Das Präsidium in Bosnien-Herzegowina


Hausarbeit, 2005
16 Seiten, Note: 1-

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verfassung von 1974 in Jugoslawien
2. 1. Das Präsidium Jugoslawiens
2. 2. Das Präsidium Bosniens und Herzegowinas

3. Die Wahlen von 1990 in Bosnien und Herzegowina
3. 1. Politische Pluralisierung
3. 2. Das Präsidium

4. Das Daytoner Abkommen
4. 1. Institutionelle Intergrationsfähigkeit
4. 2. Das Präsidium in der Verfassung

5. Die Rolle von Alija Izetbegović

6. Schluss

7. Literatur

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werden chronologisch die Funktionen des bosnischen Präsidiums innerhalb des Zeitraums von 1974 bis 1996 dargestellt. Dabei wird das Jahr 1992 in Betracht gezogen als das Präsidium alle Macht Kompetenzen an sich zog, weil das Parlament keine Möglichkeit hatte seine Sitzungen wahr zu nehmen. Schließlich wird die Funktion des heutigen Präsidiums bearbeitet, das mit dem Daytoner Abkommen geregelt ist und fast die gleichen Aufgaben besitzt wie es der Fall mit der Verfassung von 1974 war. Einer der Unterschiede besteht darin, dass das heutige Präsidium im gegensatz zu dem von 1974 anstatt 7 Mitglieder heute 3 Mitglieder zählt und, dass die Kategorie der Vertretung der Restlichen ausgeschlossen worden ist.

Vor dem Zerfall Jugoslawiens war das Präsidium Bosniens und Herzegowinas dem Präsidium des Gesammtstaates untergeordnet und hatte nur eine repräsentative Funktion. Doch der politische Prularismus führte zum Zerfall der jugoslawischen Förderation und zum Überfall auf Bosnien, seitens der Nachbarstaaten Serbien, Kroatien und Montenegros. In dem darauf folgendem Krieg wurden über 200.000 Menschen umgebracht und fast die ganze Infrastruktur des Landes vernichtet.

Danach wurde ein, in der Welt, einmaliger Staat geschaffen mit folgenden Institutionen: 2 Entiteten mit eigenen Parlamenten, Präsidenten, die ermächtigt sind wie in anderen Staaten, obwohl es nicht der bosnischen Verfassung entspricht. Deshalb kann das Präsidium des Gesamtstaates Bosnien und Herzegowina nicht funktionieren da die serbische und kroatische Seite an einem Strang ziehen, der eher zum Zerfall Bosniens führen würde.

2. Die Verfassung von 1974 in Jugoslawien

2. 1. Das Präsidium Jugoslawiens

In der Verfassung von 1974 der Sozial-Förderativen-Republik Jugoslawien (weiter im Text, SFRJ) waren nur spezifische Kompetenzen dem Präsidium jeder einzelnen Republik zugeteilt. Das Präsidium der SFRJ besaß jedoch aber folgenende Kompetenzen, die in der Verfassung verankert waren:

1. „predlagalo je Skupštini SFRJ kandidate za predsjednika Saveznog izvršnog vijeća;
2. proglašavalo odluku Skupštine SFRJ o izboru Saveznog izvršnog vijeća;
3. ukazom proglašavalo savezne zakone;
4. predlagalo izbor predsjednika i sudija Ustavnog suda Jugoslavije;
5. postavljalo i opozivalo ukazom ambasadore i poslanike SFRJ, primalo akreditivna i opozivna pisma stranih diplomatskih predstavnika koji su kod njega akreditovani i izdavalo isprave o ratifikaciji međunarodnih ugovora;
6. postavljalo, unapređivalo i razrješavalo generale i admirale, kao i druge vojne starješine koje je određivao savezni zakon; postavljalo i razrješavalo predsjednike, sudije i sudije-porotnike vojnih sudova i vojne tužioce;
7. predlagalo i razrješavalo članove Savjeta federacije;
8. dodjeljivalo odlikovanja SFRJ;
9. davalo, saglasno saveznom zakonu, pomilovanja za krivična djela predviđena saveznim zakonom;
10. donosilo poslovnik o svom radu.“[1]

2. 2. Das Präsidium Bosniens und Herzegowinas

Die Geschichte des Präsidiums der Republik Bosnien und Herzegowina begann 1974 als die Verfassung der SFR Jugoslawien die neue Institution in das politische System der Republiken einsetzte. Damals wurde das Präsidium aus sieben Mitgliedern gebildet. In dieser Zeit spielte es fast keine oder nur geringe Rolle im politischem System der damaligen Gesamtrepublik, weil alle Republiken in der jugoslawischen Förderation mit „Eiserner Hand“ des damaligen kommunistischen Führers Josip Broz Tito geführt wurden, daher hatten eher die Macht Kompetenzen der Bund der Kommunisten auf der regionalen Ebene.

Die Befugnise des ersten bosnischen Präsidiums in der jugoslawischen Verfassung von 1974:

- „predstavljalo je SR bosnu i Hercegovinu;
- ukazom proglašavalo zakone;
- saglasno zakonu davalo pomilovanja;
- dodjeljivalo je republička priznanja i odlikovanja;
- razmatralo stanje u oblasti zaštite Ustavom SR BiH utvrđenog poretka (državna bezbjednost) i zauzimalo stavove radi pokretanja inicijative za predizimanje mjera nadležnih organa u ovoj oblasti;
- u slučaju rata bi rukovodilo opšrenarodnim otporom, a u miru utvrđivalo plan odbrane Republike, davalo smjernice za preduzimanje mjera u cilju pripremanja privrede i društvenih djelatnosti i mobilisanja svih izvora i snaga za odbranu zemlje, za usklađivanje planova i mjera društveno-političkih zajednica, organizacija udruženog rada, društveno-političkih i drugih organizacija i građana za funkcionisanje i rad u slučaju neposredne ratne opasnosti i u ratu, i obezbjeđivalo sprovođenje mjera pripravnosti;
- predlagalo izbor i razrješenje predsjednika i sudija Ustavnog suda SR BiH i razmatralo prijedloge za izbor, odnosno imenovanje i razrješenje funkcionera koji se biraju tj. imenuju po načelu jednake zastupljenosti republika i pokrajina u SFRJ kao i drugih funkcionera koje je birala ili imenovala Skupština SFRJ;
- razmatralo opća i druga pitanja saradnje SR BiH sa drugim republikama i pokrajinama, kao i ostvarivanje uloge Republike u izvršavanju funkcija SFRJ.“[2]

Das Präsidium der Sozialistichen-Republik Bosnien und Herzegowina bestand aus 7 Mitgliedern und zwar aus je 2 Vertretern der 3 Volksgruppen Kroaten, Serben und Muslimen (heute Bosniaken) und einen Vertreter der Reslitchen Völker. Die Mitglieder des Präsidiums wurden für die Dauer von 4 Jahren gewählt, mit geheimer Wahl, dabei durften sie nur einmal wieder gewählt werden. Mit der Verfassung von 1974 wurden bestimmte politische und Klassen Unterschiede des damaligen Einparteien-Systems zu Ende gebracht, „pa se ovim ustavom obezbjeđuje dugoročna vizija socijalističkog samoupravnog društva i istovremeno utvrđuju principi i pravci njegovog daljeg razvoja”.[3]

Die Neuheit, die mit der 74er Verfassung eingeführt wurde ist die Einführung des Delegations Systems, das als Basis für alle Versammlungen sowohl politischer als auch für Interessen Gemeinschaften sowie für die Organe der Selbstverwaltung dienten. Die wichtigste Funktion der Delegation bestand darin, dass sie eine organisierte Verinigung der arbeitenden Menschen und Bürger bei der Verwaltung der Gemeinschafts Aufgaben ermöglichte.

[...]


[1] Ustav SFRJ, S. 70f.

[2] Ebenda, S. 166f.

[3] Ustav Socijalističke Federativne Republike Jugoslavije, S. XI.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Präsidium in Bosnien-Herzegowina
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Veranstaltung
Übung: Regierungssysteme in Ostmittel- und Südeuropa: Zwischen Transformation und europäischer Integration
Note
1-
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V84199
ISBN (eBook)
9783638002400
ISBN (Buch)
9783638911030
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Präsidium, Bosnien-Herzegowina, Regierungssysteme, Ostmittel-, Südeuropa, Zwischen, Transformation, Integration
Arbeit zitieren
Muhamed Jugo (Autor), 2005, Das Präsidium in Bosnien-Herzegowina, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84199

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