drittens: Inwiefern lassen sich diese Erkenntnisse mit den Theorien zur allgemeinen Afrikapolitik der BRD zusammenführen? An welchen Stellen ergeben sich Divergenzen?

1.3 Literatur- und Quellenlage

Literatur zu meinem Thema ist, selbst wenn man lediglich nach Basisinformationen sucht, nur in geringem Maße vorhanden.

Eine Sekundärliteratur zu den außenpolitischen Beziehungen zwischen BRD und Kongo ist für den von mir behandelten Zeitraum nicht vorhanden.[13] Im wohl neuesten deutschen wissenschaftlichen Beitrag zum Kongo endet eine historische Darstellung im Kapitel „Deutscher Einfluss am Kongo“ im Jahre 1943, um dann im Jahre 2003 wieder anzusetzen.[14] Es fehlt also ein Zeitraum von 60 Jahren. Lediglich in einigen Diagrammen zum Handel und zur Entwicklungs- und Militärhilfe, sowie in einigen, in der ehemaligen DDR und anderen Ostblockstaaten publizierten, „tendenziösen“ Werken taucht der Kongo im Zusammenhang mit der BRD auf.[15]

Des Weiteren gibt es noch vereinzelte Abschnitte in einigen Memoiren und Fachbüchern zur Entwicklungspolitik von Regierungsmitgliedern und Mitarbeitern des AA über die Beziehungen zum Kongo.

Die Sekundärliteratur zum Kongo ist stets auf die Beziehungen zwischen diesem und seiner ehemaligen Kolonialmacht Belgien oder den anderen „fremden“ Afrikamächten jener Zeit ausgerichtet.[16] Die Literatur auf diesem Feld reicht von historischen Untersuchungen des „Königreich Kongo“ des 15. Jahrhunderts[17] bis zu politikwissenschaftlichen und soziologischen Untersuchungen der „Endphase“ Zaïres und der heutigen „Republik Kongo“.[18] Lediglich für die Phase des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, zur Zeit des „Kongo-Freistaates“ und der Kolonie „Belgisch-Kongo“, wird gelegentlich auf die „deutschen“ Interessen in diesem Teil Schwarzafrikas hingewiesen.[19]

So musste ich mich in dieser Arbeit hauptsächlich auf Quellen stützen. Bei der reichen Primärquellenlage bot sich dies auch an. Das Fundament meiner Arbeit bilden die Akten des AA in gedruckter[20] und ungedruckter[21] Form zum Kongo. Durch sie erhielt ich direkte Informationen über Außenminister, Staatssekretäre, zuständige Abteilungen des AA, Botschaften und Konsulate sowie über Institutionen und Personen, die mit ihnen in Verbindung standen.

Des Weiteren habe ich Informationen von den Institutionen herangezogen, die in Kontakt mit dem AA stehen. So machte ich mir die gedruckten Kabinettsprotokolle der Bundesregierung[22], die gedruckten Protokolle des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages[23], sowie die gedruckten Protokolle des Deutschen Bundestages[24] zu Nutze. Sie liefern Informationen zur Legislative und zur direkten Einwirkung der politischen Führung auf die Außenpolitik, welche, wie ich feststellte, allerdings in starkem Maße von den Referatsleitern bestimmt wurde. Ummauert wird dieses Quellengebäude schließlich von Regierungserklärungen, Briefen und Reden von Mitgliedern der Regierungen der BRD.

Auch Sekundärquellen sind in ausreichender Zahl vorhanden. An erster Stelle sind die Memoiren und Erinnerungen von Regierungsmitgliedern und Mitarbeitern des AA zu nennen. Sie liefern mir einen reflektierten Einblick in ihre Arbeit.

Als zweite Art der Sekundärquellen habe ich die außenpolitischen, gedruckten Dokumente anderer, in die Ereignisse des Kongo involvierter Staaten, herangezogen. Hierbei habe ich mich auf die Hauptakteure USA[25], Belgien[26] und Frankreich[27] beschränkt, wobei die Aktivitäten der BRD in ihnen kaum Erwähnung fanden. Zusätzlich wurden von mir noch die Dokumente zur Auswärtigen Politik der DDR[28] eingesehen, deren Aktivitäten aufgrund der Hallsteindoktrin für die Außenpolitik der BRD zu dieser Zeit mitentscheidend waren.

Als dritte Säule im Bereich der Sekundärquellen habe ich schließlich noch zahlreiche wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Zeitschriften aus den betreffenden Jahren eingesehen. Wie schon in der Sekundärliteratur ist der Kongo aber auch in diesen nur äußerst selten zu finden, und so gut wie nie im Zusammenhang mit der BRD vertreten gewesen.

1.4 Quellenkritik

Wie schon im letzten Abschnitt erklärt, stützt sich meine Arbeit zu einem überdurchschnittlichen Teil auf eine ganz bestimmte Quelle: Die Akten aus dem politischen Archiv des AA in Berlin. Dies macht eine verstärkte Auseinandersetzung mit ihnen erforderlich.

Da mir während meiner Nachforschungen zu dieser Arbeit nur begrenzte Zeit zur Verfügung stand, entschied ich mich, lediglich die Akten der politischen Abteilung des Archivs, diese dafür aber vollständig, durchzusehen. Andere Akten rein zur Entwicklungshilfe oder Wirtschaftspolitik ließ ich unberücksichtigt. Dies bedeutet aber nicht, dass ihre Informationen in meiner Arbeit gänzlich fehlen würden. In den Akten der politischen Abteilung sind alle Informationen zusammengeführt, welche einerseits rein politischen Charakter besitzen oder aufgrund ihrer Bedeutung zu politisch relevanten Themen für die deutsche Kongopolitik wurden. Hierbei konnte es sich auch um ein einfaches Entwicklungshilfeprojekt oder eine Bürgschaft für ein größeres Privatgeschäft handeln. Ich hatte somit Einblick in die relevantesten Ereignisse der deutsch-kongolesischen Beziehungen. Ein detailliertes Bild der deutschen Entwicklungshilfe oder Wirtschaftspolitik im Kongo kann und will ich in dieser Arbeit aber auch nicht geben. Das Ziel ist die Darstellung der allgemeinen, vor allem politischen, Beziehungen zwischen den beiden Staaten.

Innerhalb dieser Akten prallen nun mehrere Interessen aufeinander. Es gibt die Angehörigen der deutschen Botschaften, die die Interessen der Deutschen im jeweiligen Land vertreten wollen, die Angehörigen des AA, die die Interessen der Deutschen in der Welt zu vertreten haben und schließlich noch die parteipolitisch besetzten Ämter, wie die des Ministers oder des Staatssekretärs, die zusätzlich noch die Interessen ihrer Partei zu vertreten haben. All diese Interessen kommen in den Akten zum Vorschein. Insofern sind sie nicht frei von Meinungen und Tendenzen. Dazu kommt noch, dass das AA zeitweilig nicht mit, sondern gegen andere deutsche Institutionen, wie zum Beispiel das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), gearbeitet hat. Auch diese „interministerielle“ Politik findet in den Akten ihren Niederschlag und führt dazu, dass gewisse Vorgänge herunter- oder heraufgespielt wurden, um der anderen Einrichtung zu schaden.

Dies ins rechte Licht zu rücken fällt aufgrund der fehlenden Sekundärliteratur schwer, wird aber dadurch befördert, dass in den Akten auch gegensätzliche Meinungen festgehalten wurden, so dass viele der Konflikte bei genauem Hinsehen erkennbar werden.

So hoffe ich trotz meines eingeschränkten Quellen- und Literaturmaterials dennoch ein brauchbares Bild der deutschen Kongopolitik liefern zu können.

2. Hauptteil

2.1 Überblick über die Geschichte des Kongo 1954 – 1975

1955 hatte der belgische Professor Jef van Bilsen die Entlassung der Kolonie in die Unabhängigkeit bis 1985 vorgeschlagen[29] und damit, in den Augen der Kongolesen, den entscheidenden Schritt eines Eingeständnisses zur Unabhängigkeit der belgischen Kolonie gemacht.[30] In der Folge wurde 1956 das „Manifeste de la conscience africaine“ verfasst, in dem die Kongolesen zum ersten Mal von sich aus die Unabhängigkeit des Kongo forderten. Seit den 50er Jahren hatten sich Parteien gebildet, welche sich nun in ihren Forderungen nach einer möglichst zügigen Dekolonisierung überschlugen.[31] 1959 kam es in Léopoldville zum ersten Mal zu mehrtägigen Unruhen mit Toten und Verletzten, nachdem eine kongolesische Parteiveranstaltung verboten worden war. Die Belgier fühlten sich vor vollendete Tatsachen gestellt und versuchten, den Dekolonisierungsprozess in der kurzen Zeit, welche ihnen noch verblieb, möglichst organisiert zu Ende zu führen. So kam es im Januar und Februar 1960 in Brüssel zur „Konferenz am runden Tisch“, auf welcher Belgier und Kongolesen über die praktische Umsetzung der Dekolonisierung entschieden.[32]

Am 30. Juni 1960 wurde Belgisch-Kongo als „République du Congo“ unabhängig[33]. Zum Staatspräsidenten wurde Joseph Kasavubu (Abako), zum Ministerpräsidenten Patrice Lumumba (MNC-L) gewählt.[34] Schon wenige Tage nach der Regierungsübernahme kam es am 04. Juli zu Unruhen in den Kasernen der kongolesischen Armee, welche schon bald auf das ganze Land übergriffen. Sie können wohl als der Beginn der „Kongokrise“ betrachtet werden. Lumumba konnte die Lage zwar wieder beruhigen, die Unruhen, welche auch zu Übergriffen auf Weiße führten, machten aus der Sicht der Belgier aber deren militärische Intervention erforderlich.

Diese Zeit der Unruhen ausnutzend, erklärte Moïse Tshombe die Provinz Katanga am 11. Juli für unabhängig. Am 08. August folgte die Provinz Kasai unter Albert Kalonji als Staatspräsident und Joseph Ngalula als Regierungschef. Die Zentralregierung rief die UNO zu Hilfe, da sie die Sezessionen allein nicht beenden konnte.[35]

Eine Beruhigung der Lage wurde aber auch dadurch erschwert, dass Lumumba nach einem starken Nationalstaat strebte, Kasavubu aber eher an starken Provinzen und einem gut ausgebildeten Föderalismus interessiert war. Aus diesem innerstaatlichen Konflikt ging Kasavubu als Sieger hervor. Lumumba wurde am 05. September aus seinem Amt entlassen und inhaftiert.

Kasavubu schlug Joseph Ileo als neuen Ministerpräsidenten vor, aber das Parlament konnte seiner Regierung nicht zustimmen. Um diese Pattsituation zu beenden intervenierte Oberst Mobutu mit der Armee und putschte am 14. September. Sechs Tage später setzte er ein Kommissarskollegium ein, das die Regierungsgeschäfte bis zum 08. Februar 1961 übernahm.

Ihm folgte bis zum 01. August die provisorische Regierung Ileo, welche als Reaktion auf die Bildung der provisorischen Regierung Gizenga entstanden war. Gizenga hatte sich mit den verbliebenen Lumumba-Anhängern nach Stanleyville zurückgezogen und dort eine Gegenregierung aufgebaut.

Am 02. August gelang es Cyrille Adoula eine neue Regierung zusammenzustellen, in die auch Gizenga mit seinen Anhängern integriert werden konnte. Somit gab es wieder nur eine Zentralregierung. Bis 1963 gelang es mit Hilfe der UNO die Sezession von Katanga und Kasai zu beenden.[36] Aber nun brach, unter anderem ausgelöst durch die Verhaftung Gizengas, im Osten des Kongo der „Simba-Aufstand“ aus. Linke Rebellen, die im Osten Unterstützung gefunden hatten, rückten langsam nach Westen vor und überzogen das Land mit einer Art „Steinzeitkommunismus“.[37]

Aus diesem Grund wurde am 10. Juli 1964 Tshombe von Kasavubu zum Ministerpräsidenten berufen. Unter ihm konnte die Rebellion gestoppt werden. Da er im Kongo aber schnell an Popularität gewann und sich anschickte für das bald zur Wahl stehende Amt des Staatspräsidenten zu kandidieren, wurde er für Kasavubu zunehmend zur Bedrohung. So enthob dieser Tshombe des Amtes und schlug Evariste Kimba als Nachfolger vor. Da das Parlament zwei Mal den neuen Kandidaten ablehnte, intervenierte Mobutu erneut und putschte am 24. November 1965.

Diesmal übernahm er selbst das Amt des Staatspräsidenten und machte sich am 17. Dezember auch noch zum Regierungschef. Um seine Macht zu sichern, verkündete er am 20. Mai 1967 das „Manifest von N’Sele“ und begründete die „Mouvement Populaire de la Revolution“ (MPR). Das Manifest sah eine Wiederherstellung der „Authentizität“ des Landes und seiner Bewohner vor, womit eine Nationalisierung der Regionen bezweckt wurde.

Am 23. Dezember 1970 folgte die Verkündung des Einparteiensystems unter der MPR für den Kongo. Opposition und Gegenbewegungen wurden, wenn sie auftauchten, unterdrückt und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Lediglich ein Söldneraufstand im Ostkongo sorgte 1967 längere Zeit für Unruhe. Ansonsten hatte Mobutu das Land weitgehend unter Kontrolle. Am 27. Oktober 1971 wurde das Land in „République du Zaïre“ umbenannt und Gesellschaft wie Wirtschaft in der Folge „zairisiert“, was bei Westmächten, wie investierenden Wirtschaftskreisen Bestürzung und Angst hervorrief, sie aber trotzdem nicht an Mobutus Qualitäten als fähigem Lenker des Kongo zweifeln ließ.

2.2 Theorien zur Afrikapolitik der BRD

Zur Afrikapolitik der BRD existieren zwei unterschiedliche Theorieansätze. Der eine Ansatz geht davon aus, dass die Afrikapolitik der BRD sich in mehrere Phasen einteilen ließe.[38]

Die erste Phase sei vor allem von den Leitlinien getragen gewesen, die BRD in die westliche Welt zu integrieren, sowie die außenpolitische Souveränität und den außenwirtschaftspolitischen Handlungsspielraum wiederherzustellen, welche man nach dem Krieg verloren hatte.

Mit der Errichtung des AA und der Zustimmung des Bundestages zur Eröffnung von Auslandsvertretungen 1951 sollte auch der nicht gänzlich zur Ruhe gekommene Afrikahandel wieder angefacht werden, da man sich möglichst schnell aus seiner Abhängigkeit vom Transithandel befreien wollte. Afrika versprach ein vorzüglicher Rohstofflieferant für Europa und die BRD zu werden. Schon 1954 erreichte der Afrikahandel mit 1,33 Mrd. DM (6,0%) Anteil am deutschen Export aber seinen Höhepunkt.

In den Verlauf dieser ersten Phase fällt auch die Erklärung der Hallstein-Doktrin, welche erheblichen Einfluss auf die deutsche Afrikapolitik haben sollte. 1953 hatte die „Deutsche Demokratische Republik“ (DDR) begonnen Handels- und Außenhandelsvertretungen in Afrika zu errichten, welche auch immer mit dem Aufbau eines antiwestlichen Propagandaapparates verbunden waren.[39]

Hiergegen begann man in der zweiten Phase mit der Errichtung von Botschaften vorzugehen. Diese zweite Phase dauerte von 1959 bis 1972. Sie wurde 1959 von der Konferenz der deutschen Afrikabotschafter in Addis Abeba eingeleitet, auf welcher die neuen Grundlinien deutscher Afrikapolitik festgelegt wurden. Schwerpunkt der Afrikapolitik sollte die Durchsetzung der Deutschlandpolitik sein. Die Anerkennung der DDR und ein weiteres Vordringen der kommunistischen Kräfte Sowjetunion und Volksrepublik China auf dem afrikanischen Kontinent sollten um jeden Preis verhindert werden. Zur Durchsetzung dieser Politik wurde die Entwicklungshilfe als Druckmittel herangezogen. Außerdem wurde festgelegt, dass man einerseits nicht mit den alten Kolonialmächten in Konflikt geraten solle, sich aber andererseits auch nicht für neutral erklären dürfe. Man müsse die problembehaftete Innenpolitik den anderen beteiligten Staaten überlassen. Anders sah es in der Außenpolitik, vor allem bei Grenzkonflikten, aus, die für die BRD ein großes Konfliktpotential boten. Dies hing mit dem Investitionsschutz und der Rechtssicherheit für die deutsche Wirtschaft zusammen.[40]

Im Laufe dieser Phase kam es 1968 zur dritten Konferenz der Afrikabotschafter in Abidjan (Elfenbeinküste). Ihr Ergebnis war die Erklärung des Außenministers, Willy Brandt, vom 16. Mai 1968, über die „Leitlinien deutscher Afrikapolitik“. Er verkündete, dass es die Ziele der deutschen Afrikapolitik seien, den Frieden in Europa zu sichern und die deutsche Teilung zu überwinden. Auf Afrika solle sich dies so auswirken, dass die BRD keine Waffen mehr in Spannungsgebiete liefern werde. Außerdem bekenne sich die BRD zum Prinzip der Selbstbestimmung der afrikanischen Völker und sei gegen Rassentrennung und Rassendiskriminierung. Allerdings erklärte er auch, dass man Politik und Wirtschaft trennen müsse. Auch mit jenen Staaten müssten Wirtschaftsbeziehungen unterhalten werden, mit welchen man politische Kontroversen habe. Die Bundesrepublik werde sich des Weiteren, um Vorwürfen der Einmischung zu begegnen, in jedem Falle bemühen, ihr bundesrepublikanisches Modell nicht zu exportieren.[41] Diese zweite Phase endete mit dem Niedergang der Hallstein-Doktrin.[42]

Die dritte Phase begann 1973 mit dem Eintritt der BRD in die UNO und stand unter dem Leitgedanken einer „ Friedenspolitik “.[43]

Hierbei setzte sie auf eine assoziative Strategie in ihrer Politik mit afrikanischen Staaten. Mit der Ölkrise von 1973 musste man in den internationalen Beziehungen von der bilateralen zur multilateralen Zusammenarbeit wechseln. Entwicklungshilfe wurde nun zunehmend auch als Mittel zur Krisensteuerung betrachtet. Wirtschaftlich ging die Bedeutung Afrikas für die BRD zurück. Auch wenn die BRD nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner Afrikas war, gingen doch nur 4% der deutschen Direktinvestitionen auf den Kontinent.[44]

Neben diesem Theorieansatz, welcher Afrika lediglich eine geringe Bedeutung in der deutschen Außenpolitik beimisst, aber immerhin eine Entwicklung erkennen lässt, gibt es noch einen zweiten Ansatz zur deutschen Politik in Afrika.

In dieser wohl als neokolonialistisch zu bezeichnenden Betrachtung lautet die These: „ Abhängigkeitsbewahrung und Abhängigkeitsbeschaffung gegenüber dem Westen, jedoch unter Berücksichtigung von spezifischen Eigeninteressen, bilden die Grundlinien, zu denen die verschiedenen Prinzipien der bundesdeutschen Afrikapolitik seit 1949 konvergieren “.[45] In dieser Theorie, welche es auch in allgemeiner Form für die Beziehungen der BRD zur Dritten Welt gibt,[46] geht man von einer seit 1949 fortdauernden Politik der BRD in Afrika aus, in der verschiedene Phasen oder gar eine Entwicklung nicht vorkommen. Fünf Prinzipien haben demnach die westdeutsche Außenpolitik bestimmt: „ Die Integration Afrikas in das politische Machtsystem des Westens “, „ Die Anbindung Afrikas an die westliche Sicherheitszone “, „ Die Integration Afrikas in die Wirtschaftszone Westeuropas durch EWG-Assoziierung “, „ Die Anbindung Afrikas an die Bundesrepublik und an Westeuropa durch technische, wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit “ und „ Die kulturelle Selbstdarstellung und Ansätze zum Kulturdialog “.[47]

2.3 Vorgeschichte zum Einfluss der BRD im Kongo 1949 – 1954

Schon früh nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Privatwirtschaft der BRD begonnen, die kurzzeitig unterbrochenen Handelsbeziehungen zum Belgisch-Kongo selbständig wieder aufzunehmen.

Um diese auszubauen wurden am 26. Februar 1951, von offizieller Seite, Gespräche zwischen der deutschen Botschaft in Brüssel und dem belgischen Kolonialministerium aufgenommen. Am 10. März 1951 erklärten die Belgier sich bereit, deutschen Staatsbürgern die Genehmigung zur Einreise in den Kongo zu erteilen. Die schwierige Frage rein deutscher Firmenniederlassungen in der Kolonie und damit ein Anfang spezifischen deutschen Wirkens wurde erst einmal beiseite geschoben. Die Belgier schlugen vor, deutsch-belgische oder deutsch-kongolesische Unternehmen mit belgischem Namen zu gründen. Die deutschen Exporte sollten sich vor allem auf Bedarfsgüter, die Importe auf bearbeitete Rohstoffe beschränken.[48]

Vor allem das geweißte Palmöl spielte hierbei eine große Rolle. Würde die BRD dieses Öl verstärkt importieren, schon Ende der 1930er war Deutschland mit 15,3% der zweitwichtigste Importeur für kongolesische Palmkerne und das damit verbundene Palmkernöl gewesen,[49] so erklärten die Belgier, könne sie bei ihrem „10-Jahresplan“, zur wirtschaftlichen Entfaltung des Kongo,[50] auch mit verstärkten Aufträgen für die deutsche Industrie rechnen. Bei diesem belgischen Vorhaben ging es unter anderem um den Ausbau der Verkehrswege und der Häfen,[51] an dem die Deutschen hofften beteiligt zu werden.

Die deutsche Industrie begann schnell, sich für den Kongo zu interessieren und es wurde angeregt, eine Studienkommission des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), begleitet von einem offiziellen deutschen Vertreter, in den Kongo zu entsenden.[52] Ende 1951 bot das belgische Kolonialministerium der BRD an, auch unedle Metalle, wie Kupfer, Zink, Zinn, Kobalt, Kadmium, Wolfram und Tantalit-Columbit in Belgisch-Kongo erwerben zu dürfen.[53] Mit solchen Rechten und Versprechungen ausgestattet stand die BRD Anfang 1952 schon auf Platz 5 der belgisch-kongolesischen Handelspartner.[54]

Auch international wuchs das wirtschaftliche Interesse an Belgisch-Kongo. Am 17. Februar 1952 meldete die „Neue Züricher Zeitung“, dass Belgisch-Kongo nun gute Investitionsmöglichkeiten für ausländisches Kapital bieten würde.[55] Am 15. Mai 1952 brachte das „Handelsblatt“ einen Artikel zum damals neuesten Buch von Dr. Ernst Hickmann „„Belgisch-Kongo“ Struktur und Entwicklung einer Kolonialwirtschaft“. In diesem Artikel hieß es unter anderem:

Der Monopolkapitalismus der belgischen Kongopolitik scheint, […], deutschen Lieferungen und Investitionsvorhaben nicht im Wege zu stehen. Vielmehr scheint das wachsende Kongogeschäft Deutschlands nur die mit Belgien seit je gegebene arbeitsteilige Verzahnung auszubauen. Für uns ist deshalb der Kongo ein ähnliches Entwicklungspotential, an dem wir uns mit unserem technischen Wissen und Maschinen beteiligen können, wie etwa die Randgebiete des Indischen Ozeans und der Mittlere Osten.[56]

Mitte 1952 wurde von Seiten des belgischen Gouverneurs die Bitte geäußert, dass die BRD eine konsularische Vertretung in Belgisch-Kongo eröffnen solle. Mit diesem Wunsch stand die Kolonie aber im Widerspruch zu ihrem Mutterland, weshalb sie vorschlug, Belgien international zu unterstützen, und so dessen Wohlwollen herbeizuführen.[57]

1953 begann man, aufgrund der Palmöleinfuhr, Zollverhandlungen mit Belgien. Dieses forderte eine Verringerung des Zollsatzes für 10.000 t bearbeitetes Palmöl von 12% auf 6%, sowie die Befreiung von der deutschen Umsatzausgleichssteuer.[58] Die BRD sollte hierfür offiziell durch Herabsetzung der belgischen Zölle für Fertigwaren an der Erschließung des Kongogebietes und inoffiziell an der Durchführung des 10-Jahres-Planes beteiligt werden. Im Kabinett der Regierung Adenauer stieß dieser belgische Vorschlag nicht auf ungeteilte Zustimmung. Man fürchtete eine Gefährdung der deutschen Ölmühlenindustrie. Dennoch konnte man sich einigen und am 20. März 1953 wurde ein Zollvertrag geschlossen.[59]

Nun wuchs das Interesse am Kongo auch von offizieller deutscher Seite. Mitte des Jahres 1953 bereiste ein Exportkaufmann der AEG den Kongo und fertigte bei dieser Gelegenheit einen ersten Bericht über die wirtschaftlichen Möglichkeiten der BRD in der Kolonie für das AA an. In der Kolonie gäbe es Vorbehalte gegen amerikanische und belgische Waren, so dass für deutsche Produkte gute Absatzchancen bestünden. Außerdem besäße Belgisch-Kongo im noch unerschlossenen Afrika eine wirtschaftliche Schlüsselposition.[60]

Unterdessen gingen die Preise für Palmöl immer weiter zurück und Belgien war in zunehmendem Maße auf die deutschen Importe angewiesen. Noch problematischer wurde die Situation für Belgien, als die BRD begann Walöl aus Japan zu importieren. Belgien reagierte mit der Forderung nach gleichen Zöllen für tierische und pflanzliche Öle, sowie für gebleichtes Palmöl. Die BRD zögerte, auf diese Forderungen einzugehen, obwohl sie in nur 5 Monaten ihrer Industrie schon öffentliche Aufträge für fast 100 Millionen DM beschert hatte. Belgien ging in seinen Forderungen aber noch weiter und verlangte die Erhöhung des Zollkontingentes auf 40.000 t sowie die vollständige Zollfreiheit für rohes Palmöl. Obwohl sich das AA und das Bundeswirtschaftsministerium sehr für diese Forderungen einsetzten, da sie das große Potential des Belgisch-Kongo für die BRD erkannten, sah das Bundesfinanzministerium dennoch keine Möglichkeit für die Gewährung solcher Wünsche und man musste ablehnen.[61]

2.4 Deutsche Kongopolitik zwischen 1954 und 1975

Im Folgenden werde ich die deutsche Kongopolitik im Zeitraum zwischen 1954 und 1975 darstellen. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Charakteristika habe ich sie in fünf Phasen eingeteilt. Die Phasen drei und fünf wurden von mir zudem mit Unterphasen versehen, da ich eine genauere Untersuchung der „Kongokrise“ und der politischen Etablierung Mobutus für erforderlich halte. So ist es mir möglich, die deutsche Kongopolitik im Hinblick auf jede kongolesische Regierung einzeln darzulegen.

Jede dieser Phasen und Unterphasen habe ich zudem in vier Abschnitte untergliedert: Die politischen Beziehungen zur Regierung, die Beziehungen zu politischen Gruppierungen, die deutschen Hilfsleistungen und schließlich die wirtschaftlichen Beziehungen. So hoffe ich, auch wenn es hierbei häufig zu Überschneidungen kommt, die deutsche Kongopolitik in ihrem Wirken und ihren Beweggründen besser verständlich machen zu können.

2.4.1 1. Phase : 1954 – 1958 : Politik unter einer Kolonialmacht

Politische Beziehungen zur Regierung

Im Juli 1954 nahm das Konsulat Léopoldville, unter Konsul Aufermann, seine Tätigkeit auf. Die wirtschaftlichen Interessen der BRD standen in dieser Phase klar im Vordergrund. Wie schon in der präkonsularischen Phase ging es um eine Stärkung der Beteiligung der deutschen Industrie am belgischen 10-Jahresplan und den Ausbau des deutschen Handels mit der belgischen Kolonie. In beiden Fällen wollte man sich die Abhängigkeit der Belgier vom Palmölabkommen zu Nutze machen.[62]

So nahm dies dann auch in den deutsch-belgischen Gesprächen über Belgisch-Kongo einen wichtigen Platz ein. Die Belgier waren mit dem aktuellen Abkommen unzufrieden und erwogen dessen Kündigung. Das Bundeswirtschaftsministerium sorgte sich, dass deutsche Unternehmen künftig weniger oder gar keine der bisher äußerst profitablen Aufträge der belgischen öffentlichen Hand mehr erhalten würden und setzte sich deshalb für ein Eingehen auf die belgischen Wünsche ein.[63] Aus diesem Grund wurde 1954 ein weiteres Kontingent von 10.000 t gebleichtem Palmöl in das deutsch-belgische Zollabkommen von 1953 mit aufgenommen. Dies reichte den Belgiern aber nicht aus.[64] Mitte 1955 kündigten sie das Abkommen zum 31. Dezember. Ein neuer Zollvertrag war zu diesem Zeitpunkt aber schon in Planung. Belgien war bereit, seine Forderungen beim gebleichten Palmöl zurückzunehmen, beim Rohöl wollte man diese aber beibehalten. Zumindest sollte die deutsche Seite bereit sein, ihre Zollsätze zu senken. Im Gegenzug erklärten sich die Belgier damit einverstanden, die deutsche Beteiligung an der Vergabe öffentlicher Aufträge vertraglich festzulegen. Ende 1955 liefen die Verhandlungen an. Das Bundeswirtschaftsministerium verwies die Bundesregierung auf die positiven Folgen des ersten Abkommens. In einigen Bereichen hatte man die deutsche Ausfuhr um 50% bis 100% steigern können. Anfang 1956 wurde durch einen Kabinettsbeschluss die deutsche Position festgelegt. Rohes Palmöl würde man, ohne Zollkontingent, zu einem Satz von 5% statt 6% verzollen. Das Abkommen sei auf zwei Jahre befristet und könne von deutscher Seite jederzeit gekündigt werden. Zusätzlich sei man von deutscher Seite auch noch bereit, die bisherige Verzollung zu 7% von 10.000 t gebleichtem Palmöl beizubehalten. Die Belgier waren auf den deutschen Abnehmer angewiesen und stimmten deshalb zu.[65]

Auf der kolonialen Seite wuchs inzwischen das Interesse an Gütern aus der BRD. 1955 wurde deshalb von deutscher Seite ein Erlass zur Frage der Errichtung von Wahlkonsulaten in Matadi, Élisabethville, Bukavu, Stanleyville und Usumbura nach Léopoldville geschickt. Eine Ausweitung der deutschen Administration wurde immer erforderlicher. Mitte 1956 bat das Konsulat um mehr Personal. Es sei ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis es zum Generalkonsulat aufgewertet werden würde. Im AA war man zu dem Zeitpunkt bei dieser Frage aber noch geteilter Meinung. Nicht wirtschaftlicher, sondern „kolonialer“ Nutzen sollte bei der Aufstockung einer Vertretung im Vordergrund stehen. Da sich kaum Deutsche im Belgisch-Kongo befanden, sah man hierfür keinen Anlass.[66] 1958 wurde Léopoldville aber schließlich doch zum Generalkonsulat aufgewertet.[67]

Konflikte waren in dieser ersten Phase zwischen kolonialer Regierung und der BRD vor allem wirtschaftlicher Natur. So wurde die Bundesregierung von der belgischen Industrie 1957 beschuldigt, deutschen Exporteuren eine Ausfuhrprämie von 6,2% auf den Export deutscher Güter nach Belgisch-Kongo zu zahlen, um so die belgische Industrie vom Markt zu verdrängen.[68] Ansonsten hielten sich die Konflikte mit den Belgiern aber in Grenzen.

Ganz im Gegenteil nahm die Freundlichkeit in den Beziehungen noch zu. Schon 1955 sollte der Vizegouverneur von Belgisch-Kongo und Ruanda-Urundi, Henri Cornelis, eine Deutschlandreise unternehmen, auf welcher er hoffte, deutsches Kapital ins Land locken zu können. Der deutsche Konsul sollte ihn auf dieser Reise begleiten und sich für eine systematischere und schnellere Ausweitung des deutschen Marktes in Belgisch-Kongo einsetzen. Im Gegenzug sollte der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss Ruanda-Urundi und die Provinz Kivu des Belgisch-Kongo besuchen.[69] Dieser musste zwar absagen, dafür bereiste dann aber der deutsche Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier Belgisch-Kongo.[70]

Der Zustrom deutscher Siedler hielt sich in engen Grenzen. Dies hing unter anderem damit zusammen, dass Kolonisten sehr hohe Versicherungssummen an Belgien zu zahlen hatten, wenn sie, oder gar ihre Familie, sich in Belgisch-Kongo ansiedeln wollten. Das folgende Beispiel zeigt aber, dass durchaus deutsches Siedlungsinteresse bestand. 1955 erschien in einer deutschen Zeitschrift für Handwerker ein Aufruf, die belgische Kolonie zu besiedeln. Der deutsche Staat würde ihnen beim Aufbau eigener Betriebe behilflich sein. Auch wenn der Artikel sich, unter den Konditionen, welche er anpries, als Zeitungsente erwies, zeigt die große Resonanz, die er bei den deutschen Handwerkern auslöste, dass Belgisch-Kongo für deutsche Siedler nicht uninteressant war. Mitte des Jahres erschien der ähnlich akzentuierte Artikel „Belgisch Kongo an deutschen Siedlern interessiert“, in welchem ausgeführt wurde, dass deutsche Siedler in der Provinz Kivu willkommen seien. Da dieser Wunsch aber weniger von belgischer als vielmehr von kolonialer Seite vertreten wurde, versuchte die deutsche Seite den Artikel in seiner Wirkung einzudämmen. Man nahm an, dass solch ein Projekt momentan auch gar nicht möglich sei, da die schon erwähnten Sicherheitszahlungen viel zu groß seien. So befanden sich offiziell, außer einigen Missionaren, in der ersten Phase kaum Deutsche in Belgisch-Kongo. Inoffiziell, so sollte sich schon bald herausstellen, waren es aber doch einige mehr. Sie waren illegal eingereist, um die Sicherheitszahlungen nicht leisten zu müssen.[71]

Beziehungen zu politischen Gruppierungen

Im Aufbau von Beziehungen zu anderen politischen Gruppierungen hielt man sich in der ersten Phase sehr zurück.

Dennoch geriet die BRD 1957 in Erklärungsnot, als in der belgisch-kongolesischen Wochenzeitschrift „Quinze“ für die 5. Europäische Werkzeugmaschinen-Ausstellung in Hannover geworben wurde. Da es sich bei der Zeitschrift um ein „ Kampf- und Tendenzblatt “ der schwarzen Bevölkerung handelte, löste die Anzeige bei der belgischen Kolonialverwaltung eine „ Überraschung “ aus.[72] Man vermutete, dass die BRD mit den kongolesischen Nationalisten zusammenarbeiten würde, was die Botschaft nur mühsam widerlegen konnte.[73] Dies soll aber auch nicht heißen, dass man in der BRD nicht über die Unabhängigkeit des Kongo nachdachte. So kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem belgischen Außenminister Paul-Henri Spaak und Karl Carstens, damals lediglich ein Mitarbeiter des AA, als letzterer erklärte, dass die Deutschen von einer künftigen Unabhängigkeit des Kongo ausgehen würden.[74]

Hilfsleistungen

Mit Hilfsleistungen hielt sich die BRD, aufgrund des belgischen Anspruchs auf das Handlungsmonopol stark zurück. Allerdings war man 1958 bereit, die Kolonie eine Anleihe von 120 Mio. DM in der BRD aufnehmen zu lassen.[75]

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsche Beteiligung an der Industrialisierung Belgisch-Kongos nahm langsam Konturen an.

Mit der Eröffnung des Konsulats hatte man sogleich von deutscher Seite begonnen, bei der belgischen Administration wegen einer stärkeren Beteiligung der deutschen Industrie an öffentlichen Projekten vorzusprechen.[76] Allerdings war die deutsche Industrie auf Projekte beschränkt, welche der belgische Staat an Privatunternehmen abgegeben hatte. Von staatlicher Seite durchgeführte Projekte waren nur mit Belgiern besetzt.[77] Bei einigen wichtigen industriellen Entwicklungsvorhaben wurde aber auch die deutsche Industrie beteiligt. Als besonders bedeutend wurde von Adenauer die Errichtung hydroelektrischer Anlagen zur Gewinnung von reinem Uran dargestellt.[78] So schrieb er:

Die Anlage im Congo soll dazu dienen, reines Uranium herzustellen. Ungereinigtes, das auch im belgischen Congo in großer Menge vorkommt, kostet, so sagte man mir, ungefähr 40.000 Dollars p. Tonne, gereinigtes dagegen 17 Dollars p. Gramm. Man will dieses Uranium EURATOM zur Verfügung stellen, und dazu ist Deutschlands Mitarbeit sehr wichtig.[79]

Auch im Handel gewann die BRD an Gewicht, so dass sie sich in der Liste der Lieferländer immer weiter nach vorne schob. Von 1952 bis 1956 hatte sich der deutsche Anteil fast verdoppelt. Dies hing nicht unwesentlich mit dem Zollabkommen, aber auch mit den großzügigen Kreditbedingungen der deutschen Handelsfirmen zusammen. 1956 befand man sich schon auf Platz drei der kongolesischen Lieferländer.[80] Das deutsche Konsulat stand dem deutschen Handel helfend zur Seite. Ab 1955 wurden Berichte über alle mit dem Belgisch-Kongo Handel treibenden Nationen angefertigt.[81] Um den Handel weiter anzukurbeln wollte man auch Anzeigen in der belgisch-kongolesischen Zeitschrift „Revue Congolaise du Bâtiment et de l’industrie“ über die deutsche Industrie schalten.[82] 1956 veranstaltete die Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer aus diesem Grund auch, zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und dem Afrika-Verein Hamburg-Bremen, in Düsseldorf eine Kongo-Ausstellung und einen Kongo-Tag, um die deutsche Industrie über die Möglichkeiten in Belgisch-Kongo zu informieren.[83] Mit dem zunehmenden Handel häuften sich aber auch koloniale Klagen, dass Anfragen an deutsche Firmen mit immer größerer Verzögerung bearbeitet würden. Das Konsulat warnte, dass die belgischen Wettbewerbsfirmen dieses Verhalten sehr genau beobachten würden. Die deutschen Firmen hätten ihnen in letzter Zeit zu bedeutende Fortschritte gemacht. Zunehmend würden deutsche Betriebe Delegationen in den Kongo schicken, um den Markt für ihre Waren abzuschätzen. Vor allem der belgische Verband der metallverarbeitenden Industrie sei bestrebt, die deutschen Einfuhren zu unterbinden.[84]

Ab 1957 begann man von deutscher Seite dann auch verstärkt, sich für den Katangamarkt zu interessieren. Katanga war, aufgrund seiner zahlreichen Bodenschätze, schon früh im Bereich der Erzgewinnung von den Belgiern entwickelt worden, was die Region von den anderen kongolesischen Provinzen abhob.[85] Man nahm an, dass die deutsche Industrie und der deutsche Außenhandel bei einer intensiven Bearbeitung der Märkte der Bergbauregion gute Absatzchancen für ihre Produkte hätten. Ab diesem Zeitpunkt begann man auch, im Konsulat kontinuierlich Berichte über belgisch-kongolesische Firmen anzufertigen, für die sich die deutsche Ausfuhrindustrie interessieren konnte.[86]

Wie im Handel, zeigten sich auch in der Wirtschaft die belgischen Industriellen um die wachsende deutsche Aktivität besorgt. Es wurde aus diesem Grunde 1954 sogar eine „Industriellen-Kommission“ der Belgier in den Kongo entsandt.[87] Dabei war das deutsche Interesse zu diesem Zeitpunkt gar nicht groß. So schrieb die „Bank Deutscher Länder“ dem AA, welches sich um ein wachsendes Interesse der deutschen Privatkapitalgeber bemühte, dass sie an keinerlei Informationsmaterial zum Kongo interessiert sei. Für Bonn blieb die Erschließung dieser wirtschaftlich noch unterentwickelten Gebiete auch im Hinblick auf die deutsche Handelspolitik dennoch von besonderer Bedeutung.[88]

In naher Zukunft sollte der Kongo eine große Bedeutung für den deutschen sowie den europäischen Markt und die deutsche Atomwirtschaft erlangen. Deshalb hatte man 1955, als die Verhandlungen zum zweiten Zollabkommen beginnen sollten, auch von deutscher Seite die Initiative ergriffen.[89] Man wollte den Warenverkehr nicht zum Erliegen kommen lassen. Adenauer erklärte 1957 auf einer Kabinettssitzung, dass die BRD nun die Möglichkeit hätte, sich an der Entwicklung eines der reichsten Gebiete der Erde zu beteiligen. Auch die deutsche Privatwirtschaft sei gefordert, da gewisse Projekte nur gemischt staatlich-privat bewältigt werden könnten. Die rein privatwirtschaftliche Tätigkeit solle natürlich auch weiterhin nach Kräften gefördert werden.[90] Auf einem Kanzlertee führte er sogar aus, dass man „ tatsächlich in der Politik manchmal Visionen haben “ müsse. Im Falle des Kongo sei es nun „ so ähnlich wie früher mit Amerika “. Auch hier gäbe es wieder „ eine Art Pioniergeschichte “.[91]

Die belgische Administration schien diese Notwendigkeit des deutschen Wirkens auch zu erkennen. Deutschen Firmengründungen wurden keine Steine in den Weg gelegt. Der Gouverneur von Ruanda-Urundi merkte sogar an, dass er gerne Deutsche ansiedeln würde. Deutsche Firmen, welche vor dem zweiten Weltkrieg das Land hatten verlassen müssen, dürften nun zurückkehren.[92] In Bonn nahm man an, dass die Belgier so sehr an deutschen Industrieunternehmen interessiert seien, da sie auf deren Kapital bei der Haltung der Kolonie angewiesen wären.[93] Belgisch-Kongo benötige regelmäßigen Zugang zu nichtkongolesischem Kapital, war der Schluss, der gezogen wurde.[94] So begann man 1956 mit belgischen Behörden die Niederlassung deutscher Firmen in Belgisch-Kongo und die Einrichtung deutsch-belgischer Gemeinschaftsunternehmen zu erörtern.[95]

2.4.2 2. Phase : 1959-1960 : Sondierung der Lage

Politische Beziehungen zur Regierung

Die zweite Phase der deutschen Kongopolitik erstreckt sich über den Zeitraum von 1959 bis Mitte 1960. Es handelt sich um den Abschnitt der kongolesischen Nationalgeschichte, in dem die belgische Kolonie auf ihre Unabhängigkeit und die Kongolesen auf ihre politische Mündigkeit zusteuerten. Die politischen Aufgaben hatten in der deutschen Vertretung, welche inzwischen zum Generalkonsulat aufgestiegen war und am 10. Juni 1960 zur Botschaft erhoben wurde, zunehmend an Gewicht gewonnen. Hauptanliegen waren nun die Sondierung der sich bildenden Nation und ihrer politischen Lager sowie erste Kontaktaufnahmen, wobei man stets bemüht war, eine Konfrontation mit den Belgiern, die zu diesem Zeitpunkt immer noch die Regierung stellten, zu vermeiden.

Da traf es sich, dass 1959 in Addis Abeba eine Konferenz der Leiter der deutschen Afrikavertretungen stattfand. Die BRD war inzwischen neben Großbritannien, Frankreich, Belgien, Portugal, Italien und den USA zu einer „Afrika-Macht“ geworden und zudem auch im Afrikakomitee der NATO vertreten. Die zunehmende politische und wirtschaftliche Bedeutung, sowie die durch das Ende des Kolonialismus grundsätzliche Änderung der politischen Situation auf dem Kontinent, hatten dieses Treffen erforderlich gemacht.[96] Dort erklärte der Generalkonsul in Belgisch-Kongo, Hans Jürgen Soehring, dass man im Kongo inzwischen in einer Art latentem Bürgerkrieg lebe. Auf der einen Seite stünden die Weißen und die Kolonialverwaltung, auf der anderen die schwarze Opposition. Mit den Belgiern sei man verbündet und in der NATO, weshalb man sich mit ihnen auch solidarisch fühlen würde. Die schwarze Opposition würde aber immer häufiger versuchen, Fühlung mit anderen Kräften aufzunehmen und sei dementsprechend auch schon an die BRD herangetreten. Er wisse nicht, wie er reagieren solle. Bisher habe er jedes Gespräch mit der Opposition angenommen und anschließend den Belgiern privat Bericht erstattet. Er wisse aber nicht, wie weit er dieses Spiel durchhalten könne.[97] Dem an der Konferenz ebenfalls teilnehmende Staatssekretär des AA, Hilger van Scherpenberg, konnte er zu diesem Thema keine Stellungnahme abringen,[98] was die Schwäche der Führung in dieser Situation belegt. Weiterhin erklärte Soehring:

Unser Wunsch, meine ich, kann es nur sein, dass es den Belgiern gelingen möge, trotz der Turbulenzen der Ereignisse im Augenblick ruhig Blut zu bewahren, in einer Evolution, so wie sie vorbildlich den Kongo geschaffen haben, ihn nunmehr in demokratischen Einrichtungen zu überführen; und dass es schließlich gelingen möge, unter der Hand der belgischen Krone ein großes Herzstück Afrikas in einer beruhigten, konsolidierten Weise Europa zu erhalten.[99]

Ferner machte er auf die Gefahren aufmerksam. Sollte der Kongo auseinander fallen, würde es zu einer „Balkanisierung“, wie in französisch Äquatorialafrika, kommen. Zwei Regionen seien hier besonders gefährdet. Zum Einen handele es sich um das Gebiet an der Kongomündung. Dort hätte die „Association des Bakongo“ (Abako) und Fulbert Youlou aus der Republik Kongo vor, einen eigenen Staat zu gründen, der von der Kongomündung bis zu den Stromschnellen ostwärts Matadi und im Süden bis Salvador de Congo reichen solle. Da solch ein Staat die Hauptzugänge nach Schwarzafrika kontrollieren könnte, sei die Staatskonstruktion von deutscher Seite durchaus vorstellbar. Zum anderen könnte sich auch Katanga mit der Kikuyu-Provinz an den „Nordrhodesischen Copperbelt“ anschließen und einen eigenen Staat gründen.[100]

1959 besaß man also schon zahlreiche Informationen zu den Vorgängen im Kongo, hatte aber, auf oberer wie unterer Ebene, keine Ahnung, wie man in der neuen Situation verfahren solle. Lediglich zur Assoziierungsfrage hatte man einen festen Standpunkt.[101] Als Mitglied der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG) war auch die BRD an einer Assoziierung des Kongo in dieselbige interessiert. Er sollte auch nach Erlangung seiner Unabhängigkeit an die EWG gebunden bleiben. Deshalb übermittelte das AA Soehring eigens Instruktionen. Man müsse darauf hinwirken, die bisherige Assoziierung den neuen politischen Verhältnissen anzupassen. Schließlich habe die EWG dem Kongo aus ihrem Entwicklungsfonds bisher schon 6.554 Mio. Dollar gewährt.[102]

So hielt man sich mit einer Festlegung in der belgisch-kongolesischen Innenpolitik zurück und versuchte lediglich, die Kontakte zu den Kongolesen, deren baldige Herrschaft immer wahrscheinlicher wurde, zu verbessern.

Anfang 1959 meldete Léopoldville, dass die Anzahl der kongolesischen Bewerber um deutsche Stipendien stetig zunehmen würde. Sie würden aus allen Lagern stammen und als Begründung angeben, dass die BRD inzwischen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zu den wichtigsten Partnern Belgisch-Kongos zählen würde.[103] Das Stipendiensystem wurde von deutscher Seite unter anderem auch genutzt, um Personen der momentanen und baldigen Regierung Belgisch-Kongos eine Gefälligkeit zu erweisen und den deutschen Willen zur Zusammenarbeit zu bekunden. Gerade in den folgenden Phasen sollte dieses System häufig zur Anwendung kommen, auch wenn es fast genauso häufig wieder abgebrochen werden musste, da die Regierungen häufig wechselten.[104]

Ähnlich verhielt es sich mit dem Ausbildungssystem. Im Juli 1960 fragte die Botschaft Brüssel im AA an, ob einige Kongolesen, die sich zur Zeit zu Ausbildungszwecken in Belgien aufhielten, ihre Ausbildung in der BRD abschließen könnten. Es handele sich um künftige leitende Verwaltungsbeamte der kongolesischen Ministerien. Sie könnten im Bundeswirtschaftsministerium, dem AA oder dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung eingesetzt werden.[105]

Gleichzeitig mit dem Stipendien- und Ausbildungsprogramm begann man auch Informationsreisen für Kongolesen in die BRD zu organisieren. Man kann hier wohl von den Anfängen einer deutschen Kulturpolitik sprechen. Von der Einladung einzelner Kongolesen erhoffte man sich eine Verbreitung von Informationen zur BRD in Belgisch-Kongo. Schon Mitte 1959 lud man kongolesische Journalisten in die BRD ein und hoffte, so eine Zunahme der Publikationen über Westdeutschland erreichen zu können.[106] Der Abgeordnete Ludwig Metzger erklärte hierzu Anfang 1960 im Auswärtigen Ausschuss des deutschen Bundestages, dass es nicht darum ginge, Studenten oder Auszubildende ins Land zu holen. Fertig ausgebildete Leute seien heranzuziehen, da sie nicht nur die europäischen Vorzüge, sondern auch die europäischen Probleme erkennen würden.[107] Aber auch Mitglieder größerer Vereinigungen wurden eingeladen. So besuchte Mitte 1960 eine kongolesische Gewerkschaftsdelegation die BRD. Der Besuch war gleichzeitig mit der Hoffnung gekoppelt, die kommunistische Gefahr eindämmen zu können, da die Sowjetunion zu dieser Zeit begann, Kontakte zu den kongolesischen Gewerkschaften zu knüpfen.[108] Aus diesem Grund wurde auch ein wichtiges Gewerkschaftsmitglied, der spätere kongolesische Ministerpräsident Cyrille Adoula, in die BRD eingeladen. Er hatte Anfang Mai in Brüssel an einer Konferenz teilgenommen und bereiste anschließend, organisiert vom DGB, Westdeutschland und Westberlin, wobei eine für ihn unangenehme Begegnung mit der Volkspolizei sein Verhältnis zu DDR und Kommunismus nachhaltig negativ geprägt haben dürfte. Während dieser Reise hatte der, in den 60er Jahren auch publizistisch sehr an Afrika interessierte,[109] DGB dem kongolesischen Gewerkschaftsbund wohl auch weitergehende Hilfe zugesagt.[110]

Neben solchen Informationsreisen gab es auch solche, die einen mehr kontaktknüpfenden Charakter hatten. So fragte Mitte 1960 Antoine Kiwewa, der Generalsekretär des „Mouvement Nationale Congolaise-Lumumba“ (MNC-L) für die Provinz Oriental, an, ob er den wirtschaftlichen und finanziellen Sektor in der BRD „studieren“ könne. Er würde gerne Kontakt zu Persönlichkeiten aus dem Kreis der Landmaschinenindustrie und der Landwirtschaft knüpfen und Fragen zur Finanzierung von Importen lösen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Chefredakteur des MNC-L-Organs „Indépendence“, Herrn Ekatou, der als Gast des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in die BRD eingeladen wurde, da er vorhatte, eine unabhängige kongolesische Presseagentur aufzubauen, wobei er möglicherweise auf deutsche Hilfe, in Form der dpa, zurückgreifen wollte.[111]

Mitte 1960 wurde Soehring mitgeteilt, dass nun weitere kulturelle Beziehungen zu Belgisch-Kongo aufgebaut werden sollten. Bisher war dies, aufgrund des kolonialen Status des Landes, nicht möglich gewesen. Seit Mitte 1959 besaß man in Léopoldville aber schon einen deutschen Leseraum und bot mit Unterstützung des AA Sprachkurse für ca. 300 Personen an. 1961 sollte hierfür ein Dozent des Goethe-Instituts München angestellt werden, der die Leitung übernehmen würde. Auch ein Deutschunterricht an kongolesischen Schulen wurde ins Auge gefasst.[112] Nebenbei hatte man schon 1956 begonnen, die Universität Lovanium und das Collège Albert in Léopoldville mit deutschen Büchern und Zeitschriften auszustatten. 1960 half man auch bei der Ausstattung des ersten kongolesischen Instituts für Politik mit staatsrechtlicher Literatur.[113] Neben dem sprachlichen und literarischen Aspekt versuchte man auch deutsche Musiker, Schauspieler und Tänzer in den Kongo zu holen, um die Kongolesen mit der deutschen Kultur vertraut zu machen. Mit dem Radiosender Léopoldville wurde Verbindung aufgenommen, um deutsche Programme in französischer Sprache zu senden. Gleichzeitig sollte die Deutsche Afrika-Gesellschaft im Herbst 1960 in mehreren deutschen Städten eine afrikanische Kulturwoche veranstalten, um den Deutschen den afrikanischen Kontinent näher zu bringen. Neben der Ausführung der eigenen westdeutschen Kulturpolitik oblag es dem deutschen Botschafter auch, die Kulturpolitik von DDR und Sowjetunion im Kongo zu überwachen.[114]

Mit öffentlicher deutscher Präsenz im Kongo hielt man sich aber weiter zurück. Erst Mitte 1960, mit dem Näherrücken der Unabhängigkeit, wurde die BRD hier aktiv. Am 24. Mai schlug das AA vor, einen Minister als Delegationsleiter zu den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten des Kongo zu entsenden.[115]

Die Aufstände in Belgisch-Kongo, Anfang der 60er, durchlebte die deutsche Vertretung relativ unvorbereitet. Es war ihr nicht einmal möglich, während der Januar-Unruhen, welche im Vergleich zu späteren Krisen harmlos erscheinen sollten, bewaffneten Schutz für das Konsularkorps zu erreichen.[116] So bot sich aber immerhin die Möglichkeit, Erfahrungen für den Krisenfall zu sammeln, die man schon bald bitter nötig haben würde.

Mit der Bildung nationaler und regionaler Gruppierungen in Belgisch-Kongo setzte aber auch ein Machtkampf ein, welcher es den Stämmen und Parteien sinnvoll erscheinen ließ, sich, um Hilfe bittend, ans Ausland zu wenden, wollten sie diese Phase erfolgreich bestehen. Dies, wie das Fehlen einer potenten belgischen Macht, welche den ausländischen Einfluss hätte kontrollieren können, zog unweigerlich auch die Sowjetunion, einzelne Ostblockstaaten, zu denen nicht zuletzt auch die DDR gehörte und die Volksrepublik China, ins Land, die diese Möglichkeit zur Erweiterung ihrer Einflusssphären gerne nutzten. Anlässlich der Januar-Unruhen hatte man 1959 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei war auch Propagandamaterial aus der DDR sichergestellt worden. Bis zur Unabhängigkeit hielt sie BRD sich aber zurück und überließ die Behandlung dieses „deutschen Problems“ den Belgiern.[117]

Am 13. Juni 1960 erhielt Soehring aber neue Instruktionen aus Bonn, wie er mit der Sowjetunion und der DDR zu verfahren habe. Dem kongolesischen Volk müsse die Unrechtmäßigkeit der deutschen Teilung klar gemacht werden. Hierbei könne man auf Patrice Lumumba zählen, der denselben Standpunkt verträte. Die DDR habe Schwarzafrika inzwischen zum Schwerpunkt ihrer Tätigkeit gemacht. Hier würde sie mit der sowjetzonalen Einheitsgewerkschaft FDGB zusammenarbeiten, welche in Afrika schon große Erfolge erzielt habe. Inzwischen würde sich die SBZ auch um einen festen diplomatischen Sitz im Belgisch-Kongo bemühen. Der Botschafter solle deshalb die Lage genau überwachen. Schon am 01. Juni 1960 hatte man einen ähnlichen Befehl für die Volksrepublik China herausgegeben. Am 08. Juni war die Sowjetunion und am 10. Juni waren die Tschechoslowakei sowie weitere Ostblockstaaten gefolgt.[118]

Beziehungen zu politischen Gruppierungen

Schon im Abschnitt zur Afrikakonferenz hatte ich angeführt, dass die oppositionellen Gruppierungen versuchten, Hilfe beim Ausland zu suchen. Mitte 1959 meldete das Generalkonsulat Léopoldville, dass die Stämme überlegen würden, sich bei der Schaffung des neuen Kongostaates ausländische Mächte zur Stärkung der eigenen Position zu suchen. Während die Bakongo hierbei die Sowjetunion ins Auge gefasst hätten, würden sich die Bangala wohl für die BRD entscheiden. Mitte 1960, kurz vor den Wahlen, wurde man von kongolesischer Seite noch präziser. Elias Ikamba von der „UCBC“ erschien im deutschen Generalkonsulat und erklärte, dass er und seine Freunde weder einen Belgier, noch einen Kongolesen, sondern vielmehr einen Deutschen auf dem Posten des künftigen Staats- und Regierungschefs sehen wollten. Soehring dürfe sich einen Kandidaten frei wählen, die „UCBC“ würde ihn unterstützen. Soehring wies die Aufforderung zwar zurück, meldete aber ans AA, dass man die Idee bei einem Stimmenzuwachs der „Front Commun“, zu der auch die „UCBC“ gehörte, wieder „ aufs Tapet “ bringen müsse.[119]

Auch mit der einzigen nationalen Partei, dem MNC, versuchte man einen engen Kontakt aufzubauen. Der spätere Ministerpräsident Patrice Lumumba und Victor Nendaka, ein Gründungsmitglied des MNC, besuchten, nach der Konferenz am runden Tisch, die BRD. Anschließend sollte eine Delegation des MNC die Kontaktaufnahme vertiefen. In diesem Zusammenhang versuchte das AA mit dem Deutschen Afrika-Verein, der Deutschen Afrika-Gesellschaft und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wetzlar zusammenzuarbeiten.[120] Allerdings zeigte sich schon zu diesem Zeitpunkt, dass der MNC nicht rein pro-westlich war. Ein Mitglied des Zentralkomitees des MNC, Herr Kashamura, besuchte Ostberlin und knüpfte Kontakte zur DDR.[121]

Daneben kümmerte man sich aber auch um einzelne Kongolesen, wie Jean Bolikango, der die „Front Uni des Bankales“ gegründet hatte. Er war pro-belgisch eingestellt und wurde nach der Konferenz in Brüssel nach Bonn geschickt, um Kontakt zu deutschen Stellen aufzunehmen.[122] Dies könnte darauf hinweisen, dass man sich von deutscher Seite weiterhin „alle“ Optionen offen hielt und somit bei seinen Überlegungen auch die Kolonialherren berücksichtigte.

Am Wahlkampf im Belgisch-Kongo hat sich die BRD wohl nicht aktiv beteiligt. Allerdings ist eine Meldung aus Léopoldville vom 12. Mai 1960 ans AA bemerkenswert, in der es heißt:

Die Wahlen zum Kongoparlament und zu den Parlamenten der Einzelprovinzen sind hier am 11. Mai angelaufen. Eine Bekundung unseres Interesses an prowestlich eingestellten Parteien im Sinne des Bezugsberichts kommt damit für den zunächst ins Auge gefassten Zweck zu spät.[123]

Man darf also annehmen, dass eine deutsche Beeinflussung der zur Wahl stehenden Parteien zumindest beabsichtigt war.

Hilfsleistungen

Mit deutscher Hilfe hielt man sich auch in dieser Phase noch zurück. Es gab natürlich, wie im letzten Abschnitt erwähnt, schon Ausbildungs- und Stipendienprogramme für Kongolesen, diese trugen jedoch weniger einen helfenden, als vielmehr einen kontaktknüpfenden Charakter. Wie weit die Hilfsbereitschaft ging, zeigt das folgende Beispiel. Soehring hatte angeregt, den vom Januar-Aufstand betroffenen Einwohnern Léopoldvilles einen Scheck in Höhe von 100.000 Kongofrancs zukommen zu lassen. Das AA lehnte „ aus allgemeinen politischen Erwägungen “ aber ab.[124]

Wirtschaftliche Beziehungen

Anfang 1960 fertigte das Generalkonsulat Léopoldville für das AA eine Studie über Belgisch-Kongo und Rest-Schwarzafrika an. Schwarzafrika habe, ohne die belgische Kolonie, eine Bevölkerung von 26,96 Mio. Menschen, wovon 112.100 Nichtafrikaner seien. Seine Einfuhren würden einem Wert von 535 Mio. Dollar entsprechen. Belgisch-Kongo habe dagegen alleine schon eine Bevölkerung von 14 Mio. Einwohnern, wovon 112.700 Nichtafrikaner seien. Seine Einfuhren lägen bei 360 Mio. Dollar. In der Mineraliengewinnung sei die Kolonie führend.[125] Dies zeigt mehr als deutlich, welches Potential sich der BRD mit Belgisch-Kongo bot.

Das AA erklärte, dass die deutsche Industrie sehr am Kongogeschäft interessiert sei. Bisher habe sie aber zu selten den Zuschlag bei öffentlichen Aufträgen erhalten. Dieses Interesse war es aber, welches dem Kongo eine besondere Bedeutung für die BRD verlieh, darin waren sich Botschaft wie AA einig.[126]

Auch die Handelsbilanz verbesserte sich stetig. Die Einfuhren des Kongo stiegen von 164,6 Mio. DM (1958) auf 205,8 Mio. DM (1959), die Ausfuhren von 101,6 Mio. DM (1958) auf 107,1 Mio. DM (1959) (inklusive dem Gebiet Ruanda-Urundi). 1960 lag die BRD bei den Lieferländern an dritter, bei den Abnehmerländern an fünfter Stelle. Der Kongo importierte aus der BRD vor allem Kraftfahrzeuge und elektrotechnische Erzeugnisse, aber auch Maschinen, Werkzeuge, landwirtschaftliches Gerät, feinmechanische und optische Erzeugnisse sowie Eisenwaren. In die BRD exportiert wurden vor allem Palmöl, Ölkuchen, Maniok, Palmkernöl, Manganerz, Holz und Kaffee.[127]

2.4.3 3. Phase : 1960 – 1965 : Politik in der Kongokrise

Die dritte Phase der deutschen Kongopolitik reicht von 1960 bis 1965. Es handelt sich um den Zeitraum, welcher als „Kongokrise“ internationales Aufsehen erregte und in dem faktisch fünf Regierungen den Kongo beherrschten.[128] Die BRD wurde nun vollständig in die politischen Aktivitäten des jungen Staates involviert.

Da die Bundesregierung mit jeder der fünf Regierungen unterschiedlich umging, halte ich es für angebracht, die politischen Beziehungen einzeln zu untersuchen, die wirtschaftlichen Beziehungen aber erst am Ende der Krise, in ihrer Gesamtheit, darzulegen, da sie weniger von den Regierungen, als vielmehr von der Kongokrise als solcher betroffen waren.

2.4.3.1 Regierung Lumumba (1960)

Politische Beziehungen zur Regierung

Die Beziehungen, welche die BRD in der kurzen Regierungszeit Lumumbas mit dem Kongo knüpfte, können durchaus als eng und freundschaftlich bezeichnet werden.

Am 30. Juni 1960 sendeten Bundeskanzler Konrad Adenauer[129] und Außenminister Heinrich von Brentano Glückwunschtelegramme zur Erlangung der Unabhängigkeit und Anerkennung durch die BRD in den Kongo.[130] Wie schon im letzten Abschnitt erwähnt, hatte die BRD einen Minister als deutschen Delegationsleiter zu den Feierlichkeiten in den Kongo entsandt. Er führte dort unter anderem Gespräche über eine stärkere deutsche Beteiligung an der Hilfe für den Kongo.[131] Die Beziehungen zur BRD waren Mitte 1960 äußerst günstig. Nach der Brüsseler Konferenz waren Kasavubu wie Lumumba in die BRD gereist, da beide auf eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit hofften. Alle diesbezüglichen Angebote der DDR hatte Lumumba deshalb abgelehnt.[132]

Wie gut das Verhältnis wirklich war zeigt die Tatsache, dass die Deutschen als Erste an einem Privatessen mit Ministerpräsident Lumumba teilnehmen durften. Am 03. Juli 1960 aßen der deutsche Botschafter, Frau Dr. Kühn-Leitz samt ihrem Sohn, sowie Lumumba, sein Sondersekretär Marcel Lengema und sein Vizepremier Antoine Gizenga zu Mittag. Lumumba erklärte der deutschen Seite, dass er zurzeit eine neue Verfassung für den Kongo ausarbeiten lasse. Künftig solle es im Lande ein Ein-Kammer-System, eine unitarische Verwaltung, die Verschmelzung der Ämter vom Staats- und Ministerpräsidenten, sowie Statthalter für die Verwaltung der Provinzen geben. Außenpolitisch wolle er sich neutral verhalten, wobei er die Zweiteilung Deutschlands aber in keinem Fall fördern werde. Auf der anschließenden Pressekonferenz erklärte er deutschen Journalisten sogar offen, dass er für ein geeintes Deutschland sei. Deshalb habe er auch keine „ SBZ-Vertreter “ zur Unabhängigkeitsfeier eingeladen.[133] Nicht vor den Journalisten verkündete er dagegen, dass über eine Assoziierung des Kongo an die Europäische Gemeinschaft die „neue kongolesische Regierung“ entscheiden müsse, womit er die nach der Verfassungsänderung neu zu konstituierende Regierung meinte.[134]

Am selben Tag stattete Soehring auch Kasavubu einen Besuch ab. Kasavubu teilte ihm mit, dass er schon bald die BRD besuchen werde, um Gespräche über Hilfsprogramme aufzunehmen. Diese Reise musste aber, wie die vieler anderer kongolesischer Politiker auch, aufgrund dieser und der folgenden Krisen, sowie zahlreicher Änderungen in der Führungsspitze, abgesagt werden.[135]

Anfang September kam es zur ersten Krise in den Beziehungen, als Lumumba in einer Senatssitzung der BRD unterstellte, einen Vertrag mit Belgien zu besitzen, welcher der BRD erlauben würde, die Rohstoffe Katangas auszubeuten. Allerdings darf man diesen Vorwurf nicht als Zeichen eines Stimmungswandels Lumumbas gegenüber der BRD deuten. Lumumbas Regierung setzte sich aus vielen Interessengruppen zusammen. Auch die contra-westliche Linke musste in ihren politischen Wünschen von ihm zufrieden gestellt werden. Der Umstand, dass Botschafter Soehring eine Einladung kongolesischer Offiziere zu Ausbildungszwecken in die BRD trotz dieses Vorfalls befürwortete, verdeutlicht, dass dies der deutschen Seite durchaus bewusst war. Laut Soehrings Aussage sei die Armee zurzeit Lumumbas einziges Gegengewicht zur erstarkenden Opposition und den Sezessionisten, was die Bedeutung der Zustimmung zur Einladung unterstreicht.[136]

Allerdings gab es in der BRD nicht nur positive Stimmen zur Regierung Lumumba. Der Bundestagspräsident erklärte, dass man ihr jede Unterstützung versagen müsse. Er sei auch gegen eine Ärzteentsendung des Deutschen Roten Kreuzes in die Krisenregionen des Kongo.[137]

Schon Ende Juli trug die kongolesische Regierung einen ersten außenpolitischen Wunsch an die BRD heran. Sie sollte bei den Belgiern vorsprechen und diese dazu bewegen, die von ihnen besetzten Militärbasen in Katanga zu räumen. Auch wenn der Versuch scheiterte, zeigt seine Durchführung doch, dass man von deutscher Seite die Wünsche der Kongolesen Ernst nahm.[138]

Ein Ereignis fiel in dieser Unterphase besonders ins Gewicht: Der Ausbruch der Unruhen in der kongolesischen Armee, welche schon bald auf weite Teile des Landes übergriffen. Am 08. Juli bat das AA um Mitteilung, wie viele Deutsche sich in Léopoldville und im kongolesischen Hinterland aufhalten würden und wie man diese in Sicherheit bringen könne. Die Botschaft Léopoldville solle nach eigenem Ermessen handeln. Es gelang Soehring, in Absprache mit dem Schweizer Botschafter, ein Flugzeug zur Evakuierung zu organisieren. Am 13. Juli wurde dann ein Teil der deutschen Vertretung in die Republik Kongo, nach Brazzaville verlagert.[139] Bis zu diesem Zeitpunkt hatten lediglich vier Frauen und drei Kinder die Absicht zur Heimkehr bekundet. Die Zählung der Deutschen verlief nur schleppend, da Soehring weder ausreichend Personal, noch die nötige Ausrüstung besaß. Am 14. Juli gelang es endlich eine amtliche Statistik von Anfang 1959 zu besorgen. Demnach lebten im Kongo 205 Deutsche, davon 90 in der Provinz Léopoldville, 15 in Equateur, 26 in Orientale, 25 in Kivu, 41 in Katanga und acht in Kasai.[140] Am 16. Juli meldete die Botschaft Léopoldville, dass sich von diesen Deutschen wohl noch ca. fünf in der Stadt Léopoldville und ca. 20 im Inneren des Kongo aufhalten würden. Da ein wirklicher Schutz für die verbliebenen Deutschen nicht gewährleistet werden konnte, schlug Soehring vor, Schutzbriefe für alle Deutschen auszustellen. Damit begann man Anfang August. Neben dem Schutz der deutschen Staatsbürger wurde die BRD auch um den Schutz deutscher Betriebe gebeten. Das AA tat sein Möglichstes, der Bitte nachzukommen.[141]

Mit den aufkeimenden Konflikten im Kongo nahmen auch die Probleme zwischen West und Ost an Spannung zu. Am 13. Juli beschuldigte die Sowjetunion in einer Protestnote die Westmächte, eine Verschwörung organisiert zu haben, um den unabhängigen Kongostaat zu zerstören.[142]

Ces derniers jours, le Gouvernement belge, avec l’appui des États-Unis d’Amérique, l’Angleterre, la République Fédérale Allemande et la France entreprirent une intervention armée directe contre la République du Congo.[143]

In der BRD stationierte belgische und amerikanische Truppen seien aus der BRD in den Kongo transportiert worden.[144] Die BRD nahm diese Note ernst. Das AA schlug vor, eine Erklärung über das Verhältnis der BRD zu den jungen afrikanischen Staaten abzugeben. Außerdem solle man eigene Noten an die schwarzafrikanischen Staaten verteilen, in welchen die sowjetische Beschuldigung widerlegt, die positive Einstellung der BRD zu afrikanischen Staaten unterstrichen und der Ausdruck des deutschen Interesses für den Kongo hervorgehoben wurde. Schließlich solle man noch das Schreiben Lumumbas veröffentlichen, welches dieser dem Bundeskanzler, als Reaktion auf dessen Glückwunschtelegramm zur Unabhängigkeit, hatte zukommen lassen.[145]

Auch wenn die sowjetische Note die Beteiligung der BRD stark übertrieb, so zeigt die folgende Meldung doch, dass eine deutsche Beteiligung an den Ereignissen nicht ganz aus der Luft gegriffen war. Am 14. Juli besuchte der belgische Botschafter das AA. Er erklärte, dass Belgien beabsichtige, seine Truppen im Kongo auf eine Stärke von 27 bis 28 Kompanien zu bringen. Aus der BRD habe man zu diesem Zweck bereits 14 belgische Kompanien ausgeflogen. Man würde noch sechs weitere folgen lassen, so dass aus der BRD insgesamt 20 Kompanien beigesteuert würden. Um internationalen Verwicklungen vorzubeugen, würde man die Truppen extra aus der BRD nach Belgien und, von dort, weiter nach Léopoldville transportieren.[146] Man war sich also von westlicher Seite durchaus der Tragweite dieser Aktion bewusst. Anschließend übergab der Botschafter noch eine Drahtanweisung seiner Regierung:

[...]


[1] Hallstein, Walter: Europäische Reden. Stuttgart 1979, S. 275.

[2] Wischnewski, H.-J.: Entwicklungshilfe und Wissenschaft. Gießen 1968, S. 9.

[3] Rothermund, Dietmar: Geschichtswissenschaft und Entwicklungspolitik. In: Institut für Zeitgeschichte

(München) (Hg.): Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 15 (1967), S. 325-340, hier S. 340.

[4] So verfügte die Internetseite der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bis vor kurzem noch über eine eigene Nachrichtenspalte zu den Ereignissen im Kongo.

[5] Vgl.: http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=1270414/qhatcy/index.html (02.02.06).

[6] Vgl.: Königk, Georg: Die Berliner Kongo-Konferenz 1884-1885. Ein Beitrag zur Kolonialpolitik Bismarks. Essen 1938.

[7] Petter, Wolfgang: Deutscher Einfluss am Kongo. In: Chiari, Bernhard, Dieter H. Kollmer (Hg.): Wegweiser zur Geschichte. Demokratische Republik Kongo. Paderborn 2006, S. 31-39, hier S. 31-34.

[8] Vgl.: Pfeiffer, Gerhard: Die wirtschaftliche Entwicklung Belgisch-Kongos: (Die Bedeutung des Mutterlandes für die Wirtschaft Belgisch-Kongos). Kiel 1949.

[9] Afrika-Verein (Hg.): Afrika-Bericht: Die Afrika-Wirtschaft 1953. Hamburg 1954, S. 69.

[10] PA AA, B60, 15.

[11] Pautsch, Ilse Dorothee: 1. Januar bis 30. Juni 1975 (Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. 1975 Bd. 1). München 2006, S. 809-815.

[12] Vgl.: Körner, Peter: Zaire. Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.

[13] Lediglich in der Arbeit eines ehemaligen deutschen Botschafters im Kongo, zur Person Tshombes, tauchen ansatzweise Informationen zur Beziehung zwischen der BRD und der Republik Kongo auf. Vgl.: Müllenheim-Rechberg, Burkard von: Entführung und Tod des Moïse Tshombe – Das Ende einer Hoffnung für den Kongo. Münster 1998.

[14] Petter 2006.

[15] Vgl.: Ndumbe, Kum’a : Was will Bonn in Afrika?: Zur Afrikapolitik der Bundesrepublik Deutschland. Pfaffenweiler 1992, S. 183. ; Falk, Rainer: Die heimliche Kolonialmacht. Bundesrepublik und Dritte Welt. Köln 1985, S. 118 und S. 193. ; Müller, Siegfried: The laughing man: Confessions of a murderer, program of a regime. Dresden 1966. ; Heynowski, Walter (Hg.): Der lachende Mann: zum erstenmal auf einer Schallplatte: Die Stimme eines Mörders, der in Freiheit lebt; ein Zeitdokument. Berlin 1966. ; Heynowski, Walter, u.a.: Kongo-Müller: Wyznania morderey. Pozna’n 1968. ; Heynowski, Walter, u.a.: Kongo-Müller, a nevet“o gyilkos. Budapest 1968.

[16] Vgl.: Cornevin, Robert: Histoire du Congo (Leopoldville): Avec 19 cartes et 54 photographies. Paris 1963. ;

Mollin, Gerhard Th.: Die USA und der Kolonialismus. Amerika als Partner und Nachfolger der belgischen Macht in Afrika 1939-1965. Berlin 1996. ; Nzongola-Ntalaja, Georges: The Congo from Leopold to Kabila. A people’s history. London 2002.

[17] Vgl.: Hilton, A.: The Kingdom of Kongo. Oxford 1985.

[18] Vgl.: Stroux, Daniel: Zaires sabotierter Systemwechsel. Das Mobutu-Regime zwischen Despotie und Demokratie (1990-1995). Hamburg 1997. ; Clark, John F. (Hg.): The African stakes of the Congo War. New York 2002.

[19] Vgl.: Loth, Heinrich: Kolonialismus und Humanitätsintervention: Kritische Untersuchung der Politik Deutschlands gegenüber dem Kongostaat: 1884-1908. Berlin 1966.

[20] Institut für Zeitgeschichte (Hg.): Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. München 1989-.

[21] Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Berlin.

[22] Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. München 1982-.

[23] Bracher, Karl Dietrich (Hg.): Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Reihe 4: Deutschland seit 1945. Bd. 13: Der Auswärtige Ausschuß des Deutschen Bundestages. Düsseldorf 1998-.

[24] Deutschland (Bundesrepublik). Bundestag (Hg.): Verhandlungen des Deutschen Bundestages: Plenarprotokolle. Stenographische Berichte. Bonn 1950-1990. ; Deutschland (Bundesrepublik). Bundestag (Hg.): Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Anlagen zu den stenographischen Berichten: Drucksachen. Bonn 1950-1977.

[25] United States. Department of State, Bureau of Public Affairs, House of Representatives (Hg.): Foreign Relations of the United States. Washington, D.C. 1947-.

[26] Institut Royal des Relations internationales (Bruxelles) (Hg.): Chronique de politique étrangère. Brüssel 1948-1974.

[27] France. Commission de Publication des Documents Diplomatiques Français, Commission des Archives Diplomatiques (Hg.): Documents diplomatiques français: [depuis 1954]. Paris 1987-.

[28] Deutsches Institut für Zeitgeschichte (Berlin) (Hg.): Dokumente zur Außenpolitik der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1954-1963. Dann: Deutsches Institut für Zeitgeschichte (Berlin) (Hg.): Dokumente zur Außenpolitik der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1965-1988.

[29] Vgl.: La Crise Congolaise: Janvier 1959 – Aout 1960. In: Chronique de politique étrangère. Vol. XIII – Numéro 4 à 6: Juillet – Novembre 1960. Brüssel 1960, S. 411 -1012, hier S. 446.

[30] Vgl.: http://www.kongo-kinshasa.de/geschichte/index.php (16.02.07.). ; Albertini, Rudolf von: Dekolonisation. Die Diskussion über Verwaltung und Zukunft der Kolonien 1919-1960. Köln 1966.

[31] Vgl.: Young, Crawford : Politics in the Congo. Decolonization and Independence. Princeton New Jersey 1965. ; Merriam, Alan P.: Congo. Background of Conflict. Evanston 1961.

[32] Vgl. : Dumont, Georges-H.: La table ronde belgo-congolaise (janvier-fevrier 1960). Paris 1961. ; Bilsen, A. A. J. van: L’independance du Congo. Tournai 1962.

[33] Vgl.: Anhang 5.5.

[34] Vgl.: Anhang 5.7.

[35] Vgl.: Dietrich, Franke: Die UN Operation im Kongo. Möglichkeiten und Grenzen eines Eingreifens der Vereinten Nationen zur Begrenzung und Regelung lokaler, innerstaatlicher Konflikte. Bonn 1978. ; Abi-Saab, Georges: The United Nations operation in the Congo, 1960 – 1964. Oxford 1978. ; Calder, Ritchie: Agony of the Congo. London 1961; Lefever, Ernest W.: Crises in the Congo. A United Nations Force in Action. Washington, D.C. 1965.

[36] O’Brien, Conor C.: Meine Mission in Katanga. Enthüllung weltpolitischer Hintergründe. München 1963.

[37] Vgl.: Scholl-Latour, Peter: Die Rache der Steinzeit im Kongo. In: Bechtoldt, Heinrich (Hg.): Aussenpolitik. Zeitschrift für internationale Fragen 15 (1964), S. 613-618.

[38] Vgl.: Engel, Ulf: Die Afrikapolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949 – 1999. Rollen und Identitäten. Hamburg 2000.

[39] Engel, Ulf: Die beiden deutschen Staaten in Afrika: Zwischen Konkurrenz und Koexistenz 1949-1990. Hamburg 1998, S. 29-34.

[40] Ebd., S. 34-54.

[41] Brandt, Willy: Leitlinien der deutschen Afrikapolitik. Bonn 1968.

[42] Engel 1998, S. 34-54.

[43] Ebd., S. 57f..

[44] Ebd., S. 54-70.

[45] Ndumbe 1992, S. 359.

[46] Vgl.: Falk 1985.

[47] Ndumbe 1992, S. 360.

[48] PA AA, B60, 9.

[49] Vgl.: Gley, Werner: Belgisch-Kongo als Wirtschafts- und Verkehrsraum. Würzburg 1940, S. 124.

[50] Vgl.: Bundesstelle für Aussenhandelsinformation (Hg.): Afrikanische Entwicklungsgebiete. Belgisch-Kongo, Angola, Mocambique. Köln 1960.

[51] Vgl.: Afrika-Verein (Hg.): Die Afrika-Wirtschaft 1952. Hamburg 1953, S. 33.

[52] PA AA, B60, 9.

[53] Ebd.

[54] Ebd.

[55] Ebd.

[56] PA AA, B60, 15.

[57] Ebd.

[58] Deutschland (Bundesrepublik). Bundesregierung (Hg.): Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Bd. 6 1953. München 1989, S. 221.

[59] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[60] PA AA, B60, 9.

[61] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[62] PA AA, B60, 15.

[63] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[64] PA AA, B60, 15.

[65] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[66] PA AA, B60 (2.Abg.), 10.

[67] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Bonn) (Hg.): Deutschland im Wiederaufbau. Tätigkeitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 1958. Bonn 1958, S. 32.

[68] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[69] PA AA, B60 (2.Abg.), 10.

[70] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hg.): Deutschland im Wiederaufbau. Tätigkeitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 1955. Bonn 1955, S. 50.

[71] PA AA, B60 (2. Abg.), 8.

[72] Ebd.

[73] Ebd.

[74] Carstens, Karl: Erinnerungen und Erfahrungen. Boppard 1993, S. 210.

[75] PA AA, B34, 43.

[76] PA AA, B60, 15.

[77] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[78] Adenauer, Konrad: Adenauer: Rhöndorfer Ausgabe: Briefe 1957-1959. Paderborn 2000, S. 33.

[79] Adenauer 2000, S. 371.

[80] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[81] PA AA, B60 (2.Abg.), 10.

[82] Ebd.

[83] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hg.): Deutschland im Wideraufbau. Tätigkeitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 1956. Bonn 1956, S. 62.

[84] PA AA, B60 (2.Abg.), 10.

[85] Vgl.: Mukendi wa Nsanga, Kalixte: Entwicklung und Perspektiven der großen Bergbau-Siedlungen in Ober-Katanga. Köln 1969.

[86] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[87] PA AA, B60, 15.

[88] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[89] Ebd.

[90] Deutschland (Bundesrepublik). Bundesregierung (Hg.): Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Bd. 10 1957. München 2000, S. 101f..

[91] Adenauer, Konrad: Adenauer: Rhöndorfer Ausgabe: Teegespräche 1955-1958. Berlin 1986, S. 184.

[92] PA AA, B60, 15.

[93] PA AA, B60 (2.Abg.), 8.

[94] PA AA, B60 (2.Abg.), 10.

[95] Ebd.

[96] PA AA, B34, 115.

[97] PA AA, B34, 116.

[98] Ebd.

[99] PA AA, B34, 115.

[100] PA AA, B34, 116.

[101] PA AA, B34, 115.

[102] PA AA, B34, 257.

[103] PA AA, B34, 45.

[104] Vgl.: Anhang 5.3.

[105] PA AA, B34, 45.

[106] PA AA, B34, 253.

[107] Bracher, Karl Dietrich (Hg.): Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Reihe 4: Deutschland seit 1945. Bd. 13: Der Auswärtige Ausschuß des Deutschen Bundestages. 3: Sitzungsprotokolle 1957-1961. Halbbd. 2: Oktober 1959-Oktober 1961. Düsseldorf 2003, S. 858.

[108] PA AA, B34, 45.

[109] Vgl.: Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Hg.): Gewerkschaftliche Monatshefte. Köln 1959-1972.

[110] PA AA, B34, 46.

[111] PA AA, B34, 45.

[112] PA AA, B34, 166.

[113] PA AA, B34, 45.

[114] PA AA, B34, 166.

[115] Deutschland (Bundesrepublik). Bundesregierung (Hg.): Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Bd. 13 1960. München 2003, S. 210.

[116] PA AA, B34, 44.

[117] PA AA, B34, 52.

[118] PA AA, B34, 166.

[119] PA AA, B34, 43.

[120] PA AA, B34, 45.

[121] Ebd.

[122] Ebd.

[123] PA AA, B34, 43.

[124] PA AA, B34, 44.

[125] PA AA, B34, 45.

[126] Ebd.

[127] PA AA, B34, 166.

[128] Vgl.: Anhang 5.3, S. 128-130.

[129] Vgl.: Anhang 5.1.

[130] PA AA, B34, 52.

[131] PA AA, B34, 45.

[132] Ebd.

[133] PA AA, B34, 52.

[134] Ebd.

[135] PA AA, B34, 46.

[136] PA AA, B34, 49.

[137] Ebd.

[138] PA AA, B34, 46.

[139] PA AA, B34, 45.

[140] PA AA, B34, 46.

[141] Ebd.

[142] La Crise Congolaise: Janvier 1959–Août 1960 1960, S. 698.

[143] Ebd.

[144] Ebd.

[145] PA AA, B34, 46.

[146] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 140 Seiten

Details

Titel
Die Westdeutsche Kongopolitik: 1954-1975
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
140
Katalognummer
V84010
ISBN (eBook)
9783638878029
Dateigröße
1697 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Westdeutsche, Kongopolitik
Arbeit zitieren
M.A. Torben Gülstorff (Autor), 2007, Die Westdeutsche Kongopolitik: 1954-1975, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84010

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