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"Flucht und Vertreibung" im Diskurs der Erinnerungen. Die Kontroverse über Zwangsmigrationen nach 1945 im deutsch-polnischen Gedächtnis

Title: "Flucht und Vertreibung" im Diskurs der Erinnerungen. Die Kontroverse über Zwangsmigrationen nach 1945 im deutsch-polnischen Gedächtnis

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patricia Romanowsky (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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In der vorliegenden Arbeit soll neben den historischen Hintergründen, welche den Ereignissen des Frühjahrs 1945 vorausgingen, vor allem die Beschäftigung mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“ in der polnischen und deutschen Wissenschaft, aber auch in der Öffentlichkeit beleuchtet werden. Im Besonderen soll dabei die sich über die Jahre verändernde Kontroverse zwischen Deutschen und Polen ins Visier genommen werden, welche bis heute, auch durch die Diskussion über ein „Zentrum gegen Vertreibungen“, zu keinem absehbaren Ende gefunden hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die nationalsozialistische Volkstumspolitik als eine Ursache der Zwangsmigrationen nach 1945

2. Die Kontroverse über Flucht und Vertreibung in Deutschland und Polen

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld der Erinnerungskultur bezüglich Flucht und Vertreibung im deutsch-polnischen Verhältnis nach 1945. Ziel ist es, sowohl die historischen Ursachen der Zwangsmigrationen unter dem Nationalsozialismus als auch die wissenschaftliche und öffentliche Aufarbeitung dieses Themas in Polen und Deutschland kritisch zu beleuchten, wobei insbesondere die veränderte Kontroverse um Projekte wie das „Zentrum gegen Vertreibungen“ analysiert wird.

  • Die nationalsozialistische Volkstumspolitik und ihre Auswirkungen auf Bevölkerungsbewegungen.
  • Die instrumentelle Nutzung des Themas Flucht und Vertreibung in politischen Debatten.
  • Die Entwicklung der polnischen Geschichtsschreibung nach 1989 im Umgang mit Zwangsmigrationen.
  • Die Herausforderungen einer objektiven historischen Aufarbeitung im Kontext nationaler Opferperspektiven.
  • Die Rolle der binationalen Forschungsprojekte bei der Überwindung von Geschichtsmythen.

Auszug aus dem Buch

Die nationalsozialistische Volkstumspolitik als eine Ursache der Zwangsmigrationen nach 1945

Die Wurzeln der Vertreibung von Deutschen aus den Ostgebieten ab Oktober 1944, als die Rote Armee Ostpreußen erreichte, liegen in der Intention des nationalsozialistischen Staates begründet, eine neue Weltordnung schaffen und dafür rücksichtslos „minderwertige Völker“ ausbeuten und letztlich auslöschen zu wollen, um dem nach NS-Ideologie „überlegenen deutschen Volk“ immer mehr „Lebensraum“ zukommen zu lassen. Geographisch lag es daher nahe, diesen Raum zunächst auf die im Osten an das Deutsche Reich angrenzenden Gebiete Polens, Tschechiens, später auch der Ukraine und Russlands auszudehnen und die dort lebende Bevölkerung zunächst immer weiter zurück zu zwingen.

So begann im Herbst 1939 eine durch die Nationalsozialisten angetriebene Bevölkerungsbewegung bis dahin ungeahnten Ausmaßes, bei der schon in der ersten Phase über neun Millionen Menschen aus dem gesamten europäischen Raum umgesiedelt, vertrieben, „eingedeutscht“, oder auch verschleppt wurden. Gemäß der Propagandafloskel vom „Lebensraum im Osten“ sollten zunächst die so genannten Volksdeutschen wieder „heim ins Reich“ geholt und in den besetzten und also nunmehr deutschen Gebieten angesiedelt werden. Geplant wurden diese Bevölkerungsbewegungen, die in ihrer Dimension einem Bevölkerungsaustausch gleich kamen, seit Oktober 1939 vom Reichsführer SS, Heinrich Himmler. Dieser war am 7.Oktober von Hitler zum „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, kurz RKF, ernannt worden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene öffentliche Interesse am Thema Flucht und Vertreibung und stellt die methodische Herausforderung dar, den historischen Kontext objektiv von emotionalen und politisch instrumentalisierten Debatten zu trennen.

1. Die nationalsozialistische Volkstumspolitik als eine Ursache der Zwangsmigrationen nach 1945: Dieses Kapitel analysiert die NS-Siedlungspolitik, insbesondere die Pläne von Heinrich Himmler, die als maßgebliche Ursache für die späteren Zwangsmigrationen und den Zusammenbruch der Bevölkerungsstrukturen in Osteuropa fungierten.

2. Die Kontroverse über Flucht und Vertreibung in Deutschland und Polen: Hier wird der Prozess der geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung in beiden Ländern nach 1989 detailliert, wobei die Überwindung nationaler Opferperspektiven im Zentrum steht.

Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz einer Annäherung durch binationale Projekte ein ambivalentes Verhältnis zur gemeinsamen Geschichte fortbesteht, das einen respektvollen Dialog ohne gegenseitige Schuldzuweisungen erfordert.

Schlüsselwörter

Flucht, Vertreibung, Zwangsmigration, Volkstumspolitik, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, deutsch-polnische Beziehungen, Geschichtsschreibung, Zentrum gegen Vertreibungen, Nationalismus, NS-Ideologie, Ostgebiete, Aufarbeitung, Zeitgeschichte, binationale Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung des Themenkomplexes „Flucht und Vertreibung“ in der deutsch-polnischen Geschichte nach 1945.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die nationalsozialistische Siedlungspolitik, die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Deutschland und Polen sowie die Entwicklung der historischen Forschung nach dem Ende des Kalten Krieges.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Kontroverse um Flucht und Vertreibung zwischen Deutschen und Polen über die Jahrzehnte entwickelt hat und inwiefern eine objektive wissenschaftliche Aufarbeitung möglich ist.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Es wird ein historisch-analytischer Ansatz gewählt, der sowohl NS-Dokumente und Siedlungspläne als auch die Entwicklung der Historiographie in Polen und Deutschland seit 1945 auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der NS-Volkstumspolitik als Ursache der Migration und die Analyse der öffentlichen sowie wissenschaftlichen Debatte in Polen und Deutschland.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zwangsmigration, „Lebensraum im Osten“, kollektive Erinnerung und binationale Verständigung charakterisiert.

Welche Rolle spielt das „Zentrum gegen Vertreibungen“ in der Argumentation?

Es dient als Fallbeispiel für die anhaltende politische Brisanz des Themas und zeigt auf, wie das Thema Flucht auch heute noch für politische Zwecke instrumentalisiert werden kann.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Geschichtsschreibung auf die Gegenwart?

Der Autor konstatiert, dass erst mit wachsendem zeitlichen Abstand und durch gemeinsame binationale Forschungsprojekte ein objektiverer Umgang mit den „weißen Flecken“ der Geschichte möglich geworden ist.

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Details

Title
"Flucht und Vertreibung" im Diskurs der Erinnerungen. Die Kontroverse über Zwangsmigrationen nach 1945 im deutsch-polnischen Gedächtnis
College
Technical University of Berlin  (Zentrum für Antisemitismusforschung)
Course
Nationalsozialistische Politik in Polen 1939-1945
Grade
1,0
Author
Patricia Romanowsky (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V84262
ISBN (eBook)
9783638004978
ISBN (Book)
9783656587941
Language
German
Tags
Flucht Vertreibung Diskurs Erinnerungen Kontroverse Zwangsmigrationen Gedächtnis Nationalsozialistische Politik Polen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Romanowsky (Author), 2007, "Flucht und Vertreibung" im Diskurs der Erinnerungen. Die Kontroverse über Zwangsmigrationen nach 1945 im deutsch-polnischen Gedächtnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84262
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