Stand und Perspektiven der IT-Unterstützung von Wissensmanagement


Seminararbeit, 2001

23 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bausteine des Wissensmanagement
1.1 Grundelemente der Wissensbasis
1.1.1 Was ist Wissen?
1.2 Kernprozesse des Wissensmanagement

2 Wissensmanagement mit Informations-Portalen
2.1 Unternehmens und Wissensportale
2.1.1 Application Portals
2.1.2 Community Portals
2.1.3 Content Portale
2.2 Nutzen von Portalen
2.3 Systemarchitektur
2.3.1 Repository-Ebene
2.3.2 Werkzeugebene
2.3.3 Interaktionsebene
2.3.4 Environment
2.4 Technologischer Fortschritt im Wissensmanagement
2.5 Fazit

3 Abbildungsverzeichnis

4 Literaturverzeichnis

5 Internet-Quellen

Einfuhrung

Dieser Seminararbeit liegt das Thema „Stand und Perspektiven der IT-Unterstut­zung von Wissensmanagement" zugrunde.

Inhalt des ersten Kapitels ist das Modell der Wissensbausteine[1] von Probst. Hier wird ein kurzer Uberblick uber das Thema Wissensmanagement und seine Aufga- ben gegeben.

Das zweite Kapitel nimmt Bezug auf die IT-Unterstutzung im Wissensmanage­ment. Besondere Beachtung finden hier Informationsportale welche viele Teilbe- reiche von Wissensmanagement abdecken und sich auf den Desktops der Unter- nehmen durchgesetzt haben.

Da es zum Thema IT-Unterstutzung im Wissensmanagement, auBer den hoch- preisigen Studien der META Group[2] sowie der derzeit noch nicht verfugbaren Ausarbeitungen des Fraunhofer-Institut fur Arbeitswirtschaft und Organisation IAO[3]., zurzeit noch verhaltnismaBig wenig statistisches Material gibt beschrankt sich dieses Kapitel, auch im Hinblick auf die Seitenbeschrankung dieser Seminar­arbeit, auf so genannte Corporate oder Enterprise Portals.

AnschlieBend folgt eine kurze Abhandlung technologischer Verbesserungen und Innovationen im Wissensmanagement mit einem kurzen Ausblick auf zukunftige Entwicklungen.

1 Bausteine des Wissensmanagement

1.1 Grundelemente der Wissensbasis

Innovation gilt als die wichtigste Triebkraft moderner Markte. Innovation wird durch Wissen geschaffen. Somit gewinnt der Produktionsfaktor Wissen eine zentrale Bedeutung im Unternehmen. Wird er effektiv genutzt ergibt sich ein klarer Wettbewerbsvorteil mit dem positiven Nebeneffekt, dass Wissen durch Anwendung vermehrt wird. Die Nutzung von Wissen setzt einen Zugang zu In- formationen voraus was bedeutet, dass Wissen zuerst aufgebaut werden muss. Die Abbildung dieses Kreislaufprozesses ist Aufgabe des Wissensmanagements.

Um ein Verstandnis fur den Begriff Wissensmanagement zu erlangen bedarf es zunachst der Klarung grundlegenden Begriffe. So entwickelten Probst, Raub und Romhardt das in der Praxis weit verbreitete Modell der Wissensbausteine. Doch was ist Wissen uberhaupt?

1.1.1 Was ist Wissen?

Je nach Autor gibt es verschiedene Auffassungen fur den Begriff „Wissen".

Eine Unterscheidung der Elemente Zeichen, Daten, Informationen und Wissen liefert erste Anhaltspunkte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung I: Die Beziehung zwischen den Ebenen der Begriffshierarchie[4]

Der Abbildung I zugrunde liegende Zusammenhalt ergibt sich wie folgt:

Zeichen werden durch einen Syntax zu Daten kombiniert. Diese Daten bilden, bezogen auf den Kontext, Informationen fur den Empfanger. Vermag er die In- formationen mit vorhandenen Informationen zu vernetzen und ist er in der Lage, sie in einem bestimmten Zusammenhang zu nutzen, kann von Wissen gespro- chen werden.

Wissen wird in explizites und implizites Wissen unterschieden.

Implizites Wissen ist dadurch gekennzeichnet, dass es nicht dokumentiert ist und sich nur schwer formalisieren lasst. Diese Art von Wissen ist weitgehend per- sonengebunden.

Explizites Wissen zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass es standardisiert, strukturiert und methodisch in sprachlicher Form in Dokumentationen, Daten- banken, Patenten o.a. angelegt werden kann. Es handelt sich also um beschreib- bares, formalisierbares Wissen.

Explizites Wissen hat aufgrund seiner Eigenschaften den Vorteil, dass es relativ leicht in elektronischer Form verarbeitet, ubertragen, verteilt und gespeichert werden kann. Trotz der groBen Schwierigkeiten einer Umwandlung von implizi- tem Wissen in explizites Wissen liegt hier ein groBer Nutzen fur Unternehmen um ungenutzte Wissenspotentiale aufzudecken.

Explixites Wissen ist formalisierbar, beschreibbar und zeitlich stabil

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung II: Implizites vs. Explizites Wissen[5]

1.2 Kernprozesse des Wissensmanagement

Als wohl bekanntestes Konzept des Wissensmanagements gelten die „Bausteine des Wissensmanagements" von Probst/Raub/Romhardt[6].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Modell besteht aus einem auBeren und inneren Kreislauf. Der innere Kreis- lauf beschreibt eine logische Reihenfolge:

An erster Stelle steht die Wissensidentifikation. Hier geht es um die systema- tische Identifikation von bestehendem, wettbewerbsentscheidendem Wissen in- nerhalb und auBerhalb des Unternehmens. Vielen Fuhrungskraften fallt es heute schwer den Uberblick uber Informationen, Fahigkeiten der Mitarbeiter sowie in- ternem und externem Wissen zu behalten. Ineffizienzen, uninformierte Entschei- dungen und Doppelspurigkeit sind die Folge fehlender Transparenz. Ein effizien- tes Wissensmanagement muss daher die Mitarbeiter bei ihren Suchaktivitaten unterstutzen und ein hinreichendes MaB an Transparenz schaffen - sowohl intern als auch extern.

Der folgende Baustein behandelt den Wissenserwerb. Es handelt sich hier um den Erwerb von Wissen welches auBerhalb des Unternehmens liegt. Der hier zugrunde liegende Gedanke vermutet ein betrachtliches Potential des Wissenser- werbs in Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, der Konkurrenz sowie zu Partnern und Kooperationspartnern. So kann sich ein Unternehmen durch Rekrutierung von Experten oder Akquisition von hochinnovativen Unternehmen Know-how ein- kaufen, welches es auf anderem Wege nicht hatte entwickeln konnte.

An dritter Stelle folgt die Wissensentwicklung. Sie wird als komplementar zum Wissenserwerb gesehen, da sie sich um die Kreierung von intern und extern noch nicht existierenden Fahigkeiten bemuht. Hier steht die Entwicklung neuer Ideen, optimierter Produktionsablaufe, leistungsfahigerer Prozesse und neuer Fa­higkeiten und Produkte im Vordergrund.

Der Baustein der Wissens(ver-)teilung gewahrleistet, dass das benotigte Wis­sen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort benutzergerecht zur Verfugung steht. Die Wissensverteilung ist zwingende Voraussetzung, isoliert vorhandene Erfahrungen oder Informationen der gesamten Organisation zur Verfugung zu stellen. Zielset- zung ist die Wissensvermehrung.

Anhand der Wissensverteilung wird deutlich, wie umfassend das Konzept des Wissensmanagement zu sehen ist. Wissen vermehrt sich nicht per Dekret son- dern setzt eine, von Vertrauen gepragte, Unternehmenskultur voraus, die dem Mitarbeiter Freiraume einraumt und ihn zum Erwerb und Teilen von Wissen an- spornt. Ist Macht aufgrund von Wissensvorsprungen aufgebaut ist, sind zur Rea- lisierung von Wissensteilung groBe Anstrengungen seitens der Unternehmens- fuhrung notwendig.

Bei dem nun folgenden Baustein handelt es sich um die Wissensnutzung. Hier steht, wie der Name schon sagt, der produktive Einsatz organisationalen Wissens im Vordergrund. Alle vorausgegangenen Bemuhungen sind nutzlos, wenn das Wissen nicht genutzt wird. Aufgabe der Wissensnutzung ist daher eine benutzer- freundliche Gestaltung der Wissensinhalte. Zusatzlich mussen Barrieren abgebaut werden, die den Einzelnen von der Benutzung fremden Wissens abhalten. Wird Wissen nachgefragt, gesteht der Wissensnachfrager eine Wissenslucke ein - ein Eingestandnis, welches im Berufsalltag nur ungern gemacht wird.

Der letzte Baustein des inneren Kreislaufs ist der der Wissensbewahrung. Da einmal erworbene Fahigkeiten einem Unternehmen nicht automatisch fur immer zur Verfugung stehen, gilt es bei der Wissensbewahrung gezielt Erfahrungen oder Informationen dauerhaft zu erhalten.

Die Bausteine Wissensziele und Wissensbewertung, die den auBeren Kreis- lauf bilden, formen zusammen mit dem inneren Kreislauf einen Managementpro- zess. Die operativen Ansatze des inneren Kreislaufs werden um Zielformulierung und Bewertung derselben erweitert. Wichtigkeit strategischer Aspekte im Wis­sensmanagement sowie die Bedeutung eindeutiger und konkreter Zielsetzungen werden im auBeren Kreislauf verdeutlicht. Zusatzlich wird durch die Moglichkeit der Wissensbewertung eine zielgerechte Steuerung ermoglicht.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Wissensmanagement das syste- matische und zieigerichtete Vorgehen ist, um die Nutzung der Ressource Wissen iangfristig mit einem WettbewerbsvorteH auszubauen und den Unternehmenser- foig zu steigern[7].

2 Wissensmanagement mit Informations-Portalen

2.1 Unternehmens und Wissensportale

Die im ersten Kapitel diskutierten Wissensbausteine sind die Grundlage des Wis- sensmanagements. Um Wissensmanagement erfolgreich zu betreiben ist eine moglichst umfassende Nutzung aller Bausteine vonnoten. Aus diesem Grund mundet die Umsetzung von Wissensmanagement in Unternehmen haufig in der Implementierung von Wissensportalen, wie sie schon aus dem Internet bekannt sind. Beispiele wie t-online, Yahoo!, Lycos oder web.de haben den Portalsbegriff popular gemacht.

Jetzt halt die Anwendung dieser Technologie Einzug in Unternehmen und bietet den Mitarbeitern einen zentralen Zugriff auf Unternehmensinformationen. Da die Eingrenzung der Inhalte auf die Organisation ausgerichtet ist werden solche Portale als Corporate Portals oder Enterprise Portals bezeichnet. Sie werden, je nach Inhalt und Funktionen, in die folgenden drei Typen unterschieden[8]:

- Application Portals (Anwendungen bereitstellen)
- Community Portals (Zusammenarbeit ermoglichen)
- Content Portals (Informationen bereitstellen)

[...]


[1] Probst G.; Raub S.; Romhardt K.: Wissen managen: wie Unternehmen ihre wertvollste Res- source optimal nutzen, 1. Aufl.; Frankfurter Allgemeine, Zeitung fur Deutschland, Frankfurt; Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1997, Seite 47.

[2] http://www.metagroup.de, 15.11.2001

[3] http://idw-online.de/public/zeige pm.html?pmid=41316. 15.11.2001

[4] Probst G.; Raub S.; Romhardt K.: Wissen managen: wie Unternehmen ihre wertvollste Res- source optimal nutzen, 1. Aufl.; Frankfurter Allgemeine, Zeitung fur Deutschland, Frankfurt; Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1997, Seite 34

[5] o.A.; Wettbewerbsfaktor Wissen. Leitfaden zum Wissensmanagement, 1 Aufl.; Fraunhofer- Institut fur Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Deutsche Bank AG, Frankfurt 1999, Seite 15

[6] Borowsky, Rainer: Wissensmanagement mit Portalen, in: IM - Die Fachzeitschrift fur Information Management & Consulting; Heft 1, 2001, Seite 66

[7] Pietschmann, Bernd P.; Ruhtz Vanessa: Knowledge Management, in: PERSONAL, Heft 5, 2001, Seite 242

[8] Borowsky, Rainer: Wissensmanagement mit Portalen, in: IM - Die Fachzeitschrift fur Information Management & Consulting 01/2001; Heft 1, 2001, Seite 62

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Stand und Perspektiven der IT-Unterstützung von Wissensmanagement
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein  (Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
Betriebswirtschaftliche Informationssysteme
Note
1.0
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V8404
ISBN (eBook)
9783638153812
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement IT
Arbeit zitieren
Daniel Walzenbach (Autor), 2001, Stand und Perspektiven der IT-Unterstützung von Wissensmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8404

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