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Verzauberung und Zeit - Verlust in Thomas Manns „Zauberberg“

Titre: Verzauberung und Zeit - Verlust in Thomas Manns „Zauberberg“

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 27 Pages , Note: 2

Autor:in: Maria Benz (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

So wie im Eingangszitat dieser Arbeit, stellt sich in Thomas Manns „Zauberberg“ häufig die Frage nach der Zeit. Bereits im Vorsatz spricht der Erzähler die Zeitthematik an und berührt dabei bereits mehrere Ebenen, von denen aus sie sich betrachten lässt. Vom Imperfekt als die Zeitform, in der die Geschichte erzählt wird, kommt er auf die historische Zeit zu sprechen, in der sie spielt. Dann diskutiert er kurz die Abhängigkeit von Zeit und Raum in Zusammenhang mit Kurz- und Langweiligkeit, bevor er sich schließlich der erzählten Zeit zuwendet, also den sieben Jahren, die Hans Castorp auf dem Zauberberg verbringen wird.

(...)

In der Forschung wurde diese Klassifizierung oft übernommen, doch ist sie in Bezug auf den „Zauberberg“ wirklich gerechtfertigt? Hermann Kurzke gibt in „Thomas Mann. Epoche-Werk-Wirkung“ eine Definition des Begriffs, die daran zweifeln lässt, ob er den Zauberberg auf passende Weise bezeichnet. „Unter ‚Zeitroman‘ wird hier ein Roman verstanden, der ein Abbild einer Epoche zu geben versucht, also mehr oder minder dem Postulat ‚Realismus‘ unterworfen ist.“ Nach seiner Definition ist die Bezeichnung „Zeitroman“ in Bezug auf den „Zauberberg“ problematisch.

Ist die Rückkehr ins „Flachland“ für Hans Castorp jedoch wirklich eine „Befreiung“, wie es der Text hier vorgibt? Dieses Ende ist vom Autor und in der Forschung sehr unterschiedlich bewertet worden. Die Deutungsansätze reichen von einer „Romantisierung des Krieges“ bis zum „Schreckliche(n) als des Schönen Ende“ Wie auch immer das Ende nun zu deuten ist, die Zeitthematik lässt sich auch hier nicht umgehen, wie sich am Ende dieser Arbeit noch zeigen wird.
Auch wenn der Begriff des „Zeitromans“ laut Kurzke problematisch ist, so lässt sich der „Zauberberg“ abweichend von seiner Definition dennoch als solchen bezeichnen und zwar in dem zweiten Sinne, den Thomas Mann anspricht, nämlich „die reine Zeit selbst sein Gegenstand ist.“ Bevor deshalb ein Blick auf das Ende des Romans geworfen werden kann, muss der Focus zunächst auf die Besonderheiten der Zauberbergsphäre und ihr ganz spezifisches Zeitsystem gerichtet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. „Der Zauberberg“ – Ein Zeitroman?

2. Die „Zauberbergsphäre“: Zeit- und Raumstruktur

2.1 „Man ändert hier seine Begriffe“ – Der Übertritt

2.2 „Ewigkeitssuppe“

2.3 Gliederung und Ordnung der „Berghofzeit“

2.4 Die philosophischen Zeitbetrachtungen im Roman

2.5 Erzählzeit – erzählte Zeit

3. „Zauberberg“ - Regeln

4. Die mythische „Ur“ - Zeit

5. „Sympathie mit dem Tode“ durch die Musik

6. Der Krieg - Fluch oder Erlösung?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die komplexe Zeitthematik in Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“ und untersucht, inwieweit Hans Castorps Aufenthalt im Sanatorium eine Abkehr von der objektiven Zeit sowie eine zunehmende Entfremdung von der Realität darstellt.

  • Analyse der Zeit- und Raumstruktur innerhalb der „Zauberbergsphäre“.
  • Untersuchung der psychologischen Auswirkungen von Zeitlosigkeit auf den Protagonisten.
  • Betrachtung von Leitmotiven wie der „Sympathie mit dem Tode“ und der mythischen „Ur-Zeit“.
  • Reflexion über die Bedeutung von Regeln, Konventionen und Musik für das Zeitempfinden.
  • Diskussion des Romanendes im Kontext des Ersten Weltkrieges und der Frage nach Erlösung.

Auszug aus dem Buch

Die „Zauberbergsphäre“: Zeit- und Raumstruktur

Die Verbindung zwischen Zeit und Raum wird, wie bereits erwähnt, schon im Vorsatz vom Erzähler eingeführt und wird auch später im Roman immer wieder aufgegriffen. Gleich im ersten Kapitel bei der Reise ins Sanatorium gerät sie wiederum in die Betrachtungen des Erzählers und wird nur wenig später durch Hans Castorp problematisiert. Zeit und Raum bilden eine untrennbare Einheit. Wenn das eine betrachtet wird, rückt automatisch auch das andere in den Blick. Besonders bei der Reise ins Sanatorium wird deutlich, dass sich mit dem Eintritt in die „Zauberbergsphäre“ völlig neue Eindrücke für Hans Castorp ergeben.

Schon zu Beginn des ersten Kapitels wird das Raum- und Zeitverhältnis auf dem „Zauberberg“ thematisiert, indem die Entfernung zwischen Hamburg und Davos der Dauer des Kuraufenthaltes entgegengesetzt wird. „Von Hamburg bis dort hinauf, das ist eine weite Reise, zu weit eigentlich im Verhältnis zu so einem kurzen Aufenthalt.“ Die Reise scheint also zu einem Ungleichverhältnis zwischen Zeit und Raum zu führen. Wie sich allerdings später im Roman zeigt, zieht sich der Aufenthalt von Hans Castorp weit über die geplanten drei Wochen hinaus und entspricht so, entgegen dem ersten Eindruck, doch der räumlichen Entfernung. Tatsächlich bedingen sich also Zeit und Raum, aber die Entsprechungen führen sogar noch weiter, denn zusätzlich zur zeitlichen und räumlichen Entfernung, scheint sich auch noch eine geistige Entfremdung bei Hans Castorp aufzubauen, die auf die verzaubernde Wirkung dieses Ortes zurück zu führen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Der Zauberberg“ – Ein Zeitroman?: Einleitende Diskussion der Gattungsbezeichnung und der Bedeutung von Zeit als zentrales Motiv im Roman sowie der Forschungskontroverse dazu.

2. Die „Zauberbergsphäre“: Zeit- und Raumstruktur: Untersuchung der engen Verknüpfung von Zeit und Raum als essenzielle Bedingung für das Zeitempfinden im Sanatorium.

3. „Zauberberg“ - Regeln: Analyse der sozialen Konventionen und Verhaltensregeln, denen die Bewohner unterliegen, sowie deren Auswirkung auf die individuelle Identitätsbildung.

4. Die mythische „Ur“ - Zeit: Betrachtung der familiären Herkunft und leitmotivischer Bezüge, die Hans Castorps Affinität zur Todesnähe begründen.

5. „Sympathie mit dem Tode“ durch die Musik: Untersuchung der ambivalenten Rolle der Musik, die einerseits ästhetischen Genuss bietet, andererseits die lebensabgewandte Todessympathie verstärkt.

6. Der Krieg - Fluch oder Erlösung?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Ende des Romans und der Frage, ob das kriegsbedingte Verlassen des Sanatoriums eine tatsächliche Befreiung bedeutet.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Der Zauberberg, Zeitthematik, Zeitroman, Hans Castorp, Berghof, Ewigkeitssuppe, Zeitwahrnehmung, Todesnähe, Sympathie mit dem Tode, Raumstruktur, Lebenswelt, Erzählzeit, Bildungsroman.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophische und narrative Dimension der Zeit in Thomas Manns „Zauberberg“ und beleuchtet die psychologischen Veränderungen des Protagonisten Hans Castorp.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Zeit und Raum, die Bedeutung von Konventionen und Regeln sowie die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit und dem Tod.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die spezifische Zeitstruktur der „Zauberbergsphäre“ zu analysieren und zu klären, warum sich Hans Castorp dem Sog dieses Ortes nicht entziehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur und Kommentare von Thomas Mann selbst untersucht.

Was wird im Hauptteil des Werkes behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Raum-Zeit-Verhältnissen, die philosophischen Zeitbetrachtungen des Erzählers und die Rolle von Motiven wie Musik und familiäre Vorprägung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie „Ewigkeitssuppe“, „Zeitlosigkeit“, „Reich der Schatten“ und „Sympathie mit dem Tode“ sind für das Verständnis der Arbeit zentral.

Warum wird der Begriff „Zeitroman“ für das Werk diskutiert?

Die Arbeit reflektiert die Problematik dieser Bezeichnung, da der Roman sowohl ein Epochenbild zeichnet als auch die reine Zeit zum inhaltlichen Gegenstand erhebt.

Welche besondere Rolle spielt die Figur Mynheer Peeperkorn?

Peeperkorn wird als Verkörperung des Dionysischen und als einflussreiche, aber letztlich für Hans Castorp ambivalente Persönlichkeit analysiert, die einen Gegenentwurf zu den intellektuellen Figuren bildet.

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Résumé des informations

Titre
Verzauberung und Zeit - Verlust in Thomas Manns „Zauberberg“
Université
University of Tubingen  (Deutsches Seminar)
Cours
Thomas Mann in Kaiserzeit und Republik
Note
2
Auteur
Maria Benz (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
27
N° de catalogue
V84215
ISBN (ebook)
9783638002486
ISBN (Livre)
9783638911061
Langue
allemand
mots-clé
Verzauberung Zeit Verlust Thomas Manns Thomas Mann Kaiserzeit Republik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Maria Benz (Auteur), 2005, Verzauberung und Zeit - Verlust in Thomas Manns „Zauberberg“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84215
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Extrait de  27  pages
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