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Der Einfluss des Wohlstandes auf das Korruptionsverhalten eines Staates

Outliers und potentiell einflussreiche Fälle - eine Einzelfallstudie der chilenischen Situation

Title: Der Einfluss des Wohlstandes auf das Korruptionsverhalten eines Staates

Diploma Thesis , 2005 , 122 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Juliane Hack (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Summary Excerpt Details

In über 2000 Jahren, die seit dieser Aussage Ciceros vergangen sind, hat sich
offensichtlich wenig im menschlichen Verhalten geändert: Aktuelle Nachrichten
melden Korruption in der Vorstandsetage des VW-Konzerns, gekaufte
Sportsendungen beim MDR und Schmiergelderzahlungen von Siemens und
DaimlerChrysler an die ehemalige irakische Regierung. Dem Zuhörer kommen
weitere deutsche Skandale der letzten Jahre wie die Waffenlieferungen des
Lobbyisten Schreiber, die CDU-Spendengeldaffäre oder der Sumpf um den Bau
der Kölner Müllverbrennungsanlage in den Sinn. Es entsteht ein ungutes
Gefühl, bereicherten sich doch in allen Fällen wenige Personen heimlich und
unrechtmäßig auf Kosten ihrer Firmen oder der Bevölkerung mittels Korruption.
Was genau versteht man aber unter dieser? Wie läuft solch ein korrupter
Handel ab? Welche Konsequenzen entstehen dabei für eine Gesellschaft?
Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit diesen theoretischen
Fragestellungen. Er führt in die Grundlagen der Korruption aus
wissenschaftlicher Sicht ein. Ausgehend vom Begriff der Korruption, dessen
Definition noch immer für Diskussionsstoff zwischen Forschern sorgt, werden
verschiedene Grundformen vorgestellt. Im Rahmen einer soziologischen
Modellierung wird danach das Phänomen auf der Mikro- und Makroebene eines
Systems beleuchtet. Als multidimensionales Phänomen wird Korruption in
politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht,
zu diesen Teilbereichen werden wichtige Ergebnisse der aktuellen Forschung
aufgezeigt. Abschließend wird das Thema „Ist Korruption schädlich?“
angesprochen, indem Vor- und Nachteilen der Korruption gegenübergestellt
werden.

Excerpt


Gliederung

0. EINLEITUNG

1. DAS FORSCHUNGSTHEMA KORRUPTION

1.1 Der Begriff Korruption

1.2 Formen politischer Korruption

1.3 Korruption im Mehrebenenmodell

1.3.1 Die Mechanismen individuellen Korruptionsverhaltens

1.3.2 Vom Mikrophänomen zur Institutionalisierung der Korruption

1.4 Ursachen und Konsequenzen der Korruption

1.4.1 Politikwissenschaftliche Überlegungen

1.4.2 Ökonomische Zusammenhänge

1.4.3 Soziologische Zusammenhänge

1.5 Vor- und Nachteile der Korruption

2. DIE MESSUNG VON KORRUPTION

2.1 Die Fälle des CPI 1995 bis 2004

2.2 Ein Überblick über die Verteilung der Staaten im CPI

2.3 Die Berechnung eines Zusammenhangs zwischen Wohlstand und Korruptionsniveau

2.3.1 Operationalisierung der Begriffe und Vorgehensweise

2.3.2 Analyse der Fälle in den Streuungsdiagrammen

2.4 Die Ausreißer der Regressionsgeraden

2.4.1 Die Ausreißer im standardisierten Abweichungsbereich unter dem Wert –2.0

2.4.2 Die Ausreißer im standardisierten Abweichungsbereich über dem Wert +2.0

2.4.3 Die Analyse einflussreicher Fälle mit dem standardisierten DFBETA-Wert

2.5 Fazit der Regressionsanalyse

3. DIE EINZELFALLANALYSE DER CHILENISCHEN SITUATION

3.1 Das südamerikanische Umfeld

3.1.1 Die CPI-Daten der südamerikanischen Länder

3.1.2 Allgemeine Erklärungen für die Entwicklung hoher Korruption in Südamerika

3.2 Chiles historische Entwicklung

3.3 Korruption in Chile

3.4 Chiles Abweichen vom Standardfall eines südamerikanischen Landes

3.4.1 Antikorruptionsmechanismen in der chilenischen Demokratie

3.4.1.1 Das Justizsystem

3.4.1.2 Die Medien

3.4.1.3 Die Zivilgesellschaft

3.4.2 Die zugrundeliegende Wirtschaftsethik Chiles

3.5 Fazit der Einzelfallanalyse Chiles

4. CHILE ALS VORBILD FÜR KORRUPTE LÄNDER

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Wohlstand eines Staates und seinem Korruptionsniveau anhand einer quantitativen Regressionsanalyse der CPI-Daten (1995-2004) sowie einer vertiefenden Einzelfallanalyse des chilenischen Modells, um zu ergründen, warum Chile trotz eher niedrigem Wohlstand ein vergleichsweise niedriges Korruptionsniveau aufweist.

  • Regressionsanalyse des Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (GDP(pc)).
  • Identifikation und Analyse von statistischen Ausreißern (Outliern) und einflussreichen Fällen.
  • Untersuchung der politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Chile.
  • Einfluss der wirtschaftlichen Außenorientierung auf die nationale Wirtschaftsethik und Korruptionsprävention.

Auszug aus dem Buch

1.4.1 Politikwissenschaftliche Überlegungen

Ein in der Politikwissenschaft häufig diskutierter Zusammenhang wird zwischen Demokratie und Korruption hergestellt. „The less democracy the more corruption“ (Andvig u.a. 2000, S.52) bringt die These auf den Punkt. Grundlegend stellt man verringerte Korruption bei steigendem Grad der Demokratisierung fest, „Korruption [kann] in Demokratien stärker im Zaum gehalten [werden] als in Autokratien“ (Borchert u.a. 2000, S.110). Allerdings muss dieser Zusammenhang differenzierter betrachtet werden, denn Fälle wie Singapur zeigen, dass auch sehr undemokratische Regime Korruption zurückdrängen können: „The most authorian (totalitarian) systems are able to control the levels of corruption and thus keep it at an economically viable level“ (Andvig u.a. 2000 , S.57). Die von den Akteuren zu kalkulierenden Kosten aus hoher Strafe bei großer Vollzugswahrscheinlichkeit drängen in diesem Land die Korruption zurück. Gleichzeitig zeigte der Fall des eisernen Vorhangs, dass viele Länder im Transformationsprozess vom totalitären oder autoritären zum demokratischen System einen Anstieg ihres Korruptionsniveaus verzeichnen.

Es gibt folglich keinen linearen Zusammenhang zwischen dem Grad der Demokratisierung eines Landes und dem Grad der Korruption, Andvig u.a. sprechen von einer glockenförmigen Funktion (Andvig u.a. 2000, S.57) mit einem Ansteigen der Korruption bei der Abkehr vom totalitären oder autoritären System und deren Abflauen nach erfolgreicher Durchsetzung demokratischer Grundprinzipien sowie „far-reaching economic reforms“ (Kaufman 1997, S.121). Möglicherweise spielt die Kontrollfähigkeit eines Regimes eine wichtigere Rolle als die Art der politischen Führung. Diktaturen und autoritäre Regime können Korruption durch allgegenwärtige Kontrolle zurückdrängen, Länder in Umbruchphasen können dagegen häufig schlecht Kontrolle auf ihren Staatsapparat ausüben.

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema Korruption als multidimensionales, gesellschaftsschädigendes Phänomen und Erläuterung der Forschungsfrage am Beispiel Chile.

1. DAS FORSCHUNGSTHEMA KORRUPTION: Theoretische Grundlegung des Korruptionsbegriffs, seiner Formen sowie soziologischer Modelle zur Entstehung auf Mikro- und Makroebene.

2. DIE MESSUNG VON KORRUPTION: Methodische Auseinandersetzung mit der Messbarkeit von Korruption mittels CPI, Regressionsanalyse von Wohlstand und Korruption sowie Identifikation statistischer Ausreißer.

3. DIE EINZELFALLANALYSE DER CHILENISCHEN SITUATION: Detaillierte Untersuchung Chiles als positive Ausnahmeerscheinung in Südamerika, unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und spezifischer Antikorruptionsmechanismen.

4. CHILE ALS VORBILD FÜR KORRUPTE LÄNDER: Synthese der Ergebnisse mit Empfehlungen für eine erfolgreiche Korruptionsbekämpfung durch Stärkung staatlicher Institutionen und gesellschaftlicher Normen.

Schlüsselwörter

Korruption, CPI, Wohlstand, Regressionsanalyse, Chile, Südamerika, Demokratisierung, Wirtschaftsethik, Good Governance, Institutionen, Antikorruptionsmechanismen, DFBETA, Residuenanalyse, Rechtschaffenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Wohlstand eines Staates und seinem Korruptionsniveau und analysiert insbesondere den Fall Chile als signifikante Ausnahme von der Regel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Modellierung von Korruption, der methodischen Problematik ihrer Messung (CPI) und dem empirischen Nachweis von Zusammenhängen mittels Regressionsanalysen sowie einer vertiefenden Fallstudie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum Chile trotz eines im Vergleich zu westlichen Industrienationen eher moderaten Wohlstands eine bemerkenswert geringe Korruption aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen mit einer quantitativen Regressionsanalyse (SPSS) zur Überprüfung des Zusammenhangs zwischen BIP und Korruption sowie einer qualitativen Einzelfallanalyse für Chile.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische und empirische Messung von Korruption sowie eine historische und institutionelle Einzelfallanalyse der politischen und wirtschaftlichen Situation in Chile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung soziologischer Korruptionstheorien mit ökonomischen Daten (GDP) und politikwissenschaftlichen Länderanalysen aus.

Warum wird Chile als „Outlier“ in der Regressionsanalyse bezeichnet?

Chile weicht systematisch von der statistisch berechneten Regressionsgeraden ab, da das Land ein deutlich niedrigeres Korruptionsniveau aufweist, als es sein Wohlstandsniveau eigentlich vermuten ließe.

Welche Rolle spielt die „duale Wirtschaftsethik“ bei der Korruptionsbekämpfung in Chile?

Der Autorin zufolge hat Chile aufgrund seiner starken Exportabhängigkeit eine Ethik entwickelt, die im internationalen Handel hohe Rechtschaffenheit fordert, welche wiederum auf die innenpolitischen Verwaltungsstrukturen ausstrahlt.

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Details

Title
Der Einfluss des Wohlstandes auf das Korruptionsverhalten eines Staates
Subtitle
Outliers und potentiell einflussreiche Fälle - eine Einzelfallstudie der chilenischen Situation
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Grade
1,6
Author
Juliane Hack (Author)
Publication Year
2005
Pages
122
Catalog Number
V84221
ISBN (eBook)
9783638878487
ISBN (Book)
9783640584437
Language
German
Tags
Einfluss Wohlstandes Korruptionsverhalten Staates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Hack (Author), 2005, Der Einfluss des Wohlstandes auf das Korruptionsverhalten eines Staates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84221
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