Soziologische Beiträge von Karl Marx, Emile Durkheim und Max Weber. Soziologisches Verständnis, Methodik und Erklärungsvorstellung

Ein Vergleich


Essay, 2007
7 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

I. Einleitung

Diese Arbeit befasst sich mit drei der bedeutendsten klassischen Soziologen, die alle etwa zeitgleich (zwischen 1818 und 1920) gelebt haben - Karl Marx, Emile Durkheim und Max Weber. Für die theoretische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft heute sind die Theoretiker des 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung, da sie durch ihre Analyse der entstehenden modernen Gesellschaft mit ihrer kapitalistischen Wirtschaftsweise die Fundamente für die Gesellschaftstheorie des 20. Jahrhunderts legten.

Im folgendem werde ich auf die soziologischen Beiträge sowie auf das sozilogische Verständnis der o.g. Soziologen eingehen und gegenüberstellen. Des weiteren werde ich deren Methodik und Erklärungsvorstellungen beschreiben und ihr jeweiliges Verständnis von Gesellschaft erläutern.

II. Hauptteil

Karl Marx, Emil Durkheim und Max Weber haben eine ähnliche Beobachtung des Zeitgeschehens, bewerten diese aber völlig unterschiedlich bzw. ordnen den unterschiedlichen Strömungen verschiedene Gewichtungen zu.

Marx stellt ungleiche Verfügungsmacht über die Produktionsmittel, Arbeit und Besitzverhältnisse einander gegenüber. Der dazwischen bestehende Widerspruch führt zur Aufteilung der Menschen in Klassen. Diese Klassen bilden ein Klassenbewusstsein heraus, welches letztlich der Boden ist, auf dem der Wille zur Revolution heranreift. So ist also der Motor der Geschichte der Klassenkampf. Die Bourgeoisie, die die große Masse der Arbeiterschaft unterdrückte und ausbeutete, sollte langfristig an sich selbst scheitern, da sie das Proletariat in eine derart schlechte wirtschaftliche Lage versetzte, dass es sich irgendwann vereinigte und im gemeinsamen Kampf die Bourgeoisie stürzte. Sie zwingte das Proletariat ,seinerseits das Privateigentum aufzuheben und alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staates, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren

(vgl. Friedel, 1997: 1204 ).

Ohne Zweifel lässt sich in Marx Theorie der Einfluss der Französischen Revolution erkennen. Aus den Widersprüchen des Feudalismus geboren, wird sie zum Modell für das, was man erwarten darf, wenn die Widersprüche des Kapitalismus die Klassengegensätze auf die Spitze getrieben haben. Dies ist dann der Fall, wenn den

verarmten Massen von Proletariern wenige Kapitalisten gegenüberstehen, die sich die ganze Verfügungsmacht an den Produktionsmitteln durch Ausbeutung der Arbeiter angeeignet haben.

Auch seine stark materialistische Sichtweise lässt sich sicher zum Teil aus den Erfahrungen der Industriellen Revolution herleiten, die zu einer stark beschleunigten technologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung führte.

Der Mensch ist also nach Marx in seiner geschichtlichen Entwicklung und seiner Kultur in erster Linie davon geprägt, wie die Gesellschaft für ihr materielles Überleben sorgt, also wie ihre Wirtschaft organisiert ist. Dies nennt er die ,,reale Basis" der Menschheitsentwicklung: das Sein bestimmt das Bewusstsein

(vgl. Marx 1958: 27).

Auch für Max Weber geht es um den Kausalzusammenhang zwischen materialistischen Zuständen und dem entsprechenden Bewusstsein, dem Geist, der sich daraus entwickelt bzw. der vorherrscht. Für ihn wird die geistige Einstellung der Menschen jedoch nicht ausschließlich durch ihre materialistische Entwicklung hervorgerufen, sondern entwickelt sich entscheidend auch durch eine, von den Menschen verfolgte Ethik. Weber beschäftigt sich u.a mit der Bedeutung der verschiedenen Religionen auf das wirtschaftliche Verhalten der Menschen ( vgl. http://www.philolex.de/webermax.htm). Des weiteren verwendet er den Begriff ´Idialtypus`. Hierbei werden historische Ereignisse anhand Kulturbedeutungen betrachtet. Im Brennpunkt steht hierbei inwiefern ein Individuum vom Ideal abweicht.

Hierfür verwendet Weber den Begriff ´ Rationalisierung´. Für Weber bedeutet ,,Rationalisierung" vor allem Rationalisierung der menschlichen Lebensführung, Prozesse der Ordnungsschaffung und der Systematisierung, sowie die Trennung von Haushalt und Betrieb, welche das heutige Wirtschaftsleben schlechthin beherrscht und, damit eng zusammenhängend, die rationale Buchführung (vgl. Kaesler 2006: 199).

Um das Verständnis von Gesellschaft bei Max Weber zu erläutern, ist es wichtig die drei Herrschaftstypen zu erwähnen. Hierbei unterscheidet er den charismatischen Herrschaftstyp, welcher eine Art Vorbildsfunktion hat, den traditionellen Herrschaftstyp und den legalen Herrschaftstyp, der sein Augenmark auf die Rechte und Ordnungen wirft.

Er befasst sich, was seine Protestantismusthese betrifft, ausschließlich mit der Entstehung des Kapitalismus, also dem Wendepunkt der ökonomisch-gesellschaftlichen Abläufe. In der weiteren Entwicklung des Kapitalismus sieht er den Protestantismus einem Auflösungsprozess gegenüber gestellt. Nach einiger Zeit verschwindet der religiöse Sinn, der bisher die Grundlage des Erwerbslebens war. Der Kapitalist arbeitet nicht mehr aus Motivation der Askese und zur Ehre Gottes. Er verfolgt eine Wendung zum Erwerb nur um des Erwerbs Willen mit seinem harten und brutalen Konkurrenzkampf, seinem Siegesbedürfnis und seiner weltlich orientierten Freude an des Kaufmanns Herrschgewalt. Damit löst sich die kapitalistische Tätigkeit völlig aus ihrem ursprünglichen Boden und wird zu einer dem echten Protestantismus und Kalvinismus entgegen gesetzte Macht.

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Details

Titel
Soziologische Beiträge von Karl Marx, Emile Durkheim und Max Weber. Soziologisches Verständnis, Methodik und Erklärungsvorstellung
Untertitel
Ein Vergleich
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
7
Katalognummer
V84223
ISBN (eBook)
9783638004060
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Beiträge, Karl, Marx, Emil, Durkheim, Weber, Sowohl, Ansatzes, Soziologieverständnisses, Methodik, Erklärungsvorstellung
Arbeit zitieren
Silvio Geßner (Autor), 2007, Soziologische Beiträge von Karl Marx, Emile Durkheim und Max Weber. Soziologisches Verständnis, Methodik und Erklärungsvorstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84223

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