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Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern: Die Frage der Hintergründe und Ursachen

Title: Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern: Die Frage der Hintergründe und Ursachen

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Wirtz (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die hier gewählte These, dass der Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern, nicht nur das Erbgut der DDR ist, sondern auch der Wiedervereinigung von Ost und West, soll auf den folgenden Seiten analysiert werden. Dabei gilt es herauszufinden, inwieweit die DDR ihren Teil der Schuld trug oder inwieweit der Transformationsprozess bzw. die Wende zu dieser Tatsache beigetragen hat. Diese und noch weitere Fragen werden bezüglich dieses Phänomens als Leitfaden zur Analyse dieser Thematik verwendet. Hierbei ist zu beachten, dass diese Ausarbeitung nicht darauf ausgerichtet ist, den Unterschied zwischen Ost und West zu differenzieren. Diese Hausarbeit richtet sich vielmehr auf das Wiederaufleben bzw. das verstärkte Aufkommen des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern. Da diese Problematik momentan, gerade in Bezug auf die aktuellen Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen vom vergangenen September, wieder einen hohen Stellenwert erreicht hat, ist es wichtig, die frühen Ursachen dieses rechtsradikalen Produktes zu analysieren. An dieser Stelle soll vermerkt werden, dass viele Wissenschaftler der Meinung sind, dass der Begriff Rechtsextremismus zu großflächig angewandt wird. Um eine Verwirrung in dieser Ausarbeitung zu vermeiden, wird fast ausschließlich der Begriff Rechtsextremismus
verwendet, vereinzelt werden die Begriffe Faschismus, Nationalismus und Rassismus
sinnverwandt benutzt. Zwar umfasst der Begriff noch parallele Begriffe, jedoch werden die aus den genannten Gründen vernachlässigt. Zudem wird sich diese Ausarbeitung nur auf die Ereignisse kurz nach der Wende beziehen, da die Thematik sonst zu sehr ausschweifen würde. Diese Ausarbeitung gliedert sich vom Grunde her in drei Hauptteile. Zu Beginn wird der Themenkomplex bezüglich des historischen Kontextes der DDR behandelt, indem die Verantwortung für den Rechtsextremismus in der DDR aufgeschlüsselt werden soll. Im folgenden Kapitel wird auf den Indikator Transformationsprozess bzw. Wiedervereinigung und deren Rolle zum Rechtsextremismus eingegangen. Abschließend wird sich diese Ausarbeitung der gewählten These, dass der Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern, nicht nur das Erbgut der DDR ist, sondern auch der Wiedervereinigung von Ost und West kritisch, widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse der Gründe bezogen auf die DDR-Geschichte

2.1 Bewältigung des Nationalsozialismus in der DDR

2.2 Bagatellisierung der neu entstehenden Rechtsgruppierungen

2.3 Umgang der DDR-Bevölkerung mit Ausländern

3 Wiedervereinigungs- bzw. Transformationsprozess

3.1 Identifikationsverlust

3.2 Justizinkompetenz bzw. Justizversagen

4 Thesenbezugnahme, Fazit & Kritik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für das verstärkte Aufkommen des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung, mit dem Ziel zu belegen, dass dieses Phänomen sowohl im Erbgut der DDR als auch in den Prozessen der Wiedervereinigung begründet liegt.

  • Historische Aufarbeitung und Tabuisierung des Nationalsozialismus in der DDR
  • Umgang mit Ausländern und Vertragsarbeitern während der DDR-Zeit
  • Soziale Auswirkungen des Transformationsprozesses nach 1989 (Identifikationsverlust)
  • Die Rolle der Justiz und der Wegfall staatlicher Kontrollmechanismen
  • Analyse von rechtsextremen Gruppierungen und deren Entstehungsbedingungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Tabuisierung und mangelhafte Bewältigung des Nationalsozialismus in der DDR

Als 1945 der Nationalsozialismus für beendet erklärt wurde, begann man, die Geschehnisse und Traumas der vergangenen Jahre zu verarbeiten und zu bewältigen. Die Problematik hierbei liegt darin, dass Deutschland als vereintes, gemeinsames Land nur vier Jahre nach Kriegsende bestand. Dieser Exkurs ist bedeutend für das Verständnis bezüglich der Auseinandersetzung mit der eigenen deutschen Vergangenheit, da dies als mitverantwortliches Ergründungsobjekt für das Aufkommen des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern gilt.

Im DDR-Regime herrschte zwar ein massiver Kampf gegen den Faschismus, jedoch „fand eine aktive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Faschismus Nationalsozialismus und Rechtsextremismus dagegen kaum statt, dieser [wurde] vielmehr tabuisiert.“ Diese Tabuisierung verhinderte das menschliche, freie Denken, da der Bevölkerung niemals die Möglichkeit gegeben wurde, sich ernsthaft mit dem Nationalsozialismus auseinander zu setzen. Dem Volk wurde vielmehr die Ausrottung des Faschismus gepredigt.

Weiterhin muss beachtet werden, dass bei der Gründung der DDR keine Stunde Null geschlagen hat, sondern, dass auch die DDR ein Nachfolgestaat des nationalsozialistischen Reiches war. Dieser Aspekt soll lediglich verdeutlichen, dass die Schwierigkeiten, die sich bei der Staatsgründung in Bezug auf den Nationalsozialismus ergeben hatten, auf beiden Seiten, vom Grunde her ähnlich waren. Jedoch war der entscheidende Unterschied, dass die DDR nicht die Köpfe erreichte, sondern nur den Geist mit einem ideologischen Überlegenheitsanspruch autoritär ummantelte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern ein und definiert die zentrale These, die sowohl das DDR-Erbgut als auch die Folgen der Wiedervereinigung als Ursachen betrachtet.

2 Analyse der Gründe bezogen auf die DDR-Geschichte: Dieses Kapitel untersucht die historische Verantwortung der DDR, insbesondere durch die mangelhafte Entnazifizierung, die staatliche Tabuisierung des Nationalsozialismus und den problematischen Umgang mit Ausländern.

3 Wiedervereinigungs- bzw. Transformationsprozess: Dieser Abschnitt analysiert die Folgen des Systemwechsels, wie Identitäts- und Staatsmachtverlust sowie das Versagen der Justiz, als Katalysatoren für rechtsextreme Entwicklungen.

4 Thesenbezugnahme, Fazit & Kritik: Das Kapitel reflektiert die eingangs aufgestellte These, bewertet die wissenschaftliche Datenlage kritisch und kommt zu dem Schluss, dass der Rechtsextremismus im Gesamtkontext von DDR-Vergangenheit und Transformationsprozess zu betrachten ist.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, neue Bundesländer, DDR-Geschichte, Wiedervereinigung, Transformationsprozess, Nationalsozialismus, Tabuisierung, Ausländerfeindlichkeit, Identifikationsverlust, Justizversagen, Vertragsarbeiter, SED-Regime, Neonazismus, Identitätskrise, Sündenbock-Hypothese

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für das verstärkte Auftreten rechtsextremer Tendenzen in den neuen Bundesländern in der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die gesellschaftlichen Umbrüche des Transformationsprozesses nach 1989 sowie die Rolle staatlicher Institutionen wie der Justiz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass der Rechtsextremismus im Osten nicht ausschließlich ein Erbe der DDR ist, sondern maßgeblich durch die spezifischen Krisenphänomene der Wiedervereinigung begünstigt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender historischer und sozialwissenschaftlicher Studien, um Indikatoren für rechtsextreme Entwicklungen in zwei verschiedenen historischen Kontexten zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Die Analyse der DDR-Geschichte (Tabuisierung, Umgang mit Ausländern) und die Untersuchung des Transformationsprozesses (Identitätsverlust, Justizversagen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rechtsextremismus, Transformationsprozess, Identitätskrise, DDR-Vergangenheit, Sündenbock-Hypothese und Justizversagen.

Welche Rolle spielt die Tabuisierung des Nationalsozialismus für die Argumentation?

Der Autor argumentiert, dass durch die staatlich verordnete Tabuisierung und die mangelnde Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der DDR ein Nährboden entstand, auf dem rechtes Gedankengut nach der Wende leichter gedeihen konnte.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Wiedervereinigung?

Die Wiedervereinigung wird als kritischer Umbruch gesehen, der durch den Zusammenbruch bisheriger Identitätsangebote und den Wegfall staatlicher Kontrollmechanismen einen "rechtsfreien Raum" für radikale Gruppen schuf.

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Details

Title
Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern: Die Frage der Hintergründe und Ursachen
College
RWTH Aachen University  (Institut für Politische Wissenschaft)
Grade
2,0
Author
Thomas Wirtz (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V84238
ISBN (eBook)
9783638036689
Language
German
Tags
Rechtsextremismus Bundesländern Frage Hintergründe Ursachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Wirtz (Author), 2005, Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern: Die Frage der Hintergründe und Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84238
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