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Ist der lutherische Christ schizophren?

Zur Kritik von Ernst Troeltsch an Luthers Ethik

Titre: Ist der lutherische Christ schizophren?

Dossier / Travail , 2006 , 14 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Martin Lammert (Auteur)

Théologie - Théologie historique, Histoire ecclésiastique
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Ihr habt gehört, daß den Alten gesagt ist: `Ein Auge um ein Auge,
einen Zahn um einen Zahn.´ Ich aber sage euch, man soll keinem
Übel widerstehen, sondern so dich jemand auf den rechten Backen
streicht, dem halte auch den anderen dar.

Obwohl es nun nicht so scheint, daß Würgen und Rauben ein Werk der Liebe ist, weshalb ein Einfältiger denkt, es sei nicht ein christliches Werk und zieme auch einem Christen nicht zu tun, so ist es doch in Wahrheit auch ein Werk der Liebe.

Diese beiden Zitate, das erste aus Martin Luthers Schrift „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gefolgschaft schuldig sei“ und das zweite aus seiner Schrift „Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können“, sind grundverschieden. Die Frage, der nachgegangen werden soll, lautet: Ist das nun schizophren gedacht – oder etwa verantwortlich? Oder ist es letztlich von einer tiefen Einsicht in die wahre Natur des Menschen geprägt?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Gegenstand der Arbeit

1.2 Schizophrenie. Eine Definition

2. Martin Luther

2.1 Luthers Ethik des Amtes

2.2 Luthers Position zum Amt des christlichen Soldaten

3. Ernst Troeltsch und seine Kritik der lutherischen Amtsethik

4. Vergleichende Betrachtung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Positionen von Martin Luther und Ernst Troeltsch, mit dem Ziel zu klären, ob die von Luther postulierte Trennung von Amt und Person als „schizophrene“ oder verantwortungsbewusste Ethik zu bewerten ist. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Vereinbarkeit von staatlicher Gewaltanwendung und christlicher Liebesethik.

  • Die lutherische Lehre vom „weltlichen Regiment Gottes“ und die Drei-Stände-Lehre.
  • Die ethische Rechtfertigung des Soldatenberufs bei Martin Luther.
  • Die scharfe Kritik Ernst Troeltschs am ethischen Dualismus Luthers.
  • Vergleichende Analyse der Rollenkonflikte zwischen Individuum und Amtsträger.
  • Die moralische Verantwortung des Einzelnen im Kontext staatlicher Gewalt.

Auszug aus dem Buch

2.2. Luthers Position zum Amt des christlichen Soldaten

„Das ist auch ein Beruf, der aus dem Gesetz der Liebe hervorquiellet.“9 Hiermit machte Luther deutlich, dass es sich um einen Dienst der Nächstenliebe handelt und der Soldatenberuf zu den Berufen gehört, die recht sind.

In seiner Schrift „Ob Kriegsleute auch in seligem Stand sein können“ von 1526, die er seinem Freund, dem Hauptmann Assa von Kram, widmete, artikulierte er es klar. In einer Metapher beschrieb er den Beruf des Arztes, der beim Bekämpfen einer schweren Krankheit Hände, Füße, Ohren oder Augen abschlagen muss, um den Leib, um das Leben des Patienten zu retten und verglich dies mit dem Soldaten:

Ebenso ist es auch, wenn ich das Kriegsamt betrachte, wie es die Bösen straft, die Ungerechten würgt und solchen Jammer anrichtet: Da scheint es ein ganz unchristliches Werk zu sein und durchaus wider die christliche Liebe. Betrachte ich aber, wie es die Rechtschaffenden schützt, Weib und Kind, Haus und Hof, Gut und Ehre und dadurch den Frieden erhält und bewahrt, so findet sich´s, wie köstlich und göttlich das Werk ist, und ich erkenne, daß es auch ein Bein oder eine Hand abhaut, auf daß der ganze Leib nicht vergehe.10

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung des „schizophrenen“ Christen und Vorstellung der zentralen Quellen von Luther und Troeltsch.

2. Martin Luther: Darstellung der theologischen Grundlagen Luthers, insbesondere seiner Amts- und Ständelehre sowie seiner Begründung für den Soldatenberuf.

3. Ernst Troeltsch und seine Kritik der lutherischen Amtsethik: Analyse der kritischen Perspektive Troeltschs, der Luthers Dualismus von Person und Amt als künstliche und problematische Doppelmoral ablehnt.

4. Vergleichende Betrachtung: Gegenüberstellung beider Positionen zur Bewertung, ob der Mensch als Amtsträger in einen moralischen Gewissenskonflikt gerät.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Luthers Position eine verantwortliche, realistische Einsicht in die menschliche Natur darstellt und nicht als „schizophren“ zu bezeichnen ist.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Ernst Troeltsch, Amtsethik, Schizophrenie, Zwei-Reiche-Lehre, christlicher Soldat, Liebesgebot, Soziallehren, Gewaltanwendung, Verantwortung, Doppelmoral, Person und Amt, Gewissenskonflikt, Historismus, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das lutherische Konzept, bei dem ein Christ im Amt (z.B. als Soldat) anders handelt als in seiner Privatperson, als schizophren oder als eine verantwortungsbewusste Rollenethik zu verstehen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die lutherische Drei-Stände-Lehre, die ethische Legitimation staatlicher Gewalt durch Luther sowie die scharfe Kritik von Ernst Troeltsch an der daraus resultierenden Trennung von Gnaden- und Weltmoral.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Widerlegung des Vorwurfs, die lutherische Trennung von Amt und Person sei ein „schizophrenes“ Konstrukt, indem stattdessen auf die christliche Verantwortung des Individuums verwiesen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende textanalytische Untersuchung, die historische Quellen von Luther und soziologisch-theologische Schriften von Troeltsch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung der lutherischen Ethik, die spezifische Kritik Troeltschs und einen direkten Vergleich beider Positionen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Gewalt und Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Amtsethik, Schizophrenie, Zwei-Reiche-Lehre, Gewissenskonflikt und individuelle Verantwortung geprägt.

Wie bewertet Troeltsch Luthers Trennung von Amt und Person konkret?

Troeltsch sieht darin einen „peinlichen Gegensatz“ und eine „Doppelmoral“, die das Individuum einer unerträglichen Gewissensbelastung aussetzt und gesellschaftspolitisch antiquiert sei.

Welche Rolle spielt die „Arzt-Metapher“ in der Argumentation?

Luther nutzt diese Metapher, um zu verdeutlichen, dass notwendige Gewalt – ähnlich wie das Amputieren eines Körperteils durch einen Arzt – dem Gesamtwohl dient und somit in einem „göttlichen“ Rahmen steht.

War Ernst Troeltsch ein Pazifist?

Nein, wie die Arbeit durch seine Rede „Unser Volksheer“ aus dem Jahr 1914 belegt, unterstützte Troeltsch die patriotischen Bestrebungen und den Kriegseinsatz der deutschen Soldaten.

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Résumé des informations

Titre
Ist der lutherische Christ schizophren?
Sous-titre
Zur Kritik von Ernst Troeltsch an Luthers Ethik
Note
2,0
Auteur
Martin Lammert (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
14
N° de catalogue
V84297
ISBN (ebook)
9783638892247
ISBN (Livre)
9783638905565
Langue
allemand
mots-clé
Christ
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Lammert (Auteur), 2006, Ist der lutherische Christ schizophren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84297
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Extrait de  14  pages
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