Die Gesellschaft und jeder Einzelne hat ein Sicherheitsbedürfnis, nicht bedroht, überfallen oder verprügelt zu werden. Über Jugendkriminalität und -gewalt wird in den Medien immer wieder berichtet und in der pädagogischen Fachöffentlichkeit diskutiert. Verschiedene Herangehensweisen werden dabei diskutiert. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) nach Jens Weidner. Ein Programm, welches sich die Verminderung von Aggressivität ihrer jugendlichen Teilnehmer zum Ziel setzt.
In der Hausarbeit wird beschrieben und diskutiert, wie die individuelle Arbeit mit jugendlichen Gewalttätern konkret aussieht und ihre Wirksamkeit eingeschätzt. Es wird erörtert, will man Anti-Gewalt-Arbeit nicht nur am Individuum wirken lassen, welche Verantwortung dabei die Gesellschaft trägt. Ist Jugendgewalt direkt an den Tätern oder an den gesellschaftlichen Ursachen am wirkungsvollsten anzugehen? Zur Einschätzung dieser Frage werden Kenntnisse über die Biografien junger Gewalttäter einbezogen.
Ist das AAT schließlich die richtige Antwort auf jugendliche Gewalttäter? Erzielt das AAT bessere Ergebnisse als andere Methoden? In der Hausarbeit werden diese Fragen kritisch diskutiert und Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Einleitung
2. Zur Abgrenzung der Begriffe
2.1. Über die Grenzlinie zwischen Aggressionen und Aggressivität
2.2. Erläuterungen zum Begriff der Gewalt
2.3. Zur Unterscheidung zwischen AAT und CT
3. Junge Gewalttäter in Deutschland – Der Versuch eines Profils
3.1. Statistisches über registrierte Gewalttäter
3.2. Zur Biographie und Tatmotivation jugendlicher Gewalttäter
3.3. Vorschläge für einen Umgang mit jugendlichen Gewalttätern
4. Der Ablauf des Anti-Aggressivitäts-Training
4.1. Über Ziele und Risiken beim Jugendstrafvollzug
4.2. Ziele des AAT
4.3. Zur Struktur beim AAT
4.4. Methodisches Vorgehen in den Sitzungen
4.5. Diskussion über die Gestaltung des AAT
5. Über die Wirksamkeit des AAT
5.1. Die Selbstevaluation von Jens Weidner
5.2. Zu den Evaluationsergebnissen von Stefan Schanzenbächer
5.3. Das AAT im Vergleich zu anderen Methoden
6. Arbeit mit den Tätern oder an den gesellschaftliche Ursachen?
7. Resümee: A-A-T – Die richtige Antwort auf jugendliche Gewalttäter?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) als Methode zur Resozialisierung junger Gewalttäter im Strafvollzug. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine individuelle pädagogische Arbeit mit den Tätern gestaltet sein muss und inwieweit das AAT sowohl in der Praxis funktioniert als auch gesellschaftliche Hintergründe berücksichtigt.
- Grundlagen der Begriffe Aggression, Aggressivität und Gewalt
- Profilbildung und Biografieanalyse jugendlicher Gewalttäter
- Struktureller Ablauf und methodisches Vorgehen des AAT
- Kritische Diskussion der Wirksamkeitsnachweise
- Verhältnis zwischen individueller Täterarbeit und gesellschaftlicher Verantwortung
Auszug aus dem Buch
Methodische Übungen
Biographiearbeit (Portraits, Interviews, Lebensgeschichte darstellen)
Analyse der Aggressionssauslöser (Einzelinterviews im Beisein der Gruppe: Was sind provozierende Situationen? Wann wäre Gewalt „notwendig“?)
Tatkonfrontation und Provokationstests (Auseinandersetzung mit Gewalt, u.a. „Heißer Stuhl“. Rechtfertigungen zur Tat werden analysiert, das coole Ideal über das Selbst des Teilnehmers wird hinterfragt)
Entwicklung von Opferempathie (Opferbriefe, Opferfilme, Opferperspektive, Tatrekonstruktion)
Konfliktbewältigung und Deeskalation: Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, Trainieren von deeskalierenden Verhaltensweisen in gewaltbesetzten Situationen
Attraktivitätstraining zur Kompetenzerweiterung (Stärkung des Selbstwertgefühls, Arbeit an den eigenen Grenzen, Selbstsicherheitstraining, Übungen um gelassen zu bleiben)
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Der Autor erläutert sein persönliches Interesse an der Arbeit mit delinquenten Jugendlichen und stellt dar, welche Erkenntnisse er sich für seine pädagogische Tätigkeit erhofft.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft ein und stellt das AAT als Maßnahme zur Verminderung von Aggressivität vor.
2. Zur Abgrenzung der Begriffe: Es erfolgt eine wissenschaftliche Differenzierung der Begriffe Aggression, Aggressivität und Gewalt sowie eine Abgrenzung zum Coolnesstraining.
3. Junge Gewalttäter in Deutschland – Der Versuch eines Profils: Auf Basis statistischer Daten und pädagogischer Erkenntnisse wird ein Täterprofil erstellt und der Zusammenhang zwischen Biografie und Delinquenz analysiert.
4. Der Ablauf des Anti-Aggressivitäts-Training: Dieses Kapitel detailliert die Ziele, strukturellen Rahmenbedingungen und das methodische Vorgehen im AAT.
5. Über die Wirksamkeit des AAT: Hier werden Selbstevaluationen und Studien zur Wirksamkeit der Methode kritisch bewertet und mit anderen Therapieansätzen verglichen.
6. Arbeit mit den Tätern oder an den gesellschaftliche Ursachen?: Die Arbeit hinterfragt, ob die Konzentration auf das Individuum ausreicht oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen stärker in die Debatte einbezogen werden müssen.
7. Resümee: A-A-T – Die richtige Antwort auf jugendliche Gewalttäter?: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Möglichkeiten und Grenzen des AAT als Antwort auf Jugendgewalt.
Schlüsselwörter
Anti-Aggressivitäts-Training, AAT, Jugendvollzug, Jugendgewalt, Konfrontationspädagogik, Resozialisierung, Aggressivität, Delinquenz, Biografiearbeit, Opferempathie, Täterarbeit, Soziale Kompetenz, Strafvollzug, Prävention, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Methode des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) und untersucht deren Anwendung, Wirksamkeit und Limitationen in der Arbeit mit inhaftierten jugendlichen Gewalttätern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Gewalt, der Analyse von Täterbiografien, der Darstellung des Trainingsablaufs und der kritischen Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit der Methode.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen des AAT zu hinterfragen und zu erörtern, ob die individuelle Arbeit am Täter ausreicht oder ob eine Einbettung in gesellschaftliche Veränderungsprozesse notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine umfangreiche Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse existierender Evaluationsstudien sowie der kritischen Diskussion pädagogischer und soziologischer Konzepte basiert.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden der konkrete Ablauf des Trainings, die Rolle der Trainer, die verschiedenen methodischen Übungen (z.B. „Heißer Stuhl“) und die kritische Debatte über die Wirksamkeitsnachweise beleuchtet.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Anti-Aggressivitäts-Training, Konfrontationspädagogik, Resozialisierung, Täter-Opfer-Problematik und die Frage der gesellschaftlichen Ursachen von Jugendgewalt.
Was ist das Besondere an der Konfrontationsmethode im AAT?
Das AAT zeichnet sich durch einen konfrontativ-provokativen Gesprächsstil aus, der den Täter dazu zwingt, sich mit seiner Tat, seiner Schuld und den Folgen für das Opfer auseinanderzusetzen, anstatt Ausreden zu suchen.
Wie bewertet der Autor den gesellschaftlichen Kontext?
Der Autor kritisiert, dass das AAT Gewalt primär individualisiert und aus dem sozialen Umfeld herauslöst; er fordert, dass gesellschaftliche Strukturen, wie etwa soziale Ungleichheit, bei der Prävention stärker beachtet werden müssen.
- Quote paper
- Diplom II - Sozialpädagoge Dirk Wagner (Author), 2004, Anti-Aggressivitäts-Training im Jugendvollzug - Möglichkeiten und Grenzen einer Methode in der Arbeit mit jungen Gewalttätern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84191