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Die Architektur der Kartäuser

Title: Die Architektur der Kartäuser

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Oliver Friedel (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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„Die Kartäuser halten mit einer Ausdauer, die kein anderer Orden erreicht hat, jahrhundertelang an der ungewöhnlichen Strenge ihrer kontemplativen, von der Welt völlig abgeschlossenen Lebensform fest, ohne wie andere einer Reformbewegung zu bedürfen. “ Dieses Zitat gibt einen Einblick in die strenge Lebensführung des Ordens der Kartäuser. Die Architektur des Ordens passte sich dieser Einstellung zum Glauben an.
Einen einheitlichen Baustil hat es bei den Kartäusern nie gegeben. Vielmehr richteten sich ihre Klöster nach den örtlichen Gegebenheiten. So waren sie in engen Bergtätern länger gestreckt, als zum Beispiel im städtischen Gebiet, wo genug Raum zur Verfügung stand. Die Klöster verfügten jedoch immer über einen großen und kleinen Kreuzgang, einen Kapitelsaal, ein Refektorium, eine Bibliothek und eine Kapelle.
Der Orden der Kartäuser gilt als zahlenmäßig relativ klein, hatte aber gemessen an seiner Größe einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Dabei ist bemerkenswert, dass er nie reformiert wurde und auch weltlichen Einflüssen gegenüber stets unbeeindruckt blieb. Zwischen 1350 und 1550, als immer mehr Orden in ihrer Regeltreue nachließen, suchten immer mehr Gläubige Aufnahme bei den strengen Mönchen .
Das besondere der Glaubensgemeinschaft war ihre Lebensweise. Sie lebten teils zusammen und teils in Abgeschiedenheit. Der Orden geht auf den Heiligen Bruno aus Köln zurück. Dieser brach 1084 mit sechs Glaubensbrüdern auf um sich im Tal von la Chartreuse, nördlich von Grenoble gelegen, niederzulassen und ein Einsiedlerleben zu führen. Fünf Jahre später wurde Bruno von Papst Urban II. nach Rom berufen um dort als Berater zu wirken. Er konnte sich jedoch 1091 wieder in die Wildnis von Kalabrien zurückziehen, um dort eine neue Einsiedelei zu gründen. Erst im Jahr 1115 entstand eine Dritte in Portes nach Vorbild der Ersten. Bis Ende des Jahrhunderts entstanden 37 weitere, sowie zwei Nonnenklöster .
Im 14. und 15. Jahrhundert, dem Zeitalter der Mystik, fand der Orden starken Zulauf, nun auch besonders in Deutschland . Bis zum Anfang des 15.Jahrhunderts entstanden alle 30 deutschen Kartausen. Meist innerhalb der Stadt, oder in deren Nähe, so zum Beispiel in Nürnberg, Köln, Erfurt oder Danzig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Orden der Kartäuser

2.1. Das Leben der Kartäusermönche

2.2. Einflüsse der Kartäuserregel auf die Architektur

2.3. Literaturlage

2.4. Das Kloster der Mönche – „Domus Superior“

2.4.1. Die Lage des Klosters

2.4.2. Die Kirche

2.4.3. Die Gemeinschaftsräume

2.4.4. Die Zellen

2.5. Das untere Haus – „Domus Inferior“

3. Die große Kartause – „Le Grande Chartreuse“

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen den strengen Lebensregeln des Kartäuserordens und der daraus resultierenden, funktionalen Klosterarchitektur. Ziel ist es zu analysieren, wie die kontemplative Lebensweise die bauliche Anordnung, insbesondere die Trennung in „Domus Superior“ und „Domus Inferior“ sowie die Gestaltung der Mönchszellen, maßgeblich prägte.

  • Einfluss der Kartäuserregel auf den Klosterbau
  • Strukturelle Besonderheiten: Kreuzgänge und Mönchszellen
  • Die architektonische Sonderform der Kartäuserkirche
  • Vergleich zwischen historischer Planung und tatsächlicher Umsetzung
  • Fallbeispiel: Die Entwicklung der „Grande Chartreuse“

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Die Lage des Klosters

Die Klöster der Kartäuser finden sich nicht nur in abgeschiedenen Gegenden, sondern auch in Vorstädten oder Städten selbst. Für die ersten solcher Anlagen lässt sich allerdings sagen, dass sie doch bevorzugt in entlegenen Waldtälern errichtet wurden. Dies beweisen die ältesten französischen und slowenischen Kartausen. Da die Einöde relativ wenig Fruchtbarkeit bot, musste die Anzahl der Mönche auf dreizehn, und die der Laien auf sechszehn begrenzt werden. Neben Nahrung war Trinkwasser von dringender Notwendigkeit. Um die Unabhängigkeit des Ordens zu sichern, musste es mittels Holzrinnen in die Zellen geleitet werden können. Im Gegensatz zu, z. B. den Zisterziensern gab es bei den Kartäusern keine festen Grundrissvorlagen. Die Klöster der Kartäuser passen sich stets dem gegebenen Gelände an. Es musste genug Raum für die drei Hauptbestandteile der Klosteranlage vorhanden sein.

Dies waren die Kirche mit dem kleinen Kreuzgang und den daran liegenden Gemeinschaftsräumen, der große Kreuzgang mit den Zellen und den notwendigen Wirtschaftsgebäuden. Die entscheidende Neuerung der Kartäuser war der große Kreuzgang, der die Mönchszellen untereinander und mit der Kirche und den Gemeinschaftsräumen verbindet. Dass diese schon in der ersten Kartause vorhanden war, bezeugen die Consuetudines. Die klimatischen Bedingungen, vor allem der in den Bergen gelegenen Kartausen machte die Abdeckung des Kreuzganges erforderlich. Nur so war ein geschützter Zugang zur Kirche möglich. Die ersten Kartausen waren mit Ausnahme der Kirche aus Holz gebaut. Dies trifft auch auf die Grande Chartreuse zu. Erst einige Jahrzehnte nach ihren Gründungen wurden die Holzteile durch Stein ersetzt. Dies verwundert nicht, angesichts der Tatsache, dass auch z. B. Wehrbauten in dieser Zeit aus Holz bestanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Entstehung des Kartäuserordens unter dem Heiligen Bruno und erläutert die Grundprinzipien der strengen, kontemplativen Lebensweise.

2. Der Orden der Kartäuser: Hier werden die spezifischen Ordensregeln beleuchtet, die maßgeblich den Tagesablauf der Mönche und die architektonische Ausgestaltung ihrer Lebensräume beeinflussen.

3. Die große Kartause – „Le Grande Chartreuse“: Dieses Kapitel analysiert anhand des Mutterklosters die bauliche Entwicklung und die Anpassungsfähigkeit der Architektur an klimatische Herausforderungen und historische Zerstörungen.

4. Zusammenfassung: Die abschließenden Seiten fassen die wesentlichen Merkmale der Kartäuser-Architektur zusammen und betonen deren Einzigartigkeit innerhalb der mittelalterlichen Klosterbaukunst.

Schlüsselwörter

Kartäuser, Klosterarchitektur, Ordensregel, Domus Superior, Domus Inferior, Mönchszelle, Großer Kreuzgang, Kontemplation, Eremitenleben, Kartäuserkirche, Kreuzganglettner, Grande Chartreuse, Mittelalter, Klöster, Askese

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Architektur von Kartäuserklöstern und untersucht, wie die spezifischen Lebensregeln des Ordens die bauliche Form der Anlagen bestimmt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den Lebensstil der Kartäusermönche, den Einfluss der Consuetudines auf die Bauweise, die funktionale Aufteilung in Klosterbereiche sowie die historische Entwicklung beispielhafter Anlagen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein strenges, einsiedlerisches Glaubensleben einen eigenständigen und funktionalen Bautypus hervorgebracht hat, der sich bewusst von anderen Orden abgrenzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse, bei der schriftliche Quellen wie die Consuetudines mit baulichen Gegebenheiten und historischen Grundrissen in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Bestandteile des Klosters – von der Kirche über die Gemeinschaftsräume bis hin zu den Zellen – detailliert analysiert und deren Funktion im Alltag der Mönche beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kartäuser, Klosterarchitektur, Mönchszelle, Kreuzgang und Askese gekennzeichnet.

Was ist die „Domus Superior“?

Es ist der Bereich des Klosters, in dem die Mönche leben, beten und arbeiten, und der durch den großen Kreuzgang zentral erschlossen wird.

Wie unterscheidet sich die Kartäuserkirche von anderen Kirchen?

Sie verzichtet auf einen großen Glockenturm, ist meist einschiffig, besitzt keine Krypta und zeichnet sich durch den speziellen Kreuzganglettner aus, der die Kirche in Chöre für Mönche und Laien teilt.

Warum war der Einfluss auf andere Orden so gering?

Aufgrund der extremen Bescheidenheit und der spezifischen, auf das Eremitenleben zugeschnittenen Funktionalität entsprach die Kartäuserarchitektur nicht dem Repräsentationsbedürfnis anderer Reformorden.

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Details

Title
Die Architektur der Kartäuser
College
Martin Luther University  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Klosterbaukunst
Grade
1,3
Author
Oliver Friedel (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V84095
ISBN (eBook)
9783638004831
ISBN (Book)
9783640334896
Language
German
Tags
Architektur Kartäuser Klosterbaukunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Friedel (Author), 2007, Die Architektur der Kartäuser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84095
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